Nachberichte ProA Playoffs – Viertelfinale Spiel 3
12.05.2026 19:30 Uhr // BG Göttingen vs. Bozic Estriche Knights Kirchheim 82:89
Die BG Göttingen ist im Playoff-Viertelfinale der ProA weiter unter Druck geraten und liegt nach einer 82:89-Niederlage gegen die Bozic Estriche Knights Kirchheim in der Serie nun mit 1:2 zurück. Vor 2.274 Zuschauern in der Sparkassen-Arena entwickelte sich über weite Strecken ein intensives und ausgeglichenes Duell, das erst in der Schlussphase zugunsten der Gäste kippte. Dabei hatte Göttingen lange Zeit alles im Griff. Trotz des Ausfalls von Wes Dreamer fanden die Veilchen nach anfänglichen Schwierigkeiten immer besser ins Spiel und drehten nach einem Rückstand im ersten Viertel die Partie. Vor allem im zweiten Abschnitt zeigte das Team von Headcoach Fabian Strauß eine starke Reaktion, kämpfte sich zurück und ging mit einer 49:43-Führung in die Halbzeitpause.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Göttingen zunächst am Drücker und baute den Vorsprung zwischenzeitlich auf 14 Punkte aus. Maßgeblichen Anteil daran hatte einmal mehr Jordan Sears, der mit 29 Punkten der überragende Akteur auf dem Parkett war. Doch Kirchheim gab sich nicht auf. Angeführt von einem starken Tylan Pope, der mit 24 Punkten und 10 Rebounds ein Double-Double auflegte, sowie Chuck Harris kämpften sich die Gäste Stück für Stück zurück in die Partie. Ein 10:0-Lauf im dritten Viertel brachte die Knights wieder heran und leitete die Wende ein. Im Schlussabschnitt entwickelte sich schließlich ein offener Schlagabtausch mit mehreren Führungswechseln. In den entscheidenden Minuten zeigte sich Kirchheim abgeklärter. Während Göttingen offensiv zunehmend Probleme bekam, leistete sich Ballverluste und wichtige Würfe verfehlte, sicherten sich die Gäste entscheidende Rebounds und zweite Chancen. So setzten sich die Knights in der Crunchtime ab und brachten den Auswärtssieg letztlich souverän ins Ziel.
Göttingens Headcoach Fabian Strauß analysierte nach dem Spiel: „Kirchheim hat den Sieg in den letzten vier Minuten einfach deutlich mehr gewollt. Sie haben viele wichtige zweite Chancen und viele wichtige Rebounds geholt. Wir haben uns das Leben offensiv mit zwei, drei Turnovern zu viel schwer gemacht. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, das in beide Richtungen hätte gehen können. Wir haben es am Ende nicht mehr hinbekommen, der Physis standzuhalten. Am Donnerstag haben wir die Möglichkeit, die Serie wieder nach Göttingen zu holen – das ist unser Ziel.“ Auch Kirchheims Trainer Igor Perovic hob die Moral seines Teams hervor: „Es war ein sehr gutes Spiel, ein intensiver Kampf. Beide Teams haben alles gegeben. Wir lagen zwischenzeitlich 14 Punkte zurück, und es hat uns viel Energie gekostet, zurückzukommen. Ich spreche meinen Spielern definitiv ein großes Lob aus für den Glauben und den Spirit; das war schön zu sehen. Am Ende haben wir nur ein Spiel gewonnen, einen Schritt gemacht. Das nächste große Spiel ist am Donnerstag.“
12.05.2026 19:30 Uhr // Phoenix Hagen vs. PS Karlsruhe LIONS 79:70
