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Jacob Hollatz kommt

Der Kooperation zwischen dem SC Rist und den Hamburg Towers sei dank, kommt mit Jacob Hollatz ein Bundesliga-erfahrener Mann nach Wedel. Dem 22-Jährigen wurde ein Paket geschnürt, das ihm einerseits ermöglicht, beim SC Rist weiter auf hohem Niveau Basketball zu spielen und andererseits in der Towers-Jugend im Bereich Athletik und Leistungsoptimierung als Trainer zu arbeiten. Gleichzeitig setzt Hollatz sein Fernstudium (Fitness- und Gesundheitsmanagement) fort. „Mit Jacob holen wir einen sehr erfahrenen Spieler auf der 2/1, der als Comboguard fungieren kann“, sagt der Sportliche Leiter, Christoph Roquette. „In der ProB war er immer Leistungsträger und wir sind froh, dass wir mit ihm einen deutschen Leistungsträger mit BBL-Erfahrung verpflichten konnten.“

Der 1,91 Meter große Aufbauspieler weist in seinem sportlichen Lebenslauf 32 Bundesliga-Einsätze für die EWE Baskets Oldenburg sowie zahlreiche weiteren im „Talentstall“ der Niedersachsen (ProB und zuletzt 1. Regionalliga) auf. Er soll in Wedel nicht nur sein spielerisches Können einbringen, sondern auch Führungsaufgaben ausüben und der Mannschaft „eine gewisse Portion Härte und Widerstandsfähigkeit“ verpassen, erläutert Trainer Stephan Blode. Hollatz befand sich in Oldenburg selbst lange in der Lage, als Talent von erfahrenen Akteuren zu lernen: ausgebuffte Bundesliga-Profis wie Ricky Paulding, Philipp Schwethelm und Karsten Tadda sind nicht die schlechtesten Vorbilder. „Ich weiß, wie wertvoll das war, erfahrene Spieler zu haben“, sagt Hollatz.

Beim SC Rist wird er zu den Personen gehören, die Tipps und Tricks an die Nachwuchskräfte weitergeben. „Klar, ich bin erst 22 und kann mich nicht als super-erfahren darstellen. Aber ich habe jetzt drei Jahre in der Bundesliga gespielt, war da seit vier Jahren beim Training dabei“, sagt er. Mitgenommen hat er von Paulding und Co. unter anderem die Erkenntnis, dass es wichtig ist, auf die Kleinigkeiten zu achten, „aber auch generell abseits des Feldes die Arbeitseinstellung: Wie verhalte ich mich als Profi?“, so Hollatz.

Vom Vollprofitum nimmt er jetzt Abschied, bleibt aber ganz auf der Basketballschiene – eben auch als Mitglied des Betreuerstabs der Towers-Jugend. „Ich werde mit der JBBL und der NBBL arbeiten, ich werde mit den Jungs arbeiten, die am Alten Teichweg sind“, erläutert er. Diese Aufgabe auf den Bereich Athletik zu beschränken, treffe nicht völlig ins Schwarze, so Hollatz. „Klar, das Athletiktraining ist die eine Sache. Aber was man im Jugendbereich auch sehen muss, ist, dass von den zwölf oder 15 Spielern nicht 15 Leute Profis werden. Deshalb sehe ich das auch als Aufgabe für mich, den Jungs etwas für ein gesundes Leben mit an die Hand zu geben“, beschreibt er seine Sichtweise. Er wolle den Nachwuchsspielern „Werkzeuge an die Hand geben“, unterstreicht Hollatz und zählt dazu etwa auch Aspekte des Beweglichkeitstrainings und der Ernährung.

In der kommenden Saison sind alle drei Hollatz-Brüder im Rahmen der Kooperation Towers-Rist tätig: neben Jacob ist das Justus als Spieler der Hamburg Towers und Joshua als Co-Trainer der 2. Rist-Herren beziehungsweise der NBBL-Mannschaft der Towers. „Das ist tatsächlich eher Zufall. Da haben wir nie wirklich was geplant, aber ich glaube, wir freuen uns alle drei, dass wir nah beieinander sind und uns auch in der Halle öfter begegnen“, sagt Jacob Hollatz. Man könnte es eine basketballerische Familienzusammenführung nennen.

SC Rist 2021/22 (bisheriger Stand): Aurimas Adomaitis, Hendrik Drescher, Linus Hoffmann, Jacob Hollatz, Martin Jelic, Yngve Jentz, Moritz Kröger, Gabriel Kuku, Leif Möller, Simonas Paukste, Ole Schrader.

Quelle: SC Rist Wedel

Tschüss mit großem Dank

Die 1. Herren des SC Rist verabschieden Alexander Angerer, Maksim Gorbachov, Fabien Kondo, Jammal Schmedes und Semjon Weilguny. Die fünf Spieler gehören in der Saison 2021/22 nicht mehr zum Kader der Wedeler Mannschaft. Allen gilt ein großes Dankeschön für ihren Einsatz und ihre gezeigten Leistungen. Wir wünschen alles Gute für die sportliche und außersportliche Zukunft.

