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Fabien Kondo verstärkt die Tigers Tübingen unter den Körben

Die Tigers Tübingen haben ihren ersten Neuzugang für die Saison 2026/27 präsentiert: Fabien Kondo wechselt vom Ligakonkurrenten SBB Baskets Wolmirstedt nach Tübingen und unterschreibt bei den Schwaben einen Vertrag bis 2028. Der 24-jährige Center soll künftig unter den Körben für Stabilität sorgen und bringt bereits Erfahrung aus ProA und ProB mit. In der vergangenen Spielzeit absolvierte der 2,06 Meter große und 116 Kilogramm schwere Big Man insgesamt 33 Partien in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA. Dabei stand Kondo durchschnittlich 19 Minuten auf dem Feld und erzielte 5,8 Punkte sowie 4,9 Rebounds pro Begegnung. Besonders in der Aufstiegssaison 2024/25 hatte der Center mit 9,1 Punkten und 5,6 Rebounds pro Spiel großen Anteil am Erfolg der Wolmirstedter. Tübingens neuer Headcoach Felix Bañobre kennt Kondo bereits aus gemeinsamen Zeiten beim SC Rist Wedel und bei den Veolia Towers Hamburg. Entsprechend überzeugt zeigte sich der Spanier von der Verpflichtung: „Ich kenne Fabien Kondo noch aus meiner Zeit in Wedel und Hamburg. Er ist ein guter Typ und leicht zu coachen. Ihn zeichnen seine Durchschlagskraft und seine Spielintelligenz unter den Körben aus. Er hat sich in Wolmirstedt zuletzt toll entwickelt und in seiner ersten ProA-Saison gute Spiele gezeigt. Für mich ist er der perfekte Backup-Center.“

Auch Kondo selbst blickt voller Vorfreude auf seine neue Aufgabe bei den Tigers: „Nach vier ereignisreichen Jahren in Wolmirstedt ist nun der Zeitpunkt für mich gekommen, um den nächsten Entwicklungsschritt in meiner Karriere zu gehen. Ich brauche jetzt ein neues Umfeld, in dem ich mich weiterentwickeln und eine neue Perspektive einnehmen kann. Coach Bañobre ist ein sehr guter und harter Trainer, zu dem ich in meiner Zeit in Hamburg und Wedel ein super Verhältnis hatte. Tübingen ist eine schöne Stadt mit vielen jungen Leuten. Ich freue mich schon auf die Atmosphäre in der Paul Horn-Arena mit den tollen Tübinger Fans.“ Der gebürtige Hamburger begann seine Basketballlaufbahn bei der BG Hamburg-West und wechselte später zum SC Rist Wedel, wo er sich kontinuierlich weiterentwickelte. Parallel zu seiner sportlichen Laufbahn engagierte sich Kondo während seines Bundesfreiwilligendienstes auch im Jugendbereich und leitete Grundschul-AGs. Über Stationen beim VfL Stade und schließlich in Wolmirstedt führte ihn sein Weg nun erstmals nach Süddeutschland zu den Tigers Tübingen.

Eigengewächs Paul Viefhues verlässt die Uni Baskets Münster

Nach elf Jahren beim Heimatverein endet für Paul Viefhues das Kapitel bei den Uni Baskets Münster. Das Eigengewächs der Münsteraner wird den Klub verlassen und sich zur kommenden Saison einem höherklassigen Verein anschließen. Welches Team sich die Dienste des 21-Jährigen gesichert hat, soll zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden. Bereits vor rund einem Jahr hatte Viefhues seine Vertragsverlängerung unter anderem damit begründet, in Münster in der ProA Spielzeit sammeln und sich gleichzeitig in einem vertrauten Umfeld weiterentwickeln zu können. Diese Perspektive besteht nach dem Abstieg der Uni Baskets in die ProB nun nicht mehr, weshalb die Verantwortlichen den nächsten Schritt des Shooting Guards mit großem Verständnis begleiten. Cheftrainer Götz Rohdewald erklärte: „Ich habe Paul gesagt, ich gönne ihm das. Er hat sehr viel investiert. Ich denke da auch an die Leidensstrecke mit seinen beiden Fußbrüchen, wo die ganze Saison weg war. Paul hat immer daran geglaubt, viel gearbeitet und eine sehr gute ProA-Saison bei uns gespielt. Und es war eigentlich klar, dass wir keine Chance haben werden, ihn für die ProB zu begeistern. Dafür war sein Jahr zu gut. Ich glaube, bei seinem neuen Club ist er gut aufgehoben, und ich hoffe, da macht er den nächsten Schritt in seiner Karriere. Von daher: Ich freue mich für ihn und wünsche ihm da alles erdenklich Gute!“ Auch Manager Helge Stuckenholz blickte mit Stolz auf die Entwicklung des Münsteraner Eigengewächses: „Ich freue mich sehr, dass ein Münsteraner jetzt einmal aus seinem Münsteraner Nest ausfliegt, weil Paul so viel Talent hat und weil unsere Jugendarbeit im Verein so hervorragendes leistet, dass wir wirklich ein Talent von dem Format herausbringen, wie es Paul hat. Noch ein Jahr mit uns in der ProB zu bleiben, wäre für ihn ein Rückschritt gewesen. Deshalb gehen wir im maximal Guten auseinander und wünschen ihm nur das Beste. Paul ist ein ProA-Spieler, dem hier und da noch ein bisschen Konstanz fehlt. Die wird er in seinem neuen Team dann finden.“

