2. Basketball-Bundesliga
2. Basketball-Bundesliga
2. Basketball-Bundesliga
  • HOME
  • NEWS
    • Newsletter
    • Wechselbörse
  • TEAMS
  • SPIELPLAN
  • STATS
    • SAISON 2026/27
      • Tabelle ProA
      • Teamstatistik ProA
      • Top Performer
      • Top Performer U22
      • Zuschauerzahlen
    • STATISTIK-TOOLS
      • Der Liga Graph
      • Tabellenrechner
      • Tabellenprognose ProA
    • ARCHIV
      • Meister 1976-2017
      • Abschlusstabellen
        • ProA
        • ProB Nord
        • ProB Süd
  • LIGA
    • GREMIEN
      • Struktur
      • AG 2. Bundesliga – Vorstand
      • Aufsichtsrat
      • Geschäftsstelle
    • NACHWUCHS
      • 15.000 Grundschulen
      • Ausbildungsfonds
      • Basketball-Wissenswelt
      • Nachwuchs-Check
      • Trainer
    • REGULARIEN
      • GmbH
      • AG 2. Bundesliga e.V.
      • Sonstiges
    • INTEGRITÄT
      • Spielmanipulation
      • Anti-Doping
    • SCHIEDSRICHTER
      • ProA-Schiedsrichter
      • ProB-Schiedsrichter
      • ProA-Kommissare
  • PARTNER
  • STARTING 5
  • HEALTH
    • Wissen und Fakten
    • Bewegung und Fitness
    • Mentale Gesundheit
    • Gesunde Ernährung
  • PRESSE
    • Download 25/26
      • Download 24/25
      • Download 23/24
      • Download 22/23
      • Download 21/22
      • Download 20/21
      • Download 19/20
      • Download 18/19
      • Download 17/18
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Spotlight #13: 6x Do or Die zum Start: Die Pokalvorschau

8. September 2026/in Liga-News, ProA 26/27, Spotlight

In gut zweieinhalb Wochen startet die neue Saison der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA, doch für sechs Teams geht es bereits in dieser Woche los! Denn die 1. Runde im Netto BBL Pokal steht an und liefert einmal mehr die Bühne für spannende Duelle und vielleicht ja auch die eine oder andere Überraschung. In jedem Fall dürften es echte Highlightspiele für die sechs teilnehmenden ProA-Ligisten werden, zumal diese wie gewohnt mit Heimrecht in die Pokalsaison starten. Von Traditionsduellen bis zu Lokalderbys ist alles dabei, in dieser Ausgabe von Spotlight gibt es den genauen Blick auf die anstehenden Partien.

Vom ProA-Spitzenspiel zum Pokalduell

HAKRO Merlins Crailsheim vs. Phoenix Hagen // Do. 10.09.2026 18:30 Uhr

Eröffnet wird die 1. Pokalrunde in der Arena Hohenlohe. Die HAKRO Merlins Crailsheim empfangen Phoenix Hagen zu einem Duell, das wir in den vergangenen Saisons schon in der ProA genießen durften. Und die Merlins dürften durchaus noch die eine oder andere Rechnung offen haben. In der vorletzten Saison trafen die beiden Teams in einer hochspannenden Viertelfinalserie aufeinander. Das bessere Ende gab es für die Hagener, die Spiel fünf in Crailsheim für sich entschieden. In der Hauptrunde der letzten Saison waren Crailsheim und Hagen dann die stärksten Teams der ProA und landeten sieggleich auf den ersten beiden Plätzen. Nur wenige Punkte im direkten Vergleich trennten die Crailsheimer vom Hauptrundensieg. Und wer weiß wie die Playoffs verlaufen wären, wenn die Merlins anstelle der Hagener von Platz eins in die Postseason gegangen wären… Es steckt also einiges an frischer Historie in dem Duell, klar ist aber auch, was zählt ist das Hier und Jetzt.

Und in diesem haben die Gastgeber einen großen Umbruch im Kader vollzogen. Neues Trainerteam, ein gutes Dutzend an Abgängen und jede Menge frische Spieler. Es ist ein kompletter Neustart in Hohenlohe, der durch die jüngste Trennung vom sportlichen Leiter Bogdan Radosavljevic noch deutlicher ausfällt. Point Guard Gianni Otto ist der Einzige, der schon im letztjährigen Pokalspiel (gegen Science City Jena) das Crailsheimer Trikot trug. Viel Verantwortung für den jungen neuen Coach Florian Flabb, dessen neues Team aber zumindest schon einiges an Pokal-Erfahrung mitbringt. Point Guard Simon Krajcovic hat bereits vier Pokalpartien mit seinem Ex-Team aus Gießen in der Vita und auch die weiteren Neuzugänge um Hendrik Drescher, Booker Coplin und Co. waren bereits im Netto BBL Pokal aktiv. Die Gäste haben etwas mehr Kontinuität im Kader und bringen eine Handvoll Aufstiegshelden mit. Der Kern um die ProA-bekannten Gesichter wie Marcus Graves, Bjarne Kraushaar oder Tim Uhlemann blieb bestehen und kennt dementsprechend auch die Atmosphäre in der Arena Hohenlohe. Und dass diese durchaus ein Ort für Pokalüberraschungen ist, zeigt der Blick in die vorletzte Saison. Damals schlugen die Merlins nicht nur die ROSTOCK SEAWOLVES in der 1. Runde, sondern hatten auch das Spitzenteam von Alba Berlin am Rande der Niederlage.

Neu-Merlin Krajcovic hat mit den GIESSEN 46ers schon einmal die Pokalsensation geschafft (Bild: Tristan Lindner).

Neuer Coach gegen alten Club

Eisbären Bremerhaven vs. Basketball Löwen Braunschweig // Do. 10.09.2026 20:00 Uhr

Wenn am Donnerstag um 20:00 Uhr der Sprungball durch die Bremer ÖVB Arena fliegt, dürfte es für einen Mann ein ganz besonderer Moment sein. Ferried Naciri übernahm in diesem Sommer den Posten als Headcoach der Eisbären Bremerhaven, nachdem er zuvor eine Saison als Assistant Coach bei den Basketball Löwen Braunschweig gearbeitet hatte. Im ersten Pflichtspiel nun direkt gegen das Ex-Team zu coachen, der Pokal machts möglich. Noch spezieller wird dieses Aufeinandertreffen dadurch, dass bei den Löwen auch weiterhin Ramón Díaz an der Seitenlinie steht, ebenjener Trainer, den Naciri zuletzt als Assistent unterstützte. Ob Naciri den Eisbären also die entscheidenden Insidertipps mitgeben kann, werden wir am Donnerstag erleben. Den passenden Rahmen bietet wie schon im letzten Jahr die ÖVB Arena in Bremen. Die große Halle, in die die Bremerhavener für besondere Partien ausweichen hat sich oft als gutes Pflaster erwiesen. In den letztjährigen Playoffs konnte man hier alle seine Spiele gewinnen, selbst gegen den späteren Meister aus Hagen.

Der Transfersommer verlief im hohen Norden etwas ungewöhnlich. Kapitän Adrian Breitlauch verlängerte zwar seinen Vertrag, spielt aber zunächst bis Anfang nächsten Jahres in Afrika. Der neu geholte Point Guard Dillon Hunter entschied sich doch noch für eine weitere Saison am College, sodass kurzfristig mit Corey McKeithan ein neuer Aufbauspieler verpflichtet werden musste. Stabilität gibt allerdings die deutsche Guard-Rotation, denn hier lockte man die wurfstarken und ProA-erfahrenen Garai Zeeb, Vincent Friederici und Tyreese Blunt an die Nordseeküste. Auch für Ersteren ist es übrigens ein Duell mit dem Ex-Team, von 2019-2021 stand der 29-jährige in Braunschweig unter Vertrag. Auch bei den Löwen lohnt der Blick auf die deutschen Guards. Denn in Gian Aydinoglu kehrte ein Spieler zu den Braunschweigern zurück, der in der letzten Saison mit Kirchheim die ProA-Vizemeisterschaft feierte. Das Hauptrundenspiel, in dem er die meisten Minuten auf dem Feld stand, hatte Aydinoglu übrigens auswärts gegen die Eisbären. Auch er konnte in diesem Sommer aber nicht verhindern, dass die Löwen bislang alle Vorbereitungsspiele verloren. Schaffen es die Eisbären diese Serie aufrecht zu erhalten und für die Pokalüberraschung zu sorgen?

Bekannte Gesichter: Aydinoglu, hier noch im Kirchheimer Trikot, und Carlos Carter werden im Pokal wieder aufeinandertreffen (Foto: Dennis Green).

Die Pokal-Dauerbrenner wollen wieder ins Achtelfinale

GIESSEN 46ers vs. NINERS Chemnitz // Sa. 12.09.2026 18:30 Uhr

Zum vierten Mal seit der Aufstockung des Pokals nehmen die ProA-Ligisten an der 1. Runde teil. Und ein Team war bis jetzt immer dabei: Die GIESSEN 46ers sind aus ProA-Sicht so etwas wie die Stammgäste im Netto BBL Pokal. Und durch die Kontinuität im Kader sind auch immer noch einige Akteure übrig, die alle diese Pokalpartien auf dem Parkett miterlebt haben. Neben den Coaches sind das vor allem Kapitän Robin Benzing sowie Luis König Figge. Ersterer verkündete im Sommer den Aufschub seines ursprünglich geplantem Karriereendes zugunsten einer weiteren Saison im 46ers-Trikot. Und für letzteren sind Partien gegen Chemnitz ohnehin etwas ganz besonderes, schließlich gehört König Figge zu den Aufstiegshelden, die 2020 den NINERS-Weg in die BBL ebneten. Genauso übrigens wie Chris Carter, der in diesem Sommer als der Königstransfer zu den Gießenern stieß. Bei den NINERS gab es in der Offseason einen kompletten Umbruch. Coach Pastore trainiert einen runderneuerten Kader, für den man auch in der ProA die Angel auswarf. Und so kommt es im Pokalspiel zum Wiedersehen mit Player of the Year Ben Burnham (zuletzt Artland Dragons) und Jannis von Seckendorff (zuletzt Eisbären Bremerhaven).

Alleine der Blick auf die einzelnen Spieler macht schon Lust auf die Partie, die aber noch mehr Historie zu bieten hat. Denn das anstehende Duell weckt durchaus einige Erinnerungen an die erste Gießener Pokalteilnahme als Zweitligist. Im September 2023, auch ein Samstag um 18:30 Uhr, empfingen die 46ers die damals noch erstklassigen HAKRO Merlins Crailsheim. Das Team von Frenkie Ignjatovic lieferte damals nicht nur einen guten Fight, es war sogar über weite Strecken überlegen und fuhr den überraschenden Erstrundensieg ein. Im Achtelfinale traf das Team um Robin Benzing dann auf wen? Richtig, die NINERS Chemnitz. Auswärts in Sachsen waren die 46ers chancenlos, nun gibt es drei Jahre später also endlich die Chance zur Revanche. „Da haben wir noch etwas gutzumachen“, meint auch Ignjatovic. Und diesmal gibts das Match mit dem feinen Unterschied, dass die Gießener vor heimischer Kulisse antreten. Und da die Reparaturarbeiten in der Sporthalle Gießen-Ost über den Sommer abgeschlossen werden konnten, sind für die Fans nun auch endlich wieder alle Plätze verfügbar. Perfekte Bedingungen eigentlich für eine rauschende Pokalnacht…

Sechs Jahre ist es her, dass Luis König Figge das Trikot der NINERS Chemnitz trug (Foto: NINERS Chemnitz).

TOP MARKEN. 1 LOCKERSIDE. [Anzeige]

Mit Lockerside bestellst du Teamwear, Schutzausrüstung und Zubehör führender Sportmarken bequem über eine einzige Plattform. Weniger Aufwand, weniger Bestellungen bei verschiedenen Lieferanten – und mehr Zeit für das, was wirklich zählt: deinen Verein und dein Team.

🏆 Mehrere Premium-Sportmarken an einem Ort
🏐 Produkte für verschiedene Sportarten und Athleten
💪 Über 25 Jahre Expertise im Bereich Sportperformance
💰 Vorsteuerabzug für Vereine mit USt-IdNr. möglich
📍 2 physische Showrooms

EXKLUSIVER NBBV-MITGLIEDERVORTEIL
Als Mitglied des NBBV profitierst du von 20 % Rabatt auf deine nächste Bestellung bei Lockerside.

🎟️ Dein Liga-Rabattcode: 2LIGA20
*Ausgenommen Basketballanlagen und Basketballsysteme.

Einfach den Rabattcode beim Checkout eingeben und den exklusiven Mitgliedervorteil sichern.

ENTDECKE DAS ANGEBOT HIER: https://lockerside.eu/

KONTAKTIERE UNS: lockerside@unitedspb.eu

Mit lettischem Coach zum Pokalcoup

BG Göttingen vs. SYNTAINICS MBC // Sa. 12.09.2026 20:00 Uhr

Zur Primetime am Samstagabend startet die BG Göttingen gegen den SYNTAINICS MBC in das Abenteuer Netto BBL Pokal. Im vergangenen Jahr hieß unsere Überschrift für das Göttinger Pokalduell noch „Runderneuerte Veilchen wollen Bonn ärgern.“ Runderneuert wäre diesmal zu viel gesagt und dennoch, auch in diesem Sommer gab es wieder einen Umbruch bei der BG. Im Letten Martins Gulbis kam ein neuer junger Coach, die Abgänge wurden mit vier spannenden Neuzugängen kompensiert. Doch die wichtigste Nachricht der Offseason war sicher die Vertragsverlängerung von Zach Jackson, der als einziger Importprofi den Göttingern erhalten blieb. Zusammen mit dem deutschen Kern um Daniel Kirchner und Robin Lodders gehört er zu den Spielern, die schon im letzten Pokalspiel auf dem Parkett standen. Die Saisonvorbereitung lief bei der BG stark an, mit Jena und Braunschweig konnte man gleich zwei BBL-Clubs besiegen. Zuletzt setzte es aber Niederlagen, auch weil sich Neuzugang Zac Watson verletzte und sich so die ohnehin kompakte Rotation auf den großen Positionen weiter verkürzte.

Auch der Gegner aus Weißenfels hatte mit Verletzungen zu kämpfen, Top Spieler Spencer Reaves wird dem Club noch einige Wochen fehlen. Dabei sein wird dagegen Collin Welp, der in Göttingen gegen seinen Ex-Club antreten wird. Doch es gibt noch eine weitere Verbindung. Denn Pokalfans dürfte der überraschende Pokalsieg des MBC in der vorletzten Saison noch in frischer Erinnerung sein. Damals schlug man sensationell die Bayern und sicherte sich im Finale den Titel. Gecoacht wurden die Weißenfelser in der Saison vom Letten Janis Gailitis, der mittlerweile neben seiner Tätigkeit in Strasbourg auch die lettische Nationalmannschaft verantwortet. Und eben dort ist Martins Gulbis sein Assistant Coach. Entsprechend konnte der neue Göttinger Trainer schonmal einige Eindrücke über den Pokalgegner einholen, die wichtigste Einschätzung kam zum Schluss: „Er hat mir gesagt, dass wir bereit für den MBC sind.“

Zach Jackson soll auch weiter ein Schlüsselspieler bei der BG sein (Foto: Swen Pförtner).

