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So lief’s in Bernau für den SC Rist Wedel

Weitere wichtige Erkenntnisse sammelte Stephan Blode am Sonnabend beim Vorbereitungsspiel in Bernau. Seine Mannschaft unterlag dem gastgebenden SSV Lok mit 78:82. „Es war ein wichtiger Test“, sagte der Rist-Trainer über die Partie beim Ligakonkurrenten aus Brandenburg. Blode stellte unter anderem fest, dass „wir den Gegner nicht mehr kontrollieren“, wenn die Aggressivität seiner Jungs in der Verteidigung nachlasse. Und: „Wir müssen lernen, unsere Emotionen besser in die richtigen Bahnen zu lenken“, so der Trainer.

Der erste Vergleich mit dem langjährigen ProB-(und zuvor Regionalliga-)Weggefährten aus Bernau war gewissermaßen das Hinspiel, am 5. September misst man sich dann erneut. Die Einschätzung, dass solche Vorbereitungsspiele gegen Mannschaften aus der eigenen Liga hilfreich seien, um die eigenen Leistungsstärke abzugleichen, sei nur bedingt richtig, meint Blode: „Natürlich ist es schön, gegen Teams aus der ProB zu testen, aber wir könnten unser Team auch einschätzen, wenn wir gegen Gegner aus anderen Ligen spielen würden.“ Das geschieht ja ebenfalls, am kommenden Sonntag gegen Cuxhaven und am Mittwoch, den 1. September, gegen Stade (beide 1. Regionalliga).

„Die Spieler vertragen die Belastung gut“, schätzt er den Stand der Dinge nach dreiwöchigem Mannschaftstraining ein, auch wenn der eine oder andere seiner Schützlinge bei der körperlichen Verfassung noch nicht ganz dort angelangt sei, wo man ihn haben wolle. Die gemeinsame Arbeit hat die Mannschaft bereits kräftig zusammengeschweißt: „Viele kannten sich ja auch schon vorher. Die Neuen sind gut aufgenommen worden. Ich bin guter Dinge, was die Teamchemie angeht“, betont Blode.

Quelle: SC Rist Wedel

„Feuer, Aggressivität, Leidenschaft aufs Parkett bringen“

Mit Rückkehrer Nikola Sredojevic und dem Abschied von Mario Blessing beschließen die Rist-Herren die Kaderumbauarbeiten in Hinblick auf die Saison 2021/22, auf die sich die Wedeler ab dem 2. August im Mannschaftsverbund vorbereiten.

Der 19-jährige Sredojevic spielte bereits bis 2020 für den SC Rist (fünf ProB-Einsätze und 32 in der 2. Regionalliga), die vergangene Saison bei Alba Berlin fiel wegen der Coronavirus-Pandemie mit jeweils zwei Spieleinsätzen in 2. Regionalliga und NBBL auch für ihn kürzer aus als gedacht. „Von den reinen Zahlen und den Minuten auf dem Feld her war das ein ganz schwieriges Jahr für ihn in Berlin“, sagt Stephan Blode. Da Sredojevic weder zum Berliner Profikader noch zur Mannschaft des Kooperationspartners Lok Bernau gehörte, kam er angesichts von Hallenschließungen und der Zwangspause des Amateursports nicht in den Genuss einer Ausnahmeregelung, seine Trainingsmöglichkeiten in der Hauptstadt waren deshalb während der Pandemie lange eingeschränkt. Doch als Persönlichkeit habe Sredojevic der Umzug in die Hauptstadt sicher weitergebracht, meint der Trainer. Nach dem Abitur 2020 begann er in Berlin ein Studium. „Wir hätten Nikola schon damals gerne behalten und freuen uns, dass er jetzt zurückgekommen ist“, so der Sportliche Leiter Christoph Roquette. Zu den in Wedel sehr geschätzten Eigenschaften des gut 1,90 Meter großen Spielers für die Position zwei zählt die Energie, die Sredojevic in das Training und den Wettkampf einbringt.

Auf Mario Blessing müssen die Rister künftig verzichten. Als Leitwolf und Mannschaftskapitän gab er seinen jungen Mitspielern Halt, glänzte insbesondere als Korbvorbereiter, Verteidigungsass und Mann für entscheidende Momente. Jetzt steht erst einmal der Abschluss seines Studiums im Vordergrund. An den bisherigen Mannschaftskapitän geht ein großes Dankeschön für seine Dienste in Gelb und Grün!

