Nachberichte ProA Playoffs – Halbfinale Spiel 2
23.05.2026 18:00 Uhr // Eisbären Bremenhaven vs. Phoenix Hagen 87:80
Phoenix Hagen musste im zweiten Halbfinalspiel gegen die Eisbären Bremerhaven die erste Niederlage der Serie hinnehmen und verlor auswärts mit 80:87. Damit steht die „Best of five“-Serie nun 1:1. Trotz eines zwischenzeitlichen 24-Punkte-Rückstands bewiesen die Hagener große Moral und kämpften sich im Schlussviertel eindrucksvoll zurück. Vor rund 250 mitgereisten Fans erwischten die „Feuervögel“ allerdings einen klassischen Fehlstart. Vor allem defensiv fehlte zunächst die nötige Intensität und Gedankenschnelligkeit, wodurch Bremerhaven früh davonzog. Kurz vor der Halbzeit betrug der Rückstand bereits 24 Punkte. Besonders problematisch war die schwache Wurfquote aus der Distanz: Phoenix traf lediglich sieben von 31 Dreiern und kam damit nur auf 22,6 Prozent Trefferquote. Nach der Pause stellte Headcoach Chris Harris personell um und fand eine Formation, die deutlich mehr Energie und Kampfgeist aufs Feld brachte. Vor allem Dominick von Waaden und Bjarne Kraushaar sorgten mit großem Einsatz dafür, dass Phoenix noch einmal verkürzen konnte.
Auch Lucas N’Guessan setzte wichtige Akzente und brachte die Hagener mit einem Dunk im Schlussviertel wieder in Schlagdistanz. Chris Harris analysierte nach dem Spiel offen die Gründe für die Niederlage: „Wir waren vor allem in der ersten Hälfte physisch viel zu passiv und nicht gedankenschnell genug, um Bremerhaven Paroli zu bieten. Erst als wir in der zweiten Hälfte eine Lineup gefunden haben, die uns mit Kampfgeist und Mut inspiriert hat, konnten wir den Rückstand verkürzen. Davon brauchen wir am Dienstag in eigener Halle kollektiv mehr.“ Trotz der Niederlage konnte Phoenix einige positive Aspekte mitnehmen. Die Hagener holten starke 19 Offensivrebounds und generierten daraus 21 Punkte. Gleichzeitig zeigte das Team im Schlussabschnitt erneut seine Comeback-Qualitäten. Entscheidend blieb am Ende jedoch die höhere Effizienz der Bremerhavener, die insbesondere durch Elijah Miller in der Crunchtime nervenstark agierten und ihre Freiwürfe sicher verwandelten.
23.05.2026 19:00 Uhr // GIESSEN 46ers vs. Bozic Estriche Knights Kirchheim 75:91
GIESSEN 46ers haben im zweiten Halbfinalspiel gegen die Bozic Estriche Knights Kirchheim einen deutlichen Rückschlag hinnehmen müssen und durch die 75:91-Heimniederlage den Heimvorteil wieder aus der Hand gegeben. Nach dem überzeugenden Auftaktsieg in Kirchheim gelang den Mittelhessen vor ausverkaufter Osthalle diesmal nur wenig, sodass die Serie nun wieder komplett offen bei 1:1 steht. Bereits der Start in die Partie verlief für die Mannschaft von Headcoach Branislav Ignjatovic alles andere als optimal. Kirchheim präsentierte sich von Beginn an hochkonzentriert, physisch und extrem effizient. Die Gäste führten früh mit 12:0 und kontrollierten über weite Strecken Tempo und Rhythmus der Partie. Gießen gelang es nie wirklich, dauerhaft Zugriff auf das Spiel zu bekommen oder selbst einmal in Führung zu gehen. Zwar kämpften sich die Gastgeber zwischenzeitlich immer wieder etwas heran, doch die Knights hatten stets die passende Antwort parat. Besonders auffällig war die Überlegenheit der Kirchheimer in nahezu allen wichtigen Statistiken. Dreierquote, Rebounds und Ballverluste – fast jede relevante Kategorie ging an die Gäste. Dazu kam eine klare Diskrepanz bei den Freiwürfen. Während Kirchheim insgesamt 24 Freiwürfe zugesprochen bekam, standen die 46ers lediglich 15 Mal an der Linie. Sportchef Chris Schmidt äußerte sich nach der Partie kritisch zur langen Freiwurf-Differenz, wollte die Leistung der Gäste aber keineswegs schmälern.
Kirchheims Headcoach Igor Perovic zeigte sich entsprechend zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Ich habe einen großen Kampf und eine tolle Einstellung meiner Jungs gesehen. Wir sind mit viel Energie und Leidenschaft an die Aufgabe herangegangen, wir haben schlicht einen großartigen Job gemacht.“ Auch auf Gießener Seite wurde die Niederlage klar eingeordnet. Kapitän Robin Benzing machte deutlich, dass man Kirchheim keinesfalls unterschätzt habe: „Was wollen wir eigentlich? Hat irgendjemand allen Ernstes geglaubt, wir würden eine Mannschaft wie Kirchheim, die nach der Hauptrunde in der Tabelle besser abgeschnitten hat als wir, einfach mal so 3:0 wegfegen?“ Trainer Ignjatovic sprach von einer insgesamt verkrampften Vorstellung seiner Mannschaft: „Wir sind verkrampft aufgetreten, hatten irgendwie eine mentale Blockade, haben leichte und unnötige Fehler gemacht und es Kirchheim somit gestattet, sich in einen Rausch zu spielen. Das wird uns kommenden Dienstag nicht noch einmal passieren. Die Serie steht unentschieden, wir greifen wieder an.“
Trotz der Niederlage gab es aus Sicht der 46ers auch einige positive Ansätze. Till Gloger setzte im dritten Viertel wichtige Akzente und war mit zehn Punkten einer der Aktivposten. Robin Benzing überzeugte erneut an der Freiwurflinie und baute seine starke Playoff-Quote weiter aus. Auch Daniel Norl zeigte phasenweise gute Aktionen, ehe ihm früh foulbedingt Grenzen gesetzt wurden. Insgesamt blieb jedoch der Eindruck, dass Kirchheim an diesem Abend aggressiver, wacher und konstanter agierte. Damit steht die Halbfinalserie nun wieder völlig offen. Spiel drei steigt am Dienstag in der Sporthalle Stadtmitte in Kirchheim, wo die Knights nun ihrerseits die Chance haben, die Kontrolle in der Serie zu übernehmen.


