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SC Rist Wedel und Lincoln Rosebush beenden die Zusammenarbeit

Der SC Rist Wedel und Importspieler Lincoln Rosebush gehen nach nur einer gemeinsamen Saison wieder getrennte Wege. Obwohl der Kanadier in seiner ersten Spielzeit in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB durchaus starke Ansätze zeigte, war laut Sportlichem Leiter Christoph Roquette frühzeitig klar, dass die Zusammenarbeit nicht fortgesetzt wird. Rosebush war im Sommer 2025 als spielstarker Big Man mit Wurfstärke von außen verpflichtet worden und sollte gemeinsam mit Camron Reece die großen Fußstapfen auf der Centerposition füllen. Vor allem sein Distanzwurf überzeugte dabei durchaus: Mit 36,6 Prozent verwandelter Dreier brachte der Kanadier eine wichtige offensive Komponente mit. Gleichzeitig blieb er jedoch insbesondere in Korbnähe hinter den Erwartungen zurück. Lediglich 41,4 Prozent seiner Würfe aus der Nahdistanz fanden ihr Ziel – für einen klassischen Big Man deutlich zu wenig.

Christoph Roquette ordnete die Saison des Centers deshalb differenziert ein: „Er hat uns geholfen und eine überdurchschnittliche Saison gespielt, aber keine sehr gute.“ Insgesamt kam Rosebush in 26 Einsätzen für die Wedeler auf 334 Punkte und 204 Rebounds, was im Schnitt 12,9 Punkte sowie 7,8 Rebounds pro Partie bedeutete. Dennoch fehlte es laut Verein an Konstanz. Immer wieder wechselten starke Auftritte mit eher unauffälligen Spielen ab. Zudem tat sich der Kanadier offenbar schwer damit, sich vollständig ins Mannschaftsgefüge einzufinden. Roquette beschrieb den 26-Jährigen als eher introvertierten Spieler: „Er weiß, dass er noch an vielen Aspekten seines Spiels arbeiten muss – vor allem mental. Er darf sich nicht von kleinsten Widrigkeiten unterkriegen und von Rückschlägen beeinflussen lassen, sondern muss seinen Mann stehen.“

Auch beim Kooperationspartner Veolia Towers Hamburg konnte sich Rosebush nicht nachhaltig für größere Rollen in Bundesliga oder EuroCup empfehlen. Dennoch sieht der SC Rist die Saison des Kanadiers keineswegs ausschließlich negativ. Vielmehr sei die erste Spielzeit in Deutschland für ihn ein wichtiger Lernprozess gewesen. Für die Wedeler Verantwortlichen beginnt nun die Suche nach dem nächsten Importspieler. Christoph Roquette formulierte dabei bereits ein klares Anforderungsprofil: „Wir möchten für die kommende Saison einen Importspieler finden, der schon etwas Spezielles mitbringt, den wir aber auch noch weiterentwickeln können.“

Tómas Bjarkason verlässt den SC Rist Wedel

Nach nur einer Saison trennen sich die Wege von Tómas Bjarkason und dem SC Rist Wedel wieder. Der dänische Big Man wird den ProB-Ligisten verlassen, nachdem er im Sommer 2025 vom dänischen Erstligisten BK Amager an den Steinberg gewechselt war. Trotz engagierter Auftritte und großer Einsatzbereitschaft konnte der 27-Jährige die sportlichen Erwartungen nicht konstant erfüllen. Sportlicher Leiter Christoph Roquette blickte dennoch positiv auf die gemeinsame Zeit zurück und erinnerte dabei besonders an Bjarkasons stärkste Partie im Rist-Trikot. Beim 100:90-Erfolg gegen die Baskets Juniors TSG Westerstede am Nikolaustag erzielte der Däne 20 Punkte und zeigte sein Potenzial eindrucksvoll. „Da hat er sein Potential aufblitzen lassen“, erklärte Roquette rückblickend. Allerdings habe Bjarkason dieses Leistungsniveau „nicht kontinuierlich abrufen“ können. Geplant war ursprünglich, dass der 2,04 Meter große Däne gemeinsam mit Lincoln Rosebush das Spiel unter den Körben prägt. „Im Zusammenspiel mit Lincoln Rosebush sollte Tomas der Arbeiter sein, der unter den Körben ackert und die Abpraller einsammelt“, erläuterte Roquette. Gleichzeitig betonte der Sportchef, dass Bjarkason die Erwartungen hinsichtlich Einsatz und Teamgeist voll erfüllt habe: „Und er hat auch hart gearbeitet.“