Zwecks Beschreibung seiner Mannschaft 2021/22 wählt Stephan Blode folgende Worte: „Der Kader ist jung, dynamisch, schnell, lässt eine aggressive Spielweise zu, hat ein deutliches Mehr an Athletik im Vergleich zum letzten Jahr, aber auch eine ganz Reihe von Spielern, die vom biologischen Alter her jung sind, die aber auch schon ein paar Jahre im ProB-Basketball erlebt haben und die damit auf jeden Fall mehr Verantwortung tragen sollen, aber auch selbst mehr Verantwortung tragen wollen.“

Zum erweiterten Wedeler Aufgebot zählen mehrere Talente (Al-Fayed Alegbe, Janik Harbeck, Anton Krüger, Yann Mbodjé, Finn Mohl), die auf ProB-Schnupperkurs gehen werden, teilweise bereits in der vergangenen Saison am Training der 1. Herren teilgenommen haben und unter der Leitung von Trainer Torben Haase bei der Rist-„Zweiten“ sowie in der NBBL-Mannschaft der Hamburg Towers spielten und spielen. „Wir möchten Feuer, Aggressivität, Leidenschaft aufs Parkett bringen“, sagt Roquette. „Das möchten wir mit Jungs schaffen, die noch nicht so viel erreicht haben, die alle noch vor ihrem Karrierehöhepunkt stehen, die darauf hinfiebern und ein Trainingspensum an den Tag legen, bei dem man sieht, dass sie das erreichen möchten und dass sie hungrig sind“, umreißt er die Erwartungshaltung.

SC Rist 2021/22: Aurimas Adomaitis, Al-Fayed Alegbe, Hendrik Drescher, Janik Harbeck, Linus Hoffmann, Jacob Hollatz, Martin Jelic, Yngve Jentz, Moritz Kröger, Anton Krüger, Gabriel Kuku, Yann Mbodjé, Finn Mohl, Leif Möller, Simonas Paukste, Ole Schrader, Nikola Sredojevic, Jordan Walker.

Quelle: SC Rist Wedel

Asil Aydin wird hauptamtlicher Rist-Trainer

Asil Aydin übernimmt beim SC Rist Wedel die Ämter des Cheftrainers der 1. Damen sowie des Co-Trainers der 1. Herren und wird zusätzlich die männliche U18 betreuen. „Asil hat sich uns als hochmotivierter und gut ausgebildeter Trainer sowohl in Gesprächen als auch im Training mit den Damen präsentiert. Wir freuen uns sehr, dass wir mit Asil weiterhin die Headcoach-Stelle bei den 1. Damen mit einem hauptamtlichen Trainer besetzen können. Das war uns als Vorstand sehr wichtig“, so Andrea Koschek, die 1. Vorsitzende des SC Rist.

Am 1. August beginnt der Dienst des 24-Jährigen aus Berlin-Schöneberg in Wedel, der in der vergangenen Saison beim Verein RedHawks Potsdam hauptamtlich tätig war, dort Aufgaben im Herren- (2. Regionalliga) und Jugendbereich ausführte. In seiner Arbeit lege er viel Wert auf das Zwischenmenschliche, betont Aydin: „Damit eine positive Chemie herrscht, weil man ohne diese nirgendwo etwas erreichen kann“, erläutert er Grundzüge seines Selbstverständnisses und seiner Arbeitsweise. „Dann ist für mich als Trainer natürlich wichtig, dass sich die Spielerinnen in ihrer Rolle wohlfühlen. Ich bin kein Trainer, der jemandem etwas aufdrängt, sondern werde sie in dem Bereich, in dem sie sich gut fühlen, spielen lassen, sodass sie ihre Stärken werden nutzen können. Denn nur so wird man erfolgreich“, betont er. Und taktisch? Da entfacht er in der Verteidigung am liebsten mächtig Dampf im Kessel. „Als kleiner Spieler habe ich gelernt, dass man durch Aggressivität viel Druck auf den Gegner erzeugen kann und dadurch auch gegen Teams, die vielleicht eine Hausnummer größer sind, seine Chancen bekommt“, sagt Aydin, der als Spieler in der Oberliga für die Mannschaften City Basket Berlin und Berlin Tiger auflief. Im Angriff, betont der Trainer, setze er gerne auf Fast Breaks, gebe zwar Einstiege an die Hand, gewähre seinen Schützlingen aber mit Vorliebe auch die Gelegenheit, ihre Kreativität zu entfalten.

Die Prüfungen zur B-Trainerlizenz legt Aydin im August ab, darüber hinaus verfügt er über weitere Qualifikationsnachweise, unter anderem in den Bereichen Fitness, Athletik und Ernährung. Als Angestellter eines Fitnessanbieters in der Hauptstadt arbeitete er mit Nationalspieler Maodo Lo und Bundesligaspieler Joanic Bacoul‎ zusammen, war an der Erstellung deren persönlicher Trainingspläne beteiligt. Beim Berliner Basketball Verband leitete er hauptverantwortlich das Athletiktraining von Jugendauswahlspielern und war ebenfalls Assistent von Landestrainer Robert Bauer.

