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Neuansetzung LOK BERNAU vs. SC Rist Wedel

Der SC Rist Wedel ist am 08.10.2022 nicht beim Spiel in Bernau angetreten. Vorausgegangen waren eine geplante Anreise mit dem Zug und Zugausfälle bei der Deutschen Bahn, bedingt durch eine technische Störung im gesamten norddeutschen Bahnnetz. In einem Verfahren gemäß SuVO §71.2b in Verbindung mit §71.3 hat die Spielleitung den Sachverhalt überprüft und entschieden, dass den SC Rist Wedel aufgrund höherer Gewalt in dieser Sache keine Schuld angelastet werden kann.

Das ProB Spiel Nr. 109274, LOK BERNAU – SC Rist Wedel vom 08.10.2022 wird dementsprechend neu angesetzt, wobei ein neuer Spieltermin noch abzustimmen ist.

Weiterer talentierter Neuzugang

Thorben Meißner verstärkt den Kader des SC Rist. Der 19-Jährige wagt mit seinem Wechsel an den Steinberg erstmals den Sprung in die ProB. „Thorben ist ein junger, lernwilliger Kerl, der in Hamburg Basketball und Studium verbinden möchte. Er hat sich bei uns als sehr offener, kommunikativer Typ vorgestellt, der im Training hart arbeiten möchte. Wir sind froh, ihn dabei zu haben“, sagt Trainer Stephan Blode.

„Er ist 1,97 Meter groß, kann die Zwei und Drei spielen, also die Flügelpositionen. Thorben ist jemand, der über Intensität, über Kampf und Defense kommt“, beschreibt Christoph Roquette, der Sportliche Leiter des SC Rist, die Spielweise des angehenden Medizinstudenten, der sich an der Universität Hamburg einschreiben wird. Fachgespräche über Anatomie und Physiologie mit Linus Hoffmann bei gleichzeitiger Bewerbung um Einsatzzeit könnten bei den beiden Wedeler Flügelspielern künftig zum Trainingsalltag gehören.

Meißner wechselte 2020 von seinem Heimatverein MTV 1862 Kronberg im Taunus zu Ratiopharm Ulm. Mit dem Talentschuppen des Bundesligisten erreichte er im Mai das NBBL-Halbfinale, Meißner erzielte in der höchsten deutschen Jugendleistungsklasse für die Ulmer in der abgelaufenen Saison im Durchschnitt 3,2 Zähler. Er sammelte ebenfalls Spielzeit in der 1. Regionalliga Südwest, die Auswertung seiner 13 Einsätze für BBU 01 Ulm ergab in der Saison 2021/22 statistisch 2 Punkte pro Spiel.

Okolie kann Korbabschlüsse mit Wumms

Dass es auf der Centerposition im wahrsten Sinne des Wortes große Veränderungen geben würde, war nach den feststehenden Abgängen von Aurimas Adomaitis (hat aufgehört) und Yngve Jentz (zum Regionalligaverein TSG Bergedorf) klar. Moritz Kröger ist für die Fünf vorgesehen und jetzt ist auch Christian Okolie da: Ein junges Duo mit viel Talent und weiterer Steigerungsaussicht. Die Aufgabe, die gleichzeitig eine beidseitige Chance beinhaltet, wird lauten, aus den tollen Anlagen der beiden noch einiges herauszukitzeln. Dafür stellt der SC Rist die bekannte Mixtur aus Trainingsangeboten, viel Arbeit, Einsatzzeit und Vertrauen zur Verfügung, um die „Langen“ weiterhin zu fördern und zu fordern.

Neuzugang Okolie ist 22 Jahre alt und 2,06 Meter groß. Korbabschlüsse mit Wumms sind wohl seine Stärke mit der höchsten Publikumswirksamkeit. Hier soll er Abnehmer der „Vorarbeiter“ Cleary, Hanzalek und Möller sein. Doch auch für das Sichern von Rebounds und zur Verstärkung des Bollwerks zwecks Verteidigung des eigenen Korbs wurde Okolie aus der ProB Süd (Karlsruhe) geholt. Die körperlichen Voraussetzungen für diese Aufgaben stimmen. „Christian ist groß, schnell und hat eine gute Grundathletik. Dafür kommt er bisher weniger über Fußarbeit und andere Bewegungen. Das ist das, was wir ihm jetzt beibringen müssen“, sagt Stephan Blode. Der Rist-Trainer will den 22-Jährigen in Wedel weiter „schleifen“ und voranbringen. „Er hat spät mit dem Basketball angefangen und deswegen ein junges Basketballalter“, so der Sportliche Leiter Christoph Roquette.