Zudem sei der Däne „menschlich einwandfrei“ sowie „ein hervorragender Teamspieler“ gewesen. Besonders seine kämpferische Einstellung habe der Mannschaft geholfen. Der Schritt aus der dänischen Liga in die ProB erwies sich jedoch als anspruchsvoll. „Tomas hatte Schwierigkeiten, sich an das Niveau in der ProB zu gewöhnen, und sich selbst eine bessere Saison gewünscht“, erklärte Roquette weiter. Dazu kam, dass Bjarkason zu Beginn seiner Zeit in Deutschland überwiegend beim Kooperationspartner Veolia Towers Hamburg mittrainierte und deshalb nur eingeschränkt mit der Wedeler Mannschaft arbeiten konnte. „In der Saisonvorbereitung hat er nur ein Testspiel bei uns absolviert“, so Roquette. Insgesamt kam Bjarkason in 23 der 26 Saisonspiele für die Rister zum Einsatz und erzielte dabei 132 Punkte, was einem Schnitt von 5,7 Punkten pro Partie entspricht. Hinzu kamen 118 Rebounds beziehungsweise durchschnittlich 5,1 Rebounds pro Spiel. Wo der Däne seine Karriere fortsetzen wird, steht derzeit noch nicht fest. Abschließend richtete Roquette noch persönliche Worte an den scheidenden Importspieler: „Wir wünschen ihm alles Gute für seine Zukunft.“

Spiel Wedel – TKS wird nach Spielabbruch neu angesetzt

Am letzten Wochenende musste das ProB-Spiel 2003961 SC Rist Wedel – TKS 49ers aufgrund einer gerissenen Schweißnaht an der Deckenkorbanlage abgebrochen werden. Nun entschied die Spielleitung auf Neuansetzung am Donnerstag, den 26.03.2026. 

Bei einem Spielabbruch ist gemäß § 72 Abs. 2. i) SuVO zu klären, inwiefern der Bundesligist einen Spielabbruch zu verantworten hat. Nach Prüfung des Sachverhaltes kam die Spielleitung zu dem Entschluss, dass dem SC Rist Wedel kein schuldhaftes Pflichtversäumnis nach § 50 SuVO nachgewiesen werden konnte. In der Steinberghalle werden die Korbanlagen durch den städtischen Betreiber jährlich gewartet. Zudem wurde vor einigen Wochen nach einem Defekt eine zusätzliche Sichtprüfung der Korbanlage durchgeführt.

Das Spiel ist entscheidend für die Platzierungen 6-9 der Abschlusstabelle der ProB Nord und somit auch für insgesamt drei Playoff-Begegnungen. Demnach ist das Spiel im Sinne einer validen Abschlusstabelle vor dem zentralen letzten Hauptrundenspieltag nachzuholen.

Die Entscheidung der Neuansetzung des Pflichtspiels ergeht gemäß § 80 Abs. 2 SuVO und § 71 Abs. 6 SuVO i.V.m. § 48 Abs. 2 SuVO.

Die Entscheidung über die Verfahrenskosten ergeht gemäß § 27 Rechtsmittel- und Schiedsgerichtsordnung.

Nachwuchs-Check: Nachwuchsarbeit des SC Rist Wedel im Fokus

ProB-Ligist mit Bronze-Plakette ausgezeichnet

Im Rahmen des Nachwuchs-Checks der BARMER 2. Basketball Bundesliga und des Deutschen Basketball Ausbildungsfonds e.V. stand Anfang Februar der Nachwuchsbereich des SC Rist Wedel im Mittelpunkt eines umfassenden Standortbesuchs. Ziel des Besuchs war es, die bestehenden Nachwuchsstrukturen des Vereins zu analysieren, einzuordnen und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Das eingesetzte Expertenteam gewann vor Ort einen detaillierten Einblick in die organisatorischen Rahmenbedingungen, Ausbildungsinhalte und Entwicklungsmaßnahmen im Wedeler Nachwuchsprogramm. In intensiven Analyse- und Reflexionsgesprächen mit den Verantwortlichen des Vereins wurden sowohl die bereits vorhandenen Qualitäten als auch mögliche Ansatzpunkte für zukünftige Entwicklungsschritte herausgearbeitet. Ein abschließendes Feedbackgespräch bündelte die Erkenntnisse und formulierte konkrete Empfehlungen für die strategische Weiterentwicklung der Nachwuchsarbeit.

Ein zentraler Bestandteil des Nachwuchs-Checks war zudem ein gemeinsamer Entwicklungsworkshop. Beim SC Rist Wedel lag der thematische Schwerpunkt auf der Erweiterung und Verzahnung der bestehenden Grundschulangebote. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Vereins, umliegender Basketballvereine sowie unter Berücksichtigung des etablierten Westliga-Formats wurden Ideen und Maßnahmen erarbeitet, um den frühzeitigen Zugang zum Basketball weiter zu stärken und Talente regional noch besser zu vernetzen.