Von 2016 bis 2020 war Aydin Trainer beim Verein Berlin Tiger, trat als Co-Trainer mit der U16-Mannschaft der Kreuzberger 2018 in der JBBL-Qualifikation in Wedel an – sowohl die Tiger als auch der SC Rist zogen damals in die Jugend-Bundesliga ein. „Als ich letztens in der Steinberghalle war, ist mir die Quali wieder in Erinnerung gekommen. Damals hat das auch für mich alles angefangen“, sagt er. Sven Schaffer war der Berliner seit jenen Tagen ein fester Begriff: „Ich kenne ihn, seit wir angefangen haben, das JBBL-Projekt zu machen. Da ist er schon immer als junger, engagierter Trainer mit viel Begeisterung und Sozialkompetenz aufgefallen“, so der Rist-Jugendkoordinator.

Aydin wird in Wedel als hauptverantwortlicher Trainer der 1. Damen die Herausforderung 2. Bundesliga antreten, ihm zur Seite steht „Co“ Jan-Christian Both, der bereits unter Stephan Blode für die Risterinnen arbeitete. Bei den 1. Herren bildet Aydin ein Gespann mit Cheftrainer Blode, bekanntermaßen ebenfalls aus Berlin stammend. „Ich habe von vielen Seiten Gutes über Asil gehört, aber ich kannte ihn vorher nicht persönlich. Er hat sich in den letzten Jahren in den Vordergrund gecoacht, da war ich schon aus Berlin weg“, sagt Blode. In langen Gesprächen tauschten sich die beiden miteinander aus. Er habe Aydin als einen sehr engagierten und lernbegeisterten Trainer kennengelernt, so Blode: „Wir freuen uns, dass wir diese Personalie sowohl für die 2. DBBL als auch für die ProB so gut abgeschlossen haben“, betont er.

Quelle: SC Rist Wedel

Jordan Walker: Gestern Tiflis, morgen Wedel

Als Basketballprofi aus den USA, der sich im internationalen Geschäft verdingt hat, ist die Gabe der schnellen Anpassung an unterschiedliche Kulturen von großem Vorteil, wenn nicht sogar unverzichtbar. Gestern Tiflis, morgen Wedel. Jordan Walker ist solch ein Weltenwanderer. Der 24-Jährige wechselt zum SC Rist, Dienstbeginn ist der Trainingsauftakt am 2. August.

BC Orbi hieß die vorherige Station der US-Amerikaners, für die Mannschaft aus der georgischen Hauptstadt erzielte Walker in der abgelaufenen Saison 20,8 Punkte, 5,3 Rebounds und 4,7 Assists pro Partie. „Uns hat die Energie, die er aufs Feld bringt, überzeugt“, betont Christoph Roquette, Sportlicher Leiter der Rister. „Wir wollen aggressiv spielen und aggressiv verteidigen, das bringt er alles mit“, sagt Roquette. „Wir sehen ihn eher auf der Shooting-Guard-Position. Walker kann aber auch die Eins spielen, gar kein Problem“, meint er. Und sogar auf der Position drei kann sich Stephan Blode den Neuzugang vorstellen. „Letztendlich ist ja die Frage, wie man die Positionen interpretiert“, so der Trainer. Nicht bloß ein einziges taktisches Gefüge, sondern mehrere Anordnungen schweben Blode vor – eben auch eine Aufstellung mit mehreren Guards. „Da bin ich nicht so traditionell veranlagt, sondern offen für das, was der Kader hergibt“, betont er. Der Schlüsselbegriff Vielseitigkeit, der Blode und Roquette bei der Mannschaftszusammenstellung leitete, kommt hier wieder ins Spiel.

In jenem Sinne steht auch die Verpflichtung des 1,83 Meter großen US-Amerikaners. Denn der könne es mit Widersachern aufnehmen, zu denen er aufblicken muss, um ihnen in die Augen zu schauen, „weil er körperlich stark ist, lange Arme hat und aggressiv spielt“, so Blode. Der Trainer legte bei der Suche nach Verstärkung unter anderem gesteigerten Wert auf Leistungsfähigkeit in der Verteidigung und wollte eine positive Körpersprache. Beides – und noch mehr – sieht er bei Walker gegeben. „Wir erwarten von ihm das Komplettpaket aus Defensive und Offensive, aber auch, dass er bei uns den nächsten Schritt hinsichtlich Wurfauswahl machen kann – das ist sicherlich ein Punkt, bei dem er sich noch verbessern kann“, sagt Blode.