Angerer wechselte 2019 zum SC Rist, er trug seitdem Gelb und Grün in 22 ProB-Spielen, gehörte zu den Führungsspielern. Nach seiner schweren Knieverletzung im Februar 2020 musste er lange aussetzen und stand in der Saison 2020/21 in vier Partien auf dem Parkett.

Als Nachverpflichtung kam Gorbachov Anfang Dezember 2020 an die Elbe. Der Slowene trug in 15 Einsätzen zum Klassenerhalt bei und setzte einige Duftmarken wie 23 Punkte gegen den ETV im Januar oder 18 Zähler im Duell mit dem späteren ProA-Aufsteiger Bochum.

Sportlich verlief das zurückliegende Spieljahr für Kondo nicht wie erhofft, eine Knieverletzung sorgte bereits im November 2020 für das Saisonende. In seiner FSJ-Tätigkeit arbeitete der 19-Jährige unter anderem in der Wedeler Nachwuchsarbeit mit.

Schmedes war in seinen beiden Rist-Jahren fester Bestandteil auf den Flügelpositionen, er steigerte sich von 6,3 (Saison 2019/20) auf 10,8 Punkte je Begegnung in der abgelaufenen Runde. Mit 26 Dreiern war er 2020/21 zweitbester Wedeler Distanzschütze.

Verletzungen warfen Weilguny immer wieder zurück, das Spielmachertalent kam in der Saison 2020/21 lediglich zu einem ProB-Einsatz, zuvor waren es seit 2018 deren 26.

Quelle: SC Rist Wedel

Jammal Schmedes kommt von Liga-Konkurrenten

Die nächste gute Nachricht zum Sonntag. Mit Samuel Jammal Schmedes schließt sich ein talentierter Flügelspieler den RheinStars für die kommende Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord an. Der 20 Jahre alte Niedersachse kommt vom Ligarivalen SC Rist Wedel nach Köln, um hier die nächsten Schritte in seiner Sportlerkarriere gehen zu können. „Jammal ist jung, hungrig und will sich weiter verbessern. Er hat einen guten Charakter und passt damit hervorragend zu unserem Programm“, sagt Headcoach Simon Cote über den Zugang aus dem Norden, der zudem in den vergangenen Jahren als Doppellizenzspieler auch beim Erstligisten Hamburg Towers trainierte.

„Die zwei Jahre mit der Doppellizenz waren eine gute Erfahrung. Ich habe auch einige Pre-Sesaon-Spiele mit den Towers gemacht. Aber letztlich war ich in beiden Teams kein wirklich fester Bestandteil der Mannschaft, sondern in so einem Zwischenraum unterwegs. Deshalb freue ich mich jetzt richtig darauf, mich auf eine Mannschaft konzentrieren zu können“, erzählt Schmedes. Mit 16 Jahren hatte er sein deutsch-iranisches Elternhaus in Hannover verlassen, um bei RASTA Vechta den Grundstein für eine sportliche Laufbahn zu legen, die ihn irgendwann mal an die oberste Spielklasse heranbringt. Vielleicht ja sogar in Köln und mit den RheinStars. Schließlich verändern sich hier die Möglichkeiten gerade grundlegend mit dem Basketball Campus Köln powered by Flossbach von Storch und dem Gestaltung des Radstadions als Spielhalle mit bundesligatauglichen Zuschauerkapazitäten.

„In Vechta habe ich zudem mein Abitur gemacht und ich denke aktuell ernsthaft darüber nach, ein Fernstudium aufzunehmen. Auch wenn ich das sicherlich strecken werde, um mit dem Basketball weiter voranzukommen“, sagt Schmedes. Headcoach Cote jedenfalls ist von dem Potenzial seines Spielers überzeugt: „Jammal bringt eine Menge mit, um ein kompletter Basketballspieler zu werden. Er ist schon ein guter Schütze. Aber wir glauben, er kann auch ein guter Rebounder und Verteidiger werden.“ Schmedes, der aktuell in seiner freien Zeit täglich am LSB-Stützpunkt in Hannover trainiert, hat aber noch einen anderen Grund, warum er sich auf die RheinStars freut: „Am allermeisten freue ich mich darauf, mit den Jungs zu zocken.“

Samuel Jammal Schmedes, Shooting Guard/Small Forward
17.07.2000 – 2,02 Meter, 85 kg

Stationen:
Seit 2021 RheinStars Köln
2019 – 2021 SC Rist Wedel (ProB) I Hamburg Towers (BBL)
2017 – 2019 RASTA Vechta (NBBL I Regio)

Stats 2020/2021
ProB 16 Spiele, 26:52 min (im Schnitt), 36.2% FG, 82.4 FT, 10.8 Pkt, 0.8 As, 2.4 Reb, 1.1.St. 6.8 Eff.