Andrea Koschek, 1. Vorsitzende des SC Rist Wedel, betonte die Bedeutung des Austauschs: „Der Nachwuchs-Check bietet uns eine wertvolle Gelegenheit, unsere Arbeit aus einer externen Perspektive zu betrachten und neue Impulse mitzunehmen. Besonders der Workshop zur Weiterentwicklung der Grundschulangebote und zur Zusammenarbeit mit unseren Partnervereinen war sehr gewinnbringend. Der offene Dialog und die praxisnahen Ansätze helfen uns, unsere Nachwuchsarbeit nachhaltig und zukunftsorientiert auszurichten.“

Über den Nachwuchs-Check

Der Nachwuchs-Check der Klubs der BARMER 2. Basketball Bundesliga wird gemeinsam mit der easyCredit Basketball Bundesliga und dem Deutschen Basketball Ausbildungsfonds e.V. durchgeführt. In einem dreistufigen Verfahren werden zunächst quantitative Daten über ein Online-Reporting erhoben, bevor ein Standortbesuch mit Gesprächen und Einblicken in die Nachwuchsarbeit folgt. Ein zusätzliches Workshopformat ermöglicht es den Bundesligisten, über die Analyse hinaus zukunftsgerichtete Entwicklungsprozesse anzustoßen. Abschließend besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Projektförderung.

Standorte mit besonders engagierter Nachwuchsförderung werden im Rahmen des Nachwuchs-Checks mit einem Status (Gold, Silber oder Bronze) ausgezeichnet. Dieser Status spiegelt die Qualität der Nachwuchsarbeit unter Berücksichtigung der jeweiligen lokalen Standortbedingungen wider.

Verstärkung für den SC Rist: Josh Behrendt kommt

Mitten in der heißen Phase des Kampfes um die Play-Off-Plätze in der 2. Bundesliga ProB kann sich der SC Rist Wedel über einen Neuzugang freuen. Gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner Veolia Towers Hamburg, verpflichteten sie Josh Behrendt. Der Flügelspieler war zuletzt bis Ende November 2025 für den Bundesligisten MHP Riesen Ludwigsburg und dessen Farm-Team, die Porsche Basketball-Akademie, in der 2. Bundesliga ProB Süd am Ball.

In der Barockstadt hatte Behrendt seinen ursprünglich bis zum Sommer 2028 laufenden Vertrag am 28. November 2025 aufgelöst. Anschließend gelang es den Verantwortlichen der Towers und der Rister, den 18-Jährigen von ihrem Programm zu überzeugen und ihn an die Elbe zu lotsen. Dort soll Behrendt nicht nur in der ProB für die Rister, sondern auch für die 2. Herren der Towers (2. Regionalliga Nord) zum Einsatz kommen.

Neben seinen drei NBBL-Auftritten (Punkteschnitt 11,3) stand Behrendt für seinen Ex-Klub auch achtmal in der ProB (3,0) auf dem Parkett. Vor seiner fünfmonatigen Zeit in Baden-Württemberg war Behrendt bei den Telekom Baskets Bonn und deren Kooperationspartner Dragons Rhöndorf ausgebildet worden. Bei den „Drachen“ hatte er in der vergangenen Saison 2024/2025 erste Akzente in der ProB gesetzt und im Februar 2025 seine erste Berufung in Deutschlands U18-Nationalmannschaft erhalten.

In Bonn und Rhöndorf spielte Behrendt zusammen mit Aufbauspieler Janne Müller (19), der bereits im Sommer 2025 an die Elbe gewechselt war und mit dem es nun ein Wiedersehen gibt. Erstmals gemeinsam für den SC Rist auf dem Parkett stehen könnten die beiden jungen Akteure am Sonnabend, 17. Januar. Dann geht es um 19 Uhr in der Steinberghalle gegen die Rostock Seawolves Academy.

„Ein sehr spannender Spieler“: SC Rist holt U19-Vizeweltmeister Müller

Mit „großem Interesse“ verfolgten Hamed Attarbashi und Christoph Roquette vom 28. Juni bis zum 6. Juli die U19-Weltmeisterschaft. Deutschlands Nachwuchs-Korbjägern, die erst im Finale den USA unterlagen (76:109), bescheinigte Roquette, ein „hochtalentierter Jahrgang“ zu sein. Und eines dieser Talente hat zukünftig am Steinberg seine sportliche Heimat: Janne Müller wechselt vom Bundesligisten Telekom Baskets Bonn und von den Dragons Rhöndorf, für die er parallel in der 2. Bundesliga ProB aktiv war, an die Elbe.