Schwarz-gelbes Derby im Ländle

Kreisbau Kirchheim Knights vs. MHP RIESEN Ludwigsburg // S0. 13.09.2026 15:00 Uhr

Was wäre die 1. Pokalrunde nur ohne Derbys? Im letzten Jahr gab es das Nordderby zwischen Bremerhaven und Oldenburg, in dieser Saison steht ein schwäbisches Derby an. Die Kreisbau Kirchheim Knights sind erstmals im Netto BBL Pokal vertreten, der Lohn für eine starke Saison die sogar noch mit der ProA-Vizemeisterschaft endete. Die Partie gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg wird eine echte Premiere, denn es ist das erste Mal in der Vereinsgeschichte der Knights, dass ein Pflichtspiel gegen einen Erstligisten ansteht! Alleine das dürfte dem Team von Igor Perovic als Motivation reichen. Doch hinzu kommt noch die Personalie Johannes Patrick. Der junge Guard spielte jahrelang in Ludwigsburg, arbeitete sich durch die Jugendmannschaften bis in den BBL-Kader. Im Sommer folgte dann der Schritt nach Kirchheim, um unter der Teck eine größere Rolle einzunehmen. Im ersten Pflichtspiel direkt gegen die alte Liebe, hier wäre eine Phrase wie „Geschichten, die nur der Sport schreibt“ mit Sicherheit angebracht.

Neben Patrick haben die Kirchheimer noch sechs weitere Akteure für die Kernrotation verpflichtet. Bis auf den zuletzt geholten CJ Hines haben alle bereits Erfahrung im deutschen Basketball, ein möglicher Vorteil so früh in der Saison? Auch der Blick aufs Parkett ist bei den Knights aktuell positiv. Klare Siege gegen die Tigers Tübingen und die OrangeAcademy, gewissermaßen hat man hier schonmal Derbys geprobt. Es sind also positive Vorzeichen, mit denen die Ritter in das Pokalspiel gehen können, auch wenn sie dies naturgemäß als Underdog tun. Die Spielstätte ist im Übrigen auch dem Anlass angemessen. Wie schon bei Highlightspielen in der ProA tauscht man für den Pokal die Sporthalle Stadtmitte gegen die größere EWS Arena in Göppingen.

Tauschte im Sommer das schwarz-gelbe Ludwigsburgtrikot gegen das gelb-schwarze Kirchheimjersey: Johannes Patrick (Foto: MHP RIESEN Ludwigsburg).

Erstrundenexperten in neuer Rolle

MLP Academics Heidelberg vs. EWE Baskets Oldenburg // So. 13.09.2026 18:00 Uhr

Nach fünf Saisons in der easyCredit BBL stand in diesem Sommer wieder der Gang in die ProA für die MLP Academics Heidelberg an. Doch Abstiege bieten immer auch die Chance für einen Neustart und so begannen die Academics sofort damit, einen starken Kader für die Mission Wiederaufstieg zusammenzustellen. Wie viel ProA-Erfahrung im neuen Heidelberger Team steckt haben wir bereits in der vergangenen Ausgabe von Spotlight analysiert. Verlassen hat den Verein allerdings Center Marcel Keßen. Doch auf das Wiedersehen muss man in Heidelberg nicht lange warten, schon am Sonntagabend ist es soweit. Denn das Los wollte es so, dass Keßen mit seinem neuen Club, den EWE Baskets Oldenburg, direkt zum Pflichtspielauftakt im SNP Dome gastiert. Für den sportlichen Leiter der Academics, Alex Vogel, ist das „ein sehr attraktives, aber auch schwieriges Los.“

Was für die Heidelberger spricht, ist die bisherige Erstrundenbilanz. 2022 ein knapper Sieg in Braunschweig, 2023 ein Auswärtserfolg in Bayreuth und 2024 zog man zuhause gegen die Veolia Towers Hamburg in das Achtelfinale ein, für das man im Folgejahr sogar gesetzt war. So gesehen haben die Academics also noch kein Erstrundenaus hinnehmen müssen, fairerweise hinkt der Vergleich etwas, trat man doch auch immer als BBL-Club mit einem BBL-Kader an. Nun ist der Verein also das erste Mal als ProA-Vertreter dabei. Das Weiterkommen gegen die neuaufgestellten Oldenburger wird eine harte Aufgabe, doch dafür kann Coach Carlo Finetti auf einen Neuzugang bauen, der für den Pokalwettbewerb den perfekten Namen hat: Frank Champion wechselte aus Finnland an den Neckar und ist als Leistungsträger eingeplant. Und die passenden Schlussworte für die Vorschau hat wieder Alex Vogel parat: „Wir sind klarer Außenseiter, im Pokal ist aber bekanntermaßen immer alles möglich.“

Identifikationsfigur Niklas Würzner, hier im Erstrundenduell 2023 gegen Bayreuth, geht in seine 15. Saison in Heidelberg (Foto: Ochsenfoto.de)

In den vergangenen drei Saisons konnten zweimal ProA-Teams die Überraschung schaffen. Welches Team kann daran anknüpfen und einen der BBL-Clubs aus dem Wettbewerb werfen? Potential für den einen oder anderen packenden Pokalfight ist in jedem Fall vorhanden. Das war sie, die Pokalausgabe von Spotlight. An dieser Stelle wird es in einigen Wochen dann um den Saisonstart in der ProA gehen. Wenn du das nicht verpassen möchtest, abonniere am besten hier unseren Newsletter, dort gibt es immer einen Reminder, wenn eine neue Ausgabe von Spotlight online ist.

https://www.2basketballbundesliga.de/wp-content/uploads/2026/09/Titelbild_Spotlight13_photocredit_Nico-Genslein_Tristan-Lindner.jpg 563 1000 Ole /wp-content/uploads/2013/04/proa.png Ole2026-09-08 08:55:072026-09-08 08:55:51Spotlight #13: 6x Do or Die zum Start: Die Pokalvorschau

Spotlight #12: Sommer-Roundup aus der ProA

1. September 2026/in Liga-News, ProA 26/27, Spotlight

Bald hat das lange Warten wieder ein Ende. In weniger als vier Wochen startet die BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA endlich in die neue Saison. Eine Saison, die in jedem Fall eine Besondere wird, schließlich ist es die 20. Spielzeit seit Gründung der ProA. Der Countdown für die Jubiläumssaison läuft also und entsprechend stecken auch alle Teams schon tief in ihrer Saisonvorbereitung. Höchste Zeit für einen Blick auf den bisherigen Sommer, in dem sich wieder einiges bei den 18 ProA-Clubs getan hat. Fast die Hälfte der Teams geht mit neuem Coach an der Seitenlinie in die Saison und gerade bei den möglichen Spitzenteams dürfen wir ein großes Wiedersehen mit ehemaligen Aufstiegshelden erwarten. Welchen Einfluss hatten die US-Colleges auf die Offseason und wohin hat es die Nürnberg Falcons auf ihrer speziellen Preseason-Reise verschlagen? All das lest ihr hier in der neuen Ausgabe von Spotlight.

Jede Menge Aufstiegserfahrung bei den Top Favoriten

Dass der Aufstieg in die easyCredit BBL schwer bis nicht planbar ist, haben die letzten Saisons oft genug gezeigt. Klar ist aber auch, dass es definitiv nicht schadet Spieler zu verpflichten, denen dieses Kunststück bereits gelungen ist. Denn die Erfahrung im Kader kann in entscheidenden Situationen den Ausschlag geben. Den auf dem Papier qualitativ stärksten und erfahrensten Kader hat sich der Absteiger MLP Academics Heidelberg zusammengestellt. Aus der BBL ging ein guter deutscher Kern um Paul Zipser, Niklas Würzner, Erol Ersek und Kevin McClain den Weg in die ProA mit. Bis auf Erstgenannten haben alle schon einen ProA-Aufstieg in ihrer Vita stehen. Für Erol Ersek waren es im Prinzip sogar zwei, weil die Tigers Tübingen 2023 trotz Finaleinzug auf den Gang in Liga Eins verzichteten. Doch damit nicht genug, die Heidelberger legten qualitativ weiter nach und sicherten sich früh in der Offseason die Dienste von Joschka Ferner (ProA-Meister 2023 mit RASTA Vechta) und Lorenz Brenneke (Aufstieg mit den SKYLINERS 2024). In frischer Erinnerung ist zudem Chuck Harris, der in der letzten Saison mit Kirchheim im ProA-Finale stand. Insgesamt hat der Kader der Academics also nun sieben sportliche BBL-Aufstiege im Kader, das ist eine Ansage.

Einen ähnlichen Ansatz wählten die GIESSEN 46ers, die sich direkt den Aufstiegsexperten schlechthin angelten. Chris Carter spielte vor der kommenden Saison bei vier verschiedenen Vereinen in Deutschland. Und egal ob mit bei RASTA Vechta, den NINERS Chemnitz, den ROSTOCK SEAWOLVES oder zuletzt Science City Jena, überall gelang dem Point Guard der Finaleinzug und damit der BBL-Aufstieg. Nun soll also in Gießen der fünfte Streich gelingen und da passt es perfekt, dass die 46ers in Zach Cooks direkt einen weiteren alten Bekannten verpflichteten. Cooks war 2024/25 nicht nur ein Teil der Jenaer Erfolgsmannschaft, ihm gelang sogar der entscheidende Wurf. Im vierten Spiel der Halbfinalserie zwischen Jena und, wie passend, Gießen stand es kurz vor Schluss 95:95. Ein letzter Angriff blieb Jena noch. Der Ball landete bei Cooks, der attackierte und den Ball zum Sieg im Gießener Korb unterbrachte. Damals ließ der schnelle Guard die Gießener Träume von der Rückkehr in die BBL zerplatzen, kann er diese Saison der entscheidende Faktor zum Erreichen dieses Ziels der 46ers sein?

Für die HAKRO Merlins Crailsheim verliefen die letzten Playoffs nicht nach Plan. Mit Hauptrundenplatz zwei im Gepäck hatte man sich sicher mehr als das Viertelfinalaus vorgenommen. Was in diesem Sommer folgte war ein Radikalumbau des Teams. Nur Gianni Otto und Till Isemann blieben in Hohenlohe, der Rest des Kaders inklusive Coach McCray verabschiedete sich. Bei den Neuverpflichtungen wird deutlich, dass keine Experimente eingegangen werden sollten. Nur Forward Peyton Gerald hat noch keine Erfahrung im deutschen Basketball vorzuweisen, ansonsten sind uns die neuen Merlins gut bekannt. Simon Krajcovic geht in seine fünfte ProA-Saison, ebenso wie Hendrik Drescher, der aus seiner Trierer Zeit schon einen Meistertitel im Gepäck hat. Mit Lucas Mayer kam einer der besten deutschen Guards der vergangenen Jahre und aus Vechta angelte man sich Luc van Slooten und Booker Coplin. Für letzteren kommt es zur Reunion mit seinem ehemaligen Coach. Denn der neue Mann an der Crailsheimer Seitenlinie ist Florian Flabb. 2022/23 arbeitete er bereits mit Coplin bei den ART Giants Düsseldorf zusammen, ehe er in den vergangenen beiden Saisons die OrangeAcademy coachte und in die ProA führte.

Harmonierten schon in Jena top: Chris Carter und Zach Cooks wollen jetzt in Gießen den Aufstieg angreifen (Foto: Christoph Worsch).

Der internationale Einfluss an der Seitenlinie I

Neben den Merlins gehen insgesamt gleich sieben weitere Vereine mit neuen Headcoaches in die kommende Saison. Mit Ausnahme des bereits beschriebenen Florian Flabb, kommt keiner der neuen Cheftrainer aus Deutschland. Ob aus Spanien, Frankreich den USA oder dem Baltikum, die Coaches bringen jede Menge Vielfalt und neue Einflüsse in die ProA. So setzt die OrangeAcademy nach dem Abgang von Aufstiegstrainer Flabb auf den Franzosen Mehdy Mary. Der 46-jährige bringt eine Menge Erfahrung mit, gerade in der Förderung junger Talente, was beim Farmteam von ratiopharm ulm perfekt passen dürfte. Drei Jahre trainierte er die U21 vom Euroleagueclub ASVEL Villeurbanne, ehe er den Nachwuchs in Limoges coachte, wo er auch später das Erstligateam übernahm. Reisen wir aus Frankreich weiter nach Belgien. Aus dem kleinen Ort Mol stammt Ferried Naciri, der neue Mann an der Seitenlinie der Eisbären Bremerhaven. Die Nordseestädter mussten ihre erfolgreiche letzte Saison mit dem Abgang von Coach Esterkamp bezahlen, der das Interesse von BBL-Club Jena geweckt hatte. In Naciri fanden die Eisbären einen passenden Nachfolger, der trotz seiner erst 37 Jahre schon auf mehr als ein Jahrzehnt an Coaching-Erfahrung zurückblicken kann. Der Belgier war zunächst in seiner Heimat tätig, ehe es ihn über Dänemark und die Niederlande in die BBL verschlug. Hier arbeitete er als Co-Trainer in Oldenburg und Braunschweig, ehe er nun wieder auf einen Chefposten rückt.

Auch Medikamente per Klick Bayreuth ist bei der Trainersuche auf einen Coach aus einem Nachbarland gestoßen. In der neuen Saison hat Vincent van Sliedregt das Taktikboard in der Wagnerstadt in der Hand. Der Niederländer war lange Zeit Headcoach bei LWD Basket in der belgisch-niederländischen BNXT League. Fun Fact #1: Sein Vorgänger beim Club aus Leeuwarden war 2021 Ferried Naciri. Fun Fact #2: Den wurfstarken Matt Frierson (2022-24 bei den Eisbären Bremerhaven) hat van Sliedregt direkt nach Bayreuth mitgebracht. Neben seiner Tätigkeit bei LWD Basket war der Niederländer zudem auch Chefcoach der niederländischen Damennationalmannschaft. Diese Doppeltätigkeit ist nun nicht mehr möglich, der volle Fokus gilt Bayreuth. Frankreich, Belgien, Niederlande… die BG Göttingen hat bei der Besetzung des Trainerpostens noch etwas weiter geblickt und ist in Lettland fündig geworden. Martins Gulbis tritt die Nachfolge von Fabian Strauß an, mit dem sich die BG nach den eher ernüchternden Playoffs auf eine Vertragsauflösung geeinigt hatte. Der Lette bringt einiges an Erfahrung aus dem Baltikum mit. Mit VEF Riga holte er die Meisterschaft und durfte sich auch persönlich über die Auszeichnung als Coach des Jahres freuen. Göttingen wird nun seine erste Station außerhalb der Heimat, parallel wird er aber als Co-Trainer weiter für die lettische Nationalmannschaft arbeiten.

Haben beide bereits das Damen-Nationalteam ihres Heimatlandes trainiert: Vincent van Sliedregt (l.) und Martins Gulbis (r.) (Fotos: Bas de Leeuw/Basketball.nl, FIBA).

Alles was euer Verein für die neue Saison braucht [Anzeige]

Die Vorbereitung deiner Teams auf eine neue Saison bedeutet mehr, als nur Trikots zu bestellen. Neue Spieler kommen dazu, Größen ändern sich und jede Mannschaft muss vor dem ersten Tip-off startklar sein.
Der Club Catalog 26/27 hilft dir dabei, alles zentral zu planen. Entdecke Spielkleidung, Warm-up-Apparel, Sublimationsprodukte und Basketball-Essentials – entwickelt für Vereine wie deinen.

ENTDECKE DAS GESAMTE SORTIMENT

Lade den Club Catalog hier herunter und entdecke alle Neuigkeiten, Produkte und Vereins-Essentials für die kommende Saison.

NOCH FRAGEN?

