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Verstärkung aus Missouri

Wenn Casey Teson Ende des Monats ins Mannschaftstraining einsteigt, hat er eindeutig die längste Anreise aller Rister hinter sich. Der 23-Jährige stammt aus Saint Charles im US-Bundesstaat Missouri und beginnt in Wedel seine Profikarriere.

Es sind gleich mehrere Aspekte, die die „Ami-Findungskommission“ bestehend aus dem Trainergespann Benka Barloschky/Stephan Blode und dem Sportlichen Leiter Christoph Roquette dazu bewog, Teson an den Steinberg zu lotsen. Der 1,88 Meter große US-Amerikaner soll seine Offensivqualitäten einbringen, seine am College unter Beweis gestellte Treffsicherheit beim Distanzwurf in Wedeler Dienste stellen und je nach Bedarf auf den Positionen eins und zwei zum Einsatz kommen.

„Justus Hollatz wird auch in der Bundesliga eingebunden sein und bei uns nicht jedes Spiel machen. Da sind wir ganz realistisch“, sagt Barloschky.

Deshalb sei es wichtig gewesen, einen Spieler an Land zu ziehen, der in der Lage ist, im Aufbau die Fäden zu ziehen, wenn der etatmäßige Spielmacher mit den Hamburg Towers unterwegs ist.

Die persönlichen Gespräche mit Teson sowie mit seinem Collegetrainer untermauerten den Eindruck. „Er möchte diese Chance nutzen, ins Profitum hereinzukommen“, so Roquette. „Wir konnten ihn auch damit überzeugen, dass wir das schon mit mehreren Amerikanern wie Diante Watkins oder zuletzt Ryan Logan vollzogen haben, die alle bei uns ein gutes Karrieresprungbrett hatten“, erläutert der Sportchef, der bei seinem Telefonat mit dem Amerikaner förmlich die Flammen aus der Leitung schlagen sah. „Er wollte gleich wissen, wie wir trainieren. Klar wird auf ihn einiges Neues zukommen, aber ich habe herausgehört, dass er dafür bereit ist. Und er brennt jetzt schon“, erläutert Roquette. Des Trainers Eindruck ist deckungsgleich:

„Casey ist hungrig, er ist jung und will etwas erreichen. Das alles hat uns so überzeugt, dass wir gesagt haben: Geben wir dem Jungen mal eine Chance“, so Barloschky.

Teson habe an der Maryville University in der NCAA 2 eine Führungsrolle inne gehabt, weiß Barloschky zu berichten. 19,2 Punkte pro Spiel erzielte er in der vergangenen Saison, wies eine Dreierquote von 41,4 Prozent auf, traf 88 seiner 100 Freiwürfe und war zweitbester Vorbereiter seiner Mannschaft. „Wir wollten einen Spieler, der schon Verantwortung übernommen hat und nicht zum Beispiel in der NCAA 1 ein Mitläufer war. An seinem College musste Casey Verantwortung tragen und war der wichtigste Mann“, sagt Roquette.

Unterdessen hat die Liga den Spielplan für die kommende Saison veröffentlicht: Der SC Rist hat am ersten Spieltag (22. September, 17:00 Uhr) Heimrecht und empfängt Oldenburg in der Steinberghalle, in der folgenden Woche ist man in Bochum und dem ehemaligen Wedeler Trainer Felix Banobre zu Gast. Zum Gesamtspielplan…

 

(SC Rist Wedel)

Keiner arbeitet so hart wie Linus Hoffmann

Training, Spiele, Schulunterricht und Hausaufgaben sind nur vier Anforderungen an einen Jugendleistungssportler. Viel zu tun, viel zu bedenken. Linus Hoffmann ist nicht nur ein großes Basketball-, sondern auch ein Organisationstalent, sagt Benka Barloschky, Trainer der Wedeler Herrenmannschaft, und freut sich, dass der 16-Jährige seine Entwicklung beim SC Rist, den Piraten und den Hamburg Towers fortsetzt.