 

Dort wird Müller für die Wedeler in der ProB und ihren Kooperationspartner Veolia Towers Hamburg in der 1. Bundesliga auflaufen. „Wir sind immer auf der Suche nach deutschen Talenten und sehr glücklich, dass wir Janne von unserem Programm überzeugen konnten“, erklärte Roquette als Sportlicher Leiter des SC Rist. Für dessen Trainer Attarbashi ist Müller „ein sehr spannender Spieler“, der „sein Können in Rhöndorf bereits in der ProB bewiesen“ habe: „Er hat gezeigt, dass er dort mehr als nur mitspielen kann, und zugleich noch ein riesiges Potential.“

Müller selbst fiebert seiner neuen Aufgabe „voller Vorfreude“ entgegen:
„Ich weiß, was für ein hervorragendes Jugendprogramm der SC Rist und die Towers haben.“ Für seine beiden bisherigen Vereine fand der Aufbauspieler ebenfalls lobende Worte: „Ich bin sehr dankbar für meine Zeit in Bonn und Rhöndorf – ich bin dort aufgewachsen und werde immer gerne an meine Heimat zurückdenken.“ Nun sei es aber „an der Zeit für einen Tapetenwechsel gewesen“, ergänzte Müller, der am 31. August seinen 19. Geburtstag feiert und sich „neu beweisen möchte“.

Nachdem Müller am Tannenbusch-Gymnasium in Bonn sein Abitur erwarb, hätte er sich auch einen Wechsel an ein College in den USA vorstellen können. „Das war eine Option“, so der 18-Jährige, der aber klarstellte: „Ich wollte nicht nur dorthin gehen, um den Namen ‚College‘ zu hören – wenn, hätte dort alles passen müssen.“ Alternativ habe er sich auch in Deutschland umgehört, wo er mit den Verantwortlichen des SC Rist und der Veolia Towers „sehr gute Gespräche geführt habe“, so Müller. Und so gelangte er zu der Überzeugung: „Der Wechsel nach Wedel und Hamburg ist die beste Option für mich.“
Dass er dafür seiner Heimatstadt Bonn und seinen Eltern den Rücken zukehren muss, bereitet Müller keinerlei Sorgen: „Ich war schon immer sehr selbstständig“, versicherte der 18-Jährige, dass bei ihm „sicher kein Heimweh aufkommen“ werde: „Und außerdem ist der Weg von Hamburg nach Bonn ja nicht allzu weit – Amerika wäre deutlich weiter weg gewesen.“ Die große, weite Welt lernte Müller auch schon kennen, als er für die Nachwuchs-Mannschaften des Deutschen Basketball-Bundes an internationalen Turnieren teilnahm.

Gefragt, wie er die U19-Weltmeisterschaft im schweizerischen Lausanne erlebt habe, entgegnete Müller: „Es war eine großartige Erfahrung, an dieser WM teilzunehmen und dann sogar das Finale zu erreichen.“ Die ein Jahr zuvor gewonnene U18-Europameisterschaft sei „noch spezieller“ gewesen, „weil es mein erster Titelgewinn mit dem Nationalteam war“, so Müller, der jedoch klarstellte: „Natürlich war auch die U19-WM und besonders das Endspiel gegen die USA ein krasses Erlebnis.“ Nun schaut Müller aber nach vorne: „Ich kann es kaum erwarten, meine neuen Mitspieler kennenzulernen.“

Zu diesen Mitspielern zählt auch der ein Jahr ältere Jared Grey. Der Flügelspieler war im Sommer 2024 vom Team Ehingen/Urspring an die Elbe gekommen und entwickelte sich im Programm des SC Rist und der Veolia Towers „so gut“, dass er bei der U20-Europameisterschaft „richtig starke Werte vorweisen konnte“, wie Attarbashi es ausdrückte. „Auf so eine Entwicklung hoffen wir natürlich auch bei Janne“, sagte Attarbashi über Müller, der selbst als Zielsetzung vorgab: „Ich hoffe, sowohl dem SC Rist als auch den Towers sportlich helfen und mich weiterentwickeln zu können.“

Wie engagiert der junge Aufbauspieler im Training mitzieht, wurde Roquette unter anderem berichtet von Stephan Dohrn (ehemals Blode): Der frühere Rist-Coach (2019 bis 2023) hatte Müller in den beiden zurückliegenden Spielzeiten bei den Rhöndorfer „Drachen“ unter seinen Fittichen: „Er hat nur lobend von Janne gesprochen“, berichtete Roquette. Bleibt die Frage, wie häufig Müller das Rister Trikot und das der Towers überstreifen wird: „Er ist klar als Doppellizenzspieler verpflichtet worden“, geht Roquette davon aus, dass die Wedeler Anhänger den U19-Vizeweltmeister nicht nur im Fernsehen, sondern auch regelmäßig live am Steinberg in Aktion sehen werden.

