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Letzter Test zuhause gegen Gießen

Am kommenden Samstag um 19:30 Uhr absolvieren die Hamburg Towers ihr letztes Testspiel vor Beginn der neuen Spielzeit in der ProA. Gegner sind die Gießen 46ers, Meister der letzten ProA-Saison und einer von zwei Aufsteigern in die BekoBBL.

Mit den Gießen 46ers verbinden die Hamburg Towers ganz besondere Erinnerungen. Am 28. September 2015 gewannen die Towers das erste Pflichtspiel ihrer Vereinsgeschichte in Gießen mit 66:65. Überragender Akteur vor knapp einem Jahr war Michael Wenzl, der 19 Punkte und 13 Rebounds zum Sieg beisteuerte. Während für die Hamburg Towers das Erreichen der Playoffs im ersten Jahr bereits ein großer Erfolg war, verlief die Saison für Gießen, trotz der Auftaktniederlage, noch wesentlich besser.

Ungeschlagen aufgestiegen

Die 46ers belegten mit 21 Siegen und 9 Niederlagen nach der Vorrunde Rang drei in der Tabelle. In den Playoffs startete Gießen dann richtig durch. Sowohl gegen die MLP Academics Heidelberg, als auch gegen rent4office Nürnberg setzte sich die Mannschaft von Trainer Denis Wucherer jeweils glatt mit 3:0 Siegen durch. Im Finale gelang es den Gießenern dann sogar den großen Favoriten aus Würzburg in beiden Endspielen zu besiegen. Damit blieb Gießen nicht nur in 10 Playoffspielen ungeschlagen, sondern sicherte sich nach zwei Jahren ProA den Wiederaufstieg in die BekoBBL. Aus der höchsten deutschen Spielklasse war der Verein nach 46 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit 2013 abgestiegen.

Für die neue Saison haben die 46ers ihren Kader zwar umgebaut, den Kern der Meistermannschaft aber zusammengehalten. Neu im Team ist allerdings ein echter Globetrotter. Forward/Center Suleiman Braimoh spielte bereits für Teams in Japan, Kater und Mexiko. Der 25-jährige kam im Sommer von den Hawke’s Bay Hawks aus der neuseeländischen NBL nach Hessen. Forward Ethan Wragge war im europäischen Ausland unterwegs, und zuletzt für Bilbao Basket in Spanien aktiv. Für Gießen wird in der neuen Saison der Klassenerhalt im Fokus stehen. Der Verein möchte sich, nach zuletzt turbulenten Jahren, sportlich und wirtschaftlich wieder in der BekoBBL etablieren.

Dabei befinden sich die 46ers offensichtlich auf dem richtigen Weg. In den bisherigen Testspielen konnten u.a. die BBL-Teams aus Bremerhaven, Hagen und Bayreuth besiegt werden. „Gießen hat eine sehr gute Vorbereitung gespielt“, bewertete auch Towers-Trainer Hamed Attarbashi die Entwicklung bei den Hessen positiv.

Weiterhin dünne Personaldecke bei den Towers

Bei den Gastgebern ist die Lage dagegen weiterhin angespannt. Aufgrund von Krankheit stehen vermutlich nur acht Spieler im Kader der Towers. Für Trainer Hamed Attarbashi geht es vor allem darum die Mannschaft jetzt auf einen Leistungslevel zu bekommen. „Wir haben viele Spieler die einen unterschiedlichen Fitnesszustand haben, weil die Vorbereitung für uns sehr zerpflückt war“, verdeutlichte der Coach noch einmal, was das Problem der letzten Wochen war. „Wir haben noch nicht ein einziges Mal die ganze Mannschaft beisammen gehabt.“

SC Rist Wedel im Spiel gegen Cuxhaven

Der Samstag steht aber nicht nur im Zeichen der Hamburg Towers. Die Basketballfans aus Hamburg haben die Gelegenheit, die besten Basketballer aus der gesamten Region in Aktion zu erleben. Bereits um 16:30 Uhr spielt der Kooperationspartner der Hamburg Towers SC Rist Wedel gegen den Regionalligisten Rot-Weiß Cuxhaven. Insgesamt fünf Spieler der Towers (Baues, Kindzeka, Stielow, Olinde, Larysz) haben eine Doppellizenz und können auch für Wedel auflaufen.

Die Eintrittskarten am Samstag kosten 10 Euro und sind für beide Spiele gültig. Einlass in der Inselpark-Arena ist ab 16:00 Uhr.