Okolie spielte in Villingen-Schwenningen, bis 2019 in Tübingen in der NBBL sowie kurz auch in der 1. Regionalliga, ging im Herbst 2020 dann zu Akademik Sofia. In elf Partien der ersten bulgarischen Liga wurde er aufs Parkett geschickt, erzielte statistische Mittelwerte von 1,9 Punkten und 2,2 Rebounds. Kurz vor Weihnachten 2020 tauschte Okolie die bulgarische Hauptstadt mit Andalusien und verdingte sich beim spanischen Viertligisten CB Peñarroya. „Die EBA ist eine Liga, die auch von vielen Amerikanern als Sprungbrett genutzt wird. Da hat er mit 10,6 Punkten und 7,6 Rebounds gezeigt, wozu er imstande ist“, so Roquette. Das gilt gleichermaßen für seine Zeit in Karlsruhe, als Okolie mehrere Ausrufezeichen setzte (wie mit 13 Punkten und 15 Rebounds gegen Gießen im April), ordentliche Mittelwerte einfuhr (7,5 Punkte, 5,8 Rebounds), die Saison aber vom sportlichen Abstieg mit den „Wizards“ überschattet wurde.

„Er hat ein bisschen unruhige letzte Jahre gehabt. Wir wollen ihm helfen, das hohe athletische Potenzial in einem ruhigen Umfeld in neue Bahnen zu lenken und viele neue Werkzeuge reinzubringen“, sagt Blode. Eine gute Voraussetzung: Okolie sei lernwillig, so Roquette. „Er kann vom Talent her in dieser Saison auf jeden Fall einen großen Sprung machen“, ist sich der Sportchef sicher. „Großer Sprung“ ist bei der Spielweise des Wedeler Neuzugangs übrigens auch wörtlich zu nehmen.

Nagora zurück im Norden

Fast genau zehn Jahre ist es her, dass sich Marc Nagora auf Deutschland-Reise begab. Beim Bramfelder SV hatte er sich in der 2. Regionalliga und in der NBBL in den Vordergrund gespielt, in der Saison 2011/12 auch einige ProB-Partien für den SC Rist absolviert. Und dann ging er auf Wanderschaft. Jetzt, mit viel ProA- und ProB-Erfahrung im Gepäck, ist der 28-Jährige zurück im Norden und verstärkt in der Saison 2022/23 die Rist-Herren.

Nagora steht insbesondere für Treffsicherheit: 61 Dreier brachte er in der zurückliegenden Spielzeit ins Ziel, wohlgemerkt bei einer beachtlichen Erfolgsquote von fast 44 Prozent. 9,2 Punkte und 5,3 Rebounds erzielte der 2,03 Meter große „Vierer“ für den ProB-Halbfinalisten Wolmirstedt. „Er hat auch in Dresden und Paderborn bei guten Teams gespielt und hatte immer eine gute Rolle“, sagt der Sportliche Leiter Christoph Roquette. „Marc besticht durch seinen guten Distanzwurf und macht so das Feld breit, ist aber auch immer am Brett durch Rebounds positiv aufgefallen“, fügt Trainer Stephan Blode hinzu.

„Schlüsselqualifikation“ nennt Roquette Nagoras Stärke beim Ferndistanzwurf. „Mit ihm und Kozak haben wir zwei sehr gute Vierer für die neue Saison“, so der Sportchef. Doch gemeinsames Handeln auf dem Feld sei ebenfalls möglich, meint Roquette: „Dann würde Kozak die Fünf nehmen, weil Nagora der bessere Werfer ist. Wir wollen ja wie immer flexibel sein. Die beiden können definitiv auch zusammenspielen.“