Walker sei ein schneller Spieler, der aggressiv verteidige und bereit sei, Verantwortung zu übernehmen, was er auch bereits bewiesen habe, erläutert der Wedeler Trainer. Nämlich in Georgien und zuvor an der Morehead State University im US-Bundesstaat Kentucky. Dort studierte Walker Sportmanagement und hinterließ Eindruck auf dem Basketballfeld: In drei seiner vier Spielzeiten in der NCAA Division 1 führte er Morehead State als bester Punktesammler an. Verglichen mit seinen Betätigungsfeldern als Basketballprofi – Tiflis und demnächst Wedel – befand sich sein Studienort im Vorgarten seines Zuhauses: Rund 300 Kilometer südöstlich seiner Heimatstadt Indianapolis.

Quelle: SC Rist Wedel

Jacob Hollatz kommt

Der Kooperation zwischen dem SC Rist und den Hamburg Towers sei dank, kommt mit Jacob Hollatz ein Bundesliga-erfahrener Mann nach Wedel. Dem 22-Jährigen wurde ein Paket geschnürt, das ihm einerseits ermöglicht, beim SC Rist weiter auf hohem Niveau Basketball zu spielen und andererseits in der Towers-Jugend im Bereich Athletik und Leistungsoptimierung als Trainer zu arbeiten. Gleichzeitig setzt Hollatz sein Fernstudium (Fitness- und Gesundheitsmanagement) fort. „Mit Jacob holen wir einen sehr erfahrenen Spieler auf der 2/1, der als Comboguard fungieren kann“, sagt der Sportliche Leiter, Christoph Roquette. „In der ProB war er immer Leistungsträger und wir sind froh, dass wir mit ihm einen deutschen Leistungsträger mit BBL-Erfahrung verpflichten konnten.“

Der 1,91 Meter große Aufbauspieler weist in seinem sportlichen Lebenslauf 32 Bundesliga-Einsätze für die EWE Baskets Oldenburg sowie zahlreiche weiteren im „Talentstall“ der Niedersachsen (ProB und zuletzt 1. Regionalliga) auf. Er soll in Wedel nicht nur sein spielerisches Können einbringen, sondern auch Führungsaufgaben ausüben und der Mannschaft „eine gewisse Portion Härte und Widerstandsfähigkeit“ verpassen, erläutert Trainer Stephan Blode. Hollatz befand sich in Oldenburg selbst lange in der Lage, als Talent von erfahrenen Akteuren zu lernen: ausgebuffte Bundesliga-Profis wie Ricky Paulding, Philipp Schwethelm und Karsten Tadda sind nicht die schlechtesten Vorbilder. „Ich weiß, wie wertvoll das war, erfahrene Spieler zu haben“, sagt Hollatz.

Beim SC Rist wird er zu den Personen gehören, die Tipps und Tricks an die Nachwuchskräfte weitergeben. „Klar, ich bin erst 22 und kann mich nicht als super-erfahren darstellen. Aber ich habe jetzt drei Jahre in der Bundesliga gespielt, war da seit vier Jahren beim Training dabei“, sagt er. Mitgenommen hat er von Paulding und Co. unter anderem die Erkenntnis, dass es wichtig ist, auf die Kleinigkeiten zu achten, „aber auch generell abseits des Feldes die Arbeitseinstellung: Wie verhalte ich mich als Profi?“, so Hollatz.

Vom Vollprofitum nimmt er jetzt Abschied, bleibt aber ganz auf der Basketballschiene – eben auch als Mitglied des Betreuerstabs der Towers-Jugend. „Ich werde mit der JBBL und der NBBL arbeiten, ich werde mit den Jungs arbeiten, die am Alten Teichweg sind“, erläutert er. Diese Aufgabe auf den Bereich Athletik zu beschränken, treffe nicht völlig ins Schwarze, so Hollatz. „Klar, das Athletiktraining ist die eine Sache. Aber was man im Jugendbereich auch sehen muss, ist, dass von den zwölf oder 15 Spielern nicht 15 Leute Profis werden. Deshalb sehe ich das auch als Aufgabe für mich, den Jungs etwas für ein gesundes Leben mit an die Hand zu geben“, beschreibt er seine Sichtweise. Er wolle den Nachwuchsspielern „Werkzeuge an die Hand geben“, unterstreicht Hollatz und zählt dazu etwa auch Aspekte des Beweglichkeitstrainings und der Ernährung.