Zum Highlightvideo 2020/2021 geht es hier

RheinStars-Kader 21/22: Vincent Golson, Yannick Kneesch, Thomas Michel, John Joseph Saigge, Samuel Jammal Schmedes, Elijah Schmidt

Quelle: RheinStars Köln

Foto: SC Rist Wedel

Gabriel Kuku: Aus München über Stade nach Wedel

Der erste Neuzugang der Rist-Herren in diesem Sommer heißt Gabriel Kuku. Der talentierte Shooting Guard (Jahrgang 2001) spielte zuletzt beim Regionalligisten VfL Stade, erzielte für die Niedersachsen im September und Oktober 2020 im Durchschnitt 19,6 Punkte pro Spiel. Dann kam nach fünf Partien wegen der Coronavirus-Pandemie der Saisonabbruch.

Ganz vom Basketball ablassen musste Kuku, der beim VfL ein Freiwilliges Soziales Jahr ableistete, deshalb jedoch nicht. Ligaspiele und Übungseinheiten im Mannschaftsverbund waren ab Ende Oktober nicht mehr drin, aber zumindest Einzel- und Krafttraining. „Deswegen hatte ich da auch keinen Nachteil, mich körperlich fit zu halten“, sagt er. Die Zwangspause des normalen Basketballbetriebs nutzte Kuku, um gezielt technischen Fertigkeiten, unter anderem Ballbehandlung und Zug zum Korb, weiteren Schliff zu verpassen.

„Ich wollte in der Nähe von Hamburg bleiben und den Schritt von der Regionalliga zur ProB machen“, sagt Kuku über seinen Wechsel zum SC Rist. Und auch die Aussicht, sich in Wedel mit guten Leistungen möglicherweise für die Hamburg Towers zu empfehlen, reizt ihn. „Gabriel ist ein sehr interessanter Spieler“, sagt Christoph Roquette. Im Training habe man Kuku genau beobachten können. „Er bringt eine gute Athletik mit, kombiniert mit einem guten Distanzwurf. Jetzt gilt es, ihn mit diesen guten Voraussetzungen, die er hat, weiterzuentwickeln“, so der Sportliche Leiter des SC Rist. Trainer Stephan Blode, der im bisherigen Sommer mit Kuku bereits viele Male in der Halle stand, sagt: „Gabriel hat noch ein junges Basketballalter, wir sehen bei ihm Entwicklungspotenzial. Er hat sich bei uns so präsentiert, dass wir gesagt haben: ‚Den Jungen wollen wir unbedingt dabei haben.‘ Wir trauen ihm zu, mit seinen körperlichen Voraussetzungen als Basis, die nächsten Entwicklungsschritte im taktischen Bereich zu gehen.“

Den Sprung in den Leistungsbasketball habe er recht spät vollzogen, so Kuku – nämlich so richtig erst im vergangenen Jahr. Er spielte lange in der Jugend des SV Germering, westlich von München, später auch beim MTSV Schwabing und gehörte der Münchener Basketballakademie IBAM an. Dieser Ausbildungsstätte entsprangen in der Vergangenheit unter anderem die heutigen Bundesligaspieler Oscar da Silva und Joshua Obiesie. Auch Kuku brachte die IBAM-Förderung voran: „Das liegt an dem harten Training“, sagt er. „Und der Trainer, Robby Scheinberg, hat jedem die Chance gegeben, sich zu beweisen. Entweder nutzt man die Chance oder man nutzt sie nicht.“ Kuku hat die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen – dieser Verfahrensweise gemäß soll es möglichst auch nach seinem Wechsel zum SC Rist laufen.

Quelle: SC Rist Wedel

Hendrik Drescher vor zweitem Jahr beim SC Rist

Sprechen die Verantwortlichen des SC Rist über Hendrik Drescher, gehen verbal alle Daumen nach oben. „Sehr, sehr positiv“ sei das Wiederaufbautraining verlaufen, sagt Stephan Blode. „Großes Kompliment an Hendrik, wie er nach seiner schweren Verletzung das sowohl körperlich als auch mental durchgezogen hat. Das sieht man selten“, so der Rist-Trainer, der den 2,04 Meter großen Spieler in seinem Kader für die Saison 2021/22 weiß. Drescher geht in sein zweites Jahr als Doppellizenzler mit Einsatzmöglichkeiten in Wedel und bei den Hamburg Towers.

Im November erwischte es Drescher, ein Kreuzbandriss im rechten Knie sorgte dafür, dass seine Saison beendet war, ohne zuvor richtig begonnen zu haben. Ende Oktober stand Drescher 20 Minuten für die Rister auf dem Feld, starke 20 Punkte und sechs Rebounds wurden für ihn beim 81:75-Sieg gegen die BSW Sixers festgehalten. Da habe der 21-Jährige angedeutet, was er könne, so Christoph Roquette, Sportlicher Leiter des SC Rist. Da Drescher auf den Positionen vier und fünf eingesetzt werden kann, soll er auch die Variabilität verkörpern, die Roquette als wichtiges Kadermerkmal ausgegeben hat. Der Berliner soll, so betont der Sportliche Leiter „Leistungsträger auf Fünf, Vier“ sein. Dreschers Stärken wie seine Vielseitigkeit dank gutem Wurf und Durchsetzungsvermögen unterm Korb bilden „eine Kombination, die uns sehr viel Spielraum gibt“, erläutert Roquette.

