Nachberichte ProB Playoffs – Halbfinale Spiel 2
08.05.2026 19:30 Uhr // BBC Coburg vs. ETB Miners 64:80
Der Playoff-Run des BBC Coburg ist im Halbfinale der ProB-Playoffs beendet. Vor 1.672 Zuschauern in der HUK-COBURG arena mussten sich die Vestestädter auch im zweiten Duell den ETB Miners Essen mit 64:80 geschlagen geben. Die Gäste aus dem Ruhrgebiet unterstrichen von Beginn an ihre Favoritenrolle, lagen über die gesamte Spielzeit in Führung und zogen mit einer perfekten Playoff- und Auswärtsbilanz verdient ins Finale ein. Dort treffen sie auf die OrangeAcademy Ulm, die sich ebenfalls mit 2:0 gegen Bernau durchsetzen konnte. Gleichzeitig sichern sich beide Finalisten das sportliche Aufstiegsrecht in die ProA, während für Coburg die beste ProB-Saison der Vereinsgeschichte ihr Ende findet. Der Start in die Partie verlief aus Sicht der Gastgeber alles andere als optimal. Während Essen früh aus der Distanz seinen Rhythmus fand und sich zudem zahlreiche zweite Chancen über Offensivrebounds erarbeitete, tat sich Coburg schwer, überhaupt zu punkten. So lagen die Gäste bereits nach wenigen Minuten zweistellig in Front und führten nach dem ersten Viertel deutlich mit 24:11. Auch im zweiten Abschnitt änderte sich wenig am Spielgeschehen. Die Miners kontrollierten Tempo und Intensität, bauten ihren Vorsprung zwischenzeitlich weiter aus und stellten Mitte des Viertels auf 37:18. Zwar kämpften sich die Coburger bis zur Halbzeit noch etwas heran, doch mit einem 32:43-Rückstand blieb die Ausgangslage schwierig.
Im dritten Viertel bot sich dem BBC Coburg mehrfach die Möglichkeit, den Abstand weiter zu verkürzen. Ein kurzer 8:0-Lauf ließ Hoffnung aufkommen, doch die routinierten Essener fanden stets die passende Antwort und hielten den Gegner auf Distanz. Vor allem die schwache Dreierquote von nur 19 Prozent verhinderte eine echte Aufholjagd. Die Miners spielten ihre Erfahrung konsequent aus und setzten sich im Schlussabschnitt endgültig ab. Spätestens beim 75:54 Mitte des letzten Viertels war die Partie entschieden. Die letzten Minuten gehörten dann auch den jungen Spielern der Coburger, die unter großem Applaus der Fans noch Einsatzzeit erhielten. Topscorer der Hausherren war Dylan Fasoyiro mit 16 Punkten. Trotz des Ausscheidens überwog beim BBC die Zufriedenheit über eine außergewöhnliche Saison.
Headcoach Patrick Seidel sagte nach dem Spiel: „Was soll ich groß sagen zum Spiel? Tatsächlich überwiegt bei mir jetzt nicht die Enttäuschung oder die Frustration über die Niederlage, sondern viel mehr der Stolz und die Zufriedenheit über die komplette Saison! Wir haben ein überragendes Jahr gespielt, Historisches für den Coburger Basketball geleistet und ich bin jetzt einfach nur glücklich und sehr zufrieden darüber. An der Stelle möchte ich mich einfach bei allen Sponsoren, allen Partnern und vor allem bei allen Leuten, die drumherum alles dafür möglich machen, dass wir hier Basketball spielen können, bedanken. Ein großes Danke auch an meine Jungs! Es hat wahnsinnig viel Spaß mit euch gemacht! Ich hoffe, dass wir diesen Schwung mit in die neue Saison nehmen können. Und ob wir jetzt heute verloren oder gewonnen haben, da bin ich relativ entspannt, weil das nur die Kirsche auf der Sahnetorte in diesem unfassbaren Jahr war!“
