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Collin Metcalf erster Neuzugang von Medikamente per Klick Bayreuth

Der BBC Bayreuth setzt weiter auf junge Talente aus dem US-Collegebasketball und hat mit Collin Metcalf den nächsten spannenden Nachwuchsspieler verpflichtet. Der 2,06 Meter große und 108 Kilogramm schwere Center unterschreibt in Oberfranken einen Zweijahresvertrag und startet damit seine Profikarriere in der ProA. Bereits in der vergangenen Saison sammelten die Bayreuther positive Erfahrungen mit jungen NCAA-Spielern wie Leroy Ikejiaku und Cantia Rahming, die den Sprung in den Profibasketball schnell meisterten. Eine ähnliche Entwicklung erhoffen sich die Verantwortlichen nun auch von Metcalf. Der Deutsch-Amerikaner stammt aus einer US-Militärfamilie und verbrachte unter anderem acht Jahre seines Lebens in Südkorea, ehe er für sein letztes High-School-Jahr in die USA zurückkehrte. Seine College-Karriere begann er an der Northeastern University in Boston, wo er sich in der CAA Conference vor allem defensiv einen Namen machte. In seinem dritten Jahr wurde er mit durchschnittlich 5,0 Rebounds und 2,4 Blocks pro Spiel ins CAA All-Defensive Team gewählt und gehörte zu den zehn besten Shotblockern der gesamten NCAA.

Während seiner Zeit an Northeastern traf Metcalf unter anderem mehrfach auf den späteren ProA-Player-of-the-Year Ben Burnham von den Artland Dragons. Anschließend wechselte er über das NCAA-Transferportal an die renommierte University of Maryland in die starke Big Ten Conference. Dort absolvierte der Center 31 Spiele, davon 13 in der Starting Five, und etablierte sich in einer klar definierten Rolle als defensiver Anker, Rebounder und Ringbeschützer. In Maryland spielte Metcalf unter anderem gegen spätere NCAA-Spitzenteams aus Michigan und Illinois sowie gegen deutsche Talente wie Johann Grünloh und Hannes Steinbach. Besonders das direkte Duell mit Steinbach sorgte für Aufmerksamkeit: In 30 Einsatzminuten hielt Metcalf den angehenden NBA-Draft-Kandidaten bei 14 Punkten und drei Rebounds.

Der neue Bayreuther Center blickt voller Vorfreude auf seine erste Profistation: „Ich bin überaus begeistert und dankbar für die Gelegenheit, nach Deutschland zurückzukehren und die großartige Stadt Bayreuth zu vertreten. Ich habe viel Gutes über die Leidenschaft der Fans und den Stolz dieser Gemeinschaft auf ihre Mannschaft gehört und kann es kaum erwarten, das selbst zu erleben. Ich freue mich darauf, bald anzukommen, meine Teamkollegen und die Fans kennenzulernen und alles zu geben, um der Mannschaft zu helfen, ihren Erfolg fortzusetzen und Spiele zu gewinnen. Ich freue mich besonders darauf, Energie und Härte in der Verteidigung einzubringen und ein starker defensiver Anker für das Team zu sein. Verteidigung und Einsatz sind Dinge, auf die ich sehr stolz bin, und ich bin bereit, jeden Abend zu kämpfen, den Korb zu verteidigen, Rebounds zu holen und spielentscheidende Aktionen zu machen. Ich kann es kaum erwarten, mit dem Trainerstab und meinen Teamkollegen zusammenzuarbeiten und dazu beizutragen, Bayreuth in dieser Saison noch mehr Erfolg zu bescheren.“

Auch der künftige Sportdirektor Felix Hilgart sieht großes Potenzial im jungen Big Man: „Wir freuen uns sehr, dass Collin sich dafür entschieden hat, seine Profikarriere bei uns in Bayreuth zu starten. In unseren Gesprächen haben wir Ihn als einen sehr aufgeräumten und positiven jungen Mann kennengelernt, der neben seinem spannenden Lebenslauf auch alle physischen Anlagen und die richtige Einstellung für eine erfolgreiche Karriere in Europa mitbringt. Er soll uns mit seiner Länge und Beweglichkeit von Anfang an Stabilität in der Verteidigung geben und verfügt unserer Meinung nach zudem auch in der Offensive über einiges Potential, welches wir noch besser nutzen und entwickeln wollen. Gemeinsam mit Leroy Ikejiaku bildet Collin in der kommenden Saison ein sehr spannendes, wenngleich auch noch sehr junges Duo auf der großen Position.“

Publikumsliebling Adam Touray bleibt bei den Uni Baskets Münster

Die Uni Baskets Münster können auch in der kommenden ProB-Saison weiter auf ihr Gesicht der vergangenen Jahre bauen. Publikumsliebling und Leistungsträger Adam Touray hat seinen Vertrag verlängert und geht damit nach seiner Rückkehr im Jahr 2020 bereits in seine siebte Spielzeit bei den Münsteranern. Für Cheftrainer Götz Rohdewald ist der Verbleib des Centers ein enorm wichtiges Signal: „Wir können stolz sein, auch froh sein, dass Adam bei uns bleibt. Er ist ein Riesenteil von Münster und unserem Verein. Und wie sehr er sich mit dem Verein verbunden fühlt, hat man ja auch daran gesehen, dass er so früh wieder zurückgekommen ist.“ Besonders hob Rohdewald hervor, wie sehr sich Touray trotz Verletzung für den Klub aufgeopfert habe: „Ich glaube, er hat viele Spiele mit quasi nur ‚einem Arm‘ gespielt und hat alles getan, um in der ProA zu bleiben. Von daher ist Adam in so vielen Punkten ein so unglaublich wichtiger Spieler für uns, der auch ein großes Vorbild für alle Spieler ist in der Art, wie er Training, Spiel und alles angeht.“