Viefhues selbst sprach emotional über seinen Abschied aus der Heimat: „Mein Ziel ist einfach, im Endeffekt herauszufinden, wie weit es mit Basketball gehen kann, aber wenn ich jetzt daran denke, wird es mir natürlich schwerfallen, nicht mehr vor den Heimfans in der vollen Halle in der Stadt zu spielen, in der ich groß geworden bin. Ich habe mich immer sehr wertgeschätzt gefühlt auf dem Weg von der U12 bis in das ProA-Team. Ich bedanke mich vor allem bei Helge und Götz, die mich zuletzt bei dieser schönen, elfjährigen Reise enorm unterstützt haben, aber ebenso bei allen Trainern in 11 Jahren UBC Münster sowie selbstverständlich auch den Physios und Ärzten. Außerdem möchte ich mich bei allen Mitspielern, allen aus der Geschäftsstelle und allen Helfern über die Jahre bedanken.“ Besonders die Fans der Uni Baskets werden dem U20-Nationalspieler in Erinnerung bleiben: „Man ist schon verwöhnt, was die Zuschauerzahlen und die Fanliebe angeht.“ Viefhues trug bereits im Alter von zehn Jahren erstmals das Trikot des UBC Münster und durchlief anschließend sämtliche Nachwuchsteams des Vereins. In der Saison 2025/26 absolvierte er 33 ProA-Partien, stand durchschnittlich 21:50 Minuten auf dem Feld und erzielte 8,6 Punkte pro Spiel bei einer starken Dreierquote von 36,6 Prozent. Besonders in Erinnerung bleibt vielen Fans sein Auftritt beim 92:86-Derbysieg gegen Bochum, als der Shooting Guard 24 Punkte auflegte und von außen hochprozentig traf.

Collin Metcalf erster Neuzugang von Medikamente per Klick Bayreuth

Der BBC Bayreuth setzt weiter auf junge Talente aus dem US-Collegebasketball und hat mit Collin Metcalf den nächsten spannenden Nachwuchsspieler verpflichtet. Der 2,06 Meter große und 108 Kilogramm schwere Center unterschreibt in Oberfranken einen Zweijahresvertrag und startet damit seine Profikarriere in der ProA. Bereits in der vergangenen Saison sammelten die Bayreuther positive Erfahrungen mit jungen NCAA-Spielern wie Leroy Ikejiaku und Cantia Rahming, die den Sprung in den Profibasketball schnell meisterten. Eine ähnliche Entwicklung erhoffen sich die Verantwortlichen nun auch von Metcalf. Der Deutsch-Amerikaner stammt aus einer US-Militärfamilie und verbrachte unter anderem acht Jahre seines Lebens in Südkorea, ehe er für sein letztes High-School-Jahr in die USA zurückkehrte. Seine College-Karriere begann er an der Northeastern University in Boston, wo er sich in der CAA Conference vor allem defensiv einen Namen machte. In seinem dritten Jahr wurde er mit durchschnittlich 5,0 Rebounds und 2,4 Blocks pro Spiel ins CAA All-Defensive Team gewählt und gehörte zu den zehn besten Shotblockern der gesamten NCAA.