Fragen zu Größen, Individualisierung, Teamwear-Auswahl oder zur Vorbereitung deiner Teams auf die neue Saison? Unser Team hilft dir gerne weiter. Kontakt: lockerside@unitedspb.eu

 

Der internationale Einfluss an der Seitenlinie II

Vier internationale Trainer werden wir also in der nächsten Saison genau kennenlernen, die drei weiteren neuen Coaches haben bereits ProA-Erfahrung gesammelt. Der prominenteste Name ist sicher Felix Banobre. Der langjährige Headcoach der VfL SparkassenStars Bochum übernahm in diesem Sommer den Posten bei den Tigers Tübingen und soll der Architekt eines Neustarts werden. Nach der enttäuschenden vergangenen Saison müssen gleich zehn Neuzugänge in Tübingen zu einer Einheit geformt werden, die zusammen mit den verbliebenen Till Jönke und Melkisedek Moreaux für einen spielerischen Aufschwung sorgen sollen. Dass Banobre der richtige Mann für eine langfristige Entwicklung eines Standorts sein kann, hat der Spanier in Bochum unter Beweis gestellt. Fast sieben Jahre coachte er tief im Westen und führte die SparkassenStars in die ProA. Als sich die Wege mit Banobre im vergangenen Frühjahr trennten, setzten die VfL SparkassenStars Bochum zunächst bis Saisonende auf die interne Lösung Petar Topalski (bis dahin Assistant Coach). Wie geplant rückt dieser nun wieder in das zweite Glied, stattdessen übernimmt ein weiterer ehemaliger Co-Trainer das Ruder. Alvaro Sanchez tritt seine erste Headcoach-Stelle im Profibereich an. Damit hat Bochum also wieder einen spanischen Cheftrainer. Der in Barcelona aufgewachsene Sanchez arbeitete schon in Schweden, Ägypten und den Niederlanden, seit 2024 war er im Staff der SparkassenStars und war als neuer Chef die Wunschlösung der Bochumer. Doch nicht nur im Ruhrgebiet beförderte man einen Assistant zum Headcoach. Auch die Nürnberg Falcons vollzogen diese Rochade, in der Ralph Junge wieder seine Hauptaufgabe als Geschäftsführer übernahm und damit Platz für Tim Black machte. Der US-Amerikaner verbrachte schon als Spieler einige Jahre in Deutschland. Nach der aktiven Karriere ging Black zunächst zurück in die USA, ehe er 2024 zum Coachingteam der Falcons stieß. Gut zwei Saisons konnte er als Co-Trainer Erfahrung sammeln, sodass nun seine erste Saison in voller Verantwortung bevorsteht. Und diese beginnt für die Falcons gleich mit einer der ungewöhnlichsten Preseasons…

Felix Banobre (l.) übernimmt ein runderneuertes Tübinger Team, Tim Black (r.) rückt nach zwei Saison als Assistant Coach auf den Nürnberger Chefposten (Fotos: Hartmut Boesener, Nathalie Zweifel).

Einmal China und zurück: Die außergewöhnlichste Vorbereitung

15 Spiele in gut drei Wochen! Das klingt nach einem verblüffend straffen Vorbereitungsprogramm, schließlich entspricht das schon fast einer halben Saison. Doch die Nürnberg Falcons setzen noch einen drauf und bestreiten diese Spiele im Rahmen einer Turnierreise durch China! Am 5. August flogen die Falken los, die Rückkehr war am gestrigen Montag. Coach Black blickt durchaus positiv auf diese Reise, denn „Spieler bestreiten lieber Spiele, als sich nur durch Lauftraining in Form zu bringen.“ Bleibt natürlich die Frage, inwiefern bei diesem Pensum die Spielzüge und Automatismen entwickelt werden können, doch in Asien lief es für die Nürnberger. In Zhongning, beim ersten der Turniere, gewannen die Falcons direkt alle drei Spiele und krönten sich zum Turniersieger. Und das noch ohne Guard Nate Heise und natürlich ohne den frisch verpflichteten Xavier Bell, der erst in Deutschland zum Team stieß. Gegen Gegner aus China, Georgien und Australien holten die Franken auch in den folgenden Spielen einige Siege, bei denen sich vor allem Forward Ty Allred mehrfach als Top Scorer hervortat. Nach der Rückkehr stehen nun noch fünf weitere Testspiele an, sodass die gesamte Vorbereitung 20 Partien umfasst!

Kampf um den Ball in Zhongning (Foto: Nathalie Zweifel).

Der Ruf vom College

Bereits in den letzten Offseasons machte sich in der ProA der Einfluss des US-Sports bemerkbar. Ein Urteil des obersten Gerichtshof in den USA machte 2021 den Weg für deutlich höhere Gehälter und Vermarktungsmöglichkeiten von College-Athleten frei. Das hat den ohnehin schon vorhandenden Reiz in die USA zu wechseln nochmal verstärkt. Und so sind auch in diesem Sommer wieder einige Athleten aus der ProA in Richtung College gewechselt. Ob Linus Ruf (Wyoming Cowboy Basketball), Fynn Lastring (New Mexico Lobos), Janis Jünemann (Western Michigan University) oder Tom Stoiber (Davidson College) um einige Namen exemplarisch zu nennen. Das hat mittlerweile eine gewisse Normalität entwickelt, neu ist hingegen, dass auch das Verpflichten von Rookies sich erschwert hat. Grund ist abermals das System in den USA. In der NCAA waren bisher vier aktive Saisons das Maximum für die College-Karriere, mit den Regeländerungen dieses Sommers weitet sich diese auf fünf Saisons aus. Das führte bei den Eisbären Bremerhaven dazu, dass man Dillon Hunter bereits als neuen Floor General verkündet hatte, ehe die neuen Regeln ihm doch die lukrativere Rückkehr an die Clemson University ermöglichten. Doch die Eisbären reagierten schnell und stellten Corey McKeithan als neuen Point Guard vor. Auch den Nordkonkurrenten Artland Dragons ereilte dasselbe Schicksal. Kenny Noland entschied sich trotz Zusage in Quakenbrück für eine weitere Saison an der Columbia University. Doch vielleicht war das auch Glück im Unglück für die Drachen, denn als Ersatz verpflichtete man mit Jonathan Klussmann immerhin einen der letztjährigen Top Scorer der ProA.

Jonathan Klussmann spielte schon bei RASTA Vechta II unter Coach Gruhn (Foto: Sebastian Neddermann).

Das war er, der ProA-Sommer im Schnelldurchlauf. Einen Überblick über alle Transfers und Kader gibt’s übrigens immer aktuell in unserer Wechselbörse. Am 25. September startet dann die neue Saison mit dem Eröffnungsspiel in Gießen, doch sechs ProA-Teams sind wie gewohnt schon vorher im Einsatz. Denn der BBL Pokal steht an und eine ausführliche Vorschau auf die Erstrundenpartien wird es selbstverständlich an dieser Stelle geben. Wenn du das nicht verpassen möchtest, abonniere am besten hier unseren Newsletter, dort gibt es immer einen Reminder, wenn eine neue Ausgabe von Spotlight online ist.

https://www.2basketballbundesliga.de/wp-content/uploads/2026/08/Titelbild_Spotlight12_photocredit_Dennis-Green_Norbert-Schulz.jpg 563 1000 Ole /wp-content/uploads/2013/04/proa.png Ole2026-09-01 15:25:322026-09-02 10:22:32Spotlight #12: Sommer-Roundup aus der ProA

Spotlight #11: Der krönende Abschluss der Saison

3. Juni 2026/in Liga-News, ProA 25/26, Spotlight

329 Spiele sind in der Saison 2025/26 bereits absolviert worden, nur zwei stehen noch aus. Zwei Spiele, in denen es um nicht weniger als den Meistertitel geht! Nach teils dramatischen Playoff-Halbfinals sind Phoenix Hagen und die Bozic Estriche Knights Kirchheim die letzten beiden verbliebenen Teams. Im Gegensatz zu den bisherigen Runden wird das Finale nun in Hin- und Rückspiel entschieden, das Team, das also im addierten Score aus beiden Partien die Nase vorn hat, darf sich ProA-Meister 2025/26 nennen. Die erste Partie steht am Donnerstagabend um 19:00 Uhr in Kirchheim an, beendet wird die Saison dann am Sonntag ab 16:00 Uhr mit dem Duell in Hagen. Wie sahen vergangene Duelle aus und was macht das Matchup diesmal so spannend? All das gibts in dieser Ausgabe von Spotlight.

Umkämpfte Duelle – Der Blick in die Vergangenheit

Hagen und Kirchheim gehörten in den vergangenen Jahren zum Standardinventar der ProA. Seit dem Hagener BBL-Abstieg in der Saison 2016/17, trafen die Teams in jeder Spielzeit aufeinander. Das erste dieser Duelle ging damals (11.11.2017) an die Knights, übrigens mit dem heutigen Kirchheimer Co-Trainer Brian Wenzel auf der Position des Small Forwards. Über die Jahre kamen viele weitere Kräftemessen der beiden Vereine hinzu, doch speziell in den vergangenen Saisons hat sich die Brisanz nochmal erhöht. Der Grund dafür? Natürlich die Playoffs! In der vorletzten Saison lieferten sich Phoenix und die Knights eine heiße Viertelfinalserie, die über die vollen fünf Spiele ging. Kurioserweise behielt in den ersten vier Partien jeweils die Auswärtsmannschaft die Oberhand, erst im entscheidenden fünften Spiel gelang dann den Hagenern der Heimsieg. Kirchheim wiederum verlor durch die Niederlage das Teilnahmerecht am BBL Pokal, da parallel Karlsruhe seine Serie gegen Gießen gewann. Die Erinnerungen an dieses umkämpfte Viertelfinalduell dürften auch durchaus noch lebendig sein, denn auf beiden Seiten sind Akteure im Kader, die damals auf dem Parkett standen. Bei Phoenix sind das etwa Bjarne Kraushaar, Dennis Nawrocki (übrigens ein Ex-Kirchheimer), Marvin Omuvwie, Tim Uhlemann und Coach Harris. Bei den Kirchheimern ist Nil Failenschmid weiter dabei, ebenso wie sein Trainer Igor Perovic. Eine interessante Personalie ist dabei Demetrius Ward. Er schnürte vor zwei Jahren noch seine Schuhe für die Ritter, ist aber mittlerweile im Coachingstaff der Hagener und holte als Headcoach von Kooperationspartner SV Haspe 70 den Titel in der Regionalliga West.

Beim letzten Playoffduell der beiden Teams trug Demetrius Ward (l.) noch das Kirchheimer Trikot, mittlerweile ist er im Trainerstab von Phoenix-Coach Harris (Foto: Nina Sander).

Die aktuelle Form – Favorit gegen Team der Stunde

Doch nicht nur der Blick in die Vergangenheit macht Lust auf das Matchup. Auch in dieser Saison ist das Duell vielversprechend. Zwar ist Hagen, als in der Hauptrunde klar besseres Team, der Favorit. Doch die Knights sind eines von nur fünf Teams, das in dieser Saison gegen die Feuervögel gewinnen konnte. Mehr noch, das 81:60 am zwölften Spieltag war sogar der mit Abstand deutlichste Sieg, den eine Mannschaft gegen Hagen erringen konnte. „Was immer wir versucht haben, die Knights hatten immer eine Antwort darauf“, sagte Phoenix-Coach Harris nach dieser Partie. Im Rückspiel revanchierte sich Phoenix dann zwar mit einem deutlichen Sieg (+21), dennoch dürfte man gewarnt sein.

Dass die beiden Teams jetzt im Finale wieder aufeinandertreffen hätten vor der Postseason sicherlich die wenigsten getippt. Auf Hagener Seite war der Einzug in das Endspiel sicherlich festes Ziel, dennoch dauerte es bis zum letzten Samstag, ehe man in Spiel 5 gegen die Eisbären Bremerhaven das Finalticket klarmachen konnte. Davor lag eine aufreibende Serie gegen die Nordseestädter, die nicht nur einige Körner, sondern auch jede Menge Nerven gekostet haben dürfte. Schlussendlich konnten die Feuervögel die Serie aber vor allem über ihre Defense gewinnen, schließlich ließen sie im abschließenden Do-or-Die-Match nur 65 Zähler zu, die zweitniedrigste Bremerhavener Punkteausbeute der gesamten Saison! Generell kassieren die Westfalen in den Playoffs im Schnitt rund acht Punkte weniger, als in der Hauptrunde. Diese defensive Stabilität ist entscheidend, denn auf die bärenstarken Wurfquoten aus der regulären Saison konnte sich Hagen in der Postseason nicht mehr so stark verlassen. Die Dreierquote etwa sank von 38,4% auf 31,1%, im Zweierbereich sind es nun 44,5% statt 49,2%.

Die Knights konnten bereits am vergangenen Freitag den Einzug ins Finale feiern. Auswärts in Gießen setzte sich das Team von Igor Perovic durch und holte damit das 3:1 in der Halbfinalserie. Interessant dabei: Sowohl im Viertel- als auch im Halbfinale verloren die Teckstädter zunächst das erste Spiel und sicherten sich dann drei Siege in Serie. Das ist durchaus bemerkenswert, schließlich starteten die Ritter ihren Playoff-Run auf Platz sechs und schalteten in der Folge mit Göttingen und Gießen zwei Teams aus, die mit dem Aufstieg in die BBL liebäugelten. Bei so einer überraschend starken Performance liegt zweifelsohne der Vergleich mit den PS Karlsruhe LIONS 2023/24 nahe. Die Karlsruher waren damals sogar von Rang sieben gekommen und krönten sich am Ende zum ProA-Meister. Wiederholt sich also nun die Geschichte und es gibt einen Überraschungsmeister? Klar ist auf jeden Fall, dass die Knights in Tylan Pope den frisch gekürten besten Spieler der Halbfinals in ihren Reihen haben.

Tylan Pope (l.) gegen Marvin Omuvwie (r.): Die Verteidigung gegen den Star der Kirchheimer wird ein wichtiger Schlüssel sein (Bild: Jörg Laube).

Es steckt also noch einiges drin in den beiden anstehenden Finalspielen, der Ausgang ist schwer zu prognostizieren. Hagen oder Kirchheim, wer wird Nachfolger von Vorjahresmeister VET-CONCEPT Gladiators Trier? An dieser Stelle geht es in der Offseason dann mit einem Saisonrückblick sowie einer Übersicht über den Transfermarkt weiter. Wenn du das nicht verpassen möchtest, abonniere am besten hier unseren Newsletter, dort gibt es immer einen Reminder, wenn eine neue Ausgabe von Spotlight online ist.

https://www.2basketballbundesliga.de/wp-content/uploads/2026/06/Titelbild_Spotlight11_photocredit_Dennis-Green_Jonathan-Schmidt.jpg 563 1000 Ole /wp-content/uploads/2013/04/proa.png Ole2026-06-03 15:55:162026-06-04 11:37:22Spotlight #11: Der krönende Abschluss der Saison

Spotlight #10: Wer bucht die Tickets fürs Finale?

19. Mai 2026/in Liga-News, ProA 25/26, Spotlight

Halbfinalzeit in der ProA! Die Viertelfinalserien liegen hinter uns und mit Phoenix Hagen, den Eisbären Bremerhaven, den Bozic Estriche Knights Kirchheim sowie den GIESSEN 46ers sind nun noch vier Teams im Rennen um den Finaleinzug. Wie schon in der ersten Playoffrunde, sind auch die Halbfinals als Serien im Modus Best-of-five angesetzt, wobei jeweils das in der Hauptrunde höher platzierte Team Heimrecht in Spiel eins, drei und einem möglichen Spiel fünf hat. Heiße Partien sind vorprogrammiert, blicken wir auf die beiden Duelle…

Phoenix Hagen vs. Eisbären Bremerhaven: Hauptrundensieger gegen Angstgegner?

Auf der linken Seite des Playoffbaums treffen die beiden Teams aufeinander, die ihre Viertelfinalserie mit einem Sweep beendet haben. Sowohl Phoenix Hagen als auch die Eisbären Bremerhaven konnten also mit 3:0 ins Halbfinale einziehen und dürften dementsprechend ausgeruht in die Serie starten. Beim Duell Erster gegen Vierter ist die Favoritenrolle zwar schnell verteilt, allerdings sind die Eisbären das einzige Team, das in dieser Saison beide Spiele gegen Hagen gewinnen konnte!

