„Wir haben Vertrauen in unsere eigene Stärke und wissen um unser Potential“

Marian Schick ist nicht nur einer der erfahrensten Spieler im Kader der Licher BasketBären, sondern auch ein Rückkehrer zu unserer Mannschaft, der nach einigen Jahren außerhalb Mittelhessens wieder im Herzen der Natur angekommen ist. Nach den ersten vier Spielen spricht der Center mit uns über den Saisonstart, seine Ambitionen für die laufende Spielzeit und seine Rückkehr zu den Wurzeln.

Licher BasketBären: Hallo Marian, du bist nun schon ein paar Wochen zurück in Lich. Wie hast du dich bisher eingelebt und was hat sich verändert im Vergleich zu deinem letzten Aufenthalt bei den BasketBären?

Marian Schick: Danke der Nachfrage, ich habe mich gut eingelebt und bin sehr froh, wieder inMittelhessen zu sein. Der Vergleich zu meiner ersten Zeit in Lich ist natürlich von vielen subjektiven Eindrücken geprägt. Damals war es meine erste Station in der damaligen 2. Liga Süd und ich war jung und alles war neu, groß und aufregend. Jetzt, knapp 10 Jahre später, hab ich schon ein bisschen was gesehen und sehe alles etwas entspannter.

LBB: Am Wochenende habt ihr gegen dein Ex-Team aus Leipzig unglücklich verloren. Wie beurteilst du die Niederlage gegen die ehemaligen Kollegen und war es für dich ein besonderes Spiel?

Marian Schick: Die Niederlage war in der Tat unglücklich. Ein offener Schlagabtausch mit dem besseren Ende für Leipzig. Ich wollte unbedingt spielen und gewinnen, erst Recht, nachdem ich mich die Wochen davor mit einer Zerrung herum geschlagen habe. Leipzig, mit ein paar Spielern und Coaches, die ich nach wie vor sehr schätze, hat am Ende 2 wichtige Punkte mitgenommen. Die wollen wir uns aber in der Rückrunde zurückholen.

LBB: Wie bewertest du insgesamt den Saisonstart? Nach dem tollen Sieg gegen Frankfurt gab es zuletzt drei Niederlagen. Was waren deiner Meinung nach die Gründe dafür?

Marian Schick: Es war der erwartet schwere Saisonstart. Ich denke niemand hat den Fehler gemacht, zu glauben wir seien wirklich so gut, wie es das Ergebnis gegen extrem ersatzgeschwächte Frankfurter vermuten ließ. Die darauffolgenden Niederlagen waren meist unnötig und es hätte sicher auch das ein oder andere Spiel anders ausgehen können. Schwächephasen in der Offensive wechseln sich mit Unordnung in der Verteidigung ab. Wir haben sicherlich noch in keinem Spiel mal über 25, 30, geschweige denn 40 Minuten konstant eine solide Leistung abgerufen. Das ist unserem niedrigem Durchschnittsalter und dem frühen Zeitpunkt der Saison geschuldet. Für mich persönlich unglücklich war, dass ich mich in keiner schlechten Form gesehen habe, aber in allen 3 Spielen aufgrund von erwähnter Verletzung nur knapp über 20 min auf dem Feld stehen konnte.

LBB: Was muss besser werden und woran arbeitet ihr momentan besonders hart, um die Wende zu schaffen?

Marian Schick: Wie gesagt haben wir an beiden Enden des Feldes Verbesserungspotential, vor allem in der Konstanz. Nach nun knapp 10,11 Wochen gemeinsamer Arbeit gibt es noch genug Arbeit an der Feinabstimmung in den verschiedenen Abläufen. In der Abwehr muss die Helpverteidigung besser klappen, denn wenn diese Rotation funktioniert, hat jeder ein besseres Gefühl auf dem Feld.
Ich denke hier werden wir in den nächsten 2-3 Wochen Fortschritte machen. Zudem finde ich den Begriff der Wende etwas früh angebracht, denn es ist ja noch längst nichts verloren. Wir haben Vertrauen in unsere eigene Stärke und wissen um unser Potential. Wir wissen, dass wir jede Woche einen Schritt als Team nach vorne machen können und auch individuell jeder noch Luft nach oben hat. Zudem ist Lamar erst drei Wochen bei uns, daher ist es auch ein wichtiger Teil der täglichen Arbeit, ihn noch besser zu integrieren.

LBB: Ihr habt eine sehr junge Mannschaft, in der du zu den erfahrenen Spielern gehörst. Was kannst du den Youngstern mit auf den Weg geben, damit sie die momentane Situation meistern? Oder siehst du sie schon so weit, dass sie das auf eigene Faust regeln können?

