Vorberichte ProA Playoffs – Halbfinale Spiel 2

23.05.2026 18:00 Uhr Eisbären Bremenhaven vs. Phoenix Hagen 

Die Phoenix Hagen reisen mit Rückenwind zum zweiten Halbfinalspiel nach Bremerhaven. Nach dem umkämpften 85:80-Auftaktsieg gegen die Eisbären Bremerhaven richtet sich der Fokus bei den Hagenern bereits vollständig auf die nächste Aufgabe im traditionell schwierigen „Eisbärkäfig“. Am Samstagabend soll der zweite Schritt Richtung ProA-Finale gelingen. Direkt nach Spiel eins stand bei den Feuervögeln bereits die Regeneration im Mittelpunkt. Während Tim Uhlemann kurz zuvor noch mit dem Megafon die Fans angeführt hatte, begann für die Mannschaft unmittelbar danach die Vorbereitung auf das zweite Duell der Serie. Die Beine hochgelegt an den LED-Banden der Ischelandhalle, arbeiteten die Spieler an den in den Playoffs entscheidenden Erholungsprozessen – der Blick ging dabei bereits komplett nach vorne. Historisch gehört die Stadthalle Bremerhaven nicht gerade zu den Lieblingsspielorten der Hagener. Von bislang 15 Gastspielen an der Küste konnte Phoenix lediglich vier gewinnen. Gleichzeitig treffen im Halbfinale zwei der heimstärksten Teams der gesamten ProA-Saison aufeinander: Sowohl Hagen als auch Bremerhaven verloren in der Hauptrunde zuhause nur zwei Spiele und sind in den laufenden Playoffs vor eigenem Publikum bislang ungeschlagen.

Phoenix-Headcoach Chris Harris sieht im Auftaktsieg dennoch einen enorm wichtigen psychologischen Faktor: „Mit die wichtigste Erkenntnis aus dem ersten Spiel ist, dass wir gesehen und gefühlt haben, dass wir Bremerhaven besiegen können. Inklusive der Hauptrunde drei Niederlagen in Folge und dazu mit einem 0:1 in die Stadthalle reisen müssen, wäre definitiv tough gewesen. So wissen wir, dass unsere Prinzipien und Strukturen funktionieren, was uns viel Stabilität und Bestätigung gibt. Darauf gilt es nun auswärts aufzubauen.“ Für Harris wird das Gastspiel an der Küste zudem zu einer besonderen Rückkehr. Zwischen 2014 und 2018 arbeitete der heutige Phoenix-Coach selbst für die Eisbären und ist mittlerweile der dienstälteste Headcoach der ProA. Auch Fabian Bleck besitzt eine Bremerhaven-Vergangenheit: Der Hagener Kapitän absolvierte zwischen 2015 und 2019 insgesamt 126 Bundesliga-Spiele für die Norddeutschen. Hinzu kommt mit Anzac Rissetto ein weiterer Akteur im Phoenix-Kader, der erst im Sommer 2025 von den Eisbären nach Hagen wechselte. Klar ist: Mit einem weiteren Auswärtssieg könnte Phoenix bereits erheblichen Druck auf Bremerhaven aufbauen und sich eine hervorragende Ausgangsposition im Kampf um den Finaleinzug und den sportlichen Aufstieg in die easyCredit BBL verschaffen.

 

23.05.2026 19:00 Uhr GIESSEN 46ers vs. Bozic Estriche Knights Kirchheim 

Die GIESSEN 46ers wollen im Playoff-Halbfinale gegen die Bozic Estriche Knights Kirchheim endgültig zum Partycrasher werden. Nach dem überzeugenden 90:77-Auftaktsieg in Spiel eins reisen die Mittelhessen mit einer 1:0-Serienführung und viel Selbstvertrauen zum zweiten Duell nach Gießen, wo am Samstagabend die nächste richtungsweisende Partie der „Best of five“-Serie ansteht. Der erste Halbfinalerfolg in Kirchheim sorgte nicht nur sportlich für Aufmerksamkeit, sondern brachte auch einige kuriose Geschichten mit sich. Zwei 46ers-Fans hatten sich ursprünglich Karten für ein vermeintlich nahegelegenes „Kirchheim“ organisiert – allerdings nicht für Kirchheim unter Teck, sondern für Kirchhain bei Marburg. Erst kurz vor Spielbeginn bemerkten sie ihren Irrtum und verfolgten den deutlichen Auswärtssieg schließlich zuhause vor dem Fernseher. Sportlich präsentierten sich die Gießener in Spiel eins äußerst souverän. Die Mannschaft von Headcoach Branislav Ignjatovic kontrollierte über weite Strecken Tempo und Rhythmus der Partie und setzte sich am Ende verdient mit 90:77 durch. Dennoch warnt der erfahrene Trainer davor, die Serie bereits als entschieden anzusehen: „Kirchheim hat viel Qualität, da ist noch nichts entschieden. Bisher haben wir nur einen ersten, kleinen Schritt machen können.“

Dabei besitzt Ignjatovic eine ganz besondere Verbindung zu den Knights. Zwischen 2008 und 2014 trainierte der heutige 46ers-Coach die Schwaben selbst und prägte dort eine erfolgreiche Ära. Unter seiner Leitung etablierte sich Kirchheim dauerhaft im oberen Tabellenbereich der ProA und erreichte 2011/12 sogar das Finale samt sportlichem Aufstieg in die BBL, der letztlich jedoch an fehlenden Rahmenbedingungen scheiterte. Auch der heutige Name der Knights ist indirekt mit Ignjatovic verbunden. Während seiner Zeit in Kirchheim überzeugte er einen befreundeten serbischen Bodenleger, den Klub finanziell zu unterstützen – daraus entwickelte sich später das Sponsoring durch „Bozic Estriche“, das bis heute Bestandteil des Vereinsnamens ist. Nach Ignjatovics Abschied entwickelte sich der Klub weiter, ehe 2020 schließlich Igor Perovic das Traineramt übernahm. Der 52-Jährige, dessen Vertrag erst kürzlich bis 2029 verlängert wurde, trifft nun bereits zum vierten Mal in dieser Saison auf seinen langjährigen Freund „Frenki“ Ignjatovic. Für die Knights geht es nun darum, die Serie wieder auszugleichen und den Heimvorteil zurückzuholen. Klar ist allerdings auch: Die 46ers haben mit ihrem abgeklärten Auftaktauftritt unterstrichen, warum sie aktuell zu den formstärksten Teams der Liga gehören.