 

 

 

Foto: TMU Bold Athletics

 

Schmerzhafter Abschied von Sredojevic

Einen Abschied, der beide Seiten schmerzt, musste Christoph Roquette verkünden: „Vorerst, und ich sage ausdrücklich vorerst, wird Nikola Sredojevic einen anderen Weg einschlagen“, erklärte der Sportliche Leiter des SC Rist Wedel. Diese Entscheidung traf der Flügelspieler, der am 25. Juli seinen 23. Geburtstag feiert, schweren Herzens nach einem langen Austausch mit Roquette und Trainer Hamed Attarbashi.

 

Roquette begründete den Abschied wie folgt:
„Wir konnten Nikola für die kommende Saison nicht die Rolle innerhalb der Mannschaft zusichern, die er gerne bekleiden möchte.“

Attarbashi präzisierte:
„Wegen unserer Rotation und der Besonderheit, dass immer wieder Spieler, die vornehmlich bei den Veolia Towers Hamburg trainieren, bei uns zum Einsatz kommen, konnten wir Nikola nicht die feste Position garantieren, die er gerne einnehmen möchte.“

Der Shooting Guard bekam ein dickes Lob von Attarbashi:
„Mit seiner emotionalen, energiegeladenen Art hat er immer wieder das Publikum und seine Mitspieler inspiriert, über Grenzen zu gehen.“ Zwar sei Sredojevic „kein Akteur, der 30 Punkte in einem Spiel erzielt“, doch habe er „mit seiner Einstellung und Energie alle anderen mitgerissen“, betonte Attarbashi. Sredojevic habe damit „auch die jungen Spieler mitgeprägt und ihnen gezeigt, dass mit viel Einsatz und Wille viel bewirkt werden kann“, ergänzte der Coach.

Attarbashi denkt noch immer daran zurück, wie Sredojevic, nachdem er für sein BWL-Studium fünf Monate in Portugal gelebt hatte, im Februar vom Flughafen in Hamburg-Fuhlsbüttel direkt zum Rister Training gefahren war. „Das zeigt, wie sehr er für den Basketball lebt“, so Attarbashi, der den Shooting Guard anschließend noch achtmal einsetzte, wobei er im Schnitt achteinhalb Minuten auf dem Parkett stand. Eine deutlich größere Rolle hatte Sredojevic in der vorletzten Serie inne gehabt, als er in 27 Partien auf einen Mittelwert von 13:15 Minuten kam.

„In der Saison 2023/2024 hat Nikola mit seiner emotionalen, energiegeladenen Art und Weise immer wieder das Publikum animiert und seine Mitspieler inspiriert, über ihre Grenzen zu gehen“, so Attarbashi. Der Trainer urteilte rückblickend: „Nikola hat für uns Spiele gewonnen – und das nicht, indem er 30 Punkte erzielt hat, sondern weil er mit seiner Einstellung und Energie alle anderen mitgerissen hat.“ Damit habe der Shooting Guard auch die jungen Wedeler Spieler „mitgeprägt und ihnen vorgelebt, was mit Einsatz und Wille erreicht werden kann“, so der Coach.

Bei welcher Mannschaft und in welcher Liga Sredojevic seine Stärken zukünftig einbringen wird, ist offen.
„Wir wünschen ihm auf jeden Fall alles Gute für seinen nächsten Schritt“, sagte Roquette auch mit Blick darauf, dass Sredojevic bereits im Sommer 2019, von den Piraten Hamburg kommend, erstmals zum Steinberg gewechselt war. „Wir haben ihn von seiner Jugendzeit an begleitet, ihm sein duales Studium ermöglicht und werden seinen Weg natürlich weiter verfolgen“, versicherte Roquette. Und eine Rückkehr des früheren Publikumslieblings ist definitiv nicht ausgeschlossen!

 

 

 

 

Foto: Manningeaux

Vertragsverlängerung beim SC Rist Wedel: Jared Grey und die Hoffnung auf „viele weitere Spiele“

Vor einem Jahr wechselte der Flügelspieler vom Team Ehingen/Urspring zum SC Rist Wedel und zu dessen Kooperationspartner Veolia Towers Hamburg. „Ich habe mich schnell richtig wohl gefühlt an der Elbe“, erklärte der 20-Jährige, der auch in der kommenden Spielzeit für die „Türme“ in der Bundesliga sowie für die Rister in der 2. Bundesliga ProB auf Korbjagd gehen wird.