Für Drescher war es der zweite Kreuzbandriss. 2018 war das andere, das linke Knie betroffen. „Unabhängig davon, dass du dich schon mal verletzt hast oder nicht: Es besteht immer die Gefahr, dass du dich bei einem so körperintensiven Sport verletzt, auch wenn du vorher noch nie was hattest“, sagt Drescher. „Aber die Angst vor bestimmten Bewegungen oder Kontakten trainierst über die Zeit der Reha auch weg, weil du immer mehr Vertrauen in dein Bein gewinnst“, erläutert er. Noch sind Trainingsauftakt und das erste Saisonspiel weit entfernt – also lieber nicht spekulieren, ob Drescher dann bereits bei einer einhundertprozentigen Einsatzfähigkeit angelangt ist, meint Blode: „Solche Verletzungen sind ein Prozess, in dem es manchmal stufenartig nach vorne geht und manchmal erreicht man ein Plateau, auf dem man etwas länger verweilt“, sagt der Trainer. „Das sind alles Zwischenschritte, bei denen man sehr genau hinschauen muss. Da muss der Spieler in sich hineinhorchen, da müssen Spieler, Trainer und medizinische Abteilung eng zusammenarbeiten, um in den einzelnen Schritten den nächsten Schritt gewissenhaft planen zu können“, so Blode.

Apropos planen: Drescher will künftig nicht nur in Spiel und Training den Schweiß rinnen und die Lungen brennen lassen, sondern auch den Kopf zum Rauchen bringen. Letzteres am Schreibtisch als Fernstudent. „Man sollte auch einfach der Realität ins Auge blicken: Ich bin 21 und noch sehr jung, hatte aber trotzdem schon zwei große Verletzungen. Das heißt: Es wäre nicht dumm, sich auch anderweitig zu bemühen, damit man nicht, wenn man noch mal böse überrascht werden sollte, im Dunkeln steht, sondern ein zweites Standbein hat“ betont er und klopft bei der Beendigung des Satzes auf Holz. Für Blode steht fest: „Hendrik ist noch ein junger Spieler, der aber schon Erfahrung mitbringt. Er hat eine gute Kombination aus jungem Alter, in dem man noch dazulernen kann, und Erfahrung auf gutem Niveau.“ Beste Voraussetzungen, um an den starken Eindruck seines bisher einzigen Einsatzes in Gelb-Grün anzuknüpfen.

SC Rist 2021/22 (bisheriger Stand): Aurimas Adomaitis, Hendrik Drescher, Linus Hoffmann, Yngve Jentz, Moritz Kröger, Leif Möller, Simonas Paukste, Ole Schrader.

Quelle | Foto: SC Rist Wedel

Yngve Jentz: Schwerstarbeit und Zuverlässigkeit

Yngve Jentz ist beim SC Rist für die Schwerstarbeit zuständig – und zwar wortwörtlich. Denn wenn der 24-Jährige seine austrainierten 107 Kilogramm im gepinselten Bereich unter den Körben in Stellung bringt, geschieht das nicht gegen luftigen Widerstand, sondern im Ringen mit Riesen, die nicht selten noch mehr Körpergewicht einbringen. Ellenbogeneinsatz, mehr oder minder versteckte Schubser, Wegdrücken und Einhaken gehören zum Alltagsgeschäft von Centern. Das alles aber nicht zum Selbstzweck, sondern eben, um Treffer zu ermöglichen, selbst zu erzielen oder auf der anderen Seite zu verhindern.

Ob in der „ersten Fünf“ oder von der Bank kommend: Der 2,07 Meter große Center ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil des Wedeler Kaders. „Yngve zeigt im Trainingsalltag und im Spiel ganz große Zuverlässigkeit. Wir freuen uns, dass er weiterhin dabei ist“, sagt Stephan Blode. „Er ist immer noch ein junger Spieler, hat sich in den letzten drei Jahren auf dem Bundesliga-Niveau stabilisiert und eine gute Entwicklung gezeigt“, so der Rist-Trainer. „Yngve hat noch mal einen Sprung nach vorne gemacht“, findet auch der Sportliche Leiter Christoph Roquette. „Er hat in der Defense einen großen Teil draufgepackt, den Verteidigungsstil – aggressiv und hochstehend – sehr gut übernommen und umgesetzt. In der Verteidigung hat er den größten Sprung gemacht. Das gibt uns Stabilität“, lobt der ehemalige Klassecenter und traut Jentz zu, im Angriff ebenfalls eine weitere Steigerung hinzulegen sowie mit den pro Spiel zu vergebenden fünf Fouls bewusster umzugehen.

„Es ist auch immer wichtig, sich selbstreflektiert zu sehen. Ich bin natürlich ein Rollenspieler in der Konstellation, die wir da haben. Der Fokus liegt nicht darauf, dass ich unbedingt score“, sagt der 24-Jährige selbst. Er könne der Mannschaft vor allem – wie erwähnt – in der Verteidigungsarbeit und beim Rebound helfen, so Jentz.

