Spotlight #11: Der krönende Abschluss der Saison
329 Spiele sind in der Saison 2025/26 bereits absolviert worden, nur zwei stehen noch aus. Zwei Spiele, in denen es um nicht weniger als den Meistertitel geht! Nach teils dramatischen Playoff-Halbfinals sind Phoenix Hagen und die Bozic Estriche Knights Kirchheim die letzten beiden verbliebenen Teams. Im Gegensatz zu den bisherigen Runden wird das Finale nun in Hin- und Rückspiel entschieden, das Team, das also im addierten Score aus beiden Partien die Nase vorn hat, darf sich ProA-Meister 2025/26 nennen. Die erste Partie steht am Donnerstagabend um 19:00 Uhr in Kirchheim an, beendet wird die Saison dann am Sonntag ab 16:00 Uhr mit dem Duell in Hagen. Wie sahen vergangene Duelle aus und was macht das Matchup diesmal so spannend? All das gibts in dieser Ausgabe von Spotlight.
Umkämpfte Duelle – Der Blick in die Vergangenheit
Hagen und Kirchheim gehörten in den vergangenen Jahren zum Standardinventar der ProA. Seit dem Hagener BBL-Abstieg in der Saison 2016/17, trafen die Teams in jeder Spielzeit aufeinander. Das erste dieser Duelle ging damals (11.11.2017) an die Knights, übrigens mit dem heutigen Kirchheimer Co-Trainer Brian Wenzel auf der Position des Small Forwards. Über die Jahre kamen viele weitere Kräftemessen der beiden Vereine hinzu, doch speziell in den vergangenen Saisons hat sich die Brisanz nochmal erhöht. Der Grund dafür? Natürlich die Playoffs! In der vorletzten Saison lieferten sich Phoenix und die Knights eine heiße Viertelfinalserie, die über die vollen fünf Spiele ging. Kurioserweise behielt in den ersten vier Partien jeweils die Auswärtsmannschaft die Oberhand, erst im entscheidenden fünften Spiel gelang dann den Hagenern der Heimsieg. Kirchheim wiederum verlor durch die Niederlage das Teilnahmerecht am BBL Pokal, da parallel Karlsruhe seine Serie gegen Gießen gewann. Die Erinnerungen an dieses umkämpfte Viertelfinalduell dürften auch durchaus noch lebendig sein, denn auf beiden Seiten sind Akteure im Kader, die damals auf dem Parkett standen. Bei Phoenix sind das etwa Bjarne Kraushaar, Dennis Nawrocki (übrigens ein Ex-Kirchheimer), Marvin Omuvwie, Tim Uhlemann und Coach Harris. Bei den Kirchheimern ist Nil Failenschmid weiter dabei, ebenso wie sein Trainer Igor Perovic. Eine interessante Personalie ist dabei Demetrius Ward. Er schnürte vor zwei Jahren noch seine Schuhe für die Ritter, ist aber mittlerweile im Coachingstaff der Hagener und holte als Headcoach von Kooperationspartner SV Haspe 70 den Titel in der Regionalliga West.

Beim letzten Playoffduell der beiden Teams trug Demetrius Ward (l.) noch das Kirchheimer Trikot, mittlerweile ist er im Trainerstab von Phoenix-Coach Harris (Foto: Nina Sander).
Die aktuelle Form – Favorit gegen Team der Stunde
Doch nicht nur der Blick in die Vergangenheit macht Lust auf das Matchup. Auch in dieser Saison ist das Duell vielversprechend. Zwar ist Hagen, als in der Hauptrunde klar besseres Team, der Favorit. Doch die Knights sind eines von nur fünf Teams, das in dieser Saison gegen die Feuervögel gewinnen konnte. Mehr noch, das 81:60 am zwölften Spieltag war sogar der mit Abstand deutlichste Sieg, den eine Mannschaft gegen Hagen erringen konnte. „Was immer wir versucht haben, die Knights hatten immer eine Antwort darauf“, sagte Phoenix-Coach Harris nach dieser Partie. Im Rückspiel revanchierte sich Phoenix dann zwar mit einem deutlichen Sieg (+19), dennoch dürfte man gewarnt sein.
Dass die beiden Teams jetzt im Finale wieder aufeinandertreffen hätten vor der Postseason sicherlich die wenigsten getippt. Auf Hagener Seite war der Einzug in das Endspiel sicherlich festes Ziel, dennoch dauerte es bis zum letzten Samstag, ehe man in Spiel 5 gegen die Eisbären Bremerhaven das Finalticket klarmachen konnte. Davor lag eine aufreibende Serie gegen die Nordseestädter, die nicht nur einige Körner, sondern auch jede Menge Nerven gekostet haben dürfte. Schlussendlich konnten die Feuervögel die Serie aber vor allem über ihre Defense gewinnen, schließlich ließen sie im abschließenden Do-or-Die-Match nur 65 Zähler zu, die zweitniedrigste Bremerhavener Punkteausbeute der gesamten Saison! Generell kassieren die Westfalen in den Playoffs im Schnitt rund acht Punkte weniger, als in der Hauptrunde. Diese defensive Stabilität ist entscheidend, denn auf die bärenstarken Wurfquoten aus der regulären Saison konnte sich Hagen in der Postseason nicht mehr so stark verlassen. Die Dreierquote etwa sank von 38,4% auf 31,1%, im Zweierbereich sind es nun 44,5% statt 49,2%.
Die Knights konnten bereits am vergangenen Freitag den Einzug ins Finale feiern. Auswärts in Gießen setzte sich das Team von Igor Perovic durch und holte damit das 3:1 in der Halbfinalserie. Interessant dabei: Sowohl im Viertel- als auch im Halbfinale verloren die Teckstädter zunächst das erste Spiel und sicherten sich dann drei Siege in Serie. Das ist durchaus bemerkenswert, schließlich starteten die Ritter ihren Playoff-Run auf Platz sechs und schalteten in der Folge mit Göttingen und Gießen zwei Teams aus, die mit dem Aufstieg in die BBL liebäugelten. Bei so einer überraschend starken Performance liegt zweifelsohne der Vergleich mit den PS Karlsruhe LIONS 2023/24 nahe. Die Karlsruher waren damals sogar von Rang sieben gekommen und krönten sich am Ende zum ProA-Meister. Wiederholt sich also nun die Geschichte und es gibt einen Überraschungsmeister? Klar ist auf jeden Fall, dass die Knights in Tylan Pope den frisch gekürten besten Spieler der Halbfinals in ihren Reihen haben.

Tylan Pope (l.) gegen Marvin Omuvwie (r.): Die Verteidigung gegen den Star der Kirchheimer wird ein wichtiger Schlüssel sein (Bild: Jörg Laube).
Es steckt also noch einiges drin in den beiden anstehenden Finalspielen, der Ausgang ist schwer zu prognostizieren. Hagen oder Kirchheim, wer wird Nachfolger von Vorjahresmeister VET-CONCEPT Gladiators Trier? An dieser Stelle geht es in der Offseason dann mit einem Saisonrückblick sowie einer Übersicht über den Transfermarkt weiter. Wenn du das nicht verpassen möchtest, abonniere am besten hier unseren Newsletter, dort gibt es immer einen Reminder, wenn eine neue Ausgabe von Spotlight online ist.