Phoenix Hagen hat den Sweep perfekt gemacht und ist mit einem 79:70-Erfolg über die PS Karlsruhe LIONS souverän ins Halbfinale der ProA-Playoffs eingezogen. Vor 3.145 Zuschauern in der erneut ausverkauften Ischelandhalle sicherten sich die Hagener mit dem dritten Sieg im dritten Spiel das Weiterkommen und treffen nun auf Bremerhaven oder Quakenbrück. Dabei tat sich der Hauptrundenerste lange schwerer als es das Endergebnis vermuten lässt. Karlsruhe, mit dem Rücken zur Wand, startete mutig und erwischte den besseren Beginn. Immer wieder kamen die Gäste über zweite Chancen zu Punkten und hielten die Partie bis zur Halbzeit offen. Phoenix fand offensiv zunächst keinen Rhythmus, steigerte sich aber im zweiten Viertel und ging mit einer knappen Führung in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild dann entscheidend. Hagen bekam defensiv deutlich besseren Zugriff und ließ in der gesamten zweiten Hälfte nur noch 29 Punkte der Lions zu. Vor allem über Energie, Rebounding und Ballkontrolle setzten sich die Gastgeber Schritt für Schritt ab. Ein entscheidender Faktor war dabei Marvin Omuvwie, der mit großem Einsatz auf beiden Seiten des Feldes wichtige Impulse lieferte und maßgeblich daran beteiligt war, dass sich Phoenix zwischenzeitlich zweistellig absetzen konnte. Karlsruhe kämpfte sich zwar immer wieder heran, konnte den Rückstand aber nicht mehr entscheidend verkürzen. Spätestens im Schlussviertel kontrollierten die Hagener das Spielgeschehen und brachten den Sieg souverän über die Zeit. Damit endet für die Lions eine insgesamt starke Saison, während Phoenix mit breiter Brust ins Halbfinale einzieht.
Hagens Headcoach Chris Harris zeigte sich nach dem Spiel respektvoll gegenüber dem Gegner und gleichzeitig zufrieden mit der eigenen Entwicklung: „Unser größter Respekt geht an Karlsruhe. Die Lions haben eine tolle Saison gespielt, sich mit einem starken Lauf in die Playoffs gespielt und es uns deutlich schwerer gemacht, als die einzelnen Ergebnisse der Viertelfinalpartien vermuten lassen. Heute haben wir uns vor allem zum Start schwergetan, unseren Rhythmus zu finden. Das wurde nach der Pause besser, nachdem wir beim Rebound besser zugegriffen und im Angriff seltener den Ball verloren haben. Genau diese Qualitäten werden wir auch im Halbfinale noch mehr brauchen, egal auf welche Mannschaft wir dort treffen.“
13.05.2026 19:00 Uhr // Eisbären Bremerhaven vs. Artland Dragons 117:112
Die Artland Dragons sind nach einem echten Playoff-Krimi aus den ProA-Playoffs ausgeschieden. In einem spektakulären dritten Viertelfinalspiel mussten sich die Quakenbrücker den Eisbären Bremerhaven nach Verlängerung mit 112:117 geschlagen geben – damit geht die Serie mit 0:3 verloren, obwohl jedes Spiel bis in die Schlussphase offen war. Im Mittelpunkt stand dabei eine historische Vorstellung von Ben Burnham, die am Ende dennoch nicht zum Sieg reichte. Der MVP der Liga lieferte mit 46 Punkten, 8 Rebounds und sieben Dreiern eine Performance für die Geschichtsbücher ab und hielt sein Team über weite Strecken im Spiel. Unterstützt wurde er unter anderem von Amir Hinton und Buzz Anthony, doch gegen die mannschaftliche Geschlossenheit der Bremerhavener reichte selbst diese Offensivleistung nicht aus.
Wie schon in den ersten beiden Spielen entwickelte sich auch Spiel drei zu einem intensiven und ausgeglichenen Duell. Beide Teams lieferten sich über 40 Minuten einen offenen Schlagabtausch mit zahlreichen Führungswechseln. Die Dragons hatten dabei mehrfach die Kontrolle, konnten sich aber nie entscheidend absetzen, während Bremerhaven immer wieder Antworten fand – vor allem über ihre Big Men und zweite Chancen. Die dramatische Schlussphase bot alles, was Playoff-Basketball ausmacht. Burnham brachte die Dragons kurz vor Schluss sogar in Führung, doch Bremerhaven glich in letzter Sekunde aus und erzwang die Verlängerung. Dort zeigten die Gastgeber dann die größere Abgezocktheit. Angeführt von Elijah Miller und Jacob Biss trafen die Eisbären in den entscheidenden Momenten die besseren Entscheidungen, während sich bei den Dragons kleine Fehler und vergebene Chancen summierten.
