Basketballtrainerinnenoffensive: Lehrgang mit WM-Auftakt in Berlin
Zweite Station des neuen Ausbildungsprogramms – 14 Trainerinnen erleben das Eröffnungsspiel der Frauen-Weltmeisterschaft live in der UBER Arena
Die Basketballtrainerinnenoffensive hat ihre zweite Etappe absolviert. Drei Tage lang kamen die 14 Teilnehmerinnen des einjährigen Ausbildungsprogramms zu ihrem Zwischenlehrgang in Berlin zusammen – und erlebten dabei nicht nur ein dichtes Fortbildungsprogramm, sondern auch den Auftakt der Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen: Beim Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Spanien saßen die Trainerinnen in der Berliner UBER Arena auf der Tribüne.
Inhaltlich spannte der Lehrgang einen weiten Bogen. Zum Auftakt stand das Thema Kinder- und Jugendschutz im Mittelpunkt eines Workshops, der die Teilnehmerinnen für ihre Verantwortung im Trainingsalltag sensibilisierte. Sportpsychologin Lisa Albrecht widmete sich der Beziehung zwischen Trainerin und Spielerin und dem Umgang miteinander. Marius Huth (ALBA Berlin) und Antje Hoffmann (Institut für Angewandte Trainingswissenschaft, Leipzig) beleuchteten, welche Rolle das biologische Alter bei der Talententwicklung spielt und wie sich Drop-out im Nachwuchsbereich verhindern lässt. Stephi Süß (ALBA Berlin) vermittelte Grundlagen der Trainingsplanung, Jürgen Maßmann zeigte Ansätze für ein funktionales Athletiktraining speziell für Mädchen.
Gezielte Förderung von Trainerinnen
Die Basketballtrainerinnenoffensive ist ein gemeinsames Projekt des Berliner Basketball Verbandes (BBV), des Deutschen Basketball Bundes (DBB) und des Deutschen Basketball Ausbildungsfonds. Erstmals gibt es damit ein Ausbildungsformat, das sich ausschließlich an Trainerinnen richtet. Es ist bewusst niedrigschwellig angelegt und läuft parallel zur Saison. Zwischen den bestehenden Ausbildungsstufen angesiedelt, ergänzt das Programm die etablierten Lizenzsysteme, ersetzt sie aber nicht.
Neben sportfachlichen Inhalten behandelt das Curriculum Themen, die in der klassischen Trainerausbildung kaum vorkommen – etwa die Bewegungsmotivation von Mädchen und Frauen oder zyklusbasiertes Training. Ebenso wichtig sind die persönliche Entwicklung der Teilnehmerinnen und der Aufbau eines tragfähigen Netzwerks. Gearbeitet wird in einer geschützten Lernumgebung unter Trainerinnen; der Austausch untereinander soll über das Programmjahr hinaus Bestand haben und die Teilnehmerinnen auf ihrem weiteren Weg begleiten.
Wie groß der Bedarf ist, zeigte bereits die Ausschreibung: Auf die 16 Programmplätze bewarben sich knapp 50 Trainerinnen. Neben den drei Präsenzlehrgängen gehören Hospitationen und ein kontinuierlicher Austausch während der Saison zum Programm. Den Abschluss bildet im Frühjahr 2027 ein dritter Lehrgang im Rahmen des Pokal-TOP4 der DBBL.
Die Teilnehmerinnen
Mathilda Borgwardt (Basket Dragons Marzahn), Nele Gleitsmann (SC Rist Wedel), Emely Hinz (Rostock Seawolves), Johanna Hirmke (TuS Neukölln 1965), Amber Iffert (BASS Berlin), Mia Kupfer (ALBA Berlin), Birte Maisel (Türkiyemspor Berlin 1978), Meg Mäkitalo (Friedenauer TSC Berlin), Kerstin Meyer-David (SG Rot-Weiß Neuenhagen), Sabrina Nunzi (USC Heidelberg), Annika Oevermann (BG 74 Göttingen), Tina Polke (Empor Berlin), Mona Römer (Regensburg Baskets), Nele Schwering (UBC Münster).
Foto: Lukas Steppkes