Zeitplan Samstag 19. September 2015

16:00 Uhr Öffnung Inselpark-Arena
16:30 Uhr SC Rist Wedel vs. Rot-Weiß Cuxhaven
19:30 Uhr Hamburg Towers – Gießen 46ers

Testlauf am Sonnabend gegen Cuxhaven

Die neue Saison in der 2. Basketball-Bundesliga ProB nähert sich mit großen Schritten und die Herren des SC Rist Wedel absolvieren am Sonnabend (19. September) ihre Generalprobe gegen den Regionalligisten Rot-Weiß Cuxhaven. Die Partie findet um 16:30 Uhr in der Inselparkhalle in Wilhelmsburg statt.

Für die Wedeler Fans bietet sich also eine tolle Gelegenheit, die Heimat unseres Kooperationspartners Hamburg Towers kennenzulernen. Im Anschluss an das Spiel der Rister testen die Towers um 19:30 Uhr gegen Erstligaaufsteiger Gießen. Für 10 Euro kann man sich beide Spiele anschauen – und als Einstimmung auf die neue Saison einen tollen Basketball-Sonnabend verbringen.
„Wir wollen jede Möglichkeit nutzen, um uns in Hinblick auf das erste Saisonspiel nächste Woche in Bochum zu verbessern. Gegen Cuxhaven erwartet uns ein weiteres anspruchsvolles Vorbereitungsspiel“, sagt Michael Claxton. Ihm gehe es vor allem darum, dass seine Mannschaft weiter zusammenwachse und die Systeme einschleife, so der Wedeler Headcoach.

Das „Hinspiel“ gegen Cuxhaven gewannen die Rister am vergangenen Wochenende mit 87:81. Cuxhavens Trainer Moris Hadzija, der 2009 mit dem SC Rist bekanntermaßen den Meistertitel in der 1. Regionalliga gewann, hat nach dem Rückzug der Niedersachsen aus der ProA eine starke Mannschaft zusammengestellt, die in der Regionalliga ganz vorne mitmischen dürfte. Der US-Amerikaner Deon Mitchell führt im Spielbau Regie, der kanadische Flügelspieler Kris Douse hat seine Klasse bereits bei mehreren Klubs in Deutschland unter Beweis gestellt. Zudem hat Hadzija vier kroatische Landsmänner an die Küste geholt.

Saisoneröffnungsfeier im Highlight

Der SC Rist Wedel lädt herzlich zur Saisoneröffnungsfeier am 10. September (ab 17 Uhr) ins Highlight Wedel (Bekstraße 22) ein! Wir wollen gemeinsam mit Mitgliedern, Fans und Freunden den Beginn der Saison freudig einläuten und bei einem gemütlichen Grillabend in familiärer Atmosphäre gerne auch die vergangene Saison Revue passieren lassen. Und natürlich auf die neue vorausschauen!

Für das leibliche Wohl wird das Highlight sorgen und Getränke, Salate sowie Leckeres vom Grill zu günstigen Preisen anbieten. Neben lockeren Gesprächen unter Fans, mit Spielern und Trainern wird es eine Freiwurf-Challenge (präsentiert vom Hamburger Abendblatt), die Live-Übertragung des EM-Spiels Deutschland gegen Spanien und einen Schlag-den-Profi-Contest an der Spielkonsole geben, um nur einige Highlights des Abends zu nennen.

Härtetest für dezimierte Herzöge

Einen hochklassigen Gegner empfangen die MTV Herzöge Wolfenbüttel am morgigen Samstag. Mit dem SC Rist Wedel heißt das Team von Coach Ralf Rehberger keinen geringeren als den aktuellen ProB-Vizemeister willkommen. Nach dem vermeintlich lockeren Aufgalopp gegen Regionalligist Aschersleben also ein echter Härtetest. Sprungball ist um 20 Uhr in der Halle am Landeshuter Platz.

Nach der Rückkehr von Marius Pöschel hat Rehberger inzwischen seinen Kader beisammen, jedoch gleichzeitig die ersten neuen Verletzungen zu beklagen. Neben Demetrius Ward, der nach seiner Schienbein-OP noch nicht wieder im Training steht, mussten zuletzt Adrian Didovic und Ivan Emanuely aufgrund von Rücken- bzw. Adduktorenproblemen sowie Lars Lagerpusch nach einer Zahn-OP pausieren. Etwas schlimmer erwischt hat es dagegen Flügelspieler Robin Amaize, der im Training der Basketball Löwen Braunschweig unglücklich aufkam und sich eine Prellung des Mittelfußknochens zuzog, die ihn nun zu einigen Tagen Pause zwingt.