Dass Nagora in der vergangenen Saison mit Wolmirstedt an der Ligaspitze mitmischte und auch aus seinem vorherigen Karriereverlauf weiß, welche Inhaltsstoffe zusammengefügt werden müssen, um die Erfolgsaussichten zu erhöhen, wird für die junge Wedeler Mannschaft ein wertvoller Zugewinn. „Mir ist wichtig, dass kommuniziert wird. Das ist eine Sache, an der wir von Anfang an viel arbeiten werden. Andererseits ist es auch wichtig, dass jemand mit seiner Leistung vorangeht und das alles schon mal gesehen hat – und das hat Marc ja auf jeden Fall“, so Blode. Als Nagora in der Saison 2011/12 zwölfmal für den SC Rist in der ProB auflief, gelangen ihm insgesamt zwei Dreier. Mehr als ein Jahrzehnt später dürfte sich der Zählerstand schon bald erhöhen.

Jung und talentiert

Sie sind jung, sie sind talentiert, und sie wollen nach oben. Dieser Weg führt im Basketball in Hamburg und Umgebung oft über Einsatzzeit in Wedel. Und um die bewerben sie sich in der Saison 2022/23.

Simonas Paukste kann bereits einiges an ProB-Erfahrung vorweisen. Der 18-Jährige spielte sich vor allem im ersten Drittel dieses Jahres in den Vordergrund, wurde von Trainer Stephan Blode im Verlauf der zurückliegenden Saison mit einem zunehmend anwachsenden Verantwortungsbereich ausgestattet. In den drei Viertelfinalbegegnungen mit Dresden etwa war er jeweils 23 Minuten oder mehr am Geschehen auf dem Feld beteiligt. Paukste sei „ein immer noch sehr junger Spieler, der noch ganz viel lernen muss, aber trotzdem schon ein gestandener ProB-Spieler“, sagt Trainer Stephan Blode. Der Sportliche Leiter Christoph Roquette schätzt Paukstes Entwicklung in der vergangenen Spielzeit als „rasant“ ein: „Von den ersten Spielen gegen ETV und Rhöndorf, in denen er sich die Minuten erkämpft hat, bis er sich nach der Hinrunde auf der Drei festgebissen hat. Das hat er hervorragend gemacht. Er ist mit seiner Größe ein guter Verteidiger, hat einen guten Wurf und ist ein großes Talent“, erläutert Roquette. Paukstes Entwicklung soll damit noch längst nicht abgeschlossen sein. „Er hat jetzt keinen Welpenschutz mehr – braucht er auch nicht“, sagt Blode. Im zweiten Jahr gehe es darum, so betont Roquette, „es dann wieder zu zeigen, dass es die Rolle ist, die er in Zukunft haben will und dass da noch mehr kommen soll. Ich glaube, da geben wir ihm alle Möglichkeiten und die Spielzeit mit. Wir sehen ihn da gemeinsam mit Linus Hoffmann auf der Drei und freuen uns auf dieses junge Gespann, das wir da haben.“

Al-Fayed Alegbe, genannt Alfa, wurde in der Saison 2021/22 in zehn ProB-Partien eingesetzt. Es war ein „Schnupperkurs“, rund dreieinhalb Minuten Spielzeit standen für ihn als Mittelwert zu Buche. Der 18-Jährige sei ein „athletischer Guard, der beide Guard-Positionen spielen kann. Es wird spannend zu sehen, wie seine Entwicklung weitergeht“, so Roquette. Die Leistungen, die Alegbe im Training anbiete, auch im Spiel abzurufen: „Das ist jetzt das nächste Ziel“, betont Blode und fährt fort: „Bei ihm ist es ganz klar so, dass wir von ihm erwarten, dass er das, was er an Lichtblicken im Training zeigt, konstanter bringt. Ein konstant hohes Trainingsniveau ohne Talfahrt, und dann ist Alfa sicherlich ein Spieler, der, wenn er sich gut in der Vorbereitung präsentiert, den einen oder anderen überraschen könnte. Uns würde es nicht überraschen, wenn sich einer der Jungs in den Vordergrund spielt, denn wir kennen sie ja alle.“