Auch ProB-Manager Christopher Neudecker blickte stolz auf die Entwicklung des Vereins: „Unser erklärtes Ziel vor der Saison war es, den ersten Playoff-Sieg der Vereinsgeschichte einzufahren. Dieses Ziel haben wir nicht nur erreicht, sondern wir haben unsere eigenen Erwartungen weit übertroffen. Im Halbfinale vor knapp 1.700 Zuschauern gegen das stärkste Team der gesamten ProB auszuscheiden, ist keine Niederlage, die uns den Kopf hängen lässt. Es ist der Beweis, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Jetzt geht es direkt weiter. Patrick Seidel und ich sitzen bereits zusammen und basteln am Kader für die nächste Saison. Nach der Saison ist bekanntlich vor der Saison, und wir wollen keine Zeit verlieren. Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir daran, auch organisatorisch den Abstand zur ProA weiter zu verkleinern. Der BBC Coburg will wachsen, sportlich sowie strukturell. Und diese Saison hat gezeigt, dass wir das können.“
08.05.2026 20:00 Uhr // LOK BERNAU vs. OrangeAcademy 86:91
Mit Tränen in den Augen endet die Saison für LOK BERNAU im Halbfinale der ProB-Playoffs. Trotz großem Einsatz und leidenschaftlichem Auftritt unterlagen die Brandenburger der OrangeAcademy Ulm mit 86:91 und verlieren die Serie damit mit 0:2. Vor 2.348 Zuschauern in der Sparkassen-Arena erwischte Bernau einen starken Start. Mit viel Tempo und Energie erspielte sich das Team früh eine zweistellige Führung und ging mit 29:23 nach dem ersten Viertel in Front. Auch im zweiten Abschnitt hielt Lok dagegen und nahm eine knappe 48:47-Führung mit in die Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie jedoch. Offensiv verloren die Gastgeber ihren Rhythmus, während Ulm – angeführt von Meissa Faye (23 Punkte) – immer besser ins Spiel fand. Besonders im dritten Viertel machten die Gäste den Unterschied, drehten die Partie und gingen mit einer Führung in den Schlussabschnitt. Dort zeigte Bernau noch einmal Moral, kämpfte sich mehrfach heran und hielt das Spiel bis in die Schlussphase offen. Doch in den entscheidenden Momenten behielt Ulm die Nerven und brachte den Sieg ins Ziel. Topscorer bei Bernau war Anthony Watkins mit 19 Punkten. Für Ulm überzeugte neben Faye auch Endurance Aiyamenkhue mit einem starken Double-Double (13 Punkte, 16 Rebounds). Headcoach Dan Oppland sagte nach dem Spiel:
„Ich denke, wir haben am Anfang einen sehr guten Rhythmus in dieses Spiel gebracht, haben mit viel Kampfgeist gespielt und den Ton in der ersten Halbzeit gesetzt. Dann hatten wir in der zweiten Halbzeit ein paar kostspielige Ballverluste. Ulm hatte zudem einen Run gegen Ende der ersten Halbzeit, und wir haben es zu Beginn des dritten Viertels offensiv nicht geschafft, wieder in unseren Rhythmus zu kommen. Ich denke, wir hatten einige gute Würfe, konnten sie aber nicht treffen. Gleichzeitig haben wir ihnen zu viele zweite Chancen gegeben – besonders im dritten, aber auch im vierten Viertel. Im vierten Viertel hatten wir gute Stops in der Defense, aber konnten offensiv nicht konsequent abschließen. Der Kampfgeist war auf jeden Fall da, die Jungs haben alles gegeben. Aber am Ende des Tages war Ulm die bessere Mannschaft, und das müssen wir akzeptieren. Es ist natürlich sehr enttäuschend, aber das gehört zum Sport dazu. Ich denke, es ist eine Lernphase für uns. Großen Respekt auch an den Gegner – sie hatten einen sehr guten Gameplan, besonders gegen Guy. Für ihn war es sehr schwer, seinen Rhythmus zu finden, und dadurch entstand zusätzlicher Druck auf die anderen Spieler. Am Ende des Tages waren wir nicht gut genug. Es gibt viele Dinge, die ich als Trainer verbessern kann. Trotzdem bin ich stolz auf die Jungs und stolz auf die Saison. Es ist ein bitteres Ende, aber wir müssen daraus lernen und weitermachen.“