-1 im Hinspiel und -15 im Rückspiel – das waren die Ergebnisse in den beiden Hauptrundenpartien gegen Bremerhaven aus Hagener Sicht. Damit sorgten die Eisbären alleine für ein Drittel der Niederlagen des Hauptrundensiegers, der ansonsten weitgehend souverän durch die Saison ging. Daran knüpfte Phoenix auch in den Playoffs an und ließ den PS Karlsruhe LIONS keine Chance. Mit 90:66, 108:73 und 79:70 machte man den Halbfinaleinzug klar. Das 90:66 in Spiel eins war übrigens, trotz aller Erwartbarkeit, etwas Besonderes, denn es war der allererste Playoff-Auftaktsieg in der Phoenix-Vereinsgeschichte! Trotz des klaren Siegs im Viertelfinale, fällt beim Blick in die Statistiken noch einiges an Verbesserungspotential auf. In der Hauptrunde war Hagen mit 38,4% bei der Dreierquote noch das beste Team der Liga, jetzt in den Playoffs fanden nur 29,7% der Würfe von Downtown ihr Ziel. Zudem leistete man sich mehr Turnover als in der regulären Saison. Dafür zeigten die Feuervögel aber am Brett Dominanz und griffen sich mehr als 50 Abpraller pro Partie, deutlicher Ligabestwert. Gerade die fast 16 Offensivrebounds sind ein Grund dafür, dass man trotz der unterdurchschnittlichen Quoten 92,3 Punkte pro Partie auflegen konnte.

Nur ein Team kommt in den Playoffs auf einen noch höheren Punkteschnitt und das sind, wie sollte es anders sein, die Eisbären Bremerhaven. Zugegeben, dieser Schnitt wird deutlich davon beeinflusst, dass die Nordseestädter beim 117:112 in Spiel drei in die Overtime mussten. Doch auch die Feldwurfquote (51,8% Topwert der Playoffteams) unterstreicht das offensive Potential der Eisbären. Das Team von Steven Esterkamp bekam es im Viertelfinale mit den Artland Dragons zu tun, so gesehen lautet das Duell also nun ein zweites Mal Feuer gegen Eis. In allen drei Partien gegen die Drachen war es bis zum Schluss spannend (der Overtimesieg war mit +5 schon das deutlichste Ergebnis), die Serie hätte auch gut und gerne über mehr als die drei Spiele gehen können. Doch letztendlich bewiesen die Eisbären immer kühlen Kopf und Crunchtime-Qualitäten. Wichtige Erfahrungen, die etwa Hagen in der Form noch nicht sammeln konnte und am Ende ausschlaggebend sein könnten?

Mit Übersicht auf der eins: Elijah Miller (l.) und Bjarne Kraushaar (r.) gehörten in der Hauptrunde zu den Top 3-Assistgebern der ProA (Foto: Jörg Laube).

Bozic Estriche Knights Kirchheim vs. GIESSEN 46ers: Überraschungsteams unter sich

Im zweiten Halbfinale treffen die beiden Teams aufeinander, die im Viertelfinale für Upsets sorgten. Sowohl Kirchheim als auch Gießen konnten sich gegen höher platzierte Teams durchsetzen und so kommt es nun sogar zum ungewöhnlichen Fall, dass die Knights als Sechstplatzierter mit Heimrecht in das Halbfinale gehen.

Auf dem Weg dorthin schalteten die Kirchheimer den BBL-Absteiger aus Göttingen aus, und das obwohl man zunächst das Auftaktspiel in Niedersachsen verlor. Doch was dann folgte war ein klarer Heimsieg (+14) in Spiel zwei, der die Richtung für den Rest der Viertelfinalserie vorgab. Auswärts klaute man Spiel drei und den Matchball vor heimischer Kulisse verwandelten die Ritter in der Crunchtime. Nun steht also das Matchup gegen die 46ers an, mit denen das Team von Igor Perovic noch eine Rechnung offen hat. Beide Hauptrundenspiele konnten die Gießener deutlich für sich entscheiden, das 89:111 im Rückspiel stellte für die Knights sogar die höchste Niederlage der Saison dar! Um nun also Revanche zu nehmen, kommt es vor allem auf das starke Import-Trio aus Tylan Pope, Chuck Harris und Phillip Russell an, die in der Postseason zusammen für knapp 50 Kirchheimer Punkte pro Partie verantwortlich sind. Doch in den Playoffs laufen immer wieder auch die Rollenspieler zur Höchstform auf und so war etwa Aeneas Jung im entscheidenden vierten Spiel der effektivste Ritter. Mit einem Wert von 19 legte er mehr als das Dreifache seines Hauptrundendurchschnitts auf.

Doch auch die Gießener konnten im Playoff-Viertelfinale gegen die favorisierten Merlins aus Crailsheim ungeahnte Leistungsexplosionen verzeichnen. 18 Punkte in Spiel zwei, 21 Punkte und sieben Rebounds in Spiel vier: Das sind die Stats von Daniel Norl, der sich seine beiden besten Performances im 46ers-Trikot offensichtlich für die Playoffs aufgehoben hatte. Doch nicht nur er packte im Vergleich zur Hauptrunde einiges drauf, auch Spieler wie Simon Krajcovic, Aiden Warnholtz, Viktor Kovacevic und Robin Benzing steigerten ihre Punkteausbeute in der Postseason. Das liegt vor allem daran, dass die Gießener plötzlich ihre Dreier treffen. In der regulären Saison traf das Team von Frenkie Ignjatovic nur 30,9% von jenseits der 6,75m, ligaweit Platz 16. Doch nun fallen knapp 39% der Dreier, Bestwert aller Halbfinalteilnehmer! Ein besonderes Duell wird es übrigens auch auf der Trainerbank. Die beiden Coaches Perovic und Ignjatovic kennen und schätzen sich so sehr, dass letzterer sogar zur Hochzeit der Tochter seines Kirchheimer Gegenüber eingeladen wurde. Diese ist für Anfang Juni geplant, parallel zu den Finalspielen der ProA. „Nur einer von uns beiden wird an diesen Feierlichkeiten teilnehmen können“, fasst Ignjatovic die Dramatik zusammen…

Maier gegen Mayer beim Auftaktspiel der beiden Teams (Foto: Nina Sander/Silas Kunz).

Die beiden Halbfinals starten am morgigen Mittwoch, spätestens am 31. Mai wissen wir dann welche beiden Teams den Einzug in das Finale und das damit verbundene sportliche Aufstiegsrecht für die easyCredit BBL erreichen. Den Ausblick auf das Final-Matchup gibt es dann in der nächsten Ausgabe von Spotlight. Wenn du das nicht verpassen möchtest, abonniere am besten hier unseren Newsletter, dort gibt es immer einen Reminder, wenn eine neue Ausgabe von Spotlight online ist.

https://www.2basketballbundesliga.de/wp-content/uploads/2026/05/Titelbild_Spotlight10_photocredit_Nina-Sander_Nico-Genslein.jpg 563 1000 Ole /wp-content/uploads/2013/04/proa.png Ole2026-05-19 17:19:002026-05-19 17:19:00Spotlight #10: Wer bucht die Tickets fürs Finale?

Spotlight #9: Die heißeste Zeit des Jahres steht an

6. Mai 2026/in Liga-News, ProA 25/26, Spotlight

Die Hauptrunde in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA ist Geschichte – das bedeutet, dass uns nun die spannendste Zeit der Saison direkt bevorsteht! Schon am heutigen Mittwochabend starten die Playoffs und das Rennen um die Finaltickets und den damit verbundenen sportlichen Aufstieg in die easyCredit BBL ist damit eröffnet. Vier Duelle erwarten uns in der ersten Runde, wie gewohnt trifft dabei der Erste auf den Achten, der Zweite auf den Siebten usw.. Die Serien laufen im Modus Best-of-Five, wer zuerst drei Siege hat zieht in das Halbfinale ein. Gespielt wird dabei im 1-1-1-1-1-Rhythmus, die Teams haben also abwechselnd Heimrecht, wobei das höher platzierte Team ein entscheidendes fünftes Spiel vor heimischer Kulisse austragen darf. Doch genug der Formalitäten, werfen wir in dieser Ausgabe von Spotlight einen Blick auf die Viertelfinalserien…

Phoenix Hagen vs. PS Karlsruhe LIONS: Klare Sache oder der Start der nächsten Cinderella-Story?

Wie üblich starten wir dabei mit der vermeintlich klarsten Ausgangssituation. Phoenix Hagen bekommt es als Hauptrundenmeister mit dem Achtplatzierten aus Karlsruhe zu tun. Der Blick in die Vergangenheit verdeutlicht die Kräfteverhältnisse: Nur einmal ging in den letzten zehn Jahren der Erstplatzierte nicht mit 3:0 durch das Viertelfinale (2022: Tigers Tübingen vs. Eisbären Bremerhaven 3:1), einen Sturz des Ligaprimus gab es in dem Zeitraum gar nicht.

Für Phoenix Hagen ist der Top Seed in den Playoffs die logische Konsequenz aus einer Saison, die von Anfang an auf den größtmöglichen Erfolg ausgelegt war. Seien es die Verpflichtungen im Sommer oder auch die Kaderupgrades während der Spielzeit, Hagen hat deutlich gemacht, dass das Ziel BBL-Aufstieg in diesem Jahr ernst genommen wird. Über quasi die ganze Saison thronte man an der Tabellenspitze. Als es am letzten Spieltag nochmal eng im Kampf um Platz eins wurde, legte man bei den Uni Baskets Münster mit 128 erzielten Zählern einen Vereinsrekord auf und schoss sich für die Playoffs warm. Einen Schlüsselspieler bei den Hagenern herauszuheben fällt schwer, zu ausgeglichen ist das Team auf allen Positionen besetzt. Seien es der aktuelle Player of the month Marcus Graves (14,3 Punkte, 5,4 Assists) auf der Point Guard Position oder Shooter wie Devin Schmidt (41,6% Dreier) und Jeffrey Carroll (39,6% Dreier). Jeder Spieler kann vorangehen und eine Schlüsselrolle einnehmen, kein Wunder, dass Hagen mit deutlichem Abstand das beste Offensivteam der ProA ist (96,4 Punkte pro Spiel).

Es wirkt also fast schon sinnlos, sich gegen die Hagener auf ein offensives Shootout einzulassen, doch genau das ist den Karlsruhern in dieser Saison erfolgreich gelungen! Im Heimspiel in der Europahalle feuerten die LIONS aus allen Lagen und brachten damit das Spiel in die Overtime, in der sie schließlich den Sieg sicherten. 116:109 war das Endergebnis im Spiel vor gut einem Monat, ganze 54 (!) Versuche aus dem Dreierbereich nahm sich das Team von Demond Greene, gleich 17 Mal sicherte man sich zweite Chancen per Offensivrebound. Das Spiel hat aufgezeigt, dass die Karlsruher an einem starken Tag durchaus Siegchancen haben, gerade wenn man vor heimischer Kulisse aufläuft. Mit nur vier Niederlagen in der Europahalle gehören die Karlsruher zu den heimstärksten Teams der ProA. Und manch einer erinnert sich sicher noch gut an die Playoffs der vorletzten Saison. Damals starteten die Karlsruher als Siebter und spielten sich in einen Rausch, der im überraschenden Meistertitel endete! Damals stand im LIONS-Kader übrigens Dominick von Waaden, der mittlerweile im Hagener Trikot spielt und seinen zweiten Titel anpeilt…

Marcus Graves auf dem Weg zum Korb (Bild: Jörg Laube).

HAKRO Merlins Crailsheim vs. GIESSEN 46ers: Formstarke Zauberer treffen auf playofferfahrene 46ers

Hätte man vor der Saison eine Umfrage gestartet, hätten sicherlich nicht wenige das Match-Up Crailsheim vs. Gießen als mögliche Finalpaarung getippt. Doch dieses Duell steht nun schon im Viertelfinale an!

Die HAKRO Merlins sind aktuell das formstärkste Team der Liga. Einer guten Hinrunde folgte eine überragende Rückserie, in der man nur ein einziges Spiel verlor! Sogar das Auswärtsspiel beim Hauptrundenmeister Hagen konnte man gewinnen, nur der direkte Vergleich trennte beide Teams letztendlich, sodass die Merlins als Zweiter in die Postseason gehen. Bauen können die Crailsheimer vor allem auf ihre starke Defensive. Durchschnittlich lässt das Team nur 78,9 Punkte pro Partie zu, mit 9,1 Steals stibitzen die Merlins zudem die meisten Bälle pro Spiel. Doch diese Statistiken sollten gar nicht davon ablenken, dass Coach McCray auch auf der offensiven Seite eins der stärksten ProA-Teams geformt hat. Mit Jungs wie Allrounder Anthony Gaines (13,9 Punkte, 6,3 Rebounds), Scorer Vinnie Shahid (13,4 Punkte, 37,8% Dreier) und Center Marvin Ogunsipe (12,5 Punkte, 7,8 Rebounds) hat das Team aus Hohenlohe jede Menge Qualität im Kader. Dazu kommt, dass die Merlins noch eine Rechnung mit den Playoffs offen haben: Im letzten Jahr schied man im Viertelfinale in einer hochdramatischen Serie knapp aus. Ein bitteres Saisonende, das den Hunger auf Erfolg in dieser Spielzeit nur noch größer gemacht haben dürfte…

Doch bevor man sich in Hohenlohe mit einem möglichen BBL-Aufstieg befassen kann, stehen erstmal die GIESSEN 46ers vor der Tür. Auch die Gießener waren die Saison ambitioniert angegangen, fanden zunächst aber nur sehr schleppend ihren Rhythmus. Trotz des eigentlich eingespielten Kaders konnte man sich nicht in den Kampf um die oberen Plätze einschalten, sodass das Team von Coach Ignjatovic nun nur als Siebter in die Postseason startet. Und doch dürfen sich die 46ers durchaus Hoffnungen auf den Halbfinaleinzug machen, denn im letzten Duell mit den Crailsheimern war es sehr eng. Über weite Strecken zeigten die 46ers damals eine Top Leistung, erst gegen Ende verspielte man den Sieg mit unnötigen Ballverlusten doch noch und verlor 96:97. Partien wie diese zeigen, wie stark die Gießener sein können, zumal im Kader auch einiges an Playoff-Erfahrung steckt. Das Grundgerüst der Lahnstädter um Akteure wie Robin Benzing, Kyle Castlin oder Luis König Figge erreichte schon in der letzten Saison das Halbfinale, übrigens auch da mit einem Upset als schlechter platziertes Team. Für Letztgenannten stehen nun sogar bereits die vierten Playoffs im Gießen-Trikot an.

Top Scorer unter sich: Anthony Gaines (l.) und Kyle Castlin (r.) (Foto: dieLICHTBUILDER).

BG Göttingen vs. Bozic Estriche Knights Kirchheim: Die statistisch spannendste Serie

Das Match-Up Dritter gegen Sechster hat sich in den letzten Saisons zum statistisch spannendsten entwickelt! Denn gleich dreimal in den letzten vier Jahren gingen diese Serien über die volle Distanz von fünf Spielen. Einmal waren daran übrigens die Knights aus Kirchheim auch selbst beteiligt, in der vorletzten Saison verlor man im entscheidenden Spiel 5 gegen Phoenix Hagen. Für Göttingen wiederum steht nun die erste Playoffserie seit 2023 an, damals schaffte man es in der BBL überraschend in die Postseason.