Ralf Rehberger: „Wir haben uns im Training schon gut weiterentwickelt, jetzt gilt es die neuen Inhalte im Spiel umzusetzen. Wenn das morgen gut funktioniert ist das Ergebnis gegen einen so starken Gegner wie Wedel zweitrangig.“

Der Eintritt beträgt 6 Euro (ermäßigt 3 Euro), alle Dauerkartenkäufer der neuen Saison haben freien Eintritt. Einlass ist ab 19:15 Uhr.

Der SC Rist sagt Danke!

Das Aufgebot der Rister für die kommende Saison in der 2. Basketball-Bundesliga ProB ist vollständig. Das bedeutet, dass mit Jonas Laatzen, Christopher Geist, Lennart Liebke und Jamo Ruppert vier Spieler des Kaders der vergangenen Saison nicht mehr dabei sind. Der SC Rist dankt ihnen herzlich für ihren Einsatz und ihre Dienste in der Spielzeit 2014/15 sowie in den zurückliegenden Jahren.

Ein besonderes Dankeschön gilt Laatzen, dem Publikumsliebling und Wedeler Dreierkönig. Seit 2008 gehörte er zum Kader, gewann mit den Ristern den Meistertitel in der Regionalliga Nord und war auch in den folgenden sechs ProB-Jahren eine Konstante der Mannschaft. Laatzen bestritt seit dem Aufstieg 99 Partien in der ProB und bestach vor allem durch seine Qualitäten als Distanzschütze. Auch wenn seine Einsatzzeit oft gering war, gab der 25-Jährige im Training und im Spiel stets Vollgas, legte eine hervorragende Einstellung an den Tag und war ein ganz wichtiger Bestandteil der Mannschaft und des Erfolges in den vergangenen Jahren.

Dreiklang für ein großes Talent

Louis Olinde steht vor einer ersten „richtigen“ ProB-Saison mit dem SC Rist. Der 17-Jährige will sich in Wedel Spielzeit erkämpfen, in der NBBL führen und auch im Towers-Training lernen.

Bereits in der vergangenen Saison gehörte Louis Olinde zum Wedeler Kader für die 2. Basketball-Bundesliga ProB, zum Einsatz kam der 17-Jährige aber noch nicht. „Wir freuen uns, dass er jetzt seine erste komplette ProB-Saison in Wedel bestreiten wird und wollen ihn in seiner Entwicklung weiterbringen“, sagt Trainer Michael Claxton. Er bescheinigt dem zwei Meter langen Shooting Guard und Flügel großes Potential und sehr gute Anlagen, zusätzlich zu den Einheiten in Wedel trainiert Olinde auch bei den Hamburg Towers mit und steht vor seiner zweiten NBBL-Saison mit den Piraten.

Was hat er sich mit dem SC Rist vorgenommen? „Das, was ich kann, will ich einbringen und versuchen, es mit dem Team so weit wie möglich zu bringen“, sagt der 17-Jährige, der im Sommer 2014 mit der U16-Nationalmannschaft an der Europameisterschaft in Lettland teilnahm. Der Schritt, nun in der ProB um Spielzeit zu kämpfen, verbunden mit der Herausforderung, es im Training und in den Partien mit älteren und erfahreneren Akteuren aufzunehmen, sei jetzt der richtige für ihn, so Olinde: „Es ist alles viel professioneller und geht in die Richtung, in die ich später auch möchte, also Profi-Basketball.“ Das gelte nicht nur für die sportlichen Anforderungen, die fortan warten, sondern auch die geographischen: „Wenn ich bisher mit BCH gespielt habe, war das immer in Norddeutschland, die ProB ist deutschlandweit.“ In der 2. Regionalliga absolvierte Olinde in der zurückliegenden Saison 13 Einsätze und markierte dabei im Durchschnitt 10,5 Punkte pro Begegnung, rangierte also unter den besten Korbschützen des BC Hamburg.