Dass angesichts der Fülle an Pflichten und Terminen auch mal etwas liegenbleibt, sei bei einem Nachwuchssportler völlig normal, sagte Barloschky – aber nicht so bei Hoffmann, betont er. „Bei anderen Leuten geht das drunter und drüber, und dann kriegt man mal die Hausaufgaben nicht hin. Es ist nicht so, dass man dann sagt: ‚Das ist ja ein totaler Chaot‘, sondern das ist einfach komplett normal, das war bei mir auch nicht anders“, erläutert der Rist-Trainer.

„Nur Linus ist jemand, den man da wirklich hervorheben kann, denn er kriegt das hin – nicht weil seine Eltern ihm das hinterhertragen, sondern er kriegt es einfach selber hin. Und das ist etwas ganz Tolles. Das ist auch ein Talent.“

Schon kurz nach seinem 15. Geburtstag Anfang Dezember 2017 gab Hoffmann seinen Einstand in der ProB, mittlerweile hat er in Sachen Einsätzen bei den Rist-Herren zu seinem Alter aufgeschlossen, also bisher 16 Mal auf dem Feld gestanden. In der Saison 2019/20 sollen viele weitere für den Flügelspieler hinzukommen, kündigt Barloschky an. „Es gibt niemanden bei uns, der so hart arbeitet wie Linus. Er ist der Akribischste und Pflichtbewussteste. Er ist am besten organisiert, sucht sich sein Training und ist immer da. Wenn er nicht da ist, sagt er drei Wochen vorher ab. Der Junge macht ganz, ganz viel richtig. Ich mache das auch schon ein paar Jahre und kann sagen: Das zahlt sich irgendwann aus. Er wird weitere Schritte machen, und ich bin mir sicher, dass er eine tolle Saison spielen wird“, erläutert der Wedeler Coach.

„Man darf bei Linus nicht vergessen: Er ist Jahrgang 2002, und zwar ein ganz junger Jahrgang 2002, fast schon 2003er. Wie er sich die letzten Jahre entwickelt hat, ist unfassbar. Er kriegt von uns jede Unterstützung, die er bekommen kann. Den werde ich reinwerfen, der wird spielen und sich beweisen dürfen“, sagt Barloschky.

Wie gehabt wird Hoffmann auch in der NBBL im Dress der Piraten Spielpraxis sammeln und dort vorangehen. So wie bereits in der abgelaufenen Saison. 10,9 Punkte und 7 Rebounds verbuchte er für die Piraten und kam zudem in der 2. Regionalliga bei den 2. Herren zum Einsatz (13 Spiele: 12,2 Punkte im Schnitt).

 

(SC Rist Wedel)

Joshua Lübken wechselt zum SC Rist

Eine Kombination, die begeistert: Größe, Beweglichkeit und Wurfgefühl. Im Basketball ist diese Mischung besonders gern gesehen und nachgefragt. Es sind Vorzüge, mit denen Joshua Lübken für sich punktet und die er künftig beim SC Rist einbringen und weiterentwickeln möchte. Der 18-Jährige erhält eine Doppellizenz und soll im Training mit den Hamburg Towers zusätzlich lernen.

Rist-Trainer Benka Barloschky machte sich bei einem Probetraining ein Bild des Nachwuchsmannes, der in Alba Berlins zweiter Mannschaft in der Regionalliga spielte und ebenfalls in der NBBL auflief. In beiden Ligen erzielte er im Durchschnitt pro Spiel rund neun Punkte. „Ich war sehr von ihm begeistert“, berichtet Barloschky. „Klar, er ist lang, 2,11 Meter groß, das fällt natürlich sofort auf. Er kann sich bewegen, er kann werfen und bringt sehr viel mit. Aber was ich vor allem sehr positiv fand: Er hat eine gute Einstellung. Er hört zu, er will weiterkommen, er setzt genau das um, was man ihm sagt. Wir haben im ersten Training gleich eine gute Chemie gehabt. Ich freue mich total, dass er sich entschieden hat, zu uns zu kommen“, so der Wedeler Coach.