Während seiner Zeit an Northeastern traf Metcalf unter anderem mehrfach auf den späteren ProA-Player-of-the-Year Ben Burnham von den Artland Dragons. Anschließend wechselte er über das NCAA-Transferportal an die renommierte University of Maryland in die starke Big Ten Conference. Dort absolvierte der Center 31 Spiele, davon 13 in der Starting Five, und etablierte sich in einer klar definierten Rolle als defensiver Anker, Rebounder und Ringbeschützer. In Maryland spielte Metcalf unter anderem gegen spätere NCAA-Spitzenteams aus Michigan und Illinois sowie gegen deutsche Talente wie Johann Grünloh und Hannes Steinbach. Besonders das direkte Duell mit Steinbach sorgte für Aufmerksamkeit: In 30 Einsatzminuten hielt Metcalf den angehenden NBA-Draft-Kandidaten bei 14 Punkten und drei Rebounds.

Der neue Bayreuther Center blickt voller Vorfreude auf seine erste Profistation: „Ich bin überaus begeistert und dankbar für die Gelegenheit, nach Deutschland zurückzukehren und die großartige Stadt Bayreuth zu vertreten. Ich habe viel Gutes über die Leidenschaft der Fans und den Stolz dieser Gemeinschaft auf ihre Mannschaft gehört und kann es kaum erwarten, das selbst zu erleben. Ich freue mich darauf, bald anzukommen, meine Teamkollegen und die Fans kennenzulernen und alles zu geben, um der Mannschaft zu helfen, ihren Erfolg fortzusetzen und Spiele zu gewinnen. Ich freue mich besonders darauf, Energie und Härte in der Verteidigung einzubringen und ein starker defensiver Anker für das Team zu sein. Verteidigung und Einsatz sind Dinge, auf die ich sehr stolz bin, und ich bin bereit, jeden Abend zu kämpfen, den Korb zu verteidigen, Rebounds zu holen und spielentscheidende Aktionen zu machen. Ich kann es kaum erwarten, mit dem Trainerstab und meinen Teamkollegen zusammenzuarbeiten und dazu beizutragen, Bayreuth in dieser Saison noch mehr Erfolg zu bescheren.“

Auch der künftige Sportdirektor Felix Hilgart sieht großes Potenzial im jungen Big Man: „Wir freuen uns sehr, dass Collin sich dafür entschieden hat, seine Profikarriere bei uns in Bayreuth zu starten. In unseren Gesprächen haben wir Ihn als einen sehr aufgeräumten und positiven jungen Mann kennengelernt, der neben seinem spannenden Lebenslauf auch alle physischen Anlagen und die richtige Einstellung für eine erfolgreiche Karriere in Europa mitbringt. Er soll uns mit seiner Länge und Beweglichkeit von Anfang an Stabilität in der Verteidigung geben und verfügt unserer Meinung nach zudem auch in der Offensive über einiges Potential, welches wir noch besser nutzen und entwickeln wollen. Gemeinsam mit Leroy Ikejiaku bildet Collin in der kommenden Saison ein sehr spannendes, wenngleich auch noch sehr junges Duo auf der großen Position.“

Publikumsliebling Adam Touray bleibt bei den Uni Baskets Münster

Die Uni Baskets Münster können auch in der kommenden ProB-Saison weiter auf ihr Gesicht der vergangenen Jahre bauen. Publikumsliebling und Leistungsträger Adam Touray hat seinen Vertrag verlängert und geht damit nach seiner Rückkehr im Jahr 2020 bereits in seine siebte Spielzeit bei den Münsteranern. Für Cheftrainer Götz Rohdewald ist der Verbleib des Centers ein enorm wichtiges Signal: „Wir können stolz sein, auch froh sein, dass Adam bei uns bleibt. Er ist ein Riesenteil von Münster und unserem Verein. Und wie sehr er sich mit dem Verein verbunden fühlt, hat man ja auch daran gesehen, dass er so früh wieder zurückgekommen ist.“ Besonders hob Rohdewald hervor, wie sehr sich Touray trotz Verletzung für den Klub aufgeopfert habe: „Ich glaube, er hat viele Spiele mit quasi nur ‚einem Arm‘ gespielt und hat alles getan, um in der ProA zu bleiben. Von daher ist Adam in so vielen Punkten ein so unglaublich wichtiger Spieler für uns, der auch ein großes Vorbild für alle Spieler ist in der Art, wie er Training, Spiel und alles angeht.“