Auch Manager Helge Stuckenholz zeigte sich begeistert über die erste wichtige Personalentscheidung für den neuen Kader: „Wenn man von ‚to lead by example‘ spricht, kenne ich keinen, der dieser Redewendung mehr gerecht wird als Adam! Er war einer der Eckpfeiler des Erfolges der letzten Jahre! Dass er in der ProB für uns und die Stadt weiter die Doppelbelastung von Lehre und Basketball leisten will, rechne ich ihm sehr hoch an!“ Für Adam Touray selbst spielte bei der Entscheidung vor allem die enge Bindung zur Stadt und zum Verein eine große Rolle: „Ich bin Münsteraner. Ich liebe es, hier zu spielen. Es gibt ProA-Vereine mit vielleicht 1.000 Leuten bei den Spielen und die sind im Mittelfeld oder in den Playoffs. Wir steigen ab und haben 2.800 Fans beim letzten Heimspiel in der Halle. Das ist ein Riesenfaktor für mich. Das macht unglaublich Spaß, alle zwei Wochen hier vor so einer Menge Leute zu spielen, die einen anfeuern.“

Zudem betonte der Center die Bedeutung seines privaten Umfelds: „Dazu habe ich meine Freunde und Familie und auch meinen Job hier, gehe ins letzte Lehrjahr. Ohne die Uni Baskets würde ich das wahrscheinlich nicht nebenher schaffen.“ Der gebürtige Münsteraner war 2020 von den MHP RIESEN Ludwigsburg in seine Heimat zurückgekehrt und entwickelte sich seitdem zu einer Identifikationsfigur des Vereins. Bis zum Ende der Saison 2024/25 absolvierte Touray 152 Spiele in der ProA mit 1.768 Punkten sowie 61 Partien in der ProB mit 626 Zählern. Dazu kommen fünf Einsätze in der Basketball Bundesliga. In der vergangenen Spielzeit wurde der Big Man allerdings immer wieder von einer hartnäckigen Verletzung ausgebremst und kam deshalb nur auf elf ProA-Einsätze mit insgesamt 107 Punkten.

Kapitän Tim Köpple verlängert bei den Nürnberg Falcons

Die Nürnberg Falcons können den Verbleib von Kapitän Tim Köpple vermelden. Der 25-jährige Aufbauspieler hat seinen Vertrag beim mittelfränkischen ProA-Ligisten für zwei Jahre verlängert. Mit der Vertragsverlängerung von Tim Köpple setzten die Nürnberg Falcons zu einem sehr frühen Zeitpunkt ein wichtiges Signal mit Blick auf den deutschen Kern. Köpple spielt seit Sommer 2021 in Nürnberg und gehört hier zu den absoluten Publikumslieblingen. Seine Besonnenheit und Leadership machen ihn auch weiterhin zu einem wichtigen Puzzle-Teil im Nürnberger Profikader. Sein zukünftiger Head Coach Tim Black freut sich den gemeinsamen Weg weiter zu gehen: „Es ist ein tolles Zeichen, Tim Köpple weiterhin als Teil der Falcons-Familie zu wissen. In den vergangenen Jahren war er ein entscheidender Baustein unseres Fundaments und unseres Aufbauprozesses. Sein Verbleib unterstreicht die wichtige Rolle, die er als Eckpfeiler dessen, was wir hier aufbauen, auch weiterhin spielt.“

Tim Köpple hat in seiner fünften Falcons-Spielzeit alle 34 Partien bestritten und stand dabei im Schnitt 18 Minuten auf dem Parkett. Sein statistisch bestes Jahr hatte der 1,82 Meter große Guard 2023/20024, als er im Schnitt 8,6 Punkte, 2,9 Assists und 2,4 Rebounds auflegte. Daran will Köpple in der kommenden Saison gerne anknüpfen: „Ich freue mich sehr, hier bleiben zu können. Die letzten Jahre hat sich der Verein toll entwickelt und ich möchte gerne weiterhin meinen Beitrag leisten, da wir weiter Luft nach oben haben. Daher ist mir die Entscheidung auch sehr leicht gefallen.“

Tigers Tübingen und Sportdirektor Eric Detlev gehen getrennte Wege

Bei den Tigers Tübingen kommt es im Zuge der sportlichen und strukturellen Neuausrichtung zu einer personellen Veränderung in der Vereinsführung. Der Klub und Sportdirektor Eric Detlev werden künftig getrennte Wege gehen. Wie die ProBasket Tübingen AG am Dienstag mitteilte, wird die Position des Sportdirektors zur Saison 2026/27 in der BARMER 2. Basketball Bundesliga vollständig gestrichen und nicht neu besetzt. Hintergrund der Entscheidung seien vor allem die sportlich und wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen nach einer enttäuschenden Saison 2025/26. Die Verantwortlichen sehen sich laut Mitteilung zunächst zu einer wirtschaftlichen und strukturellen Konsolidierung gezwungen, wodurch auch die organisatorische Neuaufstellung im sportlichen Bereich notwendig geworden sei.

General Manager David Keckeis würdigte die Arbeit von Eric Detlev ausdrücklich: „Eric Detlev hat in einer sportlich wie wirtschaftlich herausfordernden Phase Verantwortung übernommen und sich für die Tigers Tübingen in besonderem Maße eingesetzt. Dafür gebührt ihm unser ausdrücklicher Dank.“ Besonders hervorgehoben wurde dabei Detlevs Einsatz als Interimstrainer in den vergangenen beiden Spielzeiten. In der Saison 2024/25 führte er die Mannschaft noch in die Playoffs, in der sportlich schwierigen Saison 2025/26 gelang unter seiner Leitung als Headcoach der wichtige Klassenerhalt in der ProA. Die Tigers Tübingen bedankten sich abschließend für Detlevs Einsatz, seine Professionalität und seine Identifikation mit dem Klub und wünschen ihm für die berufliche wie private Zukunft weiterhin viel Erfolg.