„Trotz seiner Größe ist Louis enorm beweglich, er ist vielseitig und hat einen sicheren Wurf“, urteilt der Sportliche Leiter des SC Rist, Christoph Roquette. Bei den NBBL-Piraten trumpfte Olinde in der Saison 2014/15 auch als zweitbester Rebounder der Mannschaft auf und etablierte sich in seinem ersten Jahr in der U19-Bundesliga prompt als Stütze – so soll es weitergehen: „Leistungsträger des Teams zu sein, das Team zu führen und voranzugehen“, lauten seine Vorhaben für die neue NBBL-Spielzeit. „Ich gehöre zwar noch zum jüngeren Jahrgang, aber ich glaube trotzdem, dass ich schon ein Vorbild für andere sein kann und vorangehen muss“, so Olinde.

In der NBBL Führungsaufgaben übernehmen, in Wedel um Spielzeit kämpfen und Erfahrung in der ProB sammeln sowie bei den Towers zusätzlich lernen – dieser Dreiklang wird auch von seinem Vater Wilbert genau verfolgt. Mit UCLA wurde der 60-Jährige College-Meister, mit Göttingen deutscher Meister – natürlich hat er da auch mal einen Ratschlag für den Sohn zur Hand: „Wenn ihm etwas an meinem Wurf auffällt, sagt er mir das. Aber es geht oft nicht um das Spiel, sondern meistens eher um die geistigen Sachen sozusagen: Wie ich fokussiert bleiben kann und solche Dinge“, erzählt Olinde junior, der den Sommer unter anderem genutzt hat, um am Ballhandling und eben seinem Wurf zu arbeiten. „Ganz oben auf der Liste stand für mich aber, erst mal wieder gesund zu werden, denn ich hatte in der letzten Saison des Öfteren Probleme mit dem Fuß. Auf einhundert Prozent zu kommen, war das Wichtigste“, sagt der 17-Jährige. Und zweifellos eine Voraussetzung, um in der neuen Saison anzugreifen.

Lennard Larysz weiterhin in Gelb unterwegs

Der 17-Jährige hat in seiner ersten ProB-Saison einen guten Eindruck hinterlassen und soll beim SC Rist Wedel künftig mehr Verantwortung übertragen bekommen.

Wer als Spielmacher die Strippen zieht, der braucht einen kühlen Kopf und einen klaren Blick. Und der muss sagen, wo es langgeht. Als Lennard Larysz in der vergangenen Saison mit 16 Jahren seine Feuertaufe in der 2. Basketball-Bundesliga ProB feierte, tat er das wie selbstverständlich. Er dirigierte und lenkte, auch wenn die Spielzeit mit achteinhalb Minuten pro Partie mitunter noch knapp bemessen war. Doch für Trainer Michael Claxton war schnell klar: Lenny soll in der neuen Saison mehr Verantwortung tragen. So ist es vorgesehen.

„Nachdem er in seinem ersten ProB-Jahr wertvolle Erfahrung gesammelt hat, ist Lenny gut gerüstet, um in seiner zweiten Saison noch mehr beizutragen“, sagt Claxton. Christoph Roquette, der Sportliche Leiter der Rister, ergänzt: „Wir haben keine Zweifel daran, dass er das meistert, da er trotz jungen Alters schon ein hohes Spielverständnis und große Übersicht auf dem Feld hat. Zudem ist er ein guter Schütze von außen.“

Die Erwartungen der Verantwortlichen decken sich mit den Ambitionen, die der 17-jährige Spielmacher für sich in Hinblick auf die neue Saison formuliert hat: „Ich möchte regelmäßig auf dem Feld stehen und mehr Verantwortung übernehmen, vor allem auch jetzt, da René verletzt ist. Und ich will anfangen, als Point Guard als Anführer zu fungieren“, sagt Larysz.

23 Spiele (mit zwei Punkten sowie einem Assist im Schnitt) absolvierte er für den SC Rist in der vergangenen Saison, im Halbfinale gegen Iserlohn sowie in den beiden Endspielpartien gegen Oldenburg fehlte er allerdings verletzungsbedingt. Zusätzlich zu seinen Auftritten im Wedeler Trikot kamen deren 14 mit den Piraten in der NBBL (13 Punkte, 4,7 Rebounds, 3,3 Assists, 1,7 Ballgewinne im Schnitt).