Auch Manager Helge Stuckenholz zeigte sich begeistert über die erste wichtige Personalentscheidung für den neuen Kader: „Wenn man von ‚to lead by example‘ spricht, kenne ich keinen, der dieser Redewendung mehr gerecht wird als Adam! Er war einer der Eckpfeiler des Erfolges der letzten Jahre! Dass er in der ProB für uns und die Stadt weiter die Doppelbelastung von Lehre und Basketball leisten will, rechne ich ihm sehr hoch an!“ Für Adam Touray selbst spielte bei der Entscheidung vor allem die enge Bindung zur Stadt und zum Verein eine große Rolle: „Ich bin Münsteraner. Ich liebe es, hier zu spielen. Es gibt ProA-Vereine mit vielleicht 1.000 Leuten bei den Spielen und die sind im Mittelfeld oder in den Playoffs. Wir steigen ab und haben 2.800 Fans beim letzten Heimspiel in der Halle. Das ist ein Riesenfaktor für mich. Das macht unglaublich Spaß, alle zwei Wochen hier vor so einer Menge Leute zu spielen, die einen anfeuern.“

Zudem betonte der Center die Bedeutung seines privaten Umfelds: „Dazu habe ich meine Freunde und Familie und auch meinen Job hier, gehe ins letzte Lehrjahr. Ohne die Uni Baskets würde ich das wahrscheinlich nicht nebenher schaffen.“ Der gebürtige Münsteraner war 2020 von den MHP RIESEN Ludwigsburg in seine Heimat zurückgekehrt und entwickelte sich seitdem zu einer Identifikationsfigur des Vereins. Bis zum Ende der Saison 2024/25 absolvierte Touray 152 Spiele in der ProA mit 1.768 Punkten sowie 61 Partien in der ProB mit 626 Zählern. Dazu kommen fünf Einsätze in der Basketball Bundesliga. In der vergangenen Spielzeit wurde der Big Man allerdings immer wieder von einer hartnäckigen Verletzung ausgebremst und kam deshalb nur auf elf ProA-Einsätze mit insgesamt 107 Punkten.

Kapitän Tim Köpple verlängert bei den Nürnberg Falcons

Die Nürnberg Falcons können den Verbleib von Kapitän Tim Köpple vermelden. Der 25-jährige Aufbauspieler hat seinen Vertrag beim mittelfränkischen ProA-Ligisten für zwei Jahre verlängert. Mit der Vertragsverlängerung von Tim Köpple setzten die Nürnberg Falcons zu einem sehr frühen Zeitpunkt ein wichtiges Signal mit Blick auf den deutschen Kern. Köpple spielt seit Sommer 2021 in Nürnberg und gehört hier zu den absoluten Publikumslieblingen. Seine Besonnenheit und Leadership machen ihn auch weiterhin zu einem wichtigen Puzzle-Teil im Nürnberger Profikader. Sein zukünftiger Head Coach Tim Black freut sich den gemeinsamen Weg weiter zu gehen: „Es ist ein tolles Zeichen, Tim Köpple weiterhin als Teil der Falcons-Familie zu wissen. In den vergangenen Jahren war er ein entscheidender Baustein unseres Fundaments und unseres Aufbauprozesses. Sein Verbleib unterstreicht die wichtige Rolle, die er als Eckpfeiler dessen, was wir hier aufbauen, auch weiterhin spielt.“

Tim Köpple hat in seiner fünften Falcons-Spielzeit alle 34 Partien bestritten und stand dabei im Schnitt 18 Minuten auf dem Parkett. Sein statistisch bestes Jahr hatte der 1,82 Meter große Guard 2023/20024, als er im Schnitt 8,6 Punkte, 2,9 Assists und 2,4 Rebounds auflegte. Daran will Köpple in der kommenden Saison gerne anknüpfen: „Ich freue mich sehr, hier bleiben zu können. Die letzten Jahre hat sich der Verein toll entwickelt und ich möchte gerne weiterhin meinen Beitrag leisten, da wir weiter Luft nach oben haben. Daher ist mir die Entscheidung auch sehr leicht gefallen.“