Vertragsauflösung: BG Göttingen und Headcoach Fabian Strauß beenden Zusammenarbeit

Bei der BG Göttingen kommt es nach dem enttäuschenden Aus im Playoff-Viertelfinale zu einer personellen Veränderung auf der Trainerposition. Die Veilchen und Headcoach Fabian Strauß haben sich im gegenseitigen Einvernehmen auf eine Vertragsauflösung geeinigt. Nach einer intensiven Analyse kamen beide Seiten zu dem Entschluss, dass eine Trennung die beste Lösung sei. BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen erklärte: „Wir haben uns nach dem viel zu frühen Saisonende etwas Zeit genommen, um die Situation zu bewerten. Fabo ist ein junger Trainer, dem wir eine große Verantwortung übertragen haben. Letztendlich hat es aus unserer Sicht sportlich nicht so funktioniert, wie wir das erwartet haben.“ Zwar habe Göttingen das Minimalziel erreicht und die Hauptrunde mindestens auf Rang vier abgeschlossen, das angestrebte Halbfinale jedoch verpasst. Gleichzeitig verwies Meinertshagen auf die schwierigen Umstände während der Saison: „Zur Wahrheit gehört auch, dass wir solch eine Seuchensaison mit vielen parallel verletzten Spielern noch nie erlebt haben. Dennoch hat die Mannschaft ihr Potenzial zu oft nicht ausgeschöpft. Wir danken Fabo für seinen Einsatz für die BG und wünschen ihm für seine sportliche und private Zukunft nur das Beste.“

Fabian Strauß war erst im Mai 2025 nach Göttingen gekommen und startete stark in seine erste Saison als Cheftrainer der Veilchen. Die BG spielte eine überzeugende Hinrunde mit 13 Siegen aus 17 Spielen, ehe zahlreiche Verletzungen das Team im Dezember und Januar massiv zurückwarfen. Über Wochen musste die Mannschaft im Notfallmodus agieren, wodurch laut Klubangaben selbst reguläre Fünf-gegen-fünf-Trainingseinheiten kaum möglich waren. Auch nach der Rückkehr vieler Spieler fand das Team nie wieder zu seiner Form aus der ersten Saisonhälfte zurück. Strauß selbst verabschiedete sich mit emotionalen Worten: „Ich bin dankbar für die Möglichkeit, Cheftrainer der BG Göttingen gewesen zu sein und solch einen Traditionsklub vertreten zu dürfen. Natürlich ist es schade und enttäuschend, dass wir unsere gemeinsamen Ziele nicht erreicht haben. In der Saison sind viele Verletzungen passiert und einige Dinge anders verlaufen, als wir es geplant hatten, was unseren Weg nicht einfacher gemacht hat.“ Besonders bedankte er sich bei den Fans, seinem Staff und der Mannschaft: „Ich nehme viele wertvolle Erfahrungen und wichtige Erkenntnisse für meine Zukunft mit und wünsche dem Klub und allen Menschen rund um die Veilchen alles Gute für die kommenden Jahre.“ Die BG Göttingen haben nach eigenen Angaben bereits mit der intensiven Suche nach einem neuen Headcoach begonnen.

Spotlight #10: Wer bucht die Tickets fürs Finale?

Halbfinalzeit in der ProA! Die Viertelfinalserien liegen hinter uns und mit Phoenix Hagen, den Eisbären Bremerhaven, den Bozic Estriche Knights Kirchheim sowie den GIESSEN 46ers sind nun noch vier Teams im Rennen um den Finaleinzug. Wie schon in der ersten Playoffrunde, sind auch die Halbfinals als Serien im Modus Best-of-five angesetzt, wobei jeweils das in der Hauptrunde höher platzierte Team Heimrecht in Spiel eins, drei und einem möglichen Spiel fünf hat. Heiße Partien sind vorprogrammiert, blicken wir auf die beiden Duelle…

Phoenix Hagen vs. Eisbären Bremerhaven: Hauptrundensieger gegen Angstgegner?

Auf der linken Seite des Playoffbaums treffen die beiden Teams aufeinander, die ihre Viertelfinalserie mit einem Sweep beendet haben. Sowohl Phoenix Hagen als auch die Eisbären Bremerhaven konnten also mit 3:0 ins Halbfinale einziehen und dürften dementsprechend ausgeruht in die Serie starten. Beim Duell Erster gegen Vierter ist die Favoritenrolle zwar schnell verteilt, allerdings sind die Eisbären das einzige Team, das in dieser Saison beide Spiele gegen Hagen gewinnen konnte!

-1 im Hinspiel und -15 im Rückspiel – das waren die Ergebnisse in den beiden Hauptrundenpartien gegen Bremerhaven aus Hagener Sicht. Damit sorgten die Eisbären alleine für ein Drittel der Niederlagen des Hauptrundensiegers, der ansonsten weitgehend souverän durch die Saison ging. Daran knüpfte Phoenix auch in den Playoffs an und ließ den PS Karlsruhe LIONS keine Chance. Mit 90:66, 108:73 und 79:70 machte man den Halbfinaleinzug klar. Das 90:66 in Spiel eins war übrigens, trotz aller Erwartbarkeit, etwas Besonderes, denn es war der allererste Playoff-Auftaktsieg in der Phoenix-Vereinsgeschichte! Trotz des klaren Siegs im Viertelfinale, fällt beim Blick in die Statistiken noch einiges an Verbesserungspotential auf. In der Hauptrunde war Hagen mit 38,4% bei der Dreierquote noch das beste Team der Liga, jetzt in den Playoffs fanden nur 29,7% der Würfe von Downtown ihr Ziel. Zudem leistete man sich mehr Turnover als in der regulären Saison. Dafür zeigten die Feuervögel aber am Brett Dominanz und griffen sich mehr als 50 Abpraller pro Partie, deutlicher Ligabestwert. Gerade die fast 16 Offensivrebounds sind ein Grund dafür, dass man trotz der unterdurchschnittlichen Quoten 92,3 Punkte pro Partie auflegen konnte.