In der kommenden Saison sind alle drei Hollatz-Brüder im Rahmen der Kooperation Towers-Rist tätig: neben Jacob ist das Justus als Spieler der Hamburg Towers und Joshua als Co-Trainer der 2. Rist-Herren beziehungsweise der NBBL-Mannschaft der Towers. „Das ist tatsächlich eher Zufall. Da haben wir nie wirklich was geplant, aber ich glaube, wir freuen uns alle drei, dass wir nah beieinander sind und uns auch in der Halle öfter begegnen“, sagt Jacob Hollatz. Man könnte es eine basketballerische Familienzusammenführung nennen.

SC Rist 2021/22 (bisheriger Stand): Aurimas Adomaitis, Hendrik Drescher, Linus Hoffmann, Jacob Hollatz, Martin Jelic, Yngve Jentz, Moritz Kröger, Gabriel Kuku, Leif Möller, Simonas Paukste, Ole Schrader.

Quelle: SC Rist Wedel

Tschüss mit großem Dank

Die 1. Herren des SC Rist verabschieden Alexander Angerer, Maksim Gorbachov, Fabien Kondo, Jammal Schmedes und Semjon Weilguny. Die fünf Spieler gehören in der Saison 2021/22 nicht mehr zum Kader der Wedeler Mannschaft. Allen gilt ein großes Dankeschön für ihren Einsatz und ihre gezeigten Leistungen. Wir wünschen alles Gute für die sportliche und außersportliche Zukunft.

Angerer wechselte 2019 zum SC Rist, er trug seitdem Gelb und Grün in 22 ProB-Spielen, gehörte zu den Führungsspielern. Nach seiner schweren Knieverletzung im Februar 2020 musste er lange aussetzen und stand in der Saison 2020/21 in vier Partien auf dem Parkett.

Als Nachverpflichtung kam Gorbachov Anfang Dezember 2020 an die Elbe. Der Slowene trug in 15 Einsätzen zum Klassenerhalt bei und setzte einige Duftmarken wie 23 Punkte gegen den ETV im Januar oder 18 Zähler im Duell mit dem späteren ProA-Aufsteiger Bochum.

Sportlich verlief das zurückliegende Spieljahr für Kondo nicht wie erhofft, eine Knieverletzung sorgte bereits im November 2020 für das Saisonende. In seiner FSJ-Tätigkeit arbeitete der 19-Jährige unter anderem in der Wedeler Nachwuchsarbeit mit.

Schmedes war in seinen beiden Rist-Jahren fester Bestandteil auf den Flügelpositionen, er steigerte sich von 6,3 (Saison 2019/20) auf 10,8 Punkte je Begegnung in der abgelaufenen Runde. Mit 26 Dreiern war er 2020/21 zweitbester Wedeler Distanzschütze.

Verletzungen warfen Weilguny immer wieder zurück, das Spielmachertalent kam in der Saison 2020/21 lediglich zu einem ProB-Einsatz, zuvor waren es seit 2018 deren 26.

Quelle: SC Rist Wedel

Jammal Schmedes kommt von Liga-Konkurrenten

Die nächste gute Nachricht zum Sonntag. Mit Samuel Jammal Schmedes schließt sich ein talentierter Flügelspieler den RheinStars für die kommende Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord an. Der 20 Jahre alte Niedersachse kommt vom Ligarivalen SC Rist Wedel nach Köln, um hier die nächsten Schritte in seiner Sportlerkarriere gehen zu können. „Jammal ist jung, hungrig und will sich weiter verbessern. Er hat einen guten Charakter und passt damit hervorragend zu unserem Programm“, sagt Headcoach Simon Cote über den Zugang aus dem Norden, der zudem in den vergangenen Jahren als Doppellizenzspieler auch beim Erstligisten Hamburg Towers trainierte.

„Die zwei Jahre mit der Doppellizenz waren eine gute Erfahrung. Ich habe auch einige Pre-Sesaon-Spiele mit den Towers gemacht. Aber letztlich war ich in beiden Teams kein wirklich fester Bestandteil der Mannschaft, sondern in so einem Zwischenraum unterwegs. Deshalb freue ich mich jetzt richtig darauf, mich auf eine Mannschaft konzentrieren zu können“, erzählt Schmedes. Mit 16 Jahren hatte er sein deutsch-iranisches Elternhaus in Hannover verlassen, um bei RASTA Vechta den Grundstein für eine sportliche Laufbahn zu legen, die ihn irgendwann mal an die oberste Spielklasse heranbringt. Vielleicht ja sogar in Köln und mit den RheinStars. Schließlich verändern sich hier die Möglichkeiten gerade grundlegend mit dem Basketball Campus Köln powered by Flossbach von Storch und dem Gestaltung des Radstadions als Spielhalle mit bundesligatauglichen Zuschauerkapazitäten.