Tigers Tübingen und Sportdirektor Eric Detlev gehen getrennte Wege

Bei den Tigers Tübingen kommt es im Zuge der sportlichen und strukturellen Neuausrichtung zu einer personellen Veränderung in der Vereinsführung. Der Klub und Sportdirektor Eric Detlev werden künftig getrennte Wege gehen. Wie die ProBasket Tübingen AG am Dienstag mitteilte, wird die Position des Sportdirektors zur Saison 2026/27 in der BARMER 2. Basketball Bundesliga vollständig gestrichen und nicht neu besetzt. Hintergrund der Entscheidung seien vor allem die sportlich und wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen nach einer enttäuschenden Saison 2025/26. Die Verantwortlichen sehen sich laut Mitteilung zunächst zu einer wirtschaftlichen und strukturellen Konsolidierung gezwungen, wodurch auch die organisatorische Neuaufstellung im sportlichen Bereich notwendig geworden sei.

General Manager David Keckeis würdigte die Arbeit von Eric Detlev ausdrücklich: „Eric Detlev hat in einer sportlich wie wirtschaftlich herausfordernden Phase Verantwortung übernommen und sich für die Tigers Tübingen in besonderem Maße eingesetzt. Dafür gebührt ihm unser ausdrücklicher Dank.“ Besonders hervorgehoben wurde dabei Detlevs Einsatz als Interimstrainer in den vergangenen beiden Spielzeiten. In der Saison 2024/25 führte er die Mannschaft noch in die Playoffs, in der sportlich schwierigen Saison 2025/26 gelang unter seiner Leitung als Headcoach der wichtige Klassenerhalt in der ProA. Die Tigers Tübingen bedankten sich abschließend für Detlevs Einsatz, seine Professionalität und seine Identifikation mit dem Klub und wünschen ihm für die berufliche wie private Zukunft weiterhin viel Erfolg.

Vertragsauflösung: BG Göttingen und Headcoach Fabian Strauß beenden Zusammenarbeit

Bei der BG Göttingen kommt es nach dem enttäuschenden Aus im Playoff-Viertelfinale zu einer personellen Veränderung auf der Trainerposition. Die Veilchen und Headcoach Fabian Strauß haben sich im gegenseitigen Einvernehmen auf eine Vertragsauflösung geeinigt. Nach einer intensiven Analyse kamen beide Seiten zu dem Entschluss, dass eine Trennung die beste Lösung sei. BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen erklärte: „Wir haben uns nach dem viel zu frühen Saisonende etwas Zeit genommen, um die Situation zu bewerten. Fabo ist ein junger Trainer, dem wir eine große Verantwortung übertragen haben. Letztendlich hat es aus unserer Sicht sportlich nicht so funktioniert, wie wir das erwartet haben.“ Zwar habe Göttingen das Minimalziel erreicht und die Hauptrunde mindestens auf Rang vier abgeschlossen, das angestrebte Halbfinale jedoch verpasst. Gleichzeitig verwies Meinertshagen auf die schwierigen Umstände während der Saison: „Zur Wahrheit gehört auch, dass wir solch eine Seuchensaison mit vielen parallel verletzten Spielern noch nie erlebt haben. Dennoch hat die Mannschaft ihr Potenzial zu oft nicht ausgeschöpft. Wir danken Fabo für seinen Einsatz für die BG und wünschen ihm für seine sportliche und private Zukunft nur das Beste.“

Fabian Strauß war erst im Mai 2025 nach Göttingen gekommen und startete stark in seine erste Saison als Cheftrainer der Veilchen. Die BG spielte eine überzeugende Hinrunde mit 13 Siegen aus 17 Spielen, ehe zahlreiche Verletzungen das Team im Dezember und Januar massiv zurückwarfen. Über Wochen musste die Mannschaft im Notfallmodus agieren, wodurch laut Klubangaben selbst reguläre Fünf-gegen-fünf-Trainingseinheiten kaum möglich waren. Auch nach der Rückkehr vieler Spieler fand das Team nie wieder zu seiner Form aus der ersten Saisonhälfte zurück. Strauß selbst verabschiedete sich mit emotionalen Worten: „Ich bin dankbar für die Möglichkeit, Cheftrainer der BG Göttingen gewesen zu sein und solch einen Traditionsklub vertreten zu dürfen. Natürlich ist es schade und enttäuschend, dass wir unsere gemeinsamen Ziele nicht erreicht haben. In der Saison sind viele Verletzungen passiert und einige Dinge anders verlaufen, als wir es geplant hatten, was unseren Weg nicht einfacher gemacht hat.“ Besonders bedankte er sich bei den Fans, seinem Staff und der Mannschaft: „Ich nehme viele wertvolle Erfahrungen und wichtige Erkenntnisse für meine Zukunft mit und wünsche dem Klub und allen Menschen rund um die Veilchen alles Gute für die kommenden Jahre.“ Die BG Göttingen haben nach eigenen Angaben bereits mit der intensiven Suche nach einem neuen Headcoach begonnen.