Nur ein Team kommt in den Playoffs auf einen noch höheren Punkteschnitt und das sind, wie sollte es anders sein, die Eisbären Bremerhaven. Zugegeben, dieser Schnitt wird deutlich davon beeinflusst, dass die Nordseestädter beim 117:112 in Spiel drei in die Overtime mussten. Doch auch die Feldwurfquote (51,8% Topwert der Playoffteams) unterstreicht das offensive Potential der Eisbären. Das Team von Steven Esterkamp bekam es im Viertelfinale mit den Artland Dragons zu tun, so gesehen lautet das Duell also nun ein zweites Mal Feuer gegen Eis. In allen drei Partien gegen die Drachen war es bis zum Schluss spannend (der Overtimesieg war mit +5 schon das deutlichste Ergebnis), die Serie hätte auch gut und gerne über mehr als die drei Spiele gehen können. Doch letztendlich bewiesen die Eisbären immer kühlen Kopf und Crunchtime-Qualitäten. Wichtige Erfahrungen, die etwa Hagen in der Form noch nicht sammeln konnte und am Ende ausschlaggebend sein könnten?

Mit Übersicht auf der eins: Elijah Miller (l.) und Bjarne Kraushaar (r.) gehörten in der Hauptrunde zu den Top 3-Assistgebern der ProA (Foto: Jörg Laube).

Bozic Estriche Knights Kirchheim vs. GIESSEN 46ers: Überraschungsteams unter sich

Im zweiten Halbfinale treffen die beiden Teams aufeinander, die im Viertelfinale für Upsets sorgten. Sowohl Kirchheim als auch Gießen konnten sich gegen höher platzierte Teams durchsetzen und so kommt es nun sogar zum ungewöhnlichen Fall, dass die Knights als Sechstplatzierter mit Heimrecht in das Halbfinale gehen.

Auf dem Weg dorthin schalteten die Kirchheimer den BBL-Absteiger aus Göttingen aus, und das obwohl man zunächst das Auftaktspiel in Niedersachsen verlor. Doch was dann folgte war ein klarer Heimsieg (+14) in Spiel zwei, der die Richtung für den Rest der Viertelfinalserie vorgab. Auswärts klaute man Spiel drei und den Matchball vor heimischer Kulisse verwandelten die Ritter in der Crunchtime. Nun steht also das Matchup gegen die 46ers an, mit denen das Team von Igor Perovic noch eine Rechnung offen hat. Beide Hauptrundenspiele konnten die Gießener deutlich für sich entscheiden, das 89:111 im Rückspiel stellte für die Knights sogar die höchste Niederlage der Saison dar! Um nun also Revanche zu nehmen, kommt es vor allem auf das starke Import-Trio aus Tylan Pope, Chuck Harris und Phillip Russell an, die in der Postseason zusammen für knapp 50 Kirchheimer Punkte pro Partie verantwortlich sind. Doch in den Playoffs laufen immer wieder auch die Rollenspieler zur Höchstform auf und so war etwa Aeneas Jung im entscheidenden vierten Spiel der effektivste Ritter. Mit einem Wert von 19 legte er mehr als das Dreifache seines Hauptrundendurchschnitts auf.

Doch auch die Gießener konnten im Playoff-Viertelfinale gegen die favorisierten Merlins aus Crailsheim ungeahnte Leistungsexplosionen verzeichnen. 18 Punkte in Spiel zwei, 21 Punkte und sieben Rebounds in Spiel vier: Das sind die Stats von Daniel Norl, der sich seine beiden besten Performances im 46ers-Trikot offensichtlich für die Playoffs aufgehoben hatte. Doch nicht nur er packte im Vergleich zur Hauptrunde einiges drauf, auch Spieler wie Simon Krajcovic, Aiden Warnholtz, Viktor Kovacevic und Robin Benzing steigerten ihre Punkteausbeute in der Postseason. Das liegt vor allem daran, dass die Gießener plötzlich ihre Dreier treffen. In der regulären Saison traf das Team von Frenkie Ignjatovic nur 30,9% von jenseits der 6,75m, ligaweit Platz 16. Doch nun fallen knapp 39% der Dreier, Bestwert aller Halbfinalteilnehmer! Ein besonderes Duell wird es übrigens auch auf der Trainerbank. Die beiden Coaches Perovic und Ignjatovic kennen und schätzen sich so sehr, dass letzterer sogar zur Hochzeit der Tochter seines Kirchheimer Gegenüber eingeladen wurde. Diese ist für Anfang Juni geplant, parallel zu den Finalspielen der ProA. „Nur einer von uns beiden wird an diesen Feierlichkeiten teilnehmen können“, fasst Ignjatovic die Dramatik zusammen…

Maier gegen Mayer beim Auftaktspiel der beiden Teams (Foto: Nina Sander/Silas Kunz).

Die beiden Halbfinals starten am morgigen Mittwoch, spätestens am 31. Mai wissen wir dann welche beiden Teams den Einzug in das Finale und das damit verbundene sportliche Aufstiegsrecht für die easyCredit BBL erreichen. Den Ausblick auf das Final-Matchup gibt es dann in der nächsten Ausgabe von Spotlight. Wenn du das nicht verpassen möchtest, abonniere am besten hier unseren Newsletter, dort gibt es immer einen Reminder, wenn eine neue Ausgabe von Spotlight online ist.