Marian Schick: Ich kann natürlich nicht in die Köpfe reinschauen, aber die Jungs machen alle einen guten Eindruck, die kriegen das hin. Ich helfe natürlich trotzdem, wo ich kann. In letzter Zeit ziehe ich viele Parallelen zu meiner Anfangszeit und merke, wie gut mir die nun gesammelte Erfahrung damals getan hätte. Daher versuche ich den Jungs dies immer dann zu vermitteln, wenn ich denke, dass das in der konkreten Situation hilfreich ist, damit die Jungs optimale Lösungen finden können.

LBB: Mit Bjarne Kraushaar ist der jüngste Spieler in den letzten beiden Spielen in Erscheinung getreten. Wie siehst du ihn und was traust du ihm insgesamt zu?

Marian Schick: Ich mag die Arte, wie Bjarne spielt. Er hat eine sehr gute Übersicht, ist sehr ruhig und trifft gute Entscheidungen. Das ist beeindruckend für einen so jungen Spieler und daher ist es durchaus überraschend, dass er die tollen Eindrücke aus dem Training in diesem jungen Alter schon im Spiel bestätigen kann. Das freut mich sehr, denn er ist auch abseits des Feldes ein richtig guter Junge. Ich hoffe, er bewahrt sich diese Unbekümmertheit und zeigt noch weiter so gute Leistungen wie gegen Leipzig.

LBB: Was kannst du beispielsweise dem jungen Moritz Overdick, der deine Position spielt, mit auf den Weg geben?

Marian Schick: Ich sage ihm, dass er nicht traurig sein soll, wenn ich mal 40 Minuten spiele…(lacht)…aber Spaß beiseite: Moritz wird seinen Weg gehen, und das weiß er auch. Er hat einen super Touch in Korbnähe und ist auch von außen gefährlich. Und das physische kommt mit dem Alter. Jeder Tag im Training gegen Daniel Dörr und mich wird ihn da ein bisschen weiter bringen (schmunzelt).

LBB: Nicht nur die Mannschaft ist jung, auch euer Trainer Joan Rallo Fernandez ist noch jung an Jahren. Wie siehst du die Zusammenarbeit mit ihm und was zeichnet ihn aus?

Marian Schick: Joan ist ein Super-Super-Super Trainer wie sein Landsmann Pep Guardiola wahrscheinlich sagen würde (lacht). Man merkt an seiner meist wenig autoritären, sondern zum Teil eher spielerischen Art, dass er viel und lange Jugendteams trainiert hat. Er ist ein richtiger Basketballfachmann, hat viele Ansätze die ich, obwohl ich ein paar richtig gute Trainer hatte, noch nicht so wahrgenommen habe. Er macht sich unglaublich viele Gedanken über unser Team aber auch den Basketball allgemein und man merkt, dass ihm auch die Meinung der einzelnen Spieler wichtig ist.

LBB: Wie zufrieden bist du selbst mit deiner bisherigen Performance und wo siehst du noch Luft nach oben? Wie würdest du deinen Spielstil beschreiben und was versuchst du der Mannschaft zu geben?

Marian Schick: Aufgrund der Verletzung konnte ich noch nicht wie gewünscht in Erscheinung treten. Ich habe mich bis zu der Zerrung in der 1. Halbzeit vom Spiel gegen Nördlingen in ordentlicher Form gesehen. Jetzt muss ich erstmal wieder richtig fit werden. Das nervt, ist aber nicht zu ändern. Meinen Spielstil würde ich als physisch und emotional beschreiben. Ich mag es sehr, über die Emotionen ins Spiel zu kommen. Ich denke ich kann dem Team auf verschiedene Arten helfen, sei es mit Dingen die in der Statistik auftauchen oder aber mit zum Teil wichtigeren Dingen wie guten, harten Screens, Kommunikation, Übernahme von Verantwortung oder eben der emotionalen Komponente.

LBB: Was hast du für die weiteren Spiele für Ziele mit dem Team und auch persönlich und wo siehst du die BasketBären am Saisonende?

Marian Schick: Wir wollen zunächst immer das nächste Spiel gewinnen und ich möchte natürlich komplett fit dabei sein. Wenn wir vor weiteren Rückschlägen verschont bleiben ist ein Mittelfeldplatz drin, obwohl man in so einer kurzen Saison jedem aus der Hand gegebenen Spiel nachtrauern muss und das sollte uns jetzt nicht mehr allzu oft passieren. Aber insgesamt bin ich optimistisch und hoffe auf den sechsten Tabellenplatz, denn ich hab richtig Bock auf Playoffs!

LBB: Vielen Dank für das Gespräch!

Das Gespräch führte, für die Licher BasketBären, Lukas Becker.

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