Ihm gefalle das Wedeler Konzept, „auf junge Leute zu setzen und dass denen die Möglichkeit gegeben wird, sich zu entwickeln“, sagt Jentz, der seine Basketballlaufbahn beim SC Poppenbüttel begann, später für die BG Harburg Hittfeld, Itzehoe und Bergedorf auflief. Ähnlich wie sein Fünfer-Kollege Aurimas Adomaitis ist der 24-Jährige vielbeschäftigt. Leistungssport, Studienabschluss, Arbeitsleben. „Da hat man immer Rücksicht auf mich genommen, wenn ich an der Uni einen Termin hatte und deswegen vielleicht mal gefehlt habe. Da wurde immer sehr verständnisvoll gearbeitet. Von daher war es für mich auch eine leichte Entscheidung“, sagt er über seinen Verbleib beim SC Rist.

Ein solch straffes Programm ist nichts für jedermann, für Jentz aber sehr wohl: „Man braucht schon ein gewisses Maß an Koordination und den Willen, das alles zu machen. Da mir das aber alles sehr viel Spaß macht und ich mit Ernst dabei bin, ist es eigentlich ein Leichtes“, betont er. Und Blode erläutert: „Das geht natürlich nur in Absprache. Klar, wir erwarten von den Spielern sehr viel. Wir erwarten, dass sie immer anwesend sind“, so der Trainer, räumt aber ein, „dass man, wenn es denn angebracht ist, auch individuelle Lösungen findet.“ Dass da „andere Sachen während der Saison herunterfallen“, wie Jentz es ausdrückt, weil „man sich auch am Wochenende noch mal hinsetzen muss, um etwas für die Uni zu machen“, versteht sich von selbst. Bei seinen Verpflichtungen in Basketball, Studium und Arbeit bleibt nicht mehr viel Zeit für andere Freizeittätigkeiten. „Aber wenn man mit dem Herz dabei ist und Bock darauf hat, dann ist das auch kein großer Einschnitt“, sagt Jentz. Ganz der Schwerstarbeiter eben, und zwar nicht nur bei den Stellungskämpfen in der Zone.

Quelle | Foto: SC Rist Wedel

Eine weitere Runde mit Adomaitis beim SC Rist Wedel

Spaziergänger in den Wedeler Auweiden, denen Aurimas Adomaitis in den vergangenen Tagen während einer Laufeinheit entgegenkam, ahnten es vielleicht bereits. Der Litauer dreht seine Runden nicht nur zur allgemeinen Gesunderhaltung, sondern auch in Vorbereitung der Saison 2021/22. Der 34-Jährige bleibt dem SC Rist erhalten, für den er seit Dezember 2015 spielt. Der Wedeler Verein sei mit Abstand die längste Station seiner Basketballkarriere, sagt Adomaitis, der unter anderem in Frankreich, in den USA sowie in Erfurt, Jena und natürlich in seinem Heimatland spielte.

Ermüdungserscheinungen sind beim 2,05 Meter großen Center nicht zu erkennen: „Es macht immer noch Spaß, zum Training zu gehen und Basketball zu spielen“, sagt Adomaitis. Dass ihn die Verantwortlichen unbedingt weiterhin dabei haben wollen, „hat mich gefreut zu hören“, betont der Litauer, der seit einigen Jahren beim Rist-Partner Trioptics angestellt ist.

„Es ist ein gutes Zeichen, dass er sich hier so wohl fühlt“, findet Stephan Blode. Der Trainer, knapp acht Monate jünger als Adomaitis, hat mit dem „Rimo“ genannten Center auf der körperlich besonders fordernden Position in Korbnähe Erfahrung, Ausgebufftheit und große Zuverlässigkeit zur Verfügung. „Es geht gar nicht so sehr um das Alter, sondern um Qualität und darum, wie Spieler ihren Körper pflegen. Junge Spieler müssen ihren Körper pflegen, alte Spieler müssen ihren Körper pflegen. Ein Spieler, der seinen Körper nicht pflegt, kann genauso gut in jungen Jahren Probleme bekommen wie natürlich ein Spieler, der seinen Körper im höheren Basketballalter nicht pflegt. Wir wissen, dass Aurimas sehr auf seine Fitness und seinen Körper achtet“, so Blode. Diese vorbildliche Einstellung verhindert viele Wehwehchen, doch manchmal erwischt es selbst einen Mustersportsmann: Dass Adomaitis im Laufe der vergangenen Saison eine hartnäckige Wadenverletzung plagte, setzte ihm und damit auch den Ristern zu: „Wir mussten über zwei Monate einen 50-prozentigen Rimo spielen lassen, anstatt zu sagen: Jetzt nehmen wir ihn drei Wochen raus und lassen die Verletzung ausheilen. Den Fehler wollen und dürfen wir nicht noch mal begehen“, erläutert Christoph Roquette. Deshalb strebe man auf den „großen Positionen“ mehr Variabilität an, um im Falle des Falles für verletzungsbedingte Ausfälle gewappnet zu sein, betont der Sportliche Leiter.