Lübken ist insbesondere für die Position vier vorgesehen, kann aber auch in noch kürzerer Entfernung zu den Brettern, sprich als Center, aushelfen. Barloschky: „Er ist sehr flexibel einsetzbar.“ Der bisherige Albatross verfügt über einen ordentlichen Wurf, streute in der zurückliegenden Spielzeit in 25 Regionalliga-Einsätzen 18 Dreier ein und bestätigte seine Stärken in der U19-Bundesliga, wo er mit Berlin das Halbfinale erreichte und dort dem späteren deutschen Meister FC Bayern München unterlag.

„Joshua und Jammal Schmedes sind Perspektivspieler, die bei uns den nächsten Schritt machen wollen“, sagt Christoph Roquette, der Sportliche Leiter des SC Rist. Das führt über das Training und die Spiele mit den 1. Herren, aber auch über die Übungseinheiten der Towers, wie Barloschky erläutert: „Sie können jeden Vormittag mit den Profis trainieren. Und wenn du dich als junger Spieler da vor allem in der Vorbereitung gut machst, ist Mike Taylor jemand, der dir die Chance gibt. Mit Justus Hollatz haben wir da ja gerade ein frisches Beispiel. Der hat sich letztes Jahr in der Vorbereitung gut präsentiert. Dann war er dabei und hat sich eine Rolle erspielt. Du hast die Möglichkeit, auf diesem Level zu trainieren, und zwar jeden Tag“, sagt der Wedeler Trainer. Doch ein bisschen Geduld sei angebracht, meint Barloschky: „Erfahrungsgemäß dauert es bei den Großen etwas länger, bis sie auf dem Profilevel ankommen, weil es etwas länger dauert, bis der Körper hinterherkommt. Ich glaube durchaus, dass Joshua in der Lage sein wird, sich in der ProB da schon eine große Rolle zu erarbeiten.“ Groß, was die Position und die körperlichen Dimensionen betrifft, aber auch die Einsatzminuten.

 

 

(SC Rist Wedel)

SC Rist: Postic und Möller sind dabei

Aleksandar Postic ist 18 Jahre alt, Leif Möller feiert demnächst seinen 16. Geburtstag. Die beiden Rister sind jung und jünger – und in der neuen Saison Teil des Wedeler Herrenkaders. „Ich sage immer: Es gibt keine jungen und alten Spieler, sondern nur gute und schlechte“, betont Rist-Trainer Benka Barloschky.

Postic zählt bereits ein paar ProB-Einsatzminuten zu seinem Erfahrungsschatz: In sechs Spielen stand er in der vergangenen Saison auf dem Feld und es hätten noch mehr werden können, hätte sich der 18-Jährige im März nicht verletzt. 13,2 Punkte pro Spiel für die NBBL-Piraten und bei den 2. Herren in zehn Partien 15,2 Punkte im Durchschnitt lauteten die weiteren Arbeitsnachweise des insbesondere auf der Position zwei eingesetzten Postic. „Er muss jetzt vor allem körperlich sehr hart arbeiten. Das weiß er auch, und er ist da dran“, sagt Barloschky. „Aleks wird auch seine Chance bekommen. Er ist ein talentierter Spieler, vor allem offensiv“, so der Rist-Trainer.

Leif Möller stößt neu zum Kader der 1. Herren. Das Spielmachertalent ist zurzeit mit der deutschen U16-Nationalmannschaft unterwegs. „Leif hat einen ganz vollen Terminkalender. Er spielt mit der Nationalmannschaft, das heißt, dass er am Anfang der Vorbereitung gar nicht dabei sein wird und braucht dann erst mal ein bisschen Pause, wenn er wieder da ist. Man will ihn ja auch nicht verheizen. Aber er wird dann langsam an dieses Niveau herangeführt“, erläutert Barloschky. 21,3 Punkte je Begegnung erzielte Möller in der JBBL, auch in der NBBL sowie bei den 2. Herren war er schon im Einsatz.