Die BG war als Absteiger aus der BBL als einer der Favoriten in die ProA-Saison gegangen und zeigte gerade zu Beginn der Saison starke Leistungen. So gelangen etwa klare Siege gegen die Playoffteams aus Crailsheim und Quakenbrück und auch gegen den kommenden Gegner aus Kirchheim setzte man sich beim 97:78-Hinspiel souverän durch. Einige vermeidbare Niederlagen sorgten dafür, dass die BG nicht mehr entscheidend in den Kampf um die ersten beiden Plätze eingreifen konnte, dennoch ist der dritte Platz eine gute Ausgangsposition für die Veilchen. Das Team von Fabian Strauß zeichnet sich dabei vor allem über die Defensive aus, nach den HAKRO Merlins ist man das zweitbeste Team was etwa das Defensiv-Rating angeht. Offensiv liegt die Last auf Point Guard Jordan Sears (15,8 Punkte) und Zach Jackson (13,0 Punkte), insgesamt hat die BG aber mehr als eine Handvoll Spieler im Kader, die das Potential haben das Scoring zu übernehmen. Zudem lichtete sich zuletzt auch das Lazarett der Göttinger, da etwa Center Adam Ramstedt aus seiner Verletzungspause zurückkehrte und wieder für mehr Tiefe auf den großen Positionen sorgen kann.

Dass das Spiel unter den Körben wichtig sein wird, zeigt der Blick auf das zweite Aufeinandertreffen zwischen Göttingen und Kirchheim. Denn dieses gewannen die Knights am Ende hauchzart. Schlüssel für die Teckstädter war dabei vor allem die Überlegenheit am Brett, gleich zwölf Abpraller mehr als bei der BG standen im Boxscore. Gerade die 19 Offensivrebounds dürften Coach Perovic gut gefallen haben, waren sie doch der Hauptgrund dafür, dass die Ritter gleich elf Abschlüsse mehr als die Göttinger nehmen konnten. Blickt man auf die gesamte Saison, zeigt sich, dass die Kirchheimer zusammen mit Hauptrundenmeister Phoenix Hagen das reboundstärkste Team der Liga sind! Generell dürfte man bei den Knights sehr zufrieden mit der laufenden Spielzeit sein. Gerade nachdem man im letzten Jahr die Playoffs auf bitterste Art und Weise (verlorener Vierervergleich) verpasste, ist die nun souveräne Qualifikation für die Postseason ein klarer Schritt nach vorne. Allerdings schwächelte man zuletzt etwas, verlor unter anderem zuhause gegen Paderborn und verspielte auch im letzten Spiel gegen Köln beinahe den Sieg trotz 16 Punkten Führung. Doch auch die BG geht mit zwei Niederlagen aus den letzten drei Partien etwas stockend in die Serie, wer findet am schnellsten zur Playoff-Form?

Tylan Pope (l.) und Hendrik Drescher (r.) bringen Scoring von der Power Forward-Position (Bild: Swen Pförtner).

Eisbären Bremerhaven vs. Artland Dragons: Nordkracher auf Augenhöhe

Übrig bleibt nun noch das tabellarische Nachbarschaftsduell des Vierten gegen den Fünften. Dass es sich dabei mit Bremerhaven gegen Artland um ein Nordderby handelt, verleiht der Serie noch mehr Brisanz.

Gerade für die Eisbären dürfte das Match-Up eine willkommene Abwechslung sein, waren in den letzten Jahren doch eher weite Playoffreisen nach Gießen oder sogar Tübingen die Regel. Doch bevor man auswärts ranmuss, steht zunächst der Viertelfinalauftakt vor heimischer Kulisse an. Wie bereits mehrfach in dieser Saison zieht man dafür in die Bremer ÖVB Arena um, in der man in dieser Spielzeit die höchsten Zuschauerzahlen aller ProA-Teams erreichte. Sportlich spielten die Eisbären eine tolle Hauptrunde, die wie schon im letzten Jahr mit dem vierten Tabellenplatz belohnt wurde. Unter anderem konnte man als einziges Team beide Spiele gegen Hagen gewinnen und auch gegen den nun kommenden Playoffgegner gestalteten die Eisbären beide Partien erfolgreich (jeweils mit +4 gewonnen). Dreh- und Angelpunkt ist weiterhin Point Guard Elijah Miller (15,3 Punkte, 6,1 Assists), der nochmal eine Steigerung im Vergleich zur letzten Saison hingelegt hat. Mit zuletzt zwei Siegen in Folge hat sich das Team von Steven Esterkamp zudem schon in Form gespielt. Und vor allem in den Heimspielen sind die Bremerhavener eine Macht. Gerade einmal zwei Partien in heimischer Halle gingen verloren, das ist zusammen mit Phoenix Hagen Ligabestwert.

Doch auch der Gegner aus Quakenbrück ist nicht zu unterschätzen. Die Dragons schrieben sicherlich die Geschichte der Saison, als letztjähriger sportlicher Absteiger schaffte man den ungefährdeten Sprung in die Postseason! Geht man im Kader auf Suche nach Gründen für dieses Abschneiden, sticht einem sofort ein starkes Offensiv-Duo ins Auge. Überragender Mann ist Ben Burnham, der durchschnittlich ein Double Double auflegt (19,3 Punkte, 10,0 Rebounds) und zigfach zum Player of the week in der ProA ausgezeichnet wurde. Den anderen Teil der offensiven Hauptlast trägt Amir Hinton, der nicht nur 20,2 Punkte pro Partie einbringt, sondern auch die im jungen Dragons-Team so wichtige Playofferfahrung aufweist. Denn schon mit Jena und zuletzt Trier spielte Hinton in der ProA-Postseason. Eine solche Erfahrung weist sonst nur Timo Lanmüller aus seiner Tübinger Zeit auf (er spielte übrigens sowohl 2022 als auch 2023 Viertelfinalserien gegen Bremerhaven), während für den Rest des Kaders inkl. Coach Gruhn die Playoffs quasi Neuland sind. In den letzten Hauptrundenpartien tat man sich gegen Absteiger bzw. Abstiegskandidaten überraschend schwer und verlor zwei der drei Partien. Allerdings schonte Gruhn beim letzten Spiel seine beiden Top Stars, sodass Burnham und Hinton ausgeruht in den Playoffauftakt gehen können.

Miller attackiert: Knappe und umkämpfte Spiele sind vorprogrammiert im Nordduell (Foto: Stefan Pieper).

Vier tolle Viertelfinalserien erwarten uns also über die nächsten gut zwei Wochen. Wer setzt sich durch, schaffen Teams ohne Heimrecht die Überraschung? Hier geht es dann vor den Halbfinals mit dem Blick auf die neuen Match-Ups weiter. Wenn du das nicht verpassen möchtest, abonniere am besten hier unseren Newsletter, dort gibt es immer einen Reminder, wenn eine neue Ausgabe von Spotlight online ist.

https://www.2basketballbundesliga.de/wp-content/uploads/2026/05/Titelbild_Spotlight9_photocredit_dieLICHTBUILDER_Gero_Mueller-Laschet.jpg 563 1000 Ole /wp-content/uploads/2013/04/proa.png Ole2026-05-06 15:00:072026-05-06 16:14:09Spotlight #9: Die heißeste Zeit des Jahres steht an

Spotlight #8: Letzte Entscheidungen in der Hauptrunde

29. April 2026/in Liga-News, ProA 25/26, Spotlight

Der 34. und letzte Spieltag der Hauptrunde der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA steht an. Am Samstagabend sind ab 19:30 Uhr alle 18 Teams gleichzeitig im Einsatz und wie schon in den letzten Jahren bieten wir euch wieder eine Konferenz für den perfekten Überblick an. Moderiert wird die Sendung in der gewohnten Besetzung von Erstklassig Zweitklassig, unter diesem Link könnt ihr den Stream kostenlos abrufen. Bleibt nur noch die Frage bestehen, auf welche Teams man am Samstag ein genaueres Auge werfen sollte…

Im Abstiegskampf ist die Entscheidung bereits gefallen. Die Bayer Giants Leverkusen und die Uni Baskets Münster haben keine Chance mehr auf das rettende Ufer und stehen als sportliche Absteiger fest. Auch ein Großteil der Playoffplätze ist bereits vergeben, doch zwei Fragen sind für diese kurze Ausgabe von Spotlight noch offen: Wer wird Hauptrundenmeister und wer sichert sich den achten und damit letzten verbliebenen Playoffplatz?

Der Kampf um Platz Eins: Nach dem direkten Duell kommt das Fernduell

Die ersten sieben Playoffteams stehen bereits fest und die Plätze 3-7 sind sogar in ihrer Reihenfolge schon sicher. Doch an der Spitze streiten sich noch zwei Mannschaften um die Hauptrundenmeisterschaft. Phoenix Hagen grüßte quasi die ganze Saison über von der Tabellenspitze, die HAKRO Merlins Crailsheim lauern punktgleich direkt dahinter. Erst am letzten Wochenende kam es in der Hagener Ischelandhalle zum direkten Duell der beiden Top Teams. Hagen hätte hier mit einem Sieg bereits den Matchball zum ersten Platz verwandeln können, doch die Merlins setzten sich in einer packenden Crunchtime knapp mit 90:93 auswärts durch. Dadurch haben nun beide Teams 27 Siege auf dem Konto. Da Phoenix aber das Hinspiel mit +9 für sich entschied, haben die Feuervögel weiter die Tabellenführung inne. Für das kommende Fernduell am letzten Spieltag bedeutet das die folgende Ausgangsposition: Hagen hat das Erreichen von Platz Eins in der eigenen Hand und würde diesen mit einem Sieg beim schon abgestiegenen Münster perfekt machen. Verliert man allerdings, bleibt man auch bei einer Niederlage der Merlins vorne, die vor heimischer Kulisse den Dritten aus Göttingen empfangen. Nur wenn Hagen verliert und Crailsheim gewinnt, tauschen die beiden Teams ihre Tabellenplätze und die Merlins dürften die Hauptrundenmeisterschaft feiern. Bereits feststeht, dass der Zweitplatzierte im Viertelfinale der Playoffs gegen die GIESSEN 46ers ranmüsste…

Feuervögel oder Zauberer, wer sichert sich den ersten Platz? (Fotos: Nina Sander, Dennis Duddek)

Drei Kandidaten – Ein letztes Playoffticket

Den ersten Platz machen also Hagen und Crailsheim unter sich aus, doch gegen wen müsste der Hauptrundenmeister dann im Playoff-Viertelfinale antreten? Aus dem lange sehr breiten Feld an möglichen Contendern für die Postseason sind nun noch drei Mannschaften übrig geblieben. Aktuell liegen die PS Karlsruhe LIONS mit 16 Siegen auf dem achten Platz, dahinter rangieren die Nürnberg Falcons und die VfL SparkassenStars Bochum mit jeweils 15 Erfolgen auf den Plätzen neun und zehn. Damit haben die Karlsruher also die beste Ausgangslage, denn ein eigener Sieg im Heimspiel gegen den Tabellen-16. aus Paderborn würde die Teilnahme an den Playoffs perfekt machen. Verlieren die LIONS allerdings, können gleich mehrere verschiedene Szenarien eintreten. Die Falcons aus Nürnberg sind ebenfalls zuhause im Einsatz und treffen auf die SBB Baskets. Ein Sieg der Nürnberger bei gleichzeitiger Niederlage der Karlsruher, würde die Falcons auf Platz acht bringen, unabhängig vom Ausgang des Bochumer Spiels. Das liegt daran, dass die Franken sowohl den direkten Vergleich mit den LIONS als auch einen möglichen Dreiervergleich mit Bochum gewinnen würden. Verlieren allerdings sowohl Karlsruhe als auch Nürnberg, könnte Bochum als lachender Dritter mit einem Auswärtssieg in Bayreuth vorbeiziehen.

Runtergebrochen heißt das also Folgendes für die drei Teams:

Die PS Karlsruhe LIONS werden Achter, wenn sie gegen Paderborn gewinnen oder bei einer eigenen Niederlage Nürnberg und Bochum ihre Spiele parallel auch verlieren.

Die Nürnberg Falcons werden Achter, wenn sie selbst gewinnen und Karlsruhe parallel verliert.

Die VfL SparkassenStars Bochum werden Achter, wenn sie selbst gewinnen und Karlsruhe und Nürnberg parallel verlieren.

Aus Drei mach Eins: Karlsruhe, Nürnberg und Bochum streiten sich um den letzten Platz in den Playoffs (Fotos: Aurelia Constantin, Gero Müller-Laschet, Silas Kunz).

Das sind also die letzten noch ausstehenden Entscheidungen, die am Samstagabend geklärt werden müssen. An dieser Stelle geht es schon in der nächsten Woche mit der Vorschau auf die Playoffs weiter. Wenn du das nicht verpassen möchtest, abonniere am besten hier unseren Newsletter, dort gibt es immer einen Reminder, wenn eine neue Ausgabe von Spotlight online ist.

https://www.2basketballbundesliga.de/wp-content/uploads/2026/04/Titelbild_Spotlight8_photocredit_Dennis-Duddek_Swen-Pfoertner.jpg 563 1000 Ole /wp-content/uploads/2013/04/proa.png Ole2026-04-29 14:32:452026-04-29 14:34:28Spotlight #8: Letzte Entscheidungen in der Hauptrunde

Spotlight #7: Wochen der Wahrheit im Abstiegskampf

2. April 2026/in Liga-News, ProA 25/26, Spotlight

Mit dem Start in den April biegt die Hauptrunde der Saison 2025/26 in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA auf ihre Zielgerade ein. Fünf Spieltage stehen uns an den kommenden Wochenenden noch bevor und gerade im Abstiegskampf ist die Lage einmal mehr komplett offen. Auf den letzten fünf Plätzen kann sich jeder Verein berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen, gerade weil noch jede Menge direkte Duelle anstehen. Grund genug also, sich in dieser Ausgabe von Spotlight den Teams im Tabellenkeller nochmal genauer zu widmen und Formkurven, Restprogramme und die Chancen zu analysieren. 

Platz 14: Tigers Tübingen // 10 Siege

Auf dem 14. Tabellenplatz liegen aktuell die Tigers Tübingen. Bereits Mitte Februar reagierte man auf die sportlich enttäuschende Saison mit der Trennung von Coach Henrik Sonko, der die erneute Berufung von Sportdirektor Eric Detlev als Interimslösung folgte. Nachdem man sich danach zwischenzeitlich von den Abstiegsplätzen distanziert hatte, rutschten die Raubkatzen durch ihre letzten beiden Niederlagen wieder mittenrein in den Kampf um den Klassenerhalt. Gerade die Heimniederlage im Derby gegen Kirchheim war besonders bitter, schließlich lieferten die Tübinger über weite Strecken eine gute Leistung und gaben den Sieg erst in den Schlusssekunden aus der Hand. Nun gehört man zu den formschwächeren Teams im Tabellenkeller und hat am Samstag eine absolute Pflichtaufgabe vor der Brust. Auswärts beim Tabellenletzten aus Münster muss ein Sieg her, wenn man die Abstiegsplätze weiter auf Distanz halten will. Das Hinspiel in der Paul Horn-Arena ging übrigens an die Westfalen. Auch auswärts in Paderborn dürfte am vorletzten Spieltag noch eine wichtige Partie werden, um sich bereits vor dem letzten Spieltag den Klassenerhalt zu sichern. Denn dann geht es gegen die starken Eisbären Bremerhaven, da gibt es leichtere Aufgaben…

Oben bleiben, das ist der Plan von Felix Edwardsson und den Tigers (Foto: Dennis Duddek).