Dass die Jugend drückt und drängt, liegt in der Natur des Leistungssports. „Man merkt auf jeden Fall, dass die schneller sind und sich schneller erholen“, sagt Adomaitis über Gegenspieler, die teils mehr zehn Jahre jünger sind. „Aurimas muss sich vor niemandem verstecken. Er ist immer noch kräftig, und Erfahrung ist immer nur ein Vorteil“, so Roquette. Lange leistungsbetont Basketball zu spielen und einem Beruf nachzugehen, ist mittlerweile auch in der ProB nicht mehr weit verbreitet. Adomaitis macht seit Jahren beides. „Man muss auf die Kleinigkeiten aufpassen. Alle sind schnell, alle sind stark und so weiter. Jeden Tag, die Kleinigkeiten auszuüben, ist der Unterschied zwischen Profibasketball und den Jungs, die es nicht schaffen“, sagt er. Die Anforderungen und das Fähigkeitsprofil für Spieler seiner Position haben sich während Adomaitis’ Karriere stark verändert: „Wenn man sich die BBL oder die Euroleague ansieht, sind dort auch die großen Spieler diejenigen, die Dreier werfen. Vielleicht kommt das auch langsam in die ProB. Das ist auf jeden Fall eine große Veränderung“, betont er. Der 2,05-Meter-Mann hat in Gelb-Grün seit Dezember 2015 gerade einmal 21 Dreier geworfen und davon drei getroffen. Muss er sich auf seine „alten Tage“ noch umstellen und den Ferndistanzwurf seinem Angriffswerkzeug hinzufügen? Adomaitis: „Dreier sind niemals meine Stärke gewesen, und wir hatten immer gute Schützen in der Mannschaft. Ich wollte immer meine Stärken ausspielen, deshalb habe ich mich nie so auf die Dreier konzentriert.“

129 Punktspiele hat Adomaitis seit seinem Wechsel nach Wedel bestritten. Für viele weitere legt er derzeit die Grundlage – auch in Laufschuhen in den Auweiden.

Neben Adomaitis stehen bisher auch die Talente Linus Hoffmann, Moritz Kröger, Leif Möller, Simonas Paukste und Ole Schrader als Mitglieder des Wedeler Kaders für die Saison 2021/22 fest.

Quelle | Foto: Sc Rist Wedel

Stephan Blode wird Cheftrainer

Der neue Trainer der Rist-Herren kommt aus den eigenen Reihen. Stephan Blode tritt die Nachfolge von Benka Barloschky an, der neben seiner Aufgabe als Co-Trainer der Hamburg Towers die Schnittstelle zwischen der Bundesliga-Mannschaft und dem Wedeler Kader bleibt.

„Das ist jetzt der logische Schritt, dass man das Vertrauen an Stephan weitergibt“, sagt Christoph Roquette, der Sportliche Leiter des SC Rist. Die Beförderung Blodes vom Co-Trainer- auf den Cheftrainerposten entspricht ganz dem Wedeler Ansinnen, nicht nur Talente auf dem Spielfeld, sondern auch im Trainerbereich voranzubringen und ihnen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Auch vor diesem Hintergrund holten die Rister 2019 den Berliner als Assistenztrainer für die Herren und als Jugendtrainer, denn es sei darum gegangen „einen Trainer zu finden, der die Ambition hat, höherklassig etwas umzusetzen, und auch über das Talent dazu verfügt“, so Roquette. Diesen Erwartungen hat Blode in seiner bisherigen Arbeit in Wedel vollauf entsprochen und übernimmt nun weitere Verantwortung.

Blode beendet durch den Wechsel auf den Cheftrainerposten der Rist-Herren seine Arbeit als Trainer der 1. Damen. Die Betreuung der Risterinnen abzugeben, sei ihm nicht leicht gefallen, so Blode. „Ich habe die Arbeit mit den Damen sehr genossen. Das sind ganz tolle Spielerinnen und ganz tolle Charaktere. Es war eine ganz schwere Entscheidung für mich, weil beide Aufgaben sehr reizvoll sind. Ich habe das dann heruntergebrochen auf die Tatsache, dass ich hier als ProB-Assistantcoach angefangen habe und es dann für mich der nächste Schritt ist. Es ist eine tolle Herausforderung und eine Aufgabe, auf die ich mich sehr freue. Es gibt natürlich einen anderen Teil in meinem Herzen, der gerne weiter die Damen betreut hätte. Letztendlich musste ich eine Entscheidung treffen“, sagt er. Die Trainerstelle bei den Rist-Damen wird ebenso neu besetzt wie jene bei der JBBL-Mannschaft. Diese betreute Blode zwei Jahre lang.

Der Weg, gemeinsam mit den Towers Nachwuchsspieler auszubilden, für die ProB, noch höhere Aufgaben und möglichst die Bundesliga zu befähigen, wird unter Blode fortgesetzt. „Benka und ich werden uns weiterhin ganz viel über Basketball austauschen und die Schritte besprechen. Ich werde ihm ganz viel Rückmeldung geben, wie sich die Spieler im Training anstellen und auch, was das Taktische angeht, ist da eine sehr hohe Durchlässigkeit. Also, da werden wir das Bewährte weiterführen. Es hat toll funktioniert in den letzten zwei Jahren, davon haben alle profitiert“, erläutert Blode.