 

(SC Rist Wedel)

Beste Nachwuchsarbeit in der BARMER 2. Basketball Bundesliga Saison 2018/2019

Nachwuchsförderung auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe für die Klubs der ProA und ProB

Seit der Saison 2011/2012 beteiligen sich die Clubs der BARMER 2. Basketball Bundesliga am Deutschen Basketball Ausbildungsfonds und haben sich gemeinsam mit den Bundesligisten der easyCredit BBL zum Ziel gesetzt Nachwuchsförderung in Deutschland zu honorieren und zu unterstützen.

Zum mittlerweile vierten Mal wurden die die Klubs der ProA im Rahmen einer Zertifizierung ausgezeichnet. Anhand umfangreicher Fragen sowie individuellen Gesprächen mit den Klubs wurde eine qualitative Analyse der Nachwuchsarbeit in den Kategorien Talentsuche, Talentdiagnose sowie Talentförderung vorgenommen. Je nach erreichter Punktzahl sind Gold-, Silber- und Bronzeauszeichnungen zu erhalten.

Folgende ProA-Klubs wurden als sehr guter Nachwuchsstandort (silber) eingestuft:

  • Hamburg Towers
  • NINERS Chemnitz
  • Rostock Seawolves (neu)
  • Tigers Tübingen (neu)

Folgende ProA-Klubs wurden als guter Nachwuchsstandort (bronze) eingestuft:

  • Artland Dragons (neu)
  • Uni Baskets Paderborn
  • Phoenix Hagen
  • RÖMERSTROM Gladiators Trier

Auf eigenen Wunsch nahmen die folgenden Bundesligisten nicht am Zertifizierungsverfahren teil und konnten somit nicht begutachtet werden:

  • MLP Academics Heidelberg
  • Nürnberg Falcons BC
  • TEAM EHINGEN URSPRING

Der Klub Baunach Young Pikes wurde im Rahmen der Nachwuchszertifizierung in der easyCredit BBL begutachtet.

Die Prämierung der Nachwuchsarbeit der ProB Bundesligisten wurde anhand quantitativer Kriterien, wie Spielzeit junger Spieler, Anzahl der hauptamtlichen Nachwuchstrainer oder auch Anzahl der Jugendmannschaften und Grundschul-AGs vorgenommen.

Folgende ProB-Standorte können sich dieses Jahr über eine Top-Platzierung sowie einen finanziellen Beitrag zum weiteren Ausbau der Nachwuchsförderung vor Ort freuen:

ProB

  • SC Rist Wedel
  • Dresden Titans
  • LOK Bernau
  • VfL SparkassenStars Bochum
  • Bayer Giants Leverkusen

Nur außer Konkurrenz an der Wertung teilnehmen, konnten Standorte, deren Kooperationspartner in der easyCredit BBL prämiert wurden.

Mit dem Ausbildungsfonds werden verschiedene Anreize geschaffen, um die Ausbildung deutscher Nachwuchsspieler zielführend voranzubringen. Durch einen Mix von unterschiedlichen Maßnahmen werden, durch die von den Bundesligisten zur Verfügung gestellten Mittel, unter anderem nationale Projekte initiiert und Prämien an alle bei der Ausbildung eines Bundesligaspielers beteiligten Vereine ausgeschüttet.

Hierzu zählen unter anderem die Förderung von hauptamtlichen Jugendtrainern durch ein neu entwickeltes Nachwuchstrainerausbildungsprogramm sowie Wertschätzungsmaßnahmen für Trainer und Betreuer die sich ehrenamtlich in ihren Vereinen engagieren.

Eine dritte Säule des Gemeinschaftsprojektes ist die Prämierung bzw. Zertifizierung der besten Nachwuchsarbeit in den jeweiligen Ligen, sei es in der 1. Basketball Bundesliga oder in der ProA und ProB.

 

Angerer kommt als Führungsspieler

Mit 23 Jahren ist man alles andere als „ein alter Knochen“. Der Großteil der Basketballkarriere liegt noch in der Zukunft und doch ist das Herauswachsen aus dem Talentdasein im besten Fall bereits abgeschlossen. Wie bei Alexander Angerer. Der Flügelspieler wechselt zum SC Rist Wedel und soll eine Führungsrolle einnehmen.