Anton Krüger wurde am 13. Februar von Stephan Blode aufs Spielfeld geschickt – es war die ProB-Premiere für den jetzt 17 Jahre alten Flügelspieler. „Anton muss schauen, was Simonas und Linus auf der Drei fabrizieren und da dann schrittweise hinkommen. Da muss er auch mal etwas aufmüpfig sein und sich im Training aufdrängen, um sich Spielzeit zu erkämpfen. Da ist er noch sehr brav. Das sollte er einfach dieses Jahr probieren und sehen, was möglich ist“, so der Sportliche Leiter. Blode sieht bei Krüger wie weiteren seiner Schützlinge die Notwendigkeit, sich an die Gegebenheiten des körperbetonten Erwachsenensports anzupassen – und damit den Jugendbasketball hinter sich zu lassen. Grundlage sei, betont er, „eine ganz hohe Trainingsintensität an den Tag zu legen“, um auf diese Weise das technische Können auch an die Schnelligkeitsanforderungen der ProB anzugleichen. „Die Jungs müssen sich im Training gegen gestandene Gegenspieler beweisen, wie einen Linus Hoffmann, der diesen Schritt schon längst hinter sich“, erläutert Blode.

Justus Waller ist von einem USA-Aufenthalt zurückgekehrt, vor dem er bereits bei den 2. Rist-Herren und bei den Hamburg Towers in der NBBL spielte. Als Gastschüler sammelte der 17-Jährige in den vergangenen Monaten an der St. Christopher’s High School in Richmond eine Menge Eindrücke. Davon konnte sich auch Blode überzeugen, indem er sich aufgezeichnete Partien von Wallers Saison in Virginia anschaute: „Es ist völlig anderer Basketball, der da gespielt wird. Jetzt muss er sich wieder umgewöhnen und sich auf jeden Fall der Physis erwehren, die auf ihn im Training und in den Spielen trifft. Das ist ganz wichtig, dass Justus lernt, gegen Erwachsene zu spielen“, sagt der Trainer. Waller wird in der „Schaltzentrale“ eingesetzt. „Justus war schon, bevor er in die USA ging, ein sehr spannender Spieler auf der Eins, weil er ein großer Guard ist, der das Spiel gestalten kann“, erläutert Roquette.Tino Wohltmann ist vom TuRa Harksheide in die gemeinsame Nachwuchsförderung der Hamburg Towers und des SC Rist gewechselt. „Tino hat Gardemaß. Er wird erst mal im Training mitmachen und da die Luft schnuppern, um Stück für Stück herangeführt zu werden“, sagt Roquette über den 2,06 Meter großen Center des Jahrgangs 2004. „Er macht einen sehr lernwilligen Eindruck. Wir freuen uns darauf, ihn entwickeln zu können“, so Blode. Wohltmann spielte in der zurückliegenden Saison mit TuRa in der 2. Regionalliga und unterstrich mit 10,7 Punkten pro Partie seine guten Anlagen.

Kozak verbindet tschechische und US-amerikanische Basketballausbildung

Nach mehreren Abgängen auf den Positionen vier und fünf gibt der SC Rist jetzt Verstärkung für die „lange Fraktion“ bekannt. Der Tscheche Michal Kozak nennt künftig die Steinberghalle sein sportliches Zuhause.

Einige seiner basketballerischen Kennwerte im Stenogramm: 2,04 Meter groß, 24 Jahre alt, gebürtig aus Pilsen, Basketballanfänge beim BK Lokomotiva Pilsen, 2015 Wechsel an eine Basketballschule im böhmischen Jindřichův Hradec, ehemaliger tschechischer U16-, U18- und U20-Nationalspieler und zuletzt seit 2017 in den USA beschäftigt, genauer gesagt an der Weber State University in Ogden nördlich der Olympiastadt von 2002, Salt Lake City.

„Vorrangig soll er auf der Position vier spielen. Er kann das Spiel, wie es heutzutage auf der Vier verlangt wird, abdecken: Er kann werfen und kann passen, tut all das auf einem hohen Niveau – also das Komplettpaket. Er kann aber auch auf der Fünf aushelfen“, so der Sportliche Leiter Christoph Roquette. „Mit seinem vielseitigen Können kann er sowohl innen als auch außen agieren, er kann auch beide Positionen verteidigen“, erläutert Trainer Stephan Blode.