 

„Meine Eltern wollten mit einen Namen geben, der nicht so oft vorkommt und für den es möglichst keinen Spitznamen gibt.“ So erklärte Jared Grey, wie er zu seinem Vornamen kam.

 

Dass sich Grey zu Beginn der Saison 2024/2025 zunächst „etwas schwer tat mit dem Spagat zwischen der ProB und der BBL“, wie Christoph Roquette als Sportlicher Leiter des SC Rist es ausdrückte, lag möglicherweise auch an seinem im Spätsommer 2024 erlittenen Armbruch.
„Da hat er wirklich Pech gehabt, zumal er sich im Frühjahr noch einmal an der Hand verletzt hat“, erklärte Attarbashi.

Der Rist-Trainer attestierte Grey trotzdem, dass er „körperlich, athletisch und vom Durchsetzungsvermögen her einen riesigen Schritt nach vorne gemacht“ habe. Auch abseits des Platzes erkannte Attarbashi eine Weiterentwicklung bei Grey:
„Er ist als Jugendlicher beziehungsweise junger Erwachsener zu uns gekommen – und jetzt ist er schon ein richtiger Mann.“

 

Dafür, dass Grey in nur 16 ProB-Spielen sein Können zeigte (im Schnitt kam er dabei auf 23 Einsatzminuten und 2,2 Punkte), gab es neben seinem Verletzungspech noch einen zweiten, deutlich erfreulicheren Grund.

„Er hat bei den Towers schon eine größere Rolle eingenommen, als es zunächst geplant war“, so Roquette, der dies wie folgt kommentierte:

„Wir freuen uns über jeden Bundesliga-Einsatz unserer Doppellizenz-Spieler – aber wir freuen uns natürlich auch über jede Partie, in der wir sie bei uns an Bord haben.“

 

Ähnlich sieht es Attarbashi, der folgenden Wunsch formulierte:
„Wir hoffen, dass Jared sich weiter gut entwickelt. Und zugleich hoffen wir, dass er noch viele Spiele für uns macht.“

 

Sollte der letztgenannte Wunsch in Erfüllung gehen, dürfte auch Jareds Vater Robin Grey (48) bald wieder in der Steinberghalle, in der er von 1994 bis 1997 noch selbst auf Torejagd gegangen war, vorbeischauen.
„In der letzten Saison war er kurz vor Weihnachten da – und ausgerechnet das Spiel habe ich verpasst, weil ich zu der Zeit meine Familie besucht habe“, berichtete Roquette, der von 2005 bis 2007 mit Grey senior beim USC Freiburg zusammengespielt hatte. Bei einem Wiedersehen gäbe es somit sicher noch weit mehr Themen als die Vornamen-Wahl …

 

SC Rist verpflichtet Lincoln Rosebush als Importspieler

Am Mittwochabend, zum Abschluss des bisher heißesten Tages des Jahres, warf Hamed Attarbashi mit seiner Familie den Grill an. Es mundete dem Trainer auch deshalb so gut, weil sein SC Rist Wedel zuvor eine wichtige Personalfrage geklärt hatte:
Der Kanadier Lincoln Rosebush, der zuletzt für den Sangalhos DC in Portugal aktiv war, wechselt zur neuen Saison als Importspieler an den Steinberg.

„Wir rechnen damit, dass er am 5. August eintrifft“, berichtete Christoph Roquette, Sportlicher Leiter des SC Rist.

 

Der 2,08 Meter große Rosebush wurde am 8. August 1999 geboren in Guelph, das im Südosten Ontarios rund hundert Kilometer westlich von Toronto liegt.
Aufgrund der großen Entfernung zur Heimat ihres Neuzugangs tauschten sich Attarbashi und Roquette bisher nur telefonisch beziehungsweise per Video-Chat aus mit dem 25-Jährigen,
von dessen Spielen sie zudem reichlich Video-Material sichteten – und sich begeistert zeigten. „Er ist ein sehr vielseitiger, kraftvoller Spieler, der eine hohe Spielintelligenz mitbringt und sich beweisen will – so einen Akteur hatten wir in den letzten beiden Jahren nicht“, urteilte Attarbashi.