Headcoach Hendrik Gruhn zeigte sich nach dem Spiel entsprechend emotional: „Glückwunsch an Steve und die Bremerhavener Mannschaft. Es war eine brutale Serie, die heute in dem besten Spiel gegipfelt ist. Wir haben alles reingeworfen und versucht, dieses Spiel hier zu gewinnen. Am Ende waren es Kleinigkeiten, die das Spiel entschieden haben. Zu viele Ballverluste, gerade im vierten Viertel. Natürlich bin ich stolz auf die Jungs, aber gerade ist einfach nur ein heftiger Schmerz da.“ Damit endet für die Artland Dragons eine starke Saison auf bittere Weise. Trotz des klaren 0:3 in der Serie war jedes Spiel hart umkämpft und wurde erst in den letzten Minuten entschieden. Die Eisbären Bremerhaven hingegen ziehen verdient ins Halbfinale ein – dort wartet nun mit Phoenix Hagen der Hauptrundenerste.
13.05.2026 19:30 Uhr // HAKRO Merlins Crailsheim vs. GIESSEN 46ers 88:86
Die HAKRO Merlins Crailsheim haben im Playoff-Viertelfinale ein wichtiges Lebenszeichen gesendet und sich im Kampf um das Halbfinale zurückgemeldet. Nach zuvor zwei Niederlagen gegen die GIESSEN 46ers gelang den „Zauberern“ ein knapper, aber enorm wichtiger 88:86-Erfolg, mit dem die Serie auf 1:2 verkürzt wurde. Von Beginn an war die Bedeutung der Partie in der Arena Hohenlohe spürbar. Beide Teams agierten mit hoher Intensität, unterstützt von lautstarken Fans auf beiden Seiten. Crailsheim erwischte mit einem 5:0-Start den besseren Beginn, doch wie schon in den Spielen zuvor entwickelte sich schnell ein enges Duell, in dem nahezu jeder Treffer einen Führungswechsel bedeutete. Erst im dritten Viertel konnten sich die Merlins etwas absetzen: Mit einem starken Lauf erspielten sie sich eine zwischenzeitliche 13-Punkte-Führung und schienen die Kontrolle zu übernehmen. Doch Gießen blieb seiner Linie treu und kämpfte sich zurück in die Partie, sodass es in der Schlussphase erneut hochspannend wurde.
Am Ende behielten die Merlins die Nerven und sicherten sich den verdienten Sieg, der die Serie wieder offen hält. Auffällig war vor allem die klare Leistungssteigerung der Crailsheimer. Offensiv zeigte sich das Team deutlich strukturierter und mannschaftlich geschlossener – 24 Assists sprechen für eine verbesserte Ballbewegung. Auch defensiv präsentierten sich die Merlins stabiler, steigerten sich bei den Ballgewinnen und agierten insgesamt wacher. Hinzu kam eine verbesserte Trefferquote sowohl von außen als auch aus dem Zweipunktebereich, was letztlich den Unterschied ausmachte. Nun steht für die HAKRO Merlins Crailsheim das nächste Schlüsselspiel an: Auswärts in Gießen bietet sich die Chance, die Serie endgültig auszugleichen und ein entscheidendes fünftes Spiel zu erzwingen. Klar ist dabei auch, dass erneut ein Spiel auf Augenhöhe zu erwarten ist – mit dem kleinen Vorteil, dass die Merlins den psychologischen Rückenwind auf ihrer Seite haben.


Foto: Lukas Steppkes