Platz 15: Paderborn Baskets // 10 Siege

Punktgleich mit den Tigers liegen die Baskets aus Paderborn auf dem 15. Rang. Aus den letzten fünf Partien konnten die Westfalen nur eine gewinnen. Schmerzhaft war vor allem die deutliche Niederlage (74:95) gegen Leverkusen, mit der man auch den direkten Vergleich an die Bayer Giants abgab. Apropos Direktvergleich: Bislang steht man nur im Vergleich mit Schlusslicht Münster positiv da, gegen die beiden Konkurrenten aus Tübingen (-19) und Wolmirstedt (-13) stehen die Rückspiele noch an, die Duelle in der Hinrunde verlor man aber klar. Entsprechend ist es für die Baskets also extrem wichtig, aus den letzten Partien Zählbares mitzunehmen. Neben den angesprochenen Spielen stehen auch noch Duelle mit den Playoffteams aus Crailsheim und Kirchheim an, sowie am finalen Spieltag mit den LIONS aus Karlsruhe, die dann auch noch um die Postseason kämpfen könnten. Berechnet man die durchschnittliche Tabellenplatzierung der noch ausstehenden Gegner (9,2), kommt man zum Ergebnis, dass das Restprogramm der Paderborner zu den schwersten der Kellerteams gehört. Hoffnung gibt allerdings, dass das Team in engen Partien durchaus Nervenstärke gezeigt hat. In Koblenz holte man zuletzt in der Crunchtime einen knappen Sieg.

Schwere Aufgaben warten auf Top Scorer Jonathan Klussmann (#71) und seine Paderborner (Foto: Ochsenfoto.de).

Platz 16: SBB Baskets // 9 Siege

Wochen der Wahrheit, auf kein Team in der ProA passt dieser Leitsatz so gut, wie auf die SBB Baskets. Denn aktuell hat im Tabellenkeller wohl keine Mannschaft so viel Momentum, wie der Aufsteiger aus Sachsen-Anhalt. Im März trennte man sich nach einer Niederlagenserie vom langjährigen Coach Eiko Potthast (der inzwischen Co-Trainer bei Paris Basketball in der Euroleague ist!) und setzte auf Achmadschah „Cha Cha“ Zazai als neuen Impuls an der Seitenlinie. Seither holten die Baskets drei Siege aus vier Spielen und selbst gegen den Tabellenzweiten aus Crailsheim verlor man nur knapp. Von Vorteil ist dabei auch, dass der Kader nach der Rückkehr von Travis Henson aus seiner Verletzung nochmal an Breite und Qualität gewonnen hat, Henson stand zu Beginn der Spielzeit immerhin in unserem Kader des Saisonstarts. Damit gehen die Baskets mit ordentlich Rückenwind in den Endspurt, in dem nun die (Achtung Sportphrase!) „richtungsweisenden“ Partien anstehen. Doch hier ist diese Beschreibung perfekt passend, denn die nächsten drei Spiele bestreitet man gegen die unmittelbare Konkurrenz aus Paderborn, Leverkusen und Münster. Zwei der Partien finden in der heimischen Magdeburger Halle statt, als heimstärkstes Team des Tabellenkellers durchaus ein Vorteil. Gegen Paderborn und Leverkusen würde man bei einem Sieg zudem automatisch den direkten Vergleich mitnehmen. Insgesamt ist die Ausgangslage für die SBB Baskets also, obwohl man nur knapp über dem Strich steht, durchaus erfolgsversprechend. Natürlich bieten die vielen „Vier Punkte-Spiele“, aber auch immer das Risiko, dass bei einer eigenen Niederlage direkt ein Konkurrent gewinnt…

Im Aufwind? Die SBB Baskets blicken selbstbewusst auf den Saisonendspurt (Foto: Hartmut Boesener).

Platz 17: Bayer Giants Leverkusen // 9 Siege

Erst am vergangenen Spieltag sind die Bayer Giants Leverkusen durch die klare Niederlage in Crailsheim auf den 17. Platz abgerutscht. Immerhin ist man aber weiterhin sieggleich mit den SBB Baskets und hat dank der gewonnenen Direktvergleiche mit Tübingen und Paderborn weiter alle Chancen. Auch für die Rheinländer gilt, dass bereits die nächsten drei Partien dem Team im Abstiegskampf eine Richtung vorgeben könnten. Denn mit dem Derby gegen Köln, dem Auswärtsspiel bei den zuletzt schwächelnden Koblenzern und dem direkten Duell mit den SBB Baskets stehen nun die Spiele an, in denen Punkte hermüssen. Zum Abschluss geht es gegen zwei Top 6-Teams, hier sind Siege nicht unbedingt einzukalkulieren. Vor allem auf die defensive Präsenz wird es ankommen, da die Giants mit durchschnittlich 79,4 Punkten die zweitungefährlichste Offensive stellen. Mit Ausnahme der Partien gegen Göttingen gewann das Team von Mike Koch immer dann, wenn es gelang, den Gegner unterhalb der 75 Punkte zu halten.

Für die Bayer Giants sind vermutlich schon die nächsten Partien vorentscheidend (Foto: Nathalie Zweifel).

Platz 18: Uni Baskets Münster // 8 Siege

Die rote Laterne haben weiterhin die Uni Baskets Münster in der Hand. Und noch vor zwei Wochen hätte man wahrscheinlich schon einen Abgesang auf die Münsteraner starten können. In Bremerhaven (-39) und gegen Göttingen (-45) setzte es überdeutliche Niederlagen, dazu gab es die Trennung von Top Scorer Nick McMullen, der das Team in Richtung Spanien verließ. Eine fast aussichtslose Lage, die aber plötzlich gar nicht mehr so aussichtslos scheint! Denn in den vergangenen beiden Spielen holten die Uni Baskets wichtige Siege und robbten sich so wieder ans rettende Ufer heran. Gerade der überraschend dominante Erfolg gegen Karlsruhe (89:64) dürfte einiges an verlorenem Selbstvertrauen wieder zurückgebracht haben. „Wir haben mehr Glauben in uns gefunden und machen keine mentalen Fehler mehr, wenn es mal schlecht läuft“, analysierte Kapitän Cosmo Grühn zuletzt. Damit haben sich die Unistädter gerade rechtzeitig wieder in die Spur gebracht, denn am Samstag kommen die Tigers Tübingen und direkt am folgenden Wochenende steht das Auswärtsspiel in Magdeburg an. Gegen beide Teams gewann man das Hinspiel, also sind auch hier direkte Vergleiche in Reichweite. Entscheidende Partien werden es auf jeden Fall, denn Fakt ist auch, dass die Baskets trotz dieser direkten Duelle das schwerste Restprogramm haben. Drei aktuelle Playoffteams, darunter der Ligaprimus aus Hagen zum Saisonabschluss, das geht einfacher…

Bringt den Uni Baskets nach seiner Rückkehr wichtige Präsenz unter den Körben: Adam Touray (Foto: Markus Holtrichter).

Sicher ist nach diesem Überblick wohl nur eines: Noch ist im Abstiegskampf überhaupt nichts entschieden. Alle Mannschaften haben noch das Potential aus eigener Kraft den Ligaverbleib klarzumachen, gerade die fünf direkten Duelle bringen dazu jede Menge Spannung! Rein rechnerisch könnten sogar noch alle Teams außerhalb der Top Acht am Ende auf einem Abstiegsplatz landen. An dieser Stelle geht es kurz vor Saisonende nochmal mit einem Update zu den Konstellationen und Rechenspielen im Playoff- und Abstiegskampf weiter. Wenn du das nicht verpassen möchtest, abonniere am besten hier unseren Newsletter, dort gibt es immer einen Reminder, wenn eine neue Ausgabe von Spotlight online ist.

https://www.2basketballbundesliga.de/wp-content/uploads/2026/03/Titelbild_Spotlight7_photocredit_Gero-Mueller-Laschet_Hartmut-Boesener.jpg 563 1000 Ole /wp-content/uploads/2013/04/proa.png Ole2026-04-02 10:47:412026-04-02 10:47:41Spotlight #7: Wochen der Wahrheit im Abstiegskampf

Spotlight #6: Neue Gesichter für den Saisonendspurt

4. März 2026/in Liga-News, ProA 25/26, Spotlight

Es war Länderspielpause in der ProA. Das gab nicht nur den Teams, sondern auch uns die Zeit, um vor dem anstehenden Saisonendspurt nochmal kurz Luft zu holen. Zehn Spiele stehen noch an und sowohl an der Spitze als auch am Ende der Tabelle ist noch alles offen… Da ist es also gut verständlich, dass fast alle Teams im Laufe der Saison nochmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen haben, um sich für die entscheidenden Partien zu wappnen. Seit Mitte Februar können nun keine neuen Spieler mehr gemeldet werden, die Wechselfrist ist abgelaufen. In dieser Ausgabe von Spotlight werfen wir einen Blick auf einige der aktuellsten Neuverpflichtungen und schauen uns an, wie sie ihren Teams auf der Zielgeraden der Saison helfen können. 

Bekannte Namen für die Spitzenteams

Wie untermauert man seine Aufstiegsambitionen am eindrücklichsten? Klar, mit guten sportlichen Leistungen, aber auch auf dem Transfermarkt kann man Statements setzen. So ist es Ende Januar beim Spitzenreiter aus Hagen passiert. Ohne dass es durch Verletzung oder Abgänge erzwungen war, präsentierte man einen ligabekannten Neuzugang. Ryan Schwieger wechselte vom BBL-Team aus Würzburg zu Phoenix und soll nun dabei helfen, das zu erreichen, was ihm bereits vor drei Saisons mit RASTA Vechta gelungen war: Der Aufstieg in die easyCredit BBL. Der flexible US-Boy kann sowohl auf der Eins als auch auf dem Flügel agieren, eine Variabilität, die natürlich gut in den ohnehin schon stark besetzten Kader passt. Vor seiner Rückkehr in die ProA war Schwieger in dieser Saison für die Würzburger vor allem in den Partien in der Basketball Champions League im Einsatz. Diese Gemeinsamkeit teilt er sich mit dem aktuellsten Neuzugang des Tabellenzweiten aus Göttingen. Denn dort reagierte man auf den längerfristigen Ausfall von Kevin Buckingham mit der Verpflichtung von Wes Dreamer. Der Forward stand bisher beim tschechischen Team Era Nymburk unter Vertrag und kehrte nun zu Coach Fabian Strauss zurück. Wieso kehrt zurück? Richtig, auch Dreamer ist kein Unbekannter. Er, Strauss sowie Point Guard Daniel Kirchner kennen sich bereits aus der letzten Saison, als alle drei bei den Dresden Titans arbeiteten. Damals war der Power Forward der überragende Mann bei den Sachsen, legte in gleich zwölf Spielen 20 oder mehr Punkte auf! Nun trägt Dreamer also das Trikot der Veilchen und soll auf dem Weg in Richtung Wiederaufstieg, neben seinem Potential für traumhafte Wortspiele, ein entscheidender Baustein im Saisonendspurt sein.

Entscheidende Puzzleteile für den BBL-Aufstieg? Ryan Schwieger und Wes Dreamer (Fotos: Dennis Green, Max Vogel).

Die Bremerhavener Big Men-Rochade

Sehr aktiv ging es in den letzten Wochen auch bei einem weiteren Top Team der ProA zu. Die Eisbären Bremerhaven nutzten die verbleibenden Tage vor der Transferfrist, um nochmal an der Besetzung der großen Positionen zu schrauben. Los ging es mit der Verpflichtung von Lorenz Brenneke. Der 26-jährige stand die letzten Jahre in Diensten der SKYLINERS aus Frankfurt, mit denen er 2023/24 auch den Wiederaufstieg in die BBL schaffte. Es folgte eine Saison als Kapitän der Frankfurter, ehe ihn eine Verletzung zu Beginn dieser Spielzeit ausbremste. Nun folgte der Schritt zu den Nordseestädtern, bei denen er für mehr Tiefe auf den großen Positionen sorgen soll. In der Gerüchteküche wurde zwischenzeitlich auch über einen Wechsel Brennekes zu den HAKRO Merlins Crailsheim gemunkelt, die dann aber kurzerhand Till Isemann unter Vertrag nahmen, wenn man so will den Vorgänger Brennekes bei den Eisbären. In einem Spiel standen beide gemeinsam in der Stadthalle Bremerhaven auf dem Parkett, ehe der Wechsel Isemanns zum direkten Konkurrenten und Tabellennachbarn verkündet wurde. Für Merlins-Coach McCray ist der Center „ein absoluter Glücksgriff.“ Zum Gastspiel in der alten Heimat kommt es für den erfahrenen Mann mit der Rückennummer 21 übrigens in weniger als drei Wochen (22.03. 15:00 Uhr) und wer weiß, vielleicht wird das Wiedersehen in den Playoffs nochmal intensiviert. Damit wäre die Bremerhavener Big Men-Rochade eigentlich schon zu Ende erzählt, wenn es nicht noch einen weiteren, zumindest zwischenzeitlichen, Transferhammer gegeben hätte. Denn nur ein neuer Big Man reichte den Eisbären noch nicht und so wurde der Zugang von BBL-Legende John Bryant unter Dach und Fach gebracht. Unter anderen Umständen eigentlich eines der Top Themen, doch nur wenige Tage nach der Verpflichtung kam die Hiobsbotschaft: Verletzung an der Achillessehne, Saisonaus.

Für den einen das letzte Mal im Eisbären-Trikot, für den anderen das Erste: Isemann und Brenneke im Spiel gegen Leverkusen (Fotos: Dennis Green).

Mit frischen Kräften die Playoffplätze sichern

Hinter den vier bereits beschriebenen Spitzenteams spielt sich einmal mehr ein enger Fight um die vier verbleibenden Tickets für die Postseason ab. Auf dem siebten Platz rangieren aktuell die GIESSEN 46ers. Mit großen Ambitionen gestartet, brauchte man lange um in die Saison zu finden. Vor allem auf der Position des Point Guards war es wie verhext. Simon Krajcovic kann aktuell noch nicht an seine Leistungen aus den letzten beiden Spielzeiten anknüpfen und Martin Junakovic verletzte sich in der Hinrunde. Dessen Nachfolger Devon Goodman fällt ebenfalls verletzt aus und so schlug man nochmal auf der Aufbauposition zu. Mit Adnan Arslanagic stieß ein erfahrener Playmaker zu den 46ers, der in dieser Saison auch schon im FIBA Europe Cup auf dem Parkett stand und 20 Punkte gegen die Löwen aus Braunschweig auflegte. Zuletzt spielte er in Bosnien, wo er auch für das Nationalteam aktiv ist. In der aktuellen Länderspielpause kam er bei beiden Siegen gegen die Schweiz zum Einsatz. Einen Platz hinter den Gießenern liegen im Moment die VfL SparkassenStars aus Bochum. Tief im Westen möchte man sicherlich den letztjährigen Playoffeinzug wiederholen und hat sich dafür mit Aitor Pickett verstärkt. Der Deutsch-Chilene verbrachte seine letzten beiden Saisons in Kirchheim, war also ein direkter Konkurrent zu den Bochumern (wir erinnern uns an den Vierervergleich zum Ende der letzten Spielzeit). Nach dem Sommer ging es für Pickett zunächst in sein Geburtsland zurück, ehe der Anruf aus Bochum kam. Dort verbreitert er nun die Rotation im Front Court und half etwa beim Auswärtssieg in Koblenz mit zehn Punkten bei makelloser Zweier- und Freiwurfquote.

Adnan Arslanagic und Aitor Pickett im neuen Trikot (Fotos: Nico Genslein, VfL SparkassenStars Bochum).