Ähnlich charakterisierte Roquette den Kanadier: „Er ist ein sehr spielstarker Angreifer, der die Positionen vier und fünf bekleiden kann.“ Positionsmäßig folgt Rosebush somit auf den vorherigen Rister Importspieler Camron Reece (26), der den Steinberg im Mai nach zwei Jahren verlassen hatte.
Attarbashi stellte aber klar, dass „bei der Beurteilung von Lincolns Leistungen niemand mehr an Cam denken sollte“, um sogleich einige Unterschiede anzuführen: Reece habe „von seiner extremen Athletik gelebt“, so Attarbashi, der über Rosebush sagte: „Er ist auch athletisch, hat jedoch andere Stärken – er kann aus der Distanz werfen, aber auch unter dem Korb punkten.“

 

Wahre Worte, denn in der vergangenen Saison in der 2. Liga Portugals versenkte Rosebush
41,8 Prozent seiner Dreierwürfe – und kam in 26 Spielen im Schnitt auf 27,5 Einsatzminuten und 12,1 Punkte. Als der Kanadier von 2022 bis 2024 in seiner Heimat für die Metropol University Toronto auf Korbjagd ging, war seine Dreierquote mit 38,5 Prozent in 23 Spielen der Saison 2022/2023 beziehungsweise 37,9 Prozent in 19 Partien der Serie 2023/2024 ebenfalls exzellent. „Aufgrund dieser Statistiken, seiner Vita und der Videoanalyse sind wir der Meinung, dass er der Richtige für uns ist“, so Roquette, der zugab, dass die Verpflichtung des Importspielers „in jedem Jahr immer die schwierigste Entscheidung“ sei.

Die Vorgehensweise war dabei so, dass die Wedeler gemeinsam mit den Verantwortlichen ihres Kooperationspartners Veolia Towers Hamburg, an dessen Training der Importspieler teilnehmen und für den er möglichst auch im Euro Cup zum Einsatz kommen soll, ein Anforderungsprofil erstellten.
„Grundsätzlich haben wir für die großen Positionen gesucht, weil wir dort am meisten Bedarf gesehen haben“, betonte Roquette. Das Profil wurde „platziert bei Berateragenturen, mit denen beide Vereine schon seit Jahren vertrauensvoll zusammenarbeiten“, so der Sportchef. Daraufhin schlugen die Agenturen 15 bis 18 Spieler vor, die Roquette dann genauer unter die Lupe nahm.

Rosebush kristallisierte sich dabei schnell als Favorit der Wedeler heraus:
„Weil er selbst Situationen kreieren kann und nicht darauf angewiesen ist, dass Niklas Krause ihm den Ball gibt“, erklärte Roquette.

Deshalb zog der Sportchef einen Vergleich zum Schweden Daniel Johansson (27), der in der vorletzten Saison 2023/2024 für den SC Rist aktiv gewesen war: „Über ihn habe ich damals gesagt, dass er wie ein Schweizer Taschenmesser sei – und bei Lincoln ist es auch so, dass seine Vielseitigkeit uns in vielen Situationen weiterhelfen wird.“ Roquette ist „fest davon überzeugt“, dass die Rister mit dem ebenfalls neu verpflichteten Dänen Tomas Bjarkason (26) und Rosebush auf den großen Positionen „sehr gut aufgestellt sind“.

 

Neben dem Umstand, dass Roquette bei Rosebush „noch großes Entwicklungspotenzial sieht“, hob der Sportliche Leiter auch die klassenhöhere Erfahrung des Neuzugangs hervor.
Denn bevor Rosebush sich in Sangalhos erstmals in Europa bewies, war er im vergangenen Jahr für die Brampton Honey Badgers in der 1. Liga Kanadas (Canadian Elite Basketball League, kurz „CEBL“) aktiv. In neun Spielen kam er im Schnitt auf 11,1 Einsatzminuten und 3,7 Punkte. Kurios: In Brampton, das nordwestlich von Toronto liegt, agierte Rosebush an der Seite von Spielmacher L. J. Thorpe (26) – den die Veolia Towers Mitte Juni verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2027 ausgestattet hatten. Somit trifft der Kanadier an der Elbe zumindest auf ein bekanntes Gesicht, was gemeinsame Grill-Abende zur Folge haben könnte.

 

 

 

 

Foto: TMU Bold Athletics

Neuer Co-Trainer: Schick kommt vom Rhein an die Elbe

„Ich kenne wirklich nicht viele Menschen, die im hohen Norden leben“, versicherte Marian Schick. Umso mehr wunderte er sich, als er in Hamburg-Wilhelmsburg geparkt hatte, aus seinem Auto ausstieg – und im Fenster des nächstgelegenen Hauses ein bekanntes Gesicht sah. Es war das von Hamed Attarbashi, mit dem er sich einen Tag zuvor ausgetauscht hatte über ihre zukünftige Zusammenarbeit beim SC Rist Wedel. Bei dessen Herren in der 2. Bundesliga ProB folgt Schick mit dem Beginn der Saison 2025/2025 als Co-Trainer ebenso auf die im Mai ausgeschiedene Constanze Wegner wie beim Nachwuchs der Veolia Towers Hamburg als Chefcoach in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga.