„Er soll bei uns Leistungsträger sein“, sagt Roquette. Kozak wird die Möglichkeit erhalten, ebenfalls bei den Hamburg Towers mitzutrainieren und könnte sich auf diese Weise – wie Jordan Walker in der vergangenen Saison – auch Bundesliga- und Europapokaleinsätze sichern.

Aufgrund der Pandemie gewährte die NCAA Kozak und anderen Spielern ein fünftes Jahr College-Jahr, gleichzeitig stießen aber Neuzugänge zur Weber State University. Der Konkurrenzkampf wurde noch einmal kräftig verschärft. „Darunter hat seine Spielzeit gelitten“, sagt Roquette. In Zahlen: In der zurückliegenden Saison wurde Kozak bei den „Wildcats“ rund sechs Minuten pro Spiel eingesetzt, zwischen 2017 und 2021 waren es regelmäßig mehr als 20, 2019/20 sogar annähernd 30 pro Spiel. In seinem letzten College-Jahr lag Kozaks Punkteschnitt bei 0,6, 2020/21 waren es 7,3.

Zahlen sind laut Blode längst nicht alles bei der Spielersuche. Auf Video-Zusammenschnitte, die oft ausschließlich Stärken und gelungene Aktionen aneinanderreihen, verzichte er, so der Rist-Trainer. „Ich gucke, welche Stationen der Spieler hatte, gucke mir die Wurfquoten und die Minuten an, die er gespielt hat. Das ist so der erste Eindruck, den ich habe. Und dann gucke ich mir ihn in einem ganzen Spiel an“, erläuterte er. „Wie bewegt sich ein Spieler auf dem Feld? Und mit welcher Intensität bewegt er sich? Wie bewegt er sich abseits des Balles in der Defense?“, nennt Blode erste Fragen, die er durch die Aufzeichnungen beantwortet wissen möchte.Aber auch auf das Passspiel achte er, „oder dribbelt der Spieler zu viel?“, so der Trainer. Zwischen den Einordnungen „interessant“ und „durchgefallen“ liegt mitunter nicht viel Zeit: „Ganz ehrlich: Wenn der erste und der zweite Eindruck nicht stimmen, dann gucke ich mir das Spiel auch nicht zu Ende an. Man erkennt relativ schnell, wie ein Spieler sich auf dem Feld verhält, fernab der Statistiken. Bei Michal Kozak habe ich lange geschaut, immer weitergeguckt und nicht nur ein Spiel geschaut. Das ist natürlich ein positives Zeichen“, sagt Blode.

Hanzalek kommt aus Ehingen nach Wedel

Wer mit dem eigenen Namensgedächtnis auf Kriegsfuß steht, erinnere sich künftig einfach an das Bisherige. Im Wedeler Spielaufbau wirkt Ja(c)kob H. Und wenn man dann auch noch beim Spitznamen des Rist-Neuzugangs an eine frühere Wedeler Möbelfabrik identischen Klangs denkt, dürfte es der Eselsbrücken genug sein.

Doch die Chancen stehen gut, dass der Name Jakob „Kuba“ Hanzalek sehr bald ganz für sich sprechen wird, schließlich ist er in Basketballhallen bundesweit bereits vielen ein Begriff und will nun das Wedeler Fachpublikum überzeugen. „Er ist einerseits ein junger Spieler, der schon ProA-Erfahrung gesammelt hat und schon die ProA-Geschwindigkeit und -Physis kennt. Andererseits ist er ein junger Spieler, der auch noch Entwicklungspotenzial hat“, beschreibt Rist-Trainer Stephan Blode seine 19-jährige Neuerwerbung.

Der 1,88 Meter große Hanzalek spielte zuletzt in Ehingen, erhielt beim ProA-Absteiger reichlich Gelegenheit, sich zu zeigen: Die Statistik wies für ihn in der Saison 2021/22 knapp 18 Minuten Einsatzzeit und 5,1 Punkte pro Spiel aus.