Dem 33-Jährigen steckt wie Barloschky auch die Nachwuchsförderung im Blut – eine unabdingbare Voraussetzung für das Cheftraineramt bei den Rist-Herren. „Wir haben junge Spieler und Jungs, die ich jetzt auch schon seit zwei Jahren kenne und die wir an die 2. Bundesliga heranführen, weiterentwickeln und auf ein höheres Niveau bringen wollen“, sagt Blode. „Und gleichzeitig wollen wir Bundesligaqualität auf dem Feld verkörpern. Das kann zweigleisig sein: Das bedeutet, dass man immer Phasen hat, in denen junge Spieler auch Fehler machen und lernen müssen. Es kann aber auch sein, dass man beides gleichzeitig sieht. Das macht einen dann immer sehr stolz, wenn man sieht, dass man jungen Spielern Raum für Fehler und zur Entwicklung geben kann, aber man gleichzeitig sieht, dass sie auf dem Niveau immer besser mithalten können und immer besser werden – von Monat zu Monat, Jahr zu Jahr, manchmal sogar von Woche zu Woche“, betont er.

Bevor Blode im August 2019 zum SC Rist wechselte, arbeitete der Reinickendorfer in Berlin bei den Vereinen SV Pfefferwerk, VfB Hermsdorf, TuS Lichterfelde sowie beim Berliner Basketball-Verband.

Quelle | Foto: SC Rist Wedel: Stephan Blode (Trainer SC Rist Wedel, im Bild links) und Christoph Roquette (Sportlicher Leiter SC Rist Wedel)

Benka Barloschky nicht mehr Rist-Trainer

Benka Barloschky legt sein Amt als Trainer des SC Rist nieder. Der 33-Jährige übernimmt im Rahmen der Zusammenarbeit der Wedeler mit den Hamburg Towers eine neue Aufgabe. „Ich werde weiterhin die Schnittstelle zwischen ProB und BBL sein“, sagt Barloschky über seinen Tätigkeitsbereich. Somit ist er auch in Zukunft eng mit dem SC Rist verbunden und weiterhin entscheidend an der Heranführung von Talenten an die höheren Aufgaben beteiligt. Schließlich kennt niemand sowohl die im Inselpark als auch die am Steinberg täglich geleistete Arbeit sowie die Abläufe und die Herausforderungen der Doppellizenzler so gut wie er.

Barloschky bleibt zudem Bundesliga-Assistenztrainer bei den Towers, in den vergangenen beiden Jahren übte er die Chef- und Co-Trainerstellen in Wedel beziehungsweise in Wilhelmsburg in Personalunion aus. „Ich habe jetzt zwei Jahre die Doppelbelastung gelebt, und wir haben das sehr gut organisiert. Das hat auch funktioniert“, sagt er. „Nur jetzt ist es so, dass meine Aufgaben auch in der BBL wieder größer werden, ich wieder einen Schritt in diese Richtung mache und das dann zeitlich einfach nicht mehr zu machen ist – vor allem nicht in der Qualität, in der ich es mir wünsche. Ich wollte einfach nicht in die Situation kommen, dass eine der beiden Seiten Kompromisse eingehen muss und die Arbeit darunter leidet. Das würde den Jungs nicht gerecht werden, das würde auch dem SC Rist Wedel nicht gerecht werden, wenn das auf der Seite passieren würde. Genauso wenig kann das auf der Bundesliga-Seite passieren“, erläutert er.

Ihm sei die Entscheidung, den Trainerposten in Wedel abzugeben, „unglaublich schwer gefallen“, so Barloschky. „Ich habe es sehr genossen, die Headcoach-Tätigkeit ausüben zu dürfen, die Spiele zu coachen und in der Verantwortung zu stehen. Das ist hat mir persönlich unglaublich viel gegeben. Auf der anderen Seite geht es ja aber um die Spieler und den Verein. Mir hat das unglaublich viel Spaß gemacht. Wir sind da einen Weg angetreten, und ich hätte gerne auch weiter noch in der Intensität die Spieler begleitet und wäre den Weg mit ihnen weitergegangen.“

„Er hat hervorragende Arbeit bei uns geleistet“, sagt Christoph Roquette, der Sportliche Leiter des SC Rist. Barloschky habe die zweifache Aufgabe verinnerlicht und verkörpert, einerseits junge Spieler zu fordern und zu fördern sowie andererseits in Bezug auf das Erringen von Siegen ebenfalls möglichst erfolgreich zu sein. In seiner ersten Saison in Wedel führte er die Mannschaft in die Playoffs, die dann wegen der Pandemie nicht mehr ausgetragen wurden. 2020/21 kämpfte man um den Klassenerhalt und erreichte diesen unabhängig von der Aussetzung der Abstiegsregel auch auf sportlichem Wege. Roquette bescheinigte dem Trainer, die bereits vorher enge Kooperation zwischen Rist und den Towers noch ein gutes Stück weitergebracht zu haben. „Benka hat das konsequent und überzeugend gelebt und ausgeführt. Er hat meinen größten Respekt, wie er das geschafft hat, die Jugend ständig einzusetzen. Er hat an die Jungs geglaubt, sie dementsprechend gefördert, sie spielen und auch Fehler machen lassen“, so der Sportliche Leiter. „Benka hat einen sehr hohen Anspruch an sich und diesen auch auf das Team umgemünzt – aber mit einer ganz lockeren Art, sodass das Team auch immer mitgezogen hat. Das war beeindruckend, wie er mit dem Team zusammengearbeitet hat und wie er das Team vorangebracht hat“, sagt Roquette. Der SC Rist Wedel bedankt sich bei Benka Barloschky herzlich für seine Arbeit als Trainer der 1. Herren! Dass er – jetzt in anderer Rolle – weiterhin seine Qualitäten und seinen Einsatz für die gemeinsame Wilhelmsburger und Wedeler Nachwuchsförderung einbringt, ist für alle Seiten eine gute Nachricht.