„Alex ist ein gestandener Spieler, deshalb wollten wir ihn auch unbedingt verpflichten“, betont Christoph Roquette. Es brauche im Kader auch Erfahrung und diese bringe Angerer trotz jungen Alters bereits reichlich mit, betont er.

„Nachdem klar war, dass Ryan Logan andere Ziele sucht, brauchten wir auf der Position einen gestandenen Spieler. Alex bringt das alles mit. Er hat ProB- und ProA-Erfahrung. Er ist ein Allrounder auf der Vier und sehr mannschaftsdienlich“, erläutert der Sportliche Leiter.

Angerer stammt aus Bayreuth, wechselte als Jugendlicher ans Basketballinternat Schloss Hagerhof nach Bad Honnef, spielte in dieser Zeit in Bonn und Rhöndorf und anschließend ab 2016 in Bochum – auch gegen den SC Rist, und zwar mit Nachdruck. Am 18. November 2017 bilanzierte der 2,05 Meter große Vierer 26 Punkte und elf Rebounds beim Wedeler Gastspiel im Ruhrpott. Es war eine seiner besten Leistungen in einer Saison, in der Angerer die Bochumer mit 14,8 Punkten pro Spiel anführte und anschließend nach Hanau in die ProA wechselte. Bei den Hessen gehörte er ebenfalls zu den Leistungsträgern, musste allerdings den Abstieg verdauen. „Knapp zehn Punkte pro Spiel, das ist schon ganz ok, aber es war natürlich ärgerlich, dann abzusteigen. In einem erfolgreicheren Team zu spielen, ist immer schöner“, sagt der 23-Jährige. „Wir kennen Alex aus der ProB sehr gut, aber ich habe mir noch mal die Spiele in der ProA angeschaut, weil ich wissen wollte, wie er sich dort entwickelt hat“, erläutert Roquette. Sein Eindruck: „Da hatte er eine andere Rolle und musste nicht so viel Verantwortung in der Offensive übernehmen wie in der ProB, hat da aber auch seine Arbeit sehr solide und gut verrichtet“, so der Sportchef.

Obwohl sich Angerer auch in der zweithöchsten Spielklasse der Republik durchsetzte, entschloss er sich, es vorerst bei einem Jahr ProA zu belassen.

„Nach der letzten Saison war mir klar, dass ich mir neben dem Basketball ein zweites Standbein aufbauen möchte“, sagt er. „Ich habe gemerkt, dass es sehr schwer ist, in der ProA zu spielen und zu studieren. Dann habe ich geguckt, wo ich das studieren kann, was ich möchte und nebenbei Basketball spielen kann. Allerdings war mir klar, dass ich das in der ProA nicht machen kann“, so Angerer, der einen Studiengang im Bereich Wirtschaft im Blick hat.

Im Laufe des Juli soll der Umzug in den Norden über die Bühne gehen, bis dahin ist der 23-Jährige in seiner Heimatstadt Bayreuth alles andere als untätig. Im Fitnessstudio und in der Halle ist Angerer Dauergast, mitunter auch an der Seite des Frankfurter Bundesligaspielers Leon Kratzer, einem Jugendfreund. „Der Sommer ist die Zeit, in der man am besten vorangeht. Das hört sich komisch an, weil man ja nicht im Spielbetrieb ist, aber da kann man dann an den Feinheiten arbeiten. Und im Kraftraum kann man viel in Sachen Stabilität machen. Es ist unheimlich wichtig, da am Ball zu bleiben. Man kann sich nicht vier Wochen auf die faule Haut legen und dann erwarten, dass man in der nächsten Saison in seinem Team den Unterschied ausmacht“, betont er.

Als junger und zugleich erfahrener Führungsspieler soll und will Angerer in der kommenden Saison vorangehen. „Ich denke, dass ich in jeder Sekunde, in der ich auf dem Feld oder auch auf der Bank bin, energiegeladen bin und dass ich versuche, das an meine Mitspieler weiterzugeben“, betont er.