Den jungen Aufbauspielern Larysz, Abdulai Abaker und René Kindzeka einen passenden „Leitwolf“ an die Seite zu stellen, war während der Spielersuche in diesem Sommer ein entscheidendes Kriterium für Claxton und Roquette. Auch aus diesem Grund fiel die Wahl auf Isaac Gordon, der eine ähnliche Rolle bereits in Irland einnahm und nun den Jungspunden in Wedel als Nebenmann dienen soll. Larysz weiß, wie wertvoll erfahrene Mannschaftskollegen für die eigene Entwicklung sein können, schließlich hat er sich selbst in der vergangenen Spielzeit von Roquette, Watkins und Co. einiges abgeschaut, vor allem aber eines: „Das Auftreten“, sagt er. „Ich habe mir abgeschaut, wie man auftreten und mit welcher Einstellung man ins Training und ins Spiel gehen muss.“ Beim BC Hamburg hatte Larysz bereits vor seinen ersten ProB-Schritten überzeugende Auftritte in der 2. Regionalliga absolviert, doch zwei Klassen höher ging es dann noch mal anders zur Sache: „Vor allem das Tempo und die körperliche Spielweise waren zuerst schwer“, so der 17-Jährige. Und noch etwas hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen: „Es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht, vor so vielen Fans zu spielen“, sagt er. Vielleicht spielt er eines Tages vor noch mehr Zuschauern? Dann nicht mehr in Wedel, sondern in Wilhelmsburg?

Mit Hamed Attarbashi und Melvyn Wiredu, Headcoach beziehungsweise Athletiktrainer der Hamburg Towers, arbeitete Larysz in der spielfreien Zeit während des Sommers intensiv und nimmt auch am Mannschaftstraining der Towers teil. Schweiß und Fleiß sollen Früchte tragen – darauf setzen die Rister: „Spielzeittechnisch warten auf Lenny jetzt größere Aufgaben als letzte Saison“, sagt Roquette.

Der Mann unter dem Korb ist da

Für Michael Bradley ist der SC Rist die erste Station nach dem Ende seiner College-Laufbahn. In Wedel will und soll der US-Amerikaner sein großes Potential ausschöpfen.

Kann man sich wirklich vorstellen, dass Michael Bradley mal den Spitznamen „Shorty“ trug? Nun, es stimmt. Dabei ist der neue Center des SC Rist Wedel (2. Basketball-Bundesliga ProB) genau das nicht, klein nämlich. 2,08 Meter misst der 23-jährige US-Amerikaner aus Chattanooga (Bundesstaat Tennessee) vom Schopf bis zum großen Zeh und soll Größe, Masse und Klasse künftig gewinnbringend zugunsten der Rister einsetzen.

„Ich freue mich sehr, dass ich meine Basketball-Karriere im Ausland fortsetzen kann“, sagt Bradley, der im Frühjahr seine Universitätslaufbahn beendete, in der es an Höhen und Tiefen nicht mangelte. „Aufgrund von Verletzungen und Rückschlägen bin ich erst in meiner Abschlusssaison so richtig zur Geltung gekommen“, blickt er zurück. Für die Samford University verbuchte Bradley in der Spielzeit 2014/15 im Durchschnitt 6,7 Punkte und 5,4 Rebounds. Claxton spricht vom „großen Potential“, das in Bradley schlummere, ihm gefällt, dass der Neuzugang Körpergröße und Athletik vereine. „Mike ist ein richtiger Center, der das Geschehen auf dem Feld verschiedenartig bestimmen kann“, meint Claxton. „Wir erwarten von ihm, dass er uns in der Offensive unter dem Korb und aus der Mitteldistanz hilft. Auch in der Verteidigung soll er ein Eckpfeiler sein. Er kann Würfe blocken und Rebounds holen und soll damit ein wichtiger Faktor beim Umschalten von Defensive auf Offensive werden“, erläutert Claxton.

Bevor Bradley 2013 zu den Samford Bulldogs nach Birmingham (Bundesstaat Alabama) wechselte, hatten ihm unter anderem Verletzungsprobleme zu schaffen gemacht. Nach zwei Jahren an der University of Connecticut und einer Saison an der Vincennes University standen für ihn nur neun Einsätze zu Buche – so war das nicht geplant. Geduld wahren und weiterarbeiten hieß die Devise, die sich dann bei Bradleys letzter College-Station auszahlte. Dabei stets im Hinterkopf: Das Ziel, zunächst die Uni abzuschließen und dann eine Profilaufbahn einzuschlagen. „Das war immer mein Traum“, sagt der 23-Jährige. „Der Basketball hat mir ermöglicht, manche Teile der Welt zu sehen, die ich ohne den Sport wohl nie gesehen hätte. Ich freue mich, jetzt noch weitere Orte zu kennenzulernen“, sagt Bradley.