„Kuba kann die Positionen eins und zwei spielen, er ist noch jung, war in Ulm und Ehingen“, sagt Christoph Roquette und baut darauf, dass Hanzalek als junger Spieler die Gelegenheit beim Schopfe packt, wie so viele Talente vor ihm in Wedel eine weitere Entwicklungsstufe zu zünden. „Wir konnten ihn mit der Aussicht überzeugen, dass junge Spieler bei uns gefördert werden und man bei uns den nächsten Schritt machen kann“, sagt Roquette. „Wir haben ihm gezeigt, was wir hier machen, wie wir arbeiten und wie wir mit den jungen Leuten vorgehen“, erläutert der Sportchef.

Cleary soll „Kreativfixpunkt“ werden

An der University of Minnesota Crookston hat sich Harrison Cleary einen hervorragenden Ruf erworben, musste in Spanien Rückschläge verkraften und will in Kürze in Wedel neu angreifen.

Die Verpflichtung des 24-jährigen US-Amerikaners verknüpfen die Verantwortlichen des SC Rist mit hohen Erwartungen. „Harrison ist ganz klar jemand, der das Spiel, das Tempo, die Aktionen und alles drumherum gestalten kann“, sagt Trainer Stephan Blode. Er und der Sportliche Leiter Christoph Roquette legten sich trotz der großen Auswahl an Spielern, die jedes Jahr aus dem Basketball-Mutterland auf den Markt drängen, schnell auf Cleary fest.

Der 1,85 Meter große Cleary kann das Spiel lenken und Nebenmänner in Szene setzten, hat aber ebenso bewiesen, dass er auch selbst ein zuverlässiger Punktesammler ist. Auf diese doppelte Stärke habe man bei der Spielersuche Wert gelegt, betont Roquette. „Wir erwarten von Harrison, dass er ein Kreativspieler für uns wird – nicht der einzige, aber auf jeden Fall ein Kreativfixpunkt in der Offensive. Defensiv sind die Erwartungen an alle immer die gleichen: Sie sollen hart verteidigen und das Konzept haargenau umsetzen“, ergänzt Blode.

Und gleichzeitig galt es einen Mann zu finden, der sich beweisen will und das Sprungbrett SC Rist – wie mehrere Landsleute vor ihm – schwungvoll nutzen möchte, um sich für nachfolgend höhere Aufgaben zu empfehlen. „Wir haben ihn überzeugen können, dass es bei uns der richtige Zeitpunkt und der richtige Ort für ihn ist, seine Karriere in gute Bahnen zu bringen“, sagt Roquette.

Clearys ansprechende Leistungen in der LEB Plata (15,1 Punkte, 3 Rebounds, 2,1 Assists, Dreierquote: 45,7 Prozent) wurden in der vergangenen Saison nach sieben Spielen unterbrochen, als es den Amerikaner im November an der Schulter erwischte und er deshalb nicht mehr für den Drittligisten CD Carbajosa auflaufen konnte. Auch sein erstes Jahr, die Saison 2020/21, als Profi verlief nicht wie gewünscht. Clearys gute Leistungen und seine begeisternden Statistiken, die er von 2016 bis 2020 an der University of Minnesota Crookston (NCAA Division 2) erbracht hatte, katapultierten den US-Amerikaner gleich in die zweite spanische Liga, LEB Oro. Fast 27 Zähler im Schnitt, gut 4 Assists, eine Freiwurfquote von 91 Prozent (alles Zahlen aus der Saison 2019/20) waren gute Gründe.Doch erst bei Tau Castelló und dann bei CB Almansa kam Cleary in Spaniens zweiter Liga nicht richtig zum Zuge. „Die spanischen Ligen sind noch mal einen Tick besser als die deutschen“, gibt Roquette zu bedenken. „Dort hat er sich im ersten Jahr aber nicht durchsetzen können. Uns hat überzeugt, da wir Leute brauchen, die jung und hungrig sind, dass er nicht gleich abgehauen ist, sondern es weiter probiert hat“, so der Wedeler Sportchef. „Ich glaube, er wird ein toller Spieler für uns sein. Aber ich denke auch, dass Harrison herkommen wird und etwas zu beweisen hat“, meint Blode.