Quelle | Foto: SC Rist Wedel

Kröger mit doppelter Aufgabe

Es waren längst nicht nur Korbleger und Sprungwürfe, die Moritz Kröger im Frühling beschäftigten. Nach dem Saisonende standen große Prüfungen an: Das Abitur am Heisenberg-Gymnasium in Harburg und der Führerschein. Das Ende der basketballerischen Schulzeit ist für Kröger noch nicht ganz gekommen, mit 18 Jahren gilt man noch als Lehrling – aber mit wachsender Verantwortung. Und so soll Kröger in der kommenden Saison beim SC Rist ein weiteres Stück vorankommen. Und zwar als Spieler und im Rahmen eines Freiwilligen Soziales Jahres, das er beim SC Rist leisten wird und das unter anderem Tätigkeiten in der Jugendarbeit umfasst.

Ein nächster Schritt in sportlicher Hinsicht bedeutet für ihn: „Ich will auf die letzte Saison aufbauen und versuchen, mich weiter zu festigen“, sagt er. Duftmarken hatte der auf der Position vier eingesetzte Kröger im Wedeler Gelb und Grün bereits einige gesetzt: Zwölf Punkte gegen Bernau Ende Februar etwa oder deren acht gegen den späteren Aufsteiger Bochum rund einen Monat zuvor. „Ich glaube, ich habe mich ich gut weiterentwickelt und wesentlich mehr Spielzeit und Einsatzmöglichkeiten gehabt“, so der 18-Jährige. „Moritz hat eine gute Saison gespielt“, findet Christoph Roquette. Dass zwischenzeitlich Tucker Haymond kam und Alexander Angerer zumindest für einige Spiele wieder einstieg, habe Krögers Einsatzminuten sinken lassen, so der Sportliche Leiter, „aber er hat sich da durchgekämpft und hat seine Sachen gut gemacht im weiteren Verlauf der Saison“, sagt Roquette.

Er glaube, dass Kröger weitere Steigerungsmöglichkeiten habe, so der Sportliche Leiter. „Moritz hat das Potenzial für mehr, und das wollen wir aus ihm noch herausholen und gucken, wie weit es für ihn möglich ist, das zu nutzen, was wir ihm alles an Training anbieten können und wie weit er sich da entwickeln kann“, unterstreicht Roquette. Dass Kröger nicht an die Eliteschule des Sports in Hamburg-Dulsberg wechselte, sondern es vorzog, in vertrauter Umgebung am Heisenberg-Gymnasium zu bleiben, bedeute, dass dem 18-Jährigen „im Vergleich zu anderen Spielern in dem Alter wahnsinnig viel Training fehlt“, so Benka Barloschky. „Das Training, das er jetzt hatte, ist einfach ein Bruchteil von dem, das Spieler bekommen, wenn sie an diese Schule gehen“, sagt er. Diesen Rückstand aufzuholen, sei nicht leicht, betont Barloschky und gibt zu bedenken, dass es zum Beispiel bei der Vermittlung technischer Inhalte günstige Zeitfenster gebe und es mit zunehmendem Alter irgendwann immer schwieriger werde, „gewisse Muster wieder aufzubrechen und neu zu machen“, erläutert Barloschky. Er sei gespannt, wie sich Kröger entwickle, sagt er.

Zu Krögers Trümpfen gehört, dass er über einen ordentlichen Wurf verfügt und ab und zu eine „Fackel“ aus der Ferne auf die Reise schickt. Nachholbedarf sieht er selbst im körperlichen Bereich: „Auf jeden Fall stärker werden“, hat er sich für die spielfreie Zeit vorgenommen, um gegnerischen „Schränken“ auch einiges an Muskeln entgegensetzen zu können. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist für Kröger eindeutig die Position vier. Dort kommt er jetzt zum Einsatz, dort sieht er sich auch im weiteren Karriereverlauf: Als Vierer sei immer wichtiger, nicht nur über einen „stabilen Wurf“ zu verfügen, wie er sagt, sondern „auch sonst mit dem Ball umgehen zu können“. Die Grundlagen all dessen erlernte er bei der BG Harburg-Hittfeld. In einer Schul-AG fiel er dem als Talentförderer bekannten Lars Mittwollen auf, der ihn auch in der JBBL betreute, ehe aus dem bisherigen Hittfelder Hai Kröger ein Pirat und dann ein Rister und Tower wurde.

Quelle: SC Rist Wedel