Spotlight #10: Wer bucht die Tickets fürs Finale?

Halbfinalzeit in der ProA! Die Viertelfinalserien liegen hinter uns und mit Phoenix Hagen, den Eisbären Bremerhaven, den Bozic Estriche Knights Kirchheim sowie den GIESSEN 46ers sind nun noch vier Teams im Rennen um den Finaleinzug. Wie schon in der ersten Playoffrunde, sind auch die Halbfinals als Serien im Modus Best-of-five angesetzt, wobei jeweils das in der Hauptrunde höher platzierte Team Heimrecht in Spiel eins, drei und einem möglichen Spiel fünf hat. Heiße Partien sind vorprogrammiert, blicken wir auf die beiden Duelle…

Phoenix Hagen vs. Eisbären Bremerhaven: Hauptrundensieger gegen Angstgegner?

Auf der linken Seite des Playoffbaums treffen die beiden Teams aufeinander, die ihre Viertelfinalserie mit einem Sweep beendet haben. Sowohl Phoenix Hagen als auch die Eisbären Bremerhaven konnten also mit 3:0 ins Halbfinale einziehen und dürften dementsprechend ausgeruht in die Serie starten. Beim Duell Erster gegen Vierter ist die Favoritenrolle zwar schnell verteilt, allerdings sind die Eisbären das einzige Team, das in dieser Saison beide Spiele gegen Hagen gewinnen konnte!

-1 im Hinspiel und -15 im Rückspiel – das waren die Ergebnisse in den beiden Hauptrundenpartien gegen Bremerhaven aus Hagener Sicht. Damit sorgten die Eisbären alleine für ein Drittel der Niederlagen des Hauptrundensiegers, der ansonsten weitgehend souverän durch die Saison ging. Daran knüpfte Phoenix auch in den Playoffs an und ließ den PS Karlsruhe LIONS keine Chance. Mit 90:66, 108:73 und 79:70 machte man den Halbfinaleinzug klar. Das 90:66 in Spiel eins war übrigens, trotz aller Erwartbarkeit, etwas Besonderes, denn es war der allererste Playoff-Auftaktsieg in der Phoenix-Vereinsgeschichte! Trotz des klaren Siegs im Viertelfinale, fällt beim Blick in die Statistiken noch einiges an Verbesserungspotential auf. In der Hauptrunde war Hagen mit 38,4% bei der Dreierquote noch das beste Team der Liga, jetzt in den Playoffs fanden nur 29,7% der Würfe von Downtown ihr Ziel. Zudem leistete man sich mehr Turnover als in der regulären Saison. Dafür zeigten die Feuervögel aber am Brett Dominanz und griffen sich mehr als 50 Abpraller pro Partie, deutlicher Ligabestwert. Gerade die fast 16 Offensivrebounds sind ein Grund dafür, dass man trotz der unterdurchschnittlichen Quoten 92,3 Punkte pro Partie auflegen konnte.

Nur ein Team kommt in den Playoffs auf einen noch höheren Punkteschnitt und das sind, wie sollte es anders sein, die Eisbären Bremerhaven. Zugegeben, dieser Schnitt wird deutlich davon beeinflusst, dass die Nordseestädter beim 117:112 in Spiel drei in die Overtime mussten. Doch auch die Feldwurfquote (51,8% Topwert der Playoffteams) unterstreicht das offensive Potential der Eisbären. Das Team von Steven Esterkamp bekam es im Viertelfinale mit den Artland Dragons zu tun, so gesehen lautet das Duell also nun ein zweites Mal Feuer gegen Eis. In allen drei Partien gegen die Drachen war es bis zum Schluss spannend (der Overtimesieg war mit +5 schon das deutlichste Ergebnis), die Serie hätte auch gut und gerne über mehr als die drei Spiele gehen können. Doch letztendlich bewiesen die Eisbären immer kühlen Kopf und Crunchtime-Qualitäten. Wichtige Erfahrungen, die etwa Hagen in der Form noch nicht sammeln konnte und am Ende ausschlaggebend sein könnten?