Alvaro Sanchez wird neuer Headcoach in Bochum

Die VfL SparkassenStars Bochum treiben ihre Kader- und Strukturplanung für die kommende Saison weiter voran und haben nun eine zentrale Personalentscheidung getroffen: Alvaro Sanchez Paredes steigt vom Assistant Coach zum Headcoach auf. Der Spanier bringt internationale Erfahrung aus mehreren Stationen mit. Nach ersten Schritten im Jugendbereich in Spanien sammelte er unter anderem Coaching-Erfahrung in Schweden, Ägypten und den Niederlanden, bevor er 2024 zum Trainerstab der SparkassenStars stieß. Nun übernimmt er die Verantwortung an der Seitenlinie. Sanchez selbst blickt motiviert auf seine neue Aufgabe: „Ich bin wirklich dankbar für die Chance, das Vertrauen des Vereins und die Unterstützung aller innerhalb der Organisation. Wir gehen dieses neue Kapitel gemeinsam an – als Team wollen wir eine Kultur des Einsatzes und der harten Arbeit für den Verein, die Fans, die Stadt und für uns selbst aufbauen.“

Auch Geschäftsführer Tobias Steinert zeigt sich überzeugt von der Entscheidung: „Alvaro war von Anbeginn unserer Suche nach einem neuen Headcoach meine Wunschlösung und ich freue mich sehr, dass er uns zugesagt hat. Neben seinen unbestrittenen sportlichen Fähigkeiten wissen wir, dass er diesen Club und unsere Identität lebt. Nun haben wir zusammen ein neues SparkassenStars-Kapitel aufgeschlagen und ich freue mich sehr auf die gemeinsame Zukunft.“ Mit der Beförderung von Sanchez setzen die Bochumer bewusst auf Kontinuität. Auch auf der Position des Assistant Coaches bleibt Stabilität erhalten: Petar Topalski kehrt wie geplant in seine vorherige Rolle zurück. Parallel zur Trainerentscheidung laufen bereits die Planungen für die Saison 2026/27 – mit Sanchez als zentraler Figur an der Seitenlinie.

Tim Black wird neuer Cheftrainer der Nürnberg Falcons

Die Nürnberg Falcons haben frühzeitig die Weichen für die kommende Saison gestellt und präsentieren mit Tim Black ihren neuen Cheftrainer. Der 45-Jährige tritt damit die Nachfolge von Ralph Junge an, der sich künftig wieder verstärkt auf seine Rolle als Geschäftsführer konzentrieren wird. Mit der Entscheidung setzen die Falcons bewusst auf Kontinuität. Black ist seit mehreren Jahren Teil des Trainerstabs und kennt Verein, Strukturen und Philosophie bereits bestens. Entsprechend überzeugt zeigt sich Junge von der internen Lösung: „Tim hat in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet und sich diese Chance absolut verdient. Es war uns wichtig, früh Klarheit zu schaffen, um die kommende Saison strukturiert planen zu können. Ich freue mich sehr, dass ich mich wieder intensiver auf die Weiterentwicklung des Standorts und die organisatorischen Themen konzentrieren kann.“ Auch Black selbst blickt mit großer Motivation auf seine neue Aufgabe:

„Es ist mir eine große Ehre, diese Aufgabe zu übernehmen, der ich voller Tatendrang entgegenblicke. Diesen Verein und diese Stadt verstehe ich als einen Ort mit fruchtbarem Boden, tiefen Wurzeln und echtem Potenzial. Meine Aufgabe wird es sein, diesen ‚Garten‘ zu pflegen und ein Umfeld zu schaffen, in dem unsere Spieler gemeinsam wachsen, sich im Wettbewerb behaupten und Erfolge feiern können. Ich freue mich darauf, die Arbeit aufzunehmen und zusammen mit der Organisation sowie den Menschen vor Ort etwas von bleibendem Wert aufzubauen.“ Der ehemalige BBL-Topscorer bringt nicht nur Erfahrung als Spieler, sondern auch aus dem Nachwuchs- und Entwicklungsbereich mit. Nach Stationen in Deutschland, Belgien und Italien sowie Tätigkeiten im US-amerikanischen Nachwuchsbereich ist er seit 2024 wieder in Deutschland aktiv und war zuletzt als Co-Trainer und im Player Development bei den Falcons tätig.

Spotlight #9: Die heißeste Zeit des Jahres steht an

Die Hauptrunde in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA ist Geschichte – das bedeutet, dass uns nun die spannendste Zeit der Saison direkt bevorsteht! Schon am heutigen Mittwochabend starten die Playoffs und das Rennen um die Finaltickets und den damit verbundenen sportlichen Aufstieg in die easyCredit BBL ist damit eröffnet. Vier Duelle erwarten uns in der ersten Runde, wie gewohnt trifft dabei der Erste auf den Achten, der Zweite auf den Siebten usw.. Die Serien laufen im Modus Best-of-Five, wer zuerst drei Siege hat zieht in das Halbfinale ein. Gespielt wird dabei im 1-1-1-1-1-Rhythmus, die Teams haben also abwechselnd Heimrecht, wobei das höher platzierte Team ein entscheidendes fünftes Spiel vor heimischer Kulisse austragen darf. Doch genug der Formalitäten, werfen wir in dieser Ausgabe von Spotlight einen Blick auf die Viertelfinalserien…

Phoenix Hagen vs. PS Karlsruhe LIONS: Klare Sache oder der Start der nächsten Cinderella-Story?

Wie üblich starten wir dabei mit der vermeintlich klarsten Ausgangssituation. Phoenix Hagen bekommt es als Hauptrundenmeister mit dem Achtplatzierten aus Karlsruhe zu tun. Der Blick in die Vergangenheit verdeutlicht die Kräfteverhältnisse: Nur einmal ging in den letzten zehn Jahren der Erstplatzierte nicht mit 3:0 durch das Viertelfinale (2022: Tigers Tübingen vs. Eisbären Bremerhaven 3:1), einen Sturz des Ligaprimus gab es in dem Zeitraum gar nicht.