„In Vechta habe ich zudem mein Abitur gemacht und ich denke aktuell ernsthaft darüber nach, ein Fernstudium aufzunehmen. Auch wenn ich das sicherlich strecken werde, um mit dem Basketball weiter voranzukommen“, sagt Schmedes. Headcoach Cote jedenfalls ist von dem Potenzial seines Spielers überzeugt: „Jammal bringt eine Menge mit, um ein kompletter Basketballspieler zu werden. Er ist schon ein guter Schütze. Aber wir glauben, er kann auch ein guter Rebounder und Verteidiger werden.“ Schmedes, der aktuell in seiner freien Zeit täglich am LSB-Stützpunkt in Hannover trainiert, hat aber noch einen anderen Grund, warum er sich auf die RheinStars freut: „Am allermeisten freue ich mich darauf, mit den Jungs zu zocken.“

Samuel Jammal Schmedes, Shooting Guard/Small Forward
17.07.2000 – 2,02 Meter, 85 kg

Stationen:
Seit 2021 RheinStars Köln
2019 – 2021 SC Rist Wedel (ProB) I Hamburg Towers (BBL)
2017 – 2019 RASTA Vechta (NBBL I Regio)

Stats 2020/2021
ProB 16 Spiele, 26:52 min (im Schnitt), 36.2% FG, 82.4 FT, 10.8 Pkt, 0.8 As, 2.4 Reb, 1.1.St. 6.8 Eff.

Zum Highlightvideo 2020/2021 geht es hier

RheinStars-Kader 21/22: Vincent Golson, Yannick Kneesch, Thomas Michel, John Joseph Saigge, Samuel Jammal Schmedes, Elijah Schmidt

Quelle: RheinStars Köln

Foto: SC Rist Wedel

Gabriel Kuku: Aus München über Stade nach Wedel

Der erste Neuzugang der Rist-Herren in diesem Sommer heißt Gabriel Kuku. Der talentierte Shooting Guard (Jahrgang 2001) spielte zuletzt beim Regionalligisten VfL Stade, erzielte für die Niedersachsen im September und Oktober 2020 im Durchschnitt 19,6 Punkte pro Spiel. Dann kam nach fünf Partien wegen der Coronavirus-Pandemie der Saisonabbruch.

Ganz vom Basketball ablassen musste Kuku, der beim VfL ein Freiwilliges Soziales Jahr ableistete, deshalb jedoch nicht. Ligaspiele und Übungseinheiten im Mannschaftsverbund waren ab Ende Oktober nicht mehr drin, aber zumindest Einzel- und Krafttraining. „Deswegen hatte ich da auch keinen Nachteil, mich körperlich fit zu halten“, sagt er. Die Zwangspause des normalen Basketballbetriebs nutzte Kuku, um gezielt technischen Fertigkeiten, unter anderem Ballbehandlung und Zug zum Korb, weiteren Schliff zu verpassen.

„Ich wollte in der Nähe von Hamburg bleiben und den Schritt von der Regionalliga zur ProB machen“, sagt Kuku über seinen Wechsel zum SC Rist. Und auch die Aussicht, sich in Wedel mit guten Leistungen möglicherweise für die Hamburg Towers zu empfehlen, reizt ihn. „Gabriel ist ein sehr interessanter Spieler“, sagt Christoph Roquette. Im Training habe man Kuku genau beobachten können. „Er bringt eine gute Athletik mit, kombiniert mit einem guten Distanzwurf. Jetzt gilt es, ihn mit diesen guten Voraussetzungen, die er hat, weiterzuentwickeln“, so der Sportliche Leiter des SC Rist. Trainer Stephan Blode, der im bisherigen Sommer mit Kuku bereits viele Male in der Halle stand, sagt: „Gabriel hat noch ein junges Basketballalter, wir sehen bei ihm Entwicklungspotenzial. Er hat sich bei uns so präsentiert, dass wir gesagt haben: ‚Den Jungen wollen wir unbedingt dabei haben.‘ Wir trauen ihm zu, mit seinen körperlichen Voraussetzungen als Basis, die nächsten Entwicklungsschritte im taktischen Bereich zu gehen.“

Den Sprung in den Leistungsbasketball habe er recht spät vollzogen, so Kuku – nämlich so richtig erst im vergangenen Jahr. Er spielte lange in der Jugend des SV Germering, westlich von München, später auch beim MTSV Schwabing und gehörte der Münchener Basketballakademie IBAM an. Dieser Ausbildungsstätte entsprangen in der Vergangenheit unter anderem die heutigen Bundesligaspieler Oscar da Silva und Joshua Obiesie. Auch Kuku brachte die IBAM-Förderung voran: „Das liegt an dem harten Training“, sagt er. „Und der Trainer, Robby Scheinberg, hat jedem die Chance gegeben, sich zu beweisen. Entweder nutzt man die Chance oder man nutzt sie nicht.“ Kuku hat die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen – dieser Verfahrensweise gemäß soll es möglichst auch nach seinem Wechsel zum SC Rist laufen.