Mit Übersicht auf der eins: Elijah Miller (l.) und Bjarne Kraushaar (r.) gehörten in der Hauptrunde zu den Top 3-Assistgebern der ProA (Foto: Jörg Laube).

Bozic Estriche Knights Kirchheim vs. GIESSEN 46ers: Überraschungsteams unter sich

Im zweiten Halbfinale treffen die beiden Teams aufeinander, die im Viertelfinale für Upsets sorgten. Sowohl Kirchheim als auch Gießen konnten sich gegen höher platzierte Teams durchsetzen und so kommt es nun sogar zum ungewöhnlichen Fall, dass die Knights als Sechstplatzierter mit Heimrecht in das Halbfinale gehen.

Auf dem Weg dorthin schalteten die Kirchheimer den BBL-Absteiger aus Göttingen aus, und das obwohl man zunächst das Auftaktspiel in Niedersachsen verlor. Doch was dann folgte war ein klarer Heimsieg (+14) in Spiel zwei, der die Richtung für den Rest der Viertelfinalserie vorgab. Auswärts klaute man Spiel drei und den Matchball vor heimischer Kulisse verwandelten die Ritter in der Crunchtime. Nun steht also das Matchup gegen die 46ers an, mit denen das Team von Igor Perovic noch eine Rechnung offen hat. Beide Hauptrundenspiele konnten die Gießener deutlich für sich entscheiden, das 89:111 im Rückspiel stellte für die Knights sogar die höchste Niederlage der Saison dar! Um nun also Revanche zu nehmen, kommt es vor allem auf das starke Import-Trio aus Tylan Pope, Chuck Harris und Phillip Russell an, die in der Postseason zusammen für knapp 50 Kirchheimer Punkte pro Partie verantwortlich sind. Doch in den Playoffs laufen immer wieder auch die Rollenspieler zur Höchstform auf und so war etwa Aeneas Jung im entscheidenden vierten Spiel der effektivste Ritter. Mit einem Wert von 19 legte er mehr als das Dreifache seines Hauptrundendurchschnitts auf.

Doch auch die Gießener konnten im Playoff-Viertelfinale gegen die favorisierten Merlins aus Crailsheim ungeahnte Leistungsexplosionen verzeichnen. 18 Punkte in Spiel zwei, 21 Punkte und sieben Rebounds in Spiel vier: Das sind die Stats von Daniel Norl, der sich seine beiden besten Performances im 46ers-Trikot offensichtlich für die Playoffs aufgehoben hatte. Doch nicht nur er packte im Vergleich zur Hauptrunde einiges drauf, auch Spieler wie Simon Krajcovic, Aiden Warnholtz, Viktor Kovacevic und Robin Benzing steigerten ihre Punkteausbeute in der Postseason. Das liegt vor allem daran, dass die Gießener plötzlich ihre Dreier treffen. In der regulären Saison traf das Team von Frenkie Ignjatovic nur 30,9% von jenseits der 6,75m, ligaweit Platz 16. Doch nun fallen knapp 39% der Dreier, Bestwert aller Halbfinalteilnehmer! Ein besonderes Duell wird es übrigens auch auf der Trainerbank. Die beiden Coaches Perovic und Ignjatovic kennen und schätzen sich so sehr, dass letzterer sogar zur Hochzeit der Tochter seines Kirchheimer Gegenüber eingeladen wurde. Diese ist für Anfang Juni geplant, parallel zu den Finalspielen der ProA. „Nur einer von uns beiden wird an diesen Feierlichkeiten teilnehmen können“, fasst Ignjatovic die Dramatik zusammen…

Maier gegen Mayer beim Auftaktspiel der beiden Teams (Foto: Nina Sander/Silas Kunz).

Die beiden Halbfinals starten am morgigen Mittwoch, spätestens am 31. Mai wissen wir dann welche beiden Teams den Einzug in das Finale und das damit verbundene sportliche Aufstiegsrecht für die easyCredit BBL erreichen. Den Ausblick auf das Final-Matchup gibt es dann in der nächsten Ausgabe von Spotlight. Wenn du das nicht verpassen möchtest, abonniere am besten hier unseren Newsletter, dort gibt es immer einen Reminder, wenn eine neue Ausgabe von Spotlight online ist.