 

„Ich habe Marian gefragt, ob er mich stalkt“, kommentierte Attarbashi, der mit Schick am Vortag nicht darüber gesprochen hatte, wo er wohnt, diesen Zufall mit Humor. Unabhängig vom kurzen zweiten Treffen, bei dem Schick auch Attarbashis Frau und Kinder kennenlernte, versicherten beide Trainer nach ihrem ersten „Beschnuppern“, dass sie sich auf ihre Zusammenarbeit freuen. „Als klar war, dass ich zum SC Rist und zu den Towers gehe, hat Hamed mich wenige Stunden später angerufen – und seitdem stehen wir in einem guten Austausch“, berichtete Schick, der in den letzten beiden Jahren im Nachwuchsbereich von Bayer Leverkusen seine erste Trainerstation hatte.

Diese Komplimente gab Attarbashi sogleich zurück: „Marian hat als Spieler zahlreiche Erfahrungen gesammelt und ist sehr ehrgeizig, zielstrebig und positiv“, so Attarbashi, der zudem feststellte: „Er versprüht viel Energie – das wird uns sicher gut tun.“ Genau diese Energie ist Schick selbst „sehr wichtig“, wie er betonte: „Als Spieler habe ich immer sehr viel gearbeitet. Ich mochte es, physisch zu spielen, mich durchzusetzen, und über die Energie zu kommen – genau das lebe ich auch als Trainer vor“, erklärte der 38-Jährige, der zudem ein Freund des Tempospiels ist: „Ich glaube, dass der Basketball in zehn Jahren noch wesentlich schneller sein wird.“ Deshalb wolle er „den Spielern helfen, zu lernen, das Chaos, das durch die noch höhere Geschwindigkeit entsteht, zu kontrollieren“.

 

Der gebürtige Marburger war lange Jahre in der 3×3-Nationalmannschaft des Deutschen Basketball-Bundes aktiv. Zudem blickt er als Center- und Angriffsspieler auf mehrere Profi-Stationen in der 2. Bundesliga (TV Lich, Ehingen/Urspring, White Wings Hanau, Uni-Riesen Leipzig, Gießen 46‘ers und Leverkusen) zurück. Dabei kreuzten sich auch die Wege mit Christoph Roquette, der inzwischen Sportlicher Leiter des SC Rist ist und erklärte: „Wir haben einige Male gegeneinander gespielt – letztmals 2014 im Play-Off-Viertelfinale gegen Leipzig.“ Auch Roquette freut sich auf die Zusammenarbeit mit Schick: „Er war bei uns, hat sich alles angeschaut und mit uns zusammengesessen.“ Als Co-Trainer soll sich Schick bei den Wedelern laut Roquette so, wie zuletzt Wegner, „unter anderem um die Video-Analyse und die Gegner-Betrachtung kümmern“.

 

Kurios: Schick kannte auch Fabian Villmeter, der als Direktor Operations und Development bei den Veolia Towers die erste Kontaktaufnahme vornahm, von dessen vorheriger Trainertätigkeit beim TV Langen her. „Das war das erste Mal überhaupt, das ich als Trainer eine Anfrage eines anderen Vereins bekommen habe“, verriet Schick, der einen Einblick in seine Gefühlswelt nach Villmeters Anruf gab: „Mir war sofort klar, dass ich diese reizvolle Aufgabe auf jeden Fall übernehmen möchte.“ Mit Verweis darauf, dass er in Düsseldorf leben und nicht wissen würde, „ob ein Umzug nach Hamburg mit meiner Familie funktionieren kann“, habe er jedoch erst einmal „zurückhaltend reagiert“, so der 38-Jährige.

In einem Gespräch mit seiner Frau, die zwar in Düsseldorf arbeitet, aber schon in der Vergangenheit zweimal pro Monat beruflich in Hamburg weilte, bekam Schick dann aber „Grünes Licht“ für einen Umzug vom Rhein an die Elbe. Nun sucht die Familie, zu der auch zwei Kinder (vier und fast sieben Jahre alt) gehören, noch eine passende Wohnung in der Freien und Hansestadt. „Das ist nicht so einfach in Hamburg“, befand Schick, der „am liebsten nach Bahrenfeld, Altona oder Othmarschen ziehen“ würde – also quasi in die „goldene Mitte“ zwischen Wedel und Wilhelmsburg. Es ist davon auszugehen, dass Schick mit seiner sympathischen und offenen Art schnell viele weitere Menschen kennenlernen wird, die im hohen Norden leben.

 

 

 

 

 

Foto: Frank Fankhauser