In Lauerstellung

Hinter den Bochumern formiert sich ein starkes Verfolgerfeld. Gleich drei Teams stehen gerade bei elf Siegen und damit nur einen Erfolg hinter Playoffplatz acht! Und um den Angriff auf diesen Platz zu starten haben die Nürnberg Falcons, PS Karlsruhe LIONS und EPG Baskets Koblenz auch alle nochmal personell nachgelegt. In Nürnberg fällt seit Januar Center Brandton Chatfield aus und auch auf Julius Wolf musste Coach Ralph Junge zuletzt verzichten. Entsprechend groß war die Lücke auf den Big Men-Positionen, die nun Giorgios Gkiouzelis füllen soll. Der Grieche kommt aus der ersten griechischen Liga und spielte mit Aris Thessaloniki sogar im EuroCup. In seinen ersten beiden Spielen im Nürnberger Trikot konnte er die aktuelle Niederlagenserie noch nicht stoppen, stand aber immerhin bereits jeweils gut 22 Minuten auf dem Court. Schon am Freitag treffen die Nürnberger dann auf die punktgleichen LIONS aus Karlsruhe, bei denen Jason George kurz vor Ende der Frist zum Kader stieß. Die Geschichte des deutschen Power Forwards ist trotz seiner erst 24 Jahre in ihrer Gänze zu umfangreich für diesen Text. BBL-Debüt in München, Dopingsperre, Neuanfang in dieser Saison beim ProB-Ligisten in Leitershofen, Wechsel in die BBL zu Würzburg… Nun also der Schritt zu den Löwen, wo er als wichtiger deutscher Rotationsspieler eingeplant ist. Mit ihm holte man auch direkt weitere Siege, sodass Karlsruhe aktuell als eine der formstärksten Mannschaften dasteht. Knapp 200 Kilometer weiter nordwestlich stehen die Baskets aus Koblenz ebenfalls bei elf Siegen. Im Gegensatz zu Nürnberg und Karlsruhe holte man sich hier nicht noch einen Großen, sondern nahm mit Julien Larry einen weiteren Point Guard unter Vertrag. Der 1,90m große Aufbau wechselte innerhalb der Liga von den Uni Baskets Münster ans deutsche Eck. In seinem zweiten Spiel im neuen Trikot traf er direkt auf seinen alten Club und konnte einen souveränen Auswärtssieg feiern.

Gkiouzelis, George und Larry, hier noch im Spiel gegen die Koblenzer (Fotos: Nathalie Zweifel, Aurelia Constantin, finken.design).

Die Teams im Abstiegskampf formieren sich

Playoffkampf, schön und gut, der größte Druck herrscht aber sicherlich im Tabellenkeller. Und so ist es kaum verwunderlich, dass seit jeher bei diesen Teams am meisten am Kader gebastelt wird.

Drei Siege vor den Abstiegsplätzen liegt der BBC Bayreuth, der am anstehenden Doppelspieltag schon einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gehen kann, denn es geht gegen die beiden Letztplatzierten Uni Baskets Münster und SBB Baskets. Damit das auch gelingt, wurde das Roster auf der Aufbauposition mit Kyle Sturdivant verstärkt, der aus Nordmazedonien nach Franken wechselt. Bei seinem ersten Auftritt im Bayreuther Trikot gelangen ihm direkt 13 Zähler bei guten Feldwurfquoten.

Die Tigers aus Tübingen sind ein weiterer Traditionsclub, der sich aktuell im Abstiegskampf befindet. Auch hier lotste man einen neuen Point Guard zu sich, gerade weil JaCobi Wood als Anführer weiterhin schmerzlich vermisst wird. Jordan Johnson heißt der neue Mann, der unter dem ebenfalls nun frisch eingesetzten neuen Trainer Detlev den Spielaufbau ordnen soll. Offensiv trägt er direkt die Hauptverantwortung und legt in den bisherigen vier Partien durchschnittlich 20,3 Punkte auf.

Auf Platz 17 und damit dem ersten Abstiegsplatz rangieren die Uni Baskets Münster. Die Westfalen schraubten vor der Wechselfrist nochmal doppelt am Kader. Zunächst verpflichteten die Münsteraner Deshon Taylor, doch die Freude währte nur kurz. Der US-Amerikaner hatte nur einen Einsatz im Baskets-Trikot und fällt seither verletzt aus. So musste man nochmal reagieren und sicherte sich die Dienste von Curtis Jones Jr. Der flexible US-Guard kam aus der Slowakei und legte in den ersten vier Partien solide 7,5 Punkte und 3,5 Rebounds auf.

Den letzten Tabellenplatz belegen die SBB Baskets. Der Aufsteiger verlor nach dem Überraschungserfolg gegen Bremerhaven zuletzt dreimal in Folge und rutschte so bis ganz unten durch. Im Gegensatz zur Konkurrenz holten die Baskets keinen Guard, sondern verstärkten sich auf dem Flügel mit Kevin Wohlrath. Der 31-jährige Deutsche verließ Bamberg im Sommer nach drei Jahren und kehrt nun in die ProA zurück, in der er bereits bei den Knights aus Kirchheim aktiv war.

Jede Menge neuer Gesichter also, die in den kommenden Wochen ihren neuen Teams helfen sollen, die Ziele für den Rest der Saison zu erreichen. Und mit dem nun anstehenden Doppelspieltag geht es direkt auch wieder mittenrein in den ProA-Wahnsinn! An dieser Stelle geht es in einigen Wochen mit der siebten Ausgabe dieser Kolumne weiter, wenn die ersten Entscheidungen, Rechenspiele und Co. anstehen. Wenn du das nicht verpassen möchtest, abonniere am besten hier unseren Newsletter, dort gibt es immer einen Reminder, wenn eine neue Ausgabe von Spotlight online ist.

https://www.2basketballbundesliga.de/wp-content/uploads/2026/02/Titelbild_Spotlight6_photocredit_Dennis-Duddek_Swen-Pfoertner.jpg 563 1000 Ole /wp-content/uploads/2013/04/proa.png Ole2026-03-04 13:08:162026-03-04 13:08:16Spotlight #6: Neue Gesichter für den Saisonendspurt

Spotlight #5: Fünf Erkenntnisse aus dem ersten Saisondrittel

2. Dezember 2025/in Liga-News, ProA 25/26, Spotlight

Zehn Spieltage sind gespielt, die Länderspielpause bietet den Teams nun erstmals in dieser Saison ein wenig Zeit um durchzuatmen und zurückzuschauen. Die Gelegenheit wollen auch wir nutzen und werfen einen Blick auf das erste Saisondrittel. Wer hat überrascht, welche Parallelen lassen sich erkennen und was sind die spannendsten Erkenntnisse aus den ersten 89 Spielen der aktuellen ProA-Saison? 

Teamwork an der Tabellenspitze

Beginnen wir zunächst mal mit dem Blick auf die Top Teams der Liga. An der Spitze stehen mit Phoenix Hagen, der BG Göttingen und den Eisbären Bremerhaven drei Clubs, die man auch vor Saisonbeginn durchaus für die Top Plätze auf dem Zettel hatte. Die Merlins aus Crailsheim könnten dazu bei ihrem Nachholspiel aufschließen. Doch was macht diese Teams eigentlich aus, gibt es ein Geheimrezept? Bei der Betrachtung der Statistiken lässt sich durchaus ein interessanter Zusammenhang erkennen. Die Top Drei der Liga stellen in Marcus Graves gerademal einen der zehn besten Scorer der ProA. Zum Vergleich: Alleine der Aufsteiger aus Paderborn hat gleich zwei der stärksten Punktejäger in seinen Reihen, dazu später mehr. Dafür kommen Bremerhaven, Göttingen und Hagen viel stärker über das ausgeglichene Teamplay. Die drei Teams sind nicht nur nach Siegen, sondern auch nach Assists die Spitzenteams der Liga. Und auch auf der Ebene der Einzelspieler wird das deutlich. In Elijah Miller und Marcus Graves spielen, mit jeweils 6,6 Assists pro Partie, die beiden besten ProA-Vorlagengeber in Bremerhaven bzw. Hagen. Dazu sind mit den deutschen Guards Daniel Kirchner (Göttingen) und Bjarne Kraushaar (Hagen) zwei weitere Spieler der Top Teams unter den besten zehn Vorbereitern der Liga.

Verteilen fleißig Assists: Daniel Kirchner, Bjarne Kraushaar und Elijah Miller (Fotos: Swen Pförtner, Nathalie Zweifel, Paderborn Baskets).

Der Tabellenkeller ist kompetitiver

Wandern wir nun tabellarisch von ganz oben nach ganz unten. Mit Münster, Köln, Wolmirstedt und Paderborn stehen gleich vier Teams aktuell punktgleich mit bislang zwei Siegen da. Und auch davor sind die Abstände nicht groß, bis zu Leverkusen auf Platz zehn sind es nur zwei weitere gewonnene Spiele Unterschied. Wir können also schon zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehen, dass uns in dieser Saison ein sehr umkämpfter und enger Tabellenkeller erwarten wird. Blicken wir mal zurück in die vergangene Spielzeit. Damals waren zum identischen Zeitpunkt nach zehn Spieltagen zwei Teams noch gänzlich ohne Sieg. Es hatte sogar bis zum 13. Spieltag gedauert, ehe in RASTA Vechta II auch die letzte verbliebene Mannschaft ihren ersten Erfolg verbuchen konnte. Zum Vergleich: Dieses Szenario war in diesem Jahr schon nach dem 6. Spieltag vom Tisch, als der Aufsteiger aus Köln gegen Kirchheim gewann. Ein entscheidender Faktor dabei: Haris Hujic kehrte nach jahrelanger Verletzungspause wieder aufs Parkett zurück und war direkt Top Scorer der RheinStars, was für eine Geschichte! Wie wichtig einzelne herausragende Spieler im Abstiegskampf sein können, zeigt auch der Blick auf Paderborn. Jonathan Klussmann verpasste angeschlagen die ersten zwei Partien, bei seiner Rückkehr im Spiel gegen Gießen steuerte er direkt 25 Punkte zum Überraschungserfolg bei und ist auch jetzt mit durchschnittlich 20,7 Zählern pro Partie der Top Scorer der gesamten ProA.

Klussmann und Hujic trugen entscheidend zu den Siegen von Paderborn und Köln bei (Fotos: dieLichtBUILDER, Gero Müller-Laschet).

Mit Derbysiegen in den Flow kommen

Klar, wenn man mit Spielern und Trainern spricht, dann wird „immer von Spiel zu Spiel“ geschaut und „die nächste Partie ist immer die Wichtigste.“ Und doch ist eigentlich jedem klar, es gibt Spiele, die lösen nochmal eine größere Anspannung, ein größeres Kribbeln aus. Klar, die Rede ist von Derbys, jenen Partien, die besonders intensiv geführt werden und von Rivalität und Leidenschaft geprägt sind. Die Knights aus Kirchheim waren eher enttäuschend in die Saison gestartet, nur ein Sieg aus den ersten sechs Spielen, dazu Niederlagen gegen die Aufsteiger aus Leverkusen und Köln. Doch der Doppelspieltag brachte den Umschwung für die Ritter. An diesem ging es für das Team von Igor Perovic gleich zweimal gegen lokale Rivalen, der Auswärtsfahrt nach Karlsruhe folgte ein Heimspiel gegen Tübingen. Und siehe da, in diesen Derbys waren die Kirchheimer voll auf der Höhe und sammelten die wichtigen Siege ein. Neben Top Scorer Phillip Russell geht vor allem auch Lucas Mayer als Kapitän voran, die beiden zeichnen gemeinsam für rund ein Drittel des Effektivitätswerts des gesamten Teams verantwortlich. Und so zeigt die Formkurve mittlerweile klar nach oben, drei der letzten vier Spiele gewannen die Teckstädter. Damit ist man nun gewappnet für die nächsten schweren Partien im Artland und gegen Hagen.

Philip Russell ist der Top Scorer der Knights (Foto: Nina Sander / Silas Kunz).

Das Koblenzer Scoring-Rätsel

Im Tabellenmittelfeld finden sich oft die Teams, aus denen man, Achtung Sportphrase, „noch nicht so richtig schlau wird.“ Und genau so verhält es sich mit den EPG Baskets aus Koblenz. Mit vier Siegen ist das Team vom deutschen Eck aktuell Tabellenzwölfter und damit jeweils zwei Erfolge von den Playoffplätzen und den Abstiegsrängen entfernt. Auffällig: Die Koblenzer sind das einzige Team der unteren Tabellenhälfte, das eine positive Auswärtsbilanz (3:2 Siege) aufweist. Dafür sieht es vor heimischer Kulisse mit nur einem Sieg aus fünf Partien etwas dünn aus. Steigt man noch tiefer in die Daten ein, wird eine weitere interessante Parallele ersichtlich. Denn in ihren Heimauftritten knackten die Baskets noch nie die 90 Punkte-Marke, was ihnen allerdings in allen (!) Auswärtspartien gelang. Liegt das nur daran, dass die Heimgegner im Durchschnitt etwas stärkere Teams waren? Naja, auswärts passte das Scoring ja auch, 97 Zähler beim Ligaprimus Hagen und 91 Punkte in Bremerhaven sprechen da eine deutliche Sprache. Was steckt also hinter dem Koblenzer Scoring-Rätsel? An einer Lösung dürfte man im Baskets-Staff intensiv arbeiten, denn der Bilanz wäre es sicher zuträglich, die offensiven Leistungen aus der Fremde auch auf heimischem Parkett zu zeigen.

Auswärts läufts für Coach Dohrn und seine Koblenzer, hier bei den 107 Punkten in Bayreuth (Foto: Ochsenfoto.de).

Crailsheimer kommen gerne zurück

Ist ein Spieler verletzt oder läuft es sportlich noch nicht wie erhofft, dann wird gerne nochmal am Kader geschraubt. Und egal ob an der Tabellenspitze, im Mittelfeld oder im Abstiegskampf, viele Teams haben schon an der Schraube „Nachverpflichtung“ gedreht. Dabei kehren auch immer wieder altbekannte Namen in die ProA zurück. Zwei davon haben in der letzten Saison noch zusammen den Crailsheimer Backcourt gebildet, Vinnie Shahid und Devon Goodman. Ersterer streift jetzt, nach dem Saisonende mit Panteras de Aguascalientes in Mexiko, erneut das Trikot der Merlins über. Nach dem Playoff-Aus in der letzten ProA-Saison hat der Top Scorer noch eine Rechnung offen, die „Mission ist noch nicht erfüllt.“ Der US-Boy will mit Crailsheim angreifen und den Aufstieg ins Visier nehmen. Während Shahid nun also wieder nach Hohenlohe zurückgekehrt ist, zog es Devon Goodman zu einem anderen Aufstiegsaspiranten. Der schnelle Guard heuerte bei den GIESSEN 46ers an, die damit auf die Verletzung von Martin Junakovic reagierten. Für Goodman bietet der Wechsel die Chance, seine bislang enttäuschende Bilanz in der Gießener Osthalle (Letzte Saison: Niederlage mit Crailsheim, -1 Effektivitätswert) aufzubessern. Und ja, im ersten Heimspiel im 46ers-Trikot sah das mit neun Punkten und sogar einem Block schon deutlich besser aus. Auf ihr Wiedersehen müssen die beiden Guards aber noch etwas warten, das Duell Gießen vs. Crailsheim gibt’s erst wieder am 30. Spieltag…

In der letzten Saison zog Goodman noch gegen Krajcovic und Nyama zum Korb, jetzt spielen sie Seite an Seite (Foto: dieLichtBUILDER).