Laufen, Gewichte stemmen und Einheiten unter dem wachsamen Auge von Adrian Williamson, einem Fitmacher aus Nashville, gehörten für Bradley zum Alltag, seitdem er das Trikot der Samford University an den Nagel gehängt hat. Und um den Spielrhythmus beizubehalten, boten Sommerligen die passende Gelegenheit. Und jetzt der SC Rist Wedel: „Die Gespräche mit Michael Claxton waren sehr gut. Sein Interesse und das Vertrauen, das er in mich setzt, gehören zu den wichtigsten Gründen, warum ich mich entschlossen habe, das Angebot anzunehmen“, sagt Bradley. „Die Tatsache, dass er auch Amerikaner ist, wird mir die Eingewöhnung erleichtern.“

Nachwuchstrainer-Ausbildungsprogramm mit drei Trainerstudenten aus der 2. Basketball-Bundesliga

Im Rahmen des Nachwuchstrainer-Ausbildungsprogrammes der Beko BBL und der 2. Basketball-Bundesliga starten sechs junge Nachwuchstrainer in das erste Semester. Im bereits dritten Jahrgang sind unter ihnen diesmal auch drei Trainerstudenten der ProA und ProB.

Das Nachwuchstrainer-Ausbildungsprogramm umfasst eine dreijährige berufsbegleitende Weiterqualifizierung von Nachwuchstrainern. Finanziert wird es vom Ausbildungsfonds, in den die 18 Clubs der Beko BBL sowie die 40 Clubs aus ProA und ProB einzahlen.

Das Trainerprogramm soll vor allen Dingen die enorm angestiegene Nachfrage an Jugend-Trainern befriedigen. Vereine wie ALBA BERLIN und die Brose Baskets haben bereits in der Vergangenheit vereinsintern ein Nachwuchskonzept etabliert. Vorreiter für das Trainerprogramm der Beko BBL und der 2. Basketball-Bundesliga war allerdings die vereinsinterne Ausbildung der EWE Baskets Oldenburg. Diese war maßgeblich vom damaligen Assistenztrainer und Nachwuchskoordinator Ralph Held entwickelt worden.

Drei Trainerstudenten aus der 2. Basketball-Bundesliga im ersten Semester

Das Trainerprogramm geht in diesem Jahr bereits in die dritte Saison. Neben ALBA BERLIN, dem FC Bayern München Basketball und den EWE Baskets Oldenburg sind im dritten Jahrgang auch drei Klubs der 2. Basketball-Bundesliga vertreten.

Trainerstudenten

Der aus Montenegro stammende Savo Milovic kommt vom ProA Club Dragons Rhöndorf. Er kam mit 15 Jahren nach Deutschland und spielte unter anderem bei den Dragons Rhöndorf und Rheinenergie Köln. Nachdem er sechs Jahre lang in Slowenien als Spieler tätig war, kehrte er in der letzten Saison zu den Dragons Rhöndorf zurück. Auf Grund der anstehenden dreijährigen Trainerausbildung wird es für Milovic die letzte Saison im Drachen Trikot sein. Zukünftig soll er mehr und mehr als Trainer Fuß fassen und in den verschiedenen Leistungsbereichen des Bonn/Rhöndorf Programms arbeiten.Im nächsten Jahr wird er sich vorrangig um den Mini- sowie den U-10 Bereich beider Vereine kümmern.

Vom ProB Nord Club SC Rist Wedel wird Fabian Strauß in das Trainernachwuchsprogramm starten. Der 1,93 Meter große Flügelspieler kam eher zufällig zum Basketball. Der eigentliche Fußballer wechselte auf das Sportgymnasium Jena, wo er sofort mit dem Basketballvirus infiziert wurde. Drei Jahre lange spielte er für Jena in der NBBL. In der Saison 12/13 schaffte er den Sprung in die ProA, ehe er 2013 zum SC Rist Wedel in die ProB wechselte. Neben seiner aktiven Spielerkarriere trainiert der 22-Jährige verschiedene Schulklassen und U12/U14 und U18 Teams.