Für Phoenix Hagen ist der Top Seed in den Playoffs die logische Konsequenz aus einer Saison, die von Anfang an auf den größtmöglichen Erfolg ausgelegt war. Seien es die Verpflichtungen im Sommer oder auch die Kaderupgrades während der Spielzeit, Hagen hat deutlich gemacht, dass das Ziel BBL-Aufstieg in diesem Jahr ernst genommen wird. Über quasi die ganze Saison thronte man an der Tabellenspitze. Als es am letzten Spieltag nochmal eng im Kampf um Platz eins wurde, legte man bei den Uni Baskets Münster mit 128 erzielten Zählern einen Vereinsrekord auf und schoss sich für die Playoffs warm. Einen Schlüsselspieler bei den Hagenern herauszuheben fällt schwer, zu ausgeglichen ist das Team auf allen Positionen besetzt. Seien es der aktuelle Player of the month Marcus Graves (14,3 Punkte, 5,4 Assists) auf der Point Guard Position oder Shooter wie Devin Schmidt (41,6% Dreier) und Jeffrey Carroll (39,6% Dreier). Jeder Spieler kann vorangehen und eine Schlüsselrolle einnehmen, kein Wunder, dass Hagen mit deutlichem Abstand das beste Offensivteam der ProA ist (96,4 Punkte pro Spiel).

Es wirkt also fast schon sinnlos, sich gegen die Hagener auf ein offensives Shootout einzulassen, doch genau das ist den Karlsruhern in dieser Saison erfolgreich gelungen! Im Heimspiel in der Europahalle feuerten die LIONS aus allen Lagen und brachten damit das Spiel in die Overtime, in der sie schließlich den Sieg sicherten. 116:109 war das Endergebnis im Spiel vor gut einem Monat, ganze 54 (!) Versuche aus dem Dreierbereich nahm sich das Team von Demond Greene, gleich 17 Mal sicherte man sich zweite Chancen per Offensivrebound. Das Spiel hat aufgezeigt, dass die Karlsruher an einem starken Tag durchaus Siegchancen haben, gerade wenn man vor heimischer Kulisse aufläuft. Mit nur vier Niederlagen in der Europahalle gehören die Karlsruher zu den heimstärksten Teams der ProA. Und manch einer erinnert sich sicher noch gut an die Playoffs der vorletzten Saison. Damals starteten die Karlsruher als Siebter und spielten sich in einen Rausch, der im überraschenden Meistertitel endete! Damals stand im LIONS-Kader übrigens Dominick von Waaden, der mittlerweile im Hagener Trikot spielt und seinen zweiten Titel anpeilt…

Marcus Graves auf dem Weg zum Korb (Bild: Jörg Laube).

HAKRO Merlins Crailsheim vs. GIESSEN 46ers: Formstarke Zauberer treffen auf playofferfahrene 46ers

Hätte man vor der Saison eine Umfrage gestartet, hätten sicherlich nicht wenige das Match-Up Crailsheim vs. Gießen als mögliche Finalpaarung getippt. Doch dieses Duell steht nun schon im Viertelfinale an!

Die HAKRO Merlins sind aktuell das formstärkste Team der Liga. Einer guten Hinrunde folgte eine überragende Rückserie, in der man nur ein einziges Spiel verlor! Sogar das Auswärtsspiel beim Hauptrundenmeister Hagen konnte man gewinnen, nur der direkte Vergleich trennte beide Teams letztendlich, sodass die Merlins als Zweiter in die Postseason gehen. Bauen können die Crailsheimer vor allem auf ihre starke Defensive. Durchschnittlich lässt das Team nur 78,9 Punkte pro Partie zu, mit 9,1 Steals stibitzen die Merlins zudem die meisten Bälle pro Spiel. Doch diese Statistiken sollten gar nicht davon ablenken, dass Coach McCray auch auf der offensiven Seite eins der stärksten ProA-Teams geformt hat. Mit Jungs wie Allrounder Anthony Gaines (13,9 Punkte, 6,3 Rebounds), Scorer Vinnie Shahid (13,4 Punkte, 37,8% Dreier) und Center Marvin Ogunsipe (12,5 Punkte, 7,8 Rebounds) hat das Team aus Hohenlohe jede Menge Qualität im Kader. Dazu kommt, dass die Merlins noch eine Rechnung mit den Playoffs offen haben: Im letzten Jahr schied man im Viertelfinale in einer hochdramatischen Serie knapp aus. Ein bitteres Saisonende, das den Hunger auf Erfolg in dieser Spielzeit nur noch größer gemacht haben dürfte…

Doch bevor man sich in Hohenlohe mit einem möglichen BBL-Aufstieg befassen kann, stehen erstmal die GIESSEN 46ers vor der Tür. Auch die Gießener waren die Saison ambitioniert angegangen, fanden zunächst aber nur sehr schleppend ihren Rhythmus. Trotz des eigentlich eingespielten Kaders konnte man sich nicht in den Kampf um die oberen Plätze einschalten, sodass das Team von Coach Ignjatovic nun nur als Siebter in die Postseason startet. Und doch dürfen sich die 46ers durchaus Hoffnungen auf den Halbfinaleinzug machen, denn im letzten Duell mit den Crailsheimern war es sehr eng. Über weite Strecken zeigten die 46ers damals eine Top Leistung, erst gegen Ende verspielte man den Sieg mit unnötigen Ballverlusten doch noch und verlor 96:97. Partien wie diese zeigen, wie stark die Gießener sein können, zumal im Kader auch einiges an Playoff-Erfahrung steckt. Das Grundgerüst der Lahnstädter um Akteure wie Robin Benzing, Kyle Castlin oder Luis König Figge erreichte schon in der letzten Saison das Halbfinale, übrigens auch da mit einem Upset als schlechter platziertes Team. Für Letztgenannten stehen nun sogar bereits die vierten Playoffs im Gießen-Trikot an.