Das sind also die Geschichten und Erkenntnisse, die die BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA an den ersten zehn Spieltagen bislang geliefert hat. Ab Freitag ist das Ganze dann auch schon wieder graue Theorie, denn dann fliegt endlich wieder der Ball in den ProA-Hallen und wir werden sehen, ob Kirchheim seinen Aufwärtstrend fortsetzt, Koblenz auch mal zuhause die 90 Punkte-Marke knackt und die Top Teams weiter mit Assists brillieren… An dieser Stelle geht es Ende des Jahres mit der sechsten Ausgabe dieser Kolumne weiter, wenn du das nicht verpassen möchtest, abonniere am besten hier unseren Newsletter, dort gibt es immer einen Reminder, wenn eine neue Ausgabe von Spotlight online ist.

https://www.2basketballbundesliga.de/wp-content/uploads/2025/11/Titelbild_Spotlight5_photocredit_Dennis-Duddek_Gero-Mueller-Laschet.jpg 563 1000 Ole /wp-content/uploads/2013/04/proa.png Ole2025-12-02 15:18:202025-12-02 15:25:25Spotlight #5: Fünf Erkenntnisse aus dem ersten Saisondrittel

Spotlight #4: Starke Frühform: Der Kader des Saisonstarts

24. Oktober 2025/in Liga-News, ProA 25/26, Spotlight

Unglaublich, aber wahr: Die neue Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA ist tatsächlich schon wieder einen Monat alt. Oder um es sportspezifisch zu beschreiben, die ersten vier Spieltage sind absolviert. Wir wollen uns in dieser Ausgabe von Spotlight dieser Frühphase der Spielzeit 2025/26 widmen und auf die ersten, zum Teil überraschenden, Erkenntnisse blicken. Naturgemäß ist die Tabelle nach vier Spielen noch nicht allzu belastbar, Teams können durch unterschiedlich starke Auftaktprogramme weiter unten oder oben stehen, als im weiteren Saisonverlauf. Deshalb richten wir den Blick auf die bislang spektakulärsten Einzelleistungen und besten Spieler der Frühphase der Saison. 

Oder um es konkret zu machen: Wie sähe ein Kader des Saisonstarts aus? Bevor wir im Folgenden auf die Spieler blicken, hier noch kurz die Rahmenbedingungen, wie ist das Gerüst aufgebaut? Für die Zusammenstellung dieses „Vier-Spieltage-Allstaraufgebots“ haben wir alle Spieler berücksichtigt, die in mindestens drei der vier Partien auf dem Parkett standen. Gegliedert wird der Kader klassisch in fünf Guards, fünf Forwards und zwei Center und natürlich, wir sind schließlich immer noch in der ProA, sollen mindestens sechs Deutsche im Kader stehen. Gut, die Regeln sind geklärt, ab jetzt werden Effektivitätswerte, Dreierquoten und Co. gewälzt, um die zwölf besten Spieler des Saisonstarts zu finden…

Starke Vorlagengeber mit Hang zu Scoringexplosionen

Gestartet wird natürlich mit der Point Guard-Position. Quasi standesgemäß kommt hier auch der erste Spieler vom aktuellen Tabellenführer Phoenix Hagen. Als Marcus Graves im Sommer an die Volme wechselte, dürfte man sich, als immerhin amtierender ProA-Meister mit Trier, durchaus einiges von ihm erwartet haben. Und mit aktuell 8,0 Assists pro Partie zeigt der US-Amerikaner auch Qualitäten, die uns aus seiner Trierer Zeit gut bekannt sind. Womit allerdings in der Form nicht zu rechnen war: Graves zeigt sich als enorme Waffe aus dem Dreipunktbereich und läuft regelmäßig heiß. Bislang finden zwei Drittel seiner Würfe von Downtown ihr Ziel, erst am Samstag gegen Nürnberg zeigte der Hagener Point Guard mit 9/10 Dreiern eine absurde Vorstellung, beim Auswärtsspiel in Gießen war er mit fünf verwandelten Distanzwürfen im Schlussviertel ein integraler Bestandteil der Aufholjagd, die im Auswärtssieg in der Osthalle mündete.

Für Scoringausbrüche ist auch unser zweiter Kandidat auf der Eins bekannt. JaCobi Wood ist der neue Kopf der Tigers Tübingen und beerbte auf dieser Position Kenny Cooper. Bei der Auftaktniederlage gegen Nürnberg kam Wood noch von der Bank, doch am zweiten Spieltag zeigte er auswärts beim BBL-Absteiger aus Göttingen sein volles Potential. 31 Punkte reichen allein schon, um von einer starken Leistung zu sprechen, doch die Tübinger Nr. 24 legte noch sieben Assists und neun Rebounds obendrauf und kratzte so sogar am Triple Double. Insgesamt reichte es so für einen Effektivitätswert von 39 und auch wenn seine anderen Partien bislang etwas ruhiger waren ist klar: So einen willst du in deinem Team haben!

Und natürlich braucht unser Kader auch noch einen deutschen Aufbauspieler und hier ist die Antwort dieselbe, die man ehrlicherweise schon seit Jahren geben kann: Niklas Geske ist die Konstante bei den VfL SparkassenStars Bochum und liefert Saison für Saison verlässlich ab. In den letzten drei Spielzeiten scorte er durchschnittlich immer zweistellig und legte dazu mindestens sechs Assists auf. So überrascht es nicht, dass Geske aktuell wieder daran anknüpft und einmal mehr zu den besten deutschen Point Guards der ProA zählt.

Drei für die Eins: Marcus Graves, Niklas Geske und JaCobi Wood (Fotos: Nico Genslein, Oliver Heuser, Dennis Duddek).

Heiße Händchen auf der Zwei

Die Guard-Rotation unseres Kaders wird nun noch um einiges an Scoring-Power ergänzt. Kyle Castlin ist aktuell der unangefochtene Top Scorer der ProA, 24,8 Punkte pro Partie sprechen für sich! Der US-Boy entschied sich im Sommer, erstmals in seiner Profikarriere, bei seinem bisherigen Club zu bleiben und darüber dürfte man in Gießen mehr als froh sein. Der Saisonstart der 46ers hatte zwar bislang Aufs und Abs zu bieten, doch KC performt konstant. In jeder Partie legte Castlin 23 oder mehr Punkte auf und für einen Guard können sich auch seine durchschnittlich 6,3 Rebounds echt sehen lassen.

Komplettiert wird die Rotation auf den Guard-Positionen von Devin Schmidt. Der gebürtige US-Amerikaner wechselte im Sommer nach mehreren Jahren in Spanien zu Phoenix Hagen und ließ schon im ersten Spiel gegen die RheinStars keinen Zweifel daran, dass man sich hier eine absolute offensive Waffe ins Team geholt hatte: 25 Punkte, acht Rebounds und fünf Assists in nicht einmal 23 Minuten! Alleine das würde ihn wahrscheinlich schon für unseren Kader qualifizieren, doch eine kleine Veränderung hat ihn noch wertvoller gemacht. Denn mittlerweile ist Schmidt mit der doppelten Staatsbürgerschaft ausgestattet, besetzt also keinen Importspot mehr. Sein Vater wurde in Nürnberg geboren, wo er dann, ja solche Geschichten schreibt der Sport, am vergangenen Wochenende direkt sein erstes Auswärtsspiel mit der kleinen Deutschlandflagge auf der Brust machte.

Schmidt und Castlin beim Zug zum Korb (Fotos: Jörg Laube, Nina Sander).

Small Forwards – Big impact

Damit verlassen wir die kleinen Positionen und gehen über zu den Forwards. Der erste Pick bei den Small Forwards kommt von einem der Aufsteiger. Bei den SBB Baskets ist Travis Henson bislang der überragende Akteur. Der Mann mit der Rückennummer Zwei hatte maßgeblichen Anteil am Heimsieg über die PS Karlsruhe LIONS, 32 Punkte waren es für ihn in diesem Spiel. Henson ist übrigens kein Unbekannter in der BARMER 2. Basketball Bundesliga: 2023/24 spielte er für die Iserlohn Kangaroos in der ProB, ehe es ihn im vergangenen Jahr nach Schweden zum BC Luleå zog. Nun also die Rückkehr nach Deutschland und ob Small Forwards, die aus Schweden kommen, in der ProA funktionieren? Na da frag mal einer bei Keith Braxton nach…

Als deutscher Dreier steht bei uns der Gegenspieler von Henson aus dem besagten Spiel gegen Karlsruhe im Kader. Und das ist sicherlich einer, den man vor der Saison nicht hundertprozentig dafür auf dem Zettel hatte. Zu durchwachsen verlief die vergangene Spielzeit mit der Trennung von den Artland Dragons und dem folgenden Intermezzo in Hagen. Doch das ist nun vergessen. Bei den Karlsruhern ist Binapfl absoluter Leistungsträger, war in der Hälfte der bisherigen Partien Top Scorer und besticht durch gute Wurfquoten (73,9% Zweier). Seinen Trainer in Karlsruhe, Dremond Greene, kennt Binapfl übrigens schon lange: „Wir haben schon in der Jugend erfolgreich zusammengearbeitet, und ich bin überzeugt, dass wir in Karlsruhe wieder an diese Erfolge anknüpfen können.“

Holten mit ihren Teams bisher jeweils einen Sieg: Kilian Binapfl und Travis Henson (Fotos: Aurelia Constantin, SBB Baskets).

Größe mit Händchen auf der Vier

Damit sind wir bei den Power Forwards angekommen und hier starten wir, Ehre wem Ehre gebürt, mit dem effektivsten Spieler der ProA, Benjamin Burnham von den Artland Dragons. In frischer Erinnerung ist natürlich vor allem seine überragende Leistung beim Auswärtssieg in Bayreuth am vergangenen Wochenende. Dort legte er eine Statline auf, die bislang ihresgleichen sucht. 31 Punkte, 11 Rebounds, dazu sechs Steals bei einem Effektivitätswert von, Achtung, 45! Verdientermaßen brachte ihm das die Auszeichnung zum „Player of the week“ in der ProA ein. Nebenbei bemerkt, Trainer Hendrik Gruhn kündigte ihn bei seiner Verpflichtung als Spieler an, der „viele Dinge macht, die nicht auf dem Statistikbogen aufgeführt werden.“ War das etwa ein kleines Ablenkungsmanöver vom Coach?

Neben Marcus Graves kommt nun auf der Vier der zweite amtierende ProA-Meister. Hendrik Drescher folgte, nach den erfolgreichen Finalspielen gegen Jena, dem Ruf von Fabian Strauß nach Göttingen und wurde sofort absoluter Leistungsträger bei den Veilchen. Drescher liefert ab und das ohne seine Offensive mit vielen Würfen erzwingen zu müssen. Das liegt daran, dass der gebürtige Berliner seine Korbversuche bislang traumwandlerisch sicher verwandelt. 81,8% aus dem Zweierbereich und 57,1% von Downtown sprechen für sich. Achso, und seine Freiwürfe waren bis jetzt auch alle drin. Damit erfüllt Drescher genau die Rolle des modernen Vierers, den das System der BG unter Strauß braucht, it’s a match!

Apropos deutsche Power Forwards, die werfen können… Robin Benzing, formal zwar als Small Forward geführt, startet bei den GIESSEN 46ers auf der Vier und bringt neben seiner Erfahrung auch ein weiches Händchen mit, das ihn hinter Kyle Castlin zum zweitbesten Scorer der 46ers und zweitbesten deutschen Punktesammler der Liga macht (15,3 Punkte pro Partie). Vor der Saison kündigte der Ex-Nationalspieler sein Karriereende im kommenden Sommer an, die entsprechende Motivation bei ihm und den 46ers nochmal eine starke Saison zu spielen, dürfte also definitiv vorhanden sein.

Wurfsichere Vierer: Robin Benzing, Benjamin Burnham und Hendrik Drescher (Fotos: Nico Genslein, Gero Müller-Laschet, Aurelia Constantin).

Die Macht am Brett

Zu guter Letzt kümmern wir uns noch um die großen Jungs unterm Korb. Effektivster Center der ProA ist Brandton Chatfield. Der US-Amerikaner kam vom College zu den Nürnberg Falcons und brauchte keine Eingewöhnungszeit. In den ersten drei Partien legte Chatfield jeweils ein Double Double auf und so liest sich seine durchschnittliche Statline mit 17,3 Punkten und 8,8 Rebounds sehr beeindruckend. Coach Ralph Junge kündigte ihn als offensiv variablen Spieler an, „da er selbst von der 3er Linie punkten kann.“ Tatsächlich steht der Center aktuell bei 50% Dreierquote, allerdings bei nur zwei Versuchen. Wenn er diese Facette seinem Spiel dauerhaft hinzufügt, dürfte seine Position unter den Top Centern der ProA in jedem Fall gesichert sein.

Sein Partner auf der Fünf ist ein alter Bekannter. Dennis Heinzmann ist nach zwei ProB-Jahren inkl. Verletzungspause mit Leverkusen wieder zurück in der ProA und spielt aktuell, als wäre er nie weg gewesen. Seine durchschnittlich 14 Punkte und 9,3 Rebounds machen ihn zum effektivsten Deutschen der ProA. Vor zwei Wochen legte er beim Auswärtssieg in Tübingen ein Monster-Double Double aus 21 Punkten und 15 Rebounds auf und räumte mit gleich sechs (!) Blocks auch unter dem eigenen Korb ordentlich ab. Der Effektivitätswert von 35 war für ihn im Übrigen ein neuer Karrierebestwert!

Für Dunks und Rebounds sind Brandton Chatfield und Dennis Heinzmann zuständig (Fotos: Nathalie Zweifel, Dennis Duddek).

Das ist er also, unser Kader des Saisonstarts. Und obwohl wir uns hier gleich zwölf Spielern gewidmet haben, es gäbe noch so viel mehr zu erzählen! Shoutouts gehen hier also an Baller wie Calvin Wishart, Rayshawn Mart, Antonio Williams oder Nick McMullen und auch ein unverletzter Brock Gardner wäre definitiv ein heißer Kandidat gewesen. Jungs wie Marvin Ogunsipe oder Nico Bretzel fielen der Tatsache zum Opfer, dass ein Kader mit vier Centern etwas zu unausgewogen wäre.

Es gibt also so viele Akteure, auf die es sich lohnt in den nächsten Spielen ein genaues Auge zu werfen. In einigen Wochen geht es hier weiter, dann auch wirklich mit dem ersten ausführlichen Blick auf die Tabelle und die bisherigen Überraschungen der ProA-Saison. Wenn du das nicht verpassen möchtest, abonniere am besten hier unseren Newsletter, dort gibt es immer einen Reminder, wenn eine neue Ausgabe von Spotlight online ist.

https://www.2basketballbundesliga.de/wp-content/uploads/2025/10/Titelbild_Spotlight4_photocredit_Dennis-Duddek_Nico-Genslein.jpg 563 1000 Ole /wp-content/uploads/2013/04/proa.png Ole2025-10-24 12:04:052025-10-24 12:16:14Spotlight #4: Starke Frühform: Der Kader des Saisonstarts
Seite 1 von 212

OFFIZIELLER SPIELBALL DER SAISON 2024/25

HOL DIR JETZT ALLE WICHTIGEN INFOS IN UNSERER APP



 




 


Erstklassig Zweitklassig Jetzt reinhören!

© Copyright - BARMER 2. Basketball Bundesliga *Alle Angaben ohne Gewähr
  • Kontakt
  • Impressum
  • Hinweisgebersystem
  • Karriere
  • Cookie Policy (EU)
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen
COOKIE HINWEIS
Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern.
Essenziell Immer aktiv
The technical storage or access is strictly necessary for the legitimate purpose of enabling the use of a specific service explicitly requested by the subscriber or user, or for the sole purpose of carrying out the transmission of a communication over an electronic communications network.
Preferences
The technical storage or access is necessary for the legitimate purpose of storing preferences that are not requested by the subscriber or user.
Statistiken
The technical storage or access that is used exclusively for statistical purposes. The technical storage or access that is used exclusively for anonymous statistical purposes. Without a subpoena, voluntary compliance on the part of your Internet Service Provider, or additional records from a third party, information stored or retrieved for this purpose alone cannot usually be used to identify you.
Marketing
The technical storage or access is required to create user profiles to send advertising, or to track the user on a website or across several websites for similar marketing purposes.
  • Optionen verwalten
  • Dienste verwalten
  • Verwalten von {vendor_count}-Lieferanten
  • Lese mehr über diese Zwecke
Einstellungen
  • {title}
  • {title}
  • {title}