Der Dritte im Bunde ist Stanley Witt von den ROSTOCK SEAWOLVES. Durch ein freiwillig soziales Jahr kam Witt 2014 nach Rostock. Vorher trainierte er neben dem Abitur unter anderem den TSV Hagen 1860 im Mini-Bereich und der JBBL. Seine aktuellen Aufgaben sind die Heranführung der U16 an die JBBL, die Betreuung von Grundschulliga Teams und Individual Training an Partnerschulen. Für ihn ist das dreijährige Nachwuchstrainerprogramm eine einmalige Chance:

„Ich denke, es ist eine super Möglichkeit, mich als Coach weiterzuentwickeln und von guten Coaches aus ganz Deutschland zu lernen. Die Online-Arbeit mit edubreak regt immer an, sich selbst zu reflektieren und bringt mich dazu, über meine Arbeit nachzudenken! Es ist zwar sehr umfangreich, aber die Aufgaben helfen beim Trainingsalltag ungemein. Ich habe mich für die ersten drei Jahre in dieser Ausildung entschieden, weil ich in eine Basketballfamilie hineingeboren wurde, mein Leben lang schon mit Basketball zu tun habe und einfach eine Leidenschaft dafür habe, mit jungen Talenten zu arbeiten und sie weiterzuentwickeln.“

Auch in den beiden anderen Jahrgängen ist die 2. Basketball-Bundesliga durch zwei Nachwuchstrainer vertreten. Stefan Mähne von den OeTTINGER Rockets Gotha startet bereits in sein zweites Semester. In sein letztes Jahr geht Christian Meichsner von den NINERS CHEMNITZ.

Trainerstudent Christian Meichsner von den NINERS Chemnitz (Zweiter von links) beim gemeinsamen Training mit dem Athletik-Coach des Deutschen Basketball Bundes Marcus Lindner

Am 10. August starten die sechs Neulinge in den Trainerlehrgang in Berlin, wo sie bereits einen Teil der 18 Module belegen werden, die für die Ausbildung nötig sind. Neun Module beschäftigen sich mit den sportwissenschaftlichen Bereichen, die allgemein für die Arbeit als Trainer wichtig sind. Die anderen neun Module behandeln Basketball Themen wie offensive Grundtechnik, Wurf oder Athletik. Jedes Modul wird von einem verantwortlichen Referenten betreut.

Auf die sechs neuen Trainerstudenten warten unter anderem Referenten wie Trainer Stefan Weissenböck von den Brose Baskets, der sich um die offensive Grundtechnik kümmert. Außerdem werden mit ALBA Co-Trainer Thomas Päch (defensive Grundtechnik) und Prof. Dr. Martin Lames (TU München) namenhafte Referenten mit den sechs Neulingen arbeiten.
Nicht nur Referenten helfen den Nachwuchstrainern in ihrer dreijährigen Ausbildung. Jedem Trainerstudent wird zu Beginn ein Ausbildungsleiter des eigenen Clubs zugeteilt. Außerdem unterstützen erfahrene Trainerausbilder bei den gemeinsamen Lehrgängen und besuchen die Trainerstudenten bei der täglichen Arbeit vor Ort im Verein.

Virtuelles Lernen mit edubreak®-SportCampus

Bereits vor dem Starts des Lehrgangs können alle Trainerstudenten durch „Social Video Learning“ interaktiv arbeiten. Die Nachwuchstrainer bekommen eine Aufgabe gestellt und erstellen selbst Videos und Videokommentare aus dem Trainingsalltag. Relevante Situationen kommentieren sie mit punktgenauen Videokommentaren und anschließend können sich alle Nachwuchstrainer sowohl in der Lerngruppe als auch mit Referenten austauschen.

Hospitationen und Toptrainer

Ergänzend zu der Ausbildung im Verein und dem Trainerlehrgang in Berlin umfasst das Nachwuchstrainer-Ausbildungsprogramm verschiedene Hospitationen bei anderen Clubs. Die Trainerstudenten sind jeweils eine komplette Woche bei anderen Bundesligaclubs vor Ort, beobachten die Trainingseinheiten der Jugend- und Profimannschaften und lernen von nationalen Spitzentrainern. Jeder Trainerstudent hospitiert für einen Sommer bei Jugendnationalmannschaften und besucht eine Jugendeuropameisterschaft. Dort sammelt er zusätzliche Erfahrungen als Videoanalyst und arbeitet an der nationalen Wettkampfdiagnostik mit. Im dritten Ausbildungsjahr hospitiert jeder Trainerstudent für zwei Monate im Ausland bei einem international führenden Basketballclub. Im Rahmen von gemeinsamen Lehrgängen treffen die Trainerstudenten hierbei auf nationale und europäische Toptrainer.