Quelle: SC Rist Wedel

Hendrik Drescher vor zweitem Jahr beim SC Rist

Sprechen die Verantwortlichen des SC Rist über Hendrik Drescher, gehen verbal alle Daumen nach oben. „Sehr, sehr positiv“ sei das Wiederaufbautraining verlaufen, sagt Stephan Blode. „Großes Kompliment an Hendrik, wie er nach seiner schweren Verletzung das sowohl körperlich als auch mental durchgezogen hat. Das sieht man selten“, so der Rist-Trainer, der den 2,04 Meter großen Spieler in seinem Kader für die Saison 2021/22 weiß. Drescher geht in sein zweites Jahr als Doppellizenzler mit Einsatzmöglichkeiten in Wedel und bei den Hamburg Towers.

Im November erwischte es Drescher, ein Kreuzbandriss im rechten Knie sorgte dafür, dass seine Saison beendet war, ohne zuvor richtig begonnen zu haben. Ende Oktober stand Drescher 20 Minuten für die Rister auf dem Feld, starke 20 Punkte und sechs Rebounds wurden für ihn beim 81:75-Sieg gegen die BSW Sixers festgehalten. Da habe der 21-Jährige angedeutet, was er könne, so Christoph Roquette, Sportlicher Leiter des SC Rist. Da Drescher auf den Positionen vier und fünf eingesetzt werden kann, soll er auch die Variabilität verkörpern, die Roquette als wichtiges Kadermerkmal ausgegeben hat. Der Berliner soll, so betont der Sportliche Leiter „Leistungsträger auf Fünf, Vier“ sein. Dreschers Stärken wie seine Vielseitigkeit dank gutem Wurf und Durchsetzungsvermögen unterm Korb bilden „eine Kombination, die uns sehr viel Spielraum gibt“, erläutert Roquette.

Für Drescher war es der zweite Kreuzbandriss. 2018 war das andere, das linke Knie betroffen. „Unabhängig davon, dass du dich schon mal verletzt hast oder nicht: Es besteht immer die Gefahr, dass du dich bei einem so körperintensiven Sport verletzt, auch wenn du vorher noch nie was hattest“, sagt Drescher. „Aber die Angst vor bestimmten Bewegungen oder Kontakten trainierst über die Zeit der Reha auch weg, weil du immer mehr Vertrauen in dein Bein gewinnst“, erläutert er. Noch sind Trainingsauftakt und das erste Saisonspiel weit entfernt – also lieber nicht spekulieren, ob Drescher dann bereits bei einer einhundertprozentigen Einsatzfähigkeit angelangt ist, meint Blode: „Solche Verletzungen sind ein Prozess, in dem es manchmal stufenartig nach vorne geht und manchmal erreicht man ein Plateau, auf dem man etwas länger verweilt“, sagt der Trainer. „Das sind alles Zwischenschritte, bei denen man sehr genau hinschauen muss. Da muss der Spieler in sich hineinhorchen, da müssen Spieler, Trainer und medizinische Abteilung eng zusammenarbeiten, um in den einzelnen Schritten den nächsten Schritt gewissenhaft planen zu können“, so Blode.

Apropos planen: Drescher will künftig nicht nur in Spiel und Training den Schweiß rinnen und die Lungen brennen lassen, sondern auch den Kopf zum Rauchen bringen. Letzteres am Schreibtisch als Fernstudent. „Man sollte auch einfach der Realität ins Auge blicken: Ich bin 21 und noch sehr jung, hatte aber trotzdem schon zwei große Verletzungen. Das heißt: Es wäre nicht dumm, sich auch anderweitig zu bemühen, damit man nicht, wenn man noch mal böse überrascht werden sollte, im Dunkeln steht, sondern ein zweites Standbein hat“ betont er und klopft bei der Beendigung des Satzes auf Holz. Für Blode steht fest: „Hendrik ist noch ein junger Spieler, der aber schon Erfahrung mitbringt. Er hat eine gute Kombination aus jungem Alter, in dem man noch dazulernen kann, und Erfahrung auf gutem Niveau.“ Beste Voraussetzungen, um an den starken Eindruck seines bisher einzigen Einsatzes in Gelb-Grün anzuknüpfen.