„Ich muss und werde Verantwortung übernehmen. Nichtsdestotrotz sehe ich es auch als meine Aufgabe, den jungen Spielern etwas mit auf den Weg zu geben, in Sachen Physis und Professionalität, damit sie den nächsten Schritt machen. Es geht nicht nur um mich, sondern auch darum, dass man junge Spieler ausbildet. Dafür steht Wedel ja auch. Da passe ich gut rein, weil ich den Jungs etwas mitgeben kann. Ich bin zwar auch nicht uralt, aber ich habe schon ein bisschen etwas im Basketball gesehen“, erläutert er.

 

(SC Rist Wedel)

Jammal Schmedes: Erster Neuzugang beim SC Rist

Hannover, Neustadt am Rübenberge, Vechta und künftig Wedel. Geographisch nimmt die Basketballkarriere von Jammal Schmedes nach einer deutlichen Tendenz Richtung Nordwest nun Kurs auf noch nördlichere Gefilde. Der 18-Jährige hat dem SC Rist Wedel seine Zusage für die Saison 2019/20 gegeben und setzt mit diesem Wechsel zum Sprung von der 1. Regionalliga in die nächsthöhere Liga an. Mit 63 getroffenen „Dreiern“ war Schmedes in der abgelaufenen Spielzeit treffsicherster Distanzschütze der Bundesliga-Reserve des SC Rasta Vechta und erzielte durchschnittlich 13,8 Punkte in 27 Regionalligaspielen.

„Ich freue mich, den nächsten Schritt zu machen“, so der gebürtige Hannoveraner nach zwei Jahren in Vechta, in denen er Leistungsträger in der Regionalliga sowie in der NBBL war und zuletzt auch an den Übungseinheiten der Bundesliga-Mannschaft teilnahm – mit bleibendem Eindruck.

„Man hat in der kurzen Zeit vieles gelernt, vor allem von den Profis und dem Coach“, sagt er. „Ich bin jemand, der viel trainiert und hart arbeitet“, so der 18-Jährige.

Dies sei ein wichtiger Grund gewesen, weshalb er in Vechta eine derartig positive Entwicklung nahm, betont er. Er habe immer in die Halle und den Kraftraum gehen können – und nutzte diese Gelegenheit ausgiebig.
Ein Talent mit guter Arbeitseinstellung und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten bekommen die Rister in Jammal Schmedes.

„Er kann die Positionen zwei und drei spielen, hat einen sehr guten Wurf“, ergänzt Christoph Roquette, Sportlicher Leiter des SC Rist. „Wir denken, dass Jammal bei uns den nächsten Schritt machen kann und die ProB für ihn jetzt genau das Richtige ist. Er hat eine gute Regionalligasaison gespielt“, so Roquette.

Nach seinen Basketballanfängen im Alter von zehn Jahren wechselte er später zum TK Hannover. Und dann ging es in zwei Schritten gen Nordwesten, über den TSV Neustadt am Rübenberge schließlich zum SC Rasta Vechta.

Den ersten Teil der Vorbereitung bestreitet Schmedes in der Heimat. „Ich bin den Sommer über in Hannover“, sagt der 18-Jährige. „Hier habe ich eine Halle, in die ich morgens herein kann und gegebenenfalls auch abends – und einen Kraftraum, den ich benutzen kann. Also habe ich gute Trainingsmöglichkeiten, und auch Trainer, mit denen ich was machen kann.“ Da brennt jemand auf die kommenden Aufgaben, die künftig in Wedel auf ihn warten.

 

(SC Rist Wedel)

Personelle Neuigkeiten

Das Aufgebot der Wedeler Herrenmannschaft wird sich in der kommenden Saison auf mehreren Positionen ändern. Während mit Justus Hollatz und Osaro Jürgen Rich Igbineweka zwei Leistungsträger weiterhin im Rahmen der Kooperation mit den Hamburg Towers auch in Wedel spielen, stellen sich zwei andere Stützen der Rist-Mannschaft 2018/19 neuen Aufgaben.