„Wir freuen uns, dass im dritten Jahrgang gleich drei junge Nachwuchstrainer der 2. Basketball-Bundesliga in das gemeinsame Trainerprogramm mit der Beko BBL aufgenommen wurden. Vor ihnen liegt eine intensive aber auch vor allem lehrreiche Qualifizierung, die modernste Methodiken und Praxisnähe vereint. Es ist schön zu sehen, dass die Bundesligisten verstärkt Wert auf hauptamtliche Strukturen im Nachwuchs setzen. Wir begrüßen dies sehr“, so der Geschäftsführer der 2. Basketball-Bundesliga Daniel Müller.

Wir wünschen den drei Erstsemstlern alles erdenklich Gute und einen guten Start ins erste Ausbildungsjahr!

Schnelligkeit ist seine Sache

Die Rister haben ihr Aufgebot für die kommende Saison mit einem weiteren Talent verstärkt: Der 19-jährige Abdulai Abaker wechselt aus Bremerhaven nach Wedel.

„Wir sind froh, dass wir ihn in mehreren Gesprächen überzeugen konnten, in seine Heimat zurückzukehren“, sagt der Sportliche Leiter Christoph Roquette. Abaker ist Hamburger und lief in der vergangenen Saison für die BSG Bremerhaven in der 2. Regionalliga sowie für die Eisbären Bremerhaven in der U19-Bundesliga NBBL auf.

„Abdulai ist sehr explosiv und schnell, er wird viel von Isaac Gordon profitieren und lernen“, so Roquette. In der NBBL erzielte er im Schnitt 14,6 Punkte, 5,1 Assists, 3,9 Rebounds und 2,8 Ballgewinne pro Partie. Auch in der 2. Regionalliga bewies er seine Qualitäten und verbuchte durchschnittlich 14,9 Zähler.

NBBL

Abdulai Abaker (mit Ball und weißem Trikot) Foto: SC Rist Wedel

„In Wedel kann ich mich sportlich weiterentwickeln, und ich wollte den nächsten Schritt wagen“, sagt Abaker. „Ich habe zwei Jahre in der 2. Regionalliga gespielt und denke, es ist Zeit, in eine höhere Liga zu gehen.“ Mit der neuen Spielklasse kommen auch neue Herausforderungen – und diese möchte der 19-Jährige nicht ohne gründliche Vorbereitung antreten. „Ich verbringe viel Zeit im Kraftraum“, sagt er. „Dazu arbeite ich an meinem Wurf und am Ballhandling, also die typischen Sachen wie jeden Sommer. Mein Hauptaugenmerk liegt im Moment aber darauf, athletischer und stärker zu werden“, so der 1,83 Meter große Aufbauspieler.

So flink sich Abaker auf dem Feld bewegt, so rasch treibt er auch seine sportliche Laufbahn voran. Es begann in einem Camp der Piraten: „Da habe ich angefangen, ein bisschen Basketball zu zocken und habe dann Lust darauf bekommen“, erzählt er. Beim ETV („Ich habe da um die Ecke gewohnt“) erhielt er seine basketballerische Grundausbildung und trainierte zudem bei den JBBL-Piraten mit. „Gespielt habe ich für die Piraten aber nicht, denn da hatte ich ja gerade erst mit Basketball angefangen“, erinnert er sich. Dank Talent und vor allem viel Trainingsfleiß arbeitete sich Abaker in Richtung U19-Bundesliga vor: „Bei den Piraten habe ich den Sprung in die NBBL nicht geschafft, wurde aber bei den Sharks genommen und habe da meine erste NBBL-Saison verbracht und nebenbei immer noch beim ETV gespielt.“

 

Zur Saison 2013/14 wechselte er zum MTV Bad Bevensen Lüneburg, wurde in der 2. Regionalliga auf Anhieb zum Leistungsträger. „In Lüneburg konnte ich als junger Guard gleich viel spielen und starten und hatte ein gutes Verhältnis zum Trainer“, sagt Abaker. Mit dem Abitur in der Tasche zog es ihn 2014 dann nach Bremerhaven. Dort absolvierte er ein Praktikum und sammelte auch in sportlicher Hinsicht weitere wichtige Erfahrung in NBBL und 2. Regionalliga. Eine Basketball-Karriere mit höchster Geschwindigkeit – auch nun, den nächsten Schritt tätigend, will Abdulai Abaker weiter auf die Tube drücken.