Top Scorer unter sich: Anthony Gaines (l.) und Kyle Castlin (r.) (Foto: dieLICHTBUILDER).

BG Göttingen vs. Bozic Estriche Knights Kirchheim: Die statistisch spannendste Serie

Das Match-Up Dritter gegen Sechster hat sich in den letzten Saisons zum statistisch spannendsten entwickelt! Denn gleich dreimal in den letzten vier Jahren gingen diese Serien über die volle Distanz von fünf Spielen. Einmal waren daran übrigens die Knights aus Kirchheim auch selbst beteiligt, in der vorletzten Saison verlor man im entscheidenden Spiel 5 gegen Phoenix Hagen. Für Göttingen wiederum steht nun die erste Playoffserie seit 2023 an, damals schaffte man es in der BBL überraschend in die Postseason.

Die BG war als Absteiger aus der BBL als einer der Favoriten in die ProA-Saison gegangen und zeigte gerade zu Beginn der Saison starke Leistungen. So gelangen etwa klare Siege gegen die Playoffteams aus Crailsheim und Quakenbrück und auch gegen den kommenden Gegner aus Kirchheim setzte man sich beim 97:78-Hinspiel souverän durch. Einige vermeidbare Niederlagen sorgten dafür, dass die BG nicht mehr entscheidend in den Kampf um die ersten beiden Plätze eingreifen konnte, dennoch ist der dritte Platz eine gute Ausgangsposition für die Veilchen. Das Team von Fabian Strauß zeichnet sich dabei vor allem über die Defensive aus, nach den HAKRO Merlins ist man das zweitbeste Team was etwa das Defensiv-Rating angeht. Offensiv liegt die Last auf Point Guard Jordan Sears (15,8 Punkte) und Zach Jackson (13,0 Punkte), insgesamt hat die BG aber mehr als eine Handvoll Spieler im Kader, die das Potential haben das Scoring zu übernehmen. Zudem lichtete sich zuletzt auch das Lazarett der Göttinger, da etwa Center Adam Ramstedt aus seiner Verletzungspause zurückkehrte und wieder für mehr Tiefe auf den großen Positionen sorgen kann.

Dass das Spiel unter den Körben wichtig sein wird, zeigt der Blick auf das zweite Aufeinandertreffen zwischen Göttingen und Kirchheim. Denn dieses gewannen die Knights am Ende hauchzart. Schlüssel für die Teckstädter war dabei vor allem die Überlegenheit am Brett, gleich zwölf Abpraller mehr als bei der BG standen im Boxscore. Gerade die 19 Offensivrebounds dürften Coach Perovic gut gefallen haben, waren sie doch der Hauptgrund dafür, dass die Ritter gleich elf Abschlüsse mehr als die Göttinger nehmen konnten. Blickt man auf die gesamte Saison, zeigt sich, dass die Kirchheimer zusammen mit Hauptrundenmeister Phoenix Hagen das reboundstärkste Team der Liga sind! Generell dürfte man bei den Knights sehr zufrieden mit der laufenden Spielzeit sein. Gerade nachdem man im letzten Jahr die Playoffs auf bitterste Art und Weise (verlorener Vierervergleich) verpasste, ist die nun souveräne Qualifikation für die Postseason ein klarer Schritt nach vorne. Allerdings schwächelte man zuletzt etwas, verlor unter anderem zuhause gegen Paderborn und verspielte auch im letzten Spiel gegen Köln beinahe den Sieg trotz 16 Punkten Führung. Doch auch die BG geht mit zwei Niederlagen aus den letzten drei Partien etwas stockend in die Serie, wer findet am schnellsten zur Playoff-Form?

Tylan Pope (l.) und Hendrik Drescher (r.) bringen Scoring von der Power Forward-Position (Bild: Swen Pförtner).

Eisbären Bremerhaven vs. Artland Dragons: Nordkracher auf Augenhöhe

Übrig bleibt nun noch das tabellarische Nachbarschaftsduell des Vierten gegen den Fünften. Dass es sich dabei mit Bremerhaven gegen Artland um ein Nordderby handelt, verleiht der Serie noch mehr Brisanz.

Gerade für die Eisbären dürfte das Match-Up eine willkommene Abwechslung sein, waren in den letzten Jahren doch eher weite Playoffreisen nach Gießen oder sogar Tübingen die Regel. Doch bevor man auswärts ranmuss, steht zunächst der Viertelfinalauftakt vor heimischer Kulisse an. Wie bereits mehrfach in dieser Saison zieht man dafür in die Bremer ÖVB Arena um, in der man in dieser Spielzeit die höchsten Zuschauerzahlen aller ProA-Teams erreichte. Sportlich spielten die Eisbären eine tolle Hauptrunde, die wie schon im letzten Jahr mit dem vierten Tabellenplatz belohnt wurde. Unter anderem konnte man als einziges Team beide Spiele gegen Hagen gewinnen und auch gegen den nun kommenden Playoffgegner gestalteten die Eisbären beide Partien erfolgreich (jeweils mit +4 gewonnen). Dreh- und Angelpunkt ist weiterhin Point Guard Elijah Miller (15,3 Punkte, 6,1 Assists), der nochmal eine Steigerung im Vergleich zur letzten Saison hingelegt hat. Mit zuletzt zwei Siegen in Folge hat sich das Team von Steven Esterkamp zudem schon in Form gespielt. Und vor allem in den Heimspielen sind die Bremerhavener eine Macht. Gerade einmal zwei Partien in heimischer Halle gingen verloren, das ist zusammen mit Phoenix Hagen Ligabestwert.