Jentz geht aus beruflichen Gründen

Der SC Rist verabschiedet Yngve Jentz, der seit 2019 in 68 ProB-Spielen auflief und der nach dem Ende seines Studiums aus beruflichen Gründen nicht mehr die Zeit aufbringen kann, um das vollständige Trainingspensum zu bewältigen. „Wir haben beidseitig festgestellt, dass es in der ProB nicht mehr möglich ist, wenn man deutlich weniger trainiert und haben dann zusammen gesagt, dass wir dann leider getrennte Wege gehen müssen. Es ist in der ProB nicht mehr möglich, das Training auf zwei- bis dreimal die Woche zu reduzieren“, so der Sportliche Leiter Christoph Roquette.

Damit geht nach Aurimas Adomaitis die zweite Hälfte des Wedeler Center-Gespanns, das sich in den Spielen bei der Arbeit unter dem Korb abwechselte und sich im Training angesichts von jeweils mehr als 100 Kilogramm Kampfgewicht brachiale Duelle lieferte. Das sportliche Verhältnis zwischen Adomaitis und Jentz wurde im Mannschaftskreis augenzwinkernd mit einer Ehe verglichen. „Rimos Abschied war ja vorher bekannt, da wurden in der Kabine schon ein paar Scherze in Richtung Ehepaar Yngve-Aurimas gemacht. Und jetzt gehen sozusagen beide Eheleute gleichzeitig von Bord. Sie haben sich im Training immer gegenseitig verteidigt und waren ein Herz und eine Seele – und an manchen Tagen vielleicht auch ein bisschen weniger. Es war immer lustig und lebendig mit den beiden“, sagt Trainer Stephan Blode.

Und Roquette erinnert sich: „Yngve haben wir damals in den Kader geholt, weil wir ein Pendant zu Aurimas brauchten.“ Doch der 25-Jährige war beileibe nicht nur Sparringspartner. „Er hat sich immer mehr in die Rotation ’reinspielen können“, sagt der Sportliche Leiter. In der vergangenen Saison dann überholte Jentz den Litauer in Sachen Einsatzzeit. Jentz sei zwar vorrangig „defensiver Arbeiter“ gewesen, wie Blode es nannte, habe aber immer wieder Auftritte gehabt, „bei denen er dann mehr ins Rampenlicht getreten ist“, sagt der Trainer und hat dabei unter anderem den 30. Oktober 2021 im Hinterkopf, als Jentz gegen Schwelm auf 15 Zähler kam.

Kröger für die Fünf

Als eine seiner letzten Amtshandlungen im Freiwilligen Sozialen Jahr zeichnete er für die Durchführung des Grundschulligaturniers in der Steinberghalle verantwortlich. Mit dem Ende seines FSJ-Dienstes beim SC Rist mit zahlreichen Tätigkeiten im Jugendbereich beginnt für Moritz Kröger ein neuer Abschnitt in Form einer Berufsausbildung. Was sich nicht ändert: Der 19-Jährige gehört dem Wedeler ProB-Kader an, ist fest für die Arbeit unter dem Korb vorgesehen.

„Er hat seine Stabilität in den letzten Jahren im Training unter Beweis gestellt, aber wir nehmen ihn auch in die Verantwortung, jetzt über den Sommer den nächsten Schritt zu machen. Er weiß auch, dass da noch Potenzial liegt, was er noch nutzen muss“, sagt Trainer Stephan Blode. Im ProB-Betrieb war es für Kröger 2021/22 eine Mischung aus Kurzeinsätzen und zweistelligen Minutenanzahlen, gegen Münster im Februar und gegen Speyer im April auch mehr als 20. Machte insgesamt jeweils 1,3 Punkte und Rebounds pro Spiel.„Es war letzte Saison für ihn schwierig, weil wir drei Leute auf der Fünf hatten“, sagt Christoph Roquette. „Wir sehen Moritz für die Zukunft auf der Position, als modernen, schnellen Fünfer, der verteidigen kann. Um auf die Vier zu kommen, muss Moritz sicherlich noch ein bisschen an seinem Wurf arbeiten, das verlangt die moderne Vier einfach“, so der Sportliche Leiter des SC Rist. „Er hat einen arbeitsreichen Sommer, in dem er viel Krafttraining machen muss, um sich noch mehr auf der Fünf zu etablieren und unter den Körben seinen Körper ’reinzuschmeißen“, sagt Roquette. Und dann geht es darum, sich für Spielanteile zu empfehlen, die unter anderem durch den Weggang von Aurimas Adomaitis freiwerden.