Alvaro Sanchez wird neuer Headcoach in Bochum

Die VfL SparkassenStars Bochum treiben ihre Kader- und Strukturplanung für die kommende Saison weiter voran und haben nun eine zentrale Personalentscheidung getroffen: Alvaro Sanchez Paredes steigt vom Assistant Coach zum Headcoach auf. Der Spanier bringt internationale Erfahrung aus mehreren Stationen mit. Nach ersten Schritten im Jugendbereich in Spanien sammelte er unter anderem Coaching-Erfahrung in Schweden, Ägypten und den Niederlanden, bevor er 2024 zum Trainerstab der SparkassenStars stieß. Nun übernimmt er die Verantwortung an der Seitenlinie. Sanchez selbst blickt motiviert auf seine neue Aufgabe: „Ich bin wirklich dankbar für die Chance, das Vertrauen des Vereins und die Unterstützung aller innerhalb der Organisation. Wir gehen dieses neue Kapitel gemeinsam an – als Team wollen wir eine Kultur des Einsatzes und der harten Arbeit für den Verein, die Fans, die Stadt und für uns selbst aufbauen.“

Auch Geschäftsführer Tobias Steinert zeigt sich überzeugt von der Entscheidung: „Alvaro war von Anbeginn unserer Suche nach einem neuen Headcoach meine Wunschlösung und ich freue mich sehr, dass er uns zugesagt hat. Neben seinen unbestrittenen sportlichen Fähigkeiten wissen wir, dass er diesen Club und unsere Identität lebt. Nun haben wir zusammen ein neues SparkassenStars-Kapitel aufgeschlagen und ich freue mich sehr auf die gemeinsame Zukunft.“ Mit der Beförderung von Sanchez setzen die Bochumer bewusst auf Kontinuität. Auch auf der Position des Assistant Coaches bleibt Stabilität erhalten: Petar Topalski kehrt wie geplant in seine vorherige Rolle zurück. Parallel zur Trainerentscheidung laufen bereits die Planungen für die Saison 2026/27 – mit Sanchez als zentraler Figur an der Seitenlinie.

Tim Black wird neuer Cheftrainer der Nürnberg Falcons

Die Nürnberg Falcons haben frühzeitig die Weichen für die kommende Saison gestellt und präsentieren mit Tim Black ihren neuen Cheftrainer. Der 45-Jährige tritt damit die Nachfolge von Ralph Junge an, der sich künftig wieder verstärkt auf seine Rolle als Geschäftsführer konzentrieren wird. Mit der Entscheidung setzen die Falcons bewusst auf Kontinuität. Black ist seit mehreren Jahren Teil des Trainerstabs und kennt Verein, Strukturen und Philosophie bereits bestens. Entsprechend überzeugt zeigt sich Junge von der internen Lösung: „Tim hat in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet und sich diese Chance absolut verdient. Es war uns wichtig, früh Klarheit zu schaffen, um die kommende Saison strukturiert planen zu können. Ich freue mich sehr, dass ich mich wieder intensiver auf die Weiterentwicklung des Standorts und die organisatorischen Themen konzentrieren kann.“ Auch Black selbst blickt mit großer Motivation auf seine neue Aufgabe:

„Es ist mir eine große Ehre, diese Aufgabe zu übernehmen, der ich voller Tatendrang entgegenblicke. Diesen Verein und diese Stadt verstehe ich als einen Ort mit fruchtbarem Boden, tiefen Wurzeln und echtem Potenzial. Meine Aufgabe wird es sein, diesen ‚Garten‘ zu pflegen und ein Umfeld zu schaffen, in dem unsere Spieler gemeinsam wachsen, sich im Wettbewerb behaupten und Erfolge feiern können. Ich freue mich darauf, die Arbeit aufzunehmen und zusammen mit der Organisation sowie den Menschen vor Ort etwas von bleibendem Wert aufzubauen.“ Der ehemalige BBL-Topscorer bringt nicht nur Erfahrung als Spieler, sondern auch aus dem Nachwuchs- und Entwicklungsbereich mit. Nach Stationen in Deutschland, Belgien und Italien sowie Tätigkeiten im US-amerikanischen Nachwuchsbereich ist er seit 2024 wieder in Deutschland aktiv und war zuletzt als Co-Trainer und im Player Development bei den Falcons tätig.