SC Rist 2021/22 (bisheriger Stand): Aurimas Adomaitis, Hendrik Drescher, Linus Hoffmann, Yngve Jentz, Moritz Kröger, Leif Möller, Simonas Paukste, Ole Schrader.

Quelle | Foto: SC Rist Wedel

Yngve Jentz: Schwerstarbeit und Zuverlässigkeit

Yngve Jentz ist beim SC Rist für die Schwerstarbeit zuständig – und zwar wortwörtlich. Denn wenn der 24-Jährige seine austrainierten 107 Kilogramm im gepinselten Bereich unter den Körben in Stellung bringt, geschieht das nicht gegen luftigen Widerstand, sondern im Ringen mit Riesen, die nicht selten noch mehr Körpergewicht einbringen. Ellenbogeneinsatz, mehr oder minder versteckte Schubser, Wegdrücken und Einhaken gehören zum Alltagsgeschäft von Centern. Das alles aber nicht zum Selbstzweck, sondern eben, um Treffer zu ermöglichen, selbst zu erzielen oder auf der anderen Seite zu verhindern.

Ob in der „ersten Fünf“ oder von der Bank kommend: Der 2,07 Meter große Center ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil des Wedeler Kaders. „Yngve zeigt im Trainingsalltag und im Spiel ganz große Zuverlässigkeit. Wir freuen uns, dass er weiterhin dabei ist“, sagt Stephan Blode. „Er ist immer noch ein junger Spieler, hat sich in den letzten drei Jahren auf dem Bundesliga-Niveau stabilisiert und eine gute Entwicklung gezeigt“, so der Rist-Trainer. „Yngve hat noch mal einen Sprung nach vorne gemacht“, findet auch der Sportliche Leiter Christoph Roquette. „Er hat in der Defense einen großen Teil draufgepackt, den Verteidigungsstil – aggressiv und hochstehend – sehr gut übernommen und umgesetzt. In der Verteidigung hat er den größten Sprung gemacht. Das gibt uns Stabilität“, lobt der ehemalige Klassecenter und traut Jentz zu, im Angriff ebenfalls eine weitere Steigerung hinzulegen sowie mit den pro Spiel zu vergebenden fünf Fouls bewusster umzugehen.

„Es ist auch immer wichtig, sich selbstreflektiert zu sehen. Ich bin natürlich ein Rollenspieler in der Konstellation, die wir da haben. Der Fokus liegt nicht darauf, dass ich unbedingt score“, sagt der 24-Jährige selbst. Er könne der Mannschaft vor allem – wie erwähnt – in der Verteidigungsarbeit und beim Rebound helfen, so Jentz.

Ihm gefalle das Wedeler Konzept, „auf junge Leute zu setzen und dass denen die Möglichkeit gegeben wird, sich zu entwickeln“, sagt Jentz, der seine Basketballlaufbahn beim SC Poppenbüttel begann, später für die BG Harburg Hittfeld, Itzehoe und Bergedorf auflief. Ähnlich wie sein Fünfer-Kollege Aurimas Adomaitis ist der 24-Jährige vielbeschäftigt. Leistungssport, Studienabschluss, Arbeitsleben. „Da hat man immer Rücksicht auf mich genommen, wenn ich an der Uni einen Termin hatte und deswegen vielleicht mal gefehlt habe. Da wurde immer sehr verständnisvoll gearbeitet. Von daher war es für mich auch eine leichte Entscheidung“, sagt er über seinen Verbleib beim SC Rist.

Ein solch straffes Programm ist nichts für jedermann, für Jentz aber sehr wohl: „Man braucht schon ein gewisses Maß an Koordination und den Willen, das alles zu machen. Da mir das aber alles sehr viel Spaß macht und ich mit Ernst dabei bin, ist es eigentlich ein Leichtes“, betont er. Und Blode erläutert: „Das geht natürlich nur in Absprache. Klar, wir erwarten von den Spielern sehr viel. Wir erwarten, dass sie immer anwesend sind“, so der Trainer, räumt aber ein, „dass man, wenn es denn angebracht ist, auch individuelle Lösungen findet.“ Dass da „andere Sachen während der Saison herunterfallen“, wie Jentz es ausdrückt, weil „man sich auch am Wochenende noch mal hinsetzen muss, um etwas für die Uni zu machen“, versteht sich von selbst. Bei seinen Verpflichtungen in Basketball, Studium und Arbeit bleibt nicht mehr viel Zeit für andere Freizeittätigkeiten. „Aber wenn man mit dem Herz dabei ist und Bock darauf hat, dann ist das auch kein großer Einschnitt“, sagt Jentz. Ganz der Schwerstarbeiter eben, und zwar nicht nur bei den Stellungskämpfen in der Zone.

Quelle | Foto: SC Rist Wedel