Lars Kamp wechselt wie Mario Blessing und Trainer Felix Banobre nach Bochum, Ryan Logan hat sich gegen ein zweites Jahr in Wedel entschieden, sein neuer Verein ist bislang nicht bekannt. Logan war mit 14,5 Punkten bester und Kamp mit 12,8 Punkten je Begegnung drittbester Wedeler Werfer in der abgelaufenen Spielzeit. Beide haben ebenso wie Jan-Christian Both erheblich zur erfolgreichen Saison beigetragen. Anders als Logan und Kamp bleibt Both hingegen beim SC Rist und wechselt zu den 2. Herren. In der jungen Mannschaft wird der 33-Jährige als erfahrener Führungsspieler fungieren und somit eine wichtige Rolle in der Nachwuchstruppe von Trainer Torben Haase einnehmen.

Wir danken Ryan und Lars herzlich für ihre Leistungen im Rist-Dress und wünschen ihnen alles Gute für die neuen Aufgaben. Gleichzeitig ist die Freude groß, dass Jan-Christian weiterhin in Gelb-Grün aufläuft und sich wie bisher auch als Trainer in die Vereinsarbeit einbringt.

 

(SC Rist Wedel)

Osaro Jürgen Rich Igbineweka bleibt an Bord

Wenn Osaro Jürgen Rich Igbineweka in Richtung Korb eilt, tut er dies mit raumgreifenden Schritten. Und dann: Den Ball fest an den Körper gezogen, den Blick auf das Ziel gerichtet und ohne Rücksicht auf Verluste hochsteigen.

„Ein guter Verteidiger und Scorer ohnegleichen“ sei der 20-Jährige, sagt Christoph Roquette. Dementsprechend erfreut ist der Sportliche Leiter des SC Rist, dass Rich Igbineweka auch in der kommenden Saison mit Doppellizenz in Wedel und bei den Hamburg Towers im Einsatz sein wird.

Pünktlich mit dem Beginn des letzten Monat des Jahres 2018 zündete Rich Igbineweka den Turbo, musste nach Verletzungen im Wedeler Kader noch mehr Verantwortung schultern und tat dies glänzend.

„Jürgen hat die Chance wirklich beim Schopfe gepackt und überragend gespielt. Da hat er den nächsten Schritt getan“, so Roquette.

19, 22, 17, 23 lautete seine Punktausbeute im Dezember, Ende Januar erreichte er gegen Wolfenbüttel mit 27 Zählern seine bisherige ProB-Bestmarke. 14 Mal trug er in der Meistersaison der Towers zudem das Schwarz und Weiß unseres Kooperationspartners und gab darüber hinaus im Training mächtig Gas.

Mit dem Bundesliga-Aufstieg der Towers verändern sich für die bislang feststehenden Doppellizenzler Rich Igbineweka und Justus Hollatz die Anforderungen, hin zu noch größeren Aufgaben. Roquette: „Justus und er haben einen Schritt in Richtung ProA gemacht, aber jetzt geht der Schritt wieder weiter weg, Richtung BBL. Sie müssen sich beweisen. Aber ich glaube, durch die Trainingseinheiten mit BBL-Spielern werden sie sich relativ schnell an das Niveau gewöhnen. Das ist die Kunst der Sache. Sie müssen sich an das Niveau, das schnellere Spiel und so weiter gewöhnen, um dann dort angreifen zu können. Mal sehen, wie schnell das gelingt, das Potenzial haben sie.“

Rich Igbineweka könne – davon ist der Rist-Sportchef überzeugt – in der kommenden Saison den nächsten Entwicklungsschritt hinlegen. Was braucht es dazu? „Er muss an seiner Konstanz arbeiten. Das kommt aber mit dem Alter. Manchmal versucht Jürgen mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, trifft aber trotzdem aus unglaublichen Situationen“, sagt Roquette. Der 20-Jährige müsse weiterhin daran arbeiten, im Eifer des Gefechts die richtigen Entscheidungen zu treffen, so der Sportchef. Zum Korb ziehen, abstoppen und den Sprungwurf abdrücken oder einen Mitspieler bedienen – da bleiben nur Sekundenbruchteile:

„Das ist aber auch Erfahrungssache. Er hat alle Werkzeuge im Werkzeugkoffer und muss sie nur richtig nutzen“, betont Roquette.