Doch auch der Gegner aus Quakenbrück ist nicht zu unterschätzen. Die Dragons schrieben sicherlich die Geschichte der Saison, als letztjähriger sportlicher Absteiger schaffte man den ungefährdeten Sprung in die Postseason! Geht man im Kader auf Suche nach Gründen für dieses Abschneiden, sticht einem sofort ein starkes Offensiv-Duo ins Auge. Überragender Mann ist Ben Burnham, der durchschnittlich ein Double Double auflegt (19,3 Punkte, 10,0 Rebounds) und zigfach zum Player of the week in der ProA ausgezeichnet wurde. Den anderen Teil der offensiven Hauptlast trägt Amir Hinton, der nicht nur 20,2 Punkte pro Partie einbringt, sondern auch die im jungen Dragons-Team so wichtige Playofferfahrung aufweist. Denn schon mit Jena und zuletzt Trier spielte Hinton in der ProA-Postseason. Eine solche Erfahrung weist sonst nur Timo Lanmüller aus seiner Tübinger Zeit auf (er spielte übrigens sowohl 2022 als auch 2023 Viertelfinalserien gegen Bremerhaven), während für den Rest des Kaders inkl. Coach Gruhn die Playoffs quasi Neuland sind. In den letzten Hauptrundenpartien tat man sich gegen Absteiger bzw. Abstiegskandidaten überraschend schwer und verlor zwei der drei Partien. Allerdings schonte Gruhn beim letzten Spiel seine beiden Top Stars, sodass Burnham und Hinton ausgeruht in den Playoffauftakt gehen können.

Miller attackiert: Knappe und umkämpfte Spiele sind vorprogrammiert im Nordduell (Foto: Stefan Pieper).

Vier tolle Viertelfinalserien erwarten uns also über die nächsten gut zwei Wochen. Wer setzt sich durch, schaffen Teams ohne Heimrecht die Überraschung? Hier geht es dann vor den Halbfinals mit dem Blick auf die neuen Match-Ups weiter. Wenn du das nicht verpassen möchtest, abonniere am besten hier unseren Newsletter, dort gibt es immer einen Reminder, wenn eine neue Ausgabe von Spotlight online ist.

Vincent van Sliedregt wird neuer Headcoach in Bayreuth

Der BBC Bayreuth hat die vakante Trainerposition neu besetzt und setzt künftig auf internationale Erfahrung: Vincent van Sliedregt übernimmt das Amt des Headcoaches und erhält einen Zweijahresvertrag. Der 38-jährige Niederländer kommt mit einem spannenden Profil nach Bayreuth. Zuletzt war er langjähriger Headcoach bei LWD Basket Leeuwarden in der BNXT League sowie Nationaltrainer der niederländischen Damen. Trotz seines vergleichsweise jungen Alters bringt er bereits umfassende Erfahrung im europäischen Basketball mit und konnte mit begrenzten Mitteln mehrfach sportliche Erfolge erzielen. Auch van Sliedregt selbst blickt mit Vorfreude auf seine neue Aufgabe: “Ich bin dankbar für die Gelegenheit, als neuer Cheftrainer in Bayreuth tätig zu sein. Es ist ein echtes Privileg, eine Brücke zwischen einem stolzen, traditionsreichen Verein und einer spannenden Zukunft zu schlagen, die vor uns liegt. Das Ziel ist es, gemeinsam auf dem aufzubauen, was diese Stadt und ihre Menschen so einzigartig macht, und eine Mannschaft zu entwickeln, die dieselbe Hingabe, Disziplin und denselben Stolz widerspiegelt. Unser Ansatz wird auf Werten basieren, die nichts Neues sind: Struktur, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Klare Kommunikation, das Einhalten von Verpflichtungen und das tägliche Aufbringen konstanter Energie werden die Grundlage unserer täglichen Arbeit sein. Ebenso wichtig ist es mir und meiner Familie, Teil der Gemeinschaft zu werden. Für mich geht das Trainieren über das Spielfeld hinaus. Es geht darum, Beziehungen aufzubauen und gemeinsam das Beste aus allen Beteiligten herauszuholen, um etwas zu schaffen, hinter dem die Menschen in Bayreuth auch weiterhin stehen können.”

Auch Geschäftsführer Friedrich Hartung zeigt sich überzeugt von der Personalentscheidung: „Mit Vincent gewinnen wir einen erfahrenen Headcoach, für den der Schritt nach Bayreuth dennoch eine neue Herausforderung darstellt, die er mit großem Ehrgeiz angehen wird. Ich bin überzeugt, dass Vincent perfekt zu uns passt und der richtige Coach für den Umbruch in der Mannschaft ist.“ Zudem unterstreicht der künftige Sportdirektor Felix Hilgart die Qualitäten des neuen Trainers: „Vincent ist ein sehr guter Kommunikator und bringt trotz seines noch jungen Alters eine Menge Erfahrung als Headcoach mit nach Bayreuth. In der BNXT-Liga genießt er einen sehr guten Ruf und hat dort in den vergangenen Jahren auch mit begrenzten Budgets oft das Maximum aus seinen Teams herausgeholt. Als wir davon erfahren haben, dass er – aufgrund der Einstellung des Spielbetriebs seines aktuellen Clubs zur kommenden Saison – kurzfristig verfügbar wird, haben wir sofort Kontakt zu ihm aufgenommen, da er perfekt in das von uns gesuchte Trainerprofil passt. Zu seinen Stärken zählt das Schaffen einer Teamkultur, die von harter Arbeit, Offenheit und einer klaren Rollenverteilung geprägt ist. Wir werden in den kommenden Monaten alles dafür tun, um Vincent die nötige Unterstützung für eine schnelle Anpassung an ein neues Umfeld und eine sehr spezielle Liga wie die ProA zu geben.“