Und der aus Lübeck stammende Rich Igbineweka bringt nicht nur seine sportlichen Stärken ein, sondern sorgt mit ansteckend guter Laune für Sonnenschein im Binnenklima der Mannschaft. „Jürgen ist immer zu einem Scherz aufgelegt, nimmt alles mit Humor. Das lockert manche Situationen, in denen Anspannung herrscht, auf“, sagt der Sportliche Leiter.

 

(SC Rist Wedel)

Jürgen Rich bleibt Hamburg Towers treu

Die nächste Vertragsverlängerung ist im Kasten. Jürgen Rich bleibt mindestens zwei weitere Jahre bei den Hamburg Towers. Der 20-Jährige wird im Kader für die easyCredit Basketball Bundesliga stehen und zugleich per Zweitspielrecht für den Kooperationspartner SC Rist Wedel in der 2. Bundesliga ProB auflaufen, wo er in den vergangenen Monaten den Durchbruch schaffte.

Rich, der kürzlich mit Teamkollege René Kindzeka in Miami urlaubte, richtet die ersten offiziellen Worte nach seiner Vertragsverlängerung direkt an die Anhänger des Erstliga-Aufsteigers – in für ihn typischer Manier: „Hallo liebe Towers-Fans, ich bin glücklich euch mitzuteilen, dass ich zwei weitere Jahre für die Hamburg Towers auflaufen werde. Ich bin schon heiß auf die kommende Saison sowie die gute Stimmung und die besten Fans der Liga. Persönlich freue ich mich schon darauf, gegen sehr erfahrene Spieler trainieren und spielen zu dürfen und immer besser zu werden. Das war’s von meiner Seite aus. Grüße aus Miami.“

„Jürgen hat in der abgelaufenen Saison einen großen Sprung gemacht. Gegen Ende hat er auch in wichtigen Phasen Einsätze in der ProA erhalten, und wir haben uns sehr wohl mit ihm auf dem Spielfeld gefühlt. Die nächste Hürde ist es, ihn gemeinsam mit Wedel zu einem Bundesliga-Spieler zu entwickeln. Da wir daran glauben, dass er genau das werden kann und großes Vertrauen in seinen Fähigkeiten haben, freuen wir uns über seine Entscheidung, seine Karriere in Hamburg fortzusetzen“, sagt Towers-Geschäftsführer und -Sportdirektor Marvin Willoughby.

Wie üblich spart Headcoach Mike Taylor nicht mit Lob:

„Mit Jürgen arbeite ich sehr gerne zusammen. Es ist nicht weit hergeholt zu behaupten, er habe sich im vergangenen Jahr so stark verbessert wie niemand sonst in unserem Team. Als die Saison begonnen hat, war er sichtlich überfordert vom System und dessen Details. Aber von Spieltag zu Spieltag hat er auch dank seiner Einsätze in Wedel dazugelernt, sodass er ab der Rückrunde regelmäßig die Chance bekommen hat zu spielen, und diese genutzt hat. Ich hoffe, er zieht daraus Selbstvertrauen und glaubt daran, ein sehr guter Spieler werden zu können. Abgesehen davon ist Jürgen ein super Typ, den jeder witzig findet.“

Den Ruf als Spaßvogel hat sich der gebürtige Lübecker nicht umsonst erarbeitet. Ständig einen frechen Spruch auf den Lippen oder am Tanzen, ist Rich ein unbeschwerter Charakter. Dennoch kann er den Schalter umlegen, wenn es der Ernst auf dem Parkett erfordert. Bester Beleg dafür sind seine starke 12,2 Punkte pro Partie für Wedel. In der ProA absolvierte der athletische Guard mit nigerianischen Wurzeln 14 Begegnungen und kam in durchschnittlich fünf Minuten auf 1,5 Zähler. Als Belohnung wurde der 1,85-Meter-Athlet in den Kader der deutschen 3×3-Nationalmannschaft berufen.

Der bisherige Kader der Towers für die Saison 2019/20 inkludiert neben Rich noch René Kindzeka, Justus Hollatz, und Malik Müller.